Erfahrungsbericht: Rode NT1-A gegen Behringer TM1
Rode NT1-A gegen Behringer TM1 ein Duell nicht nur auf Augenhöhe.
Das Rode NT1-A ist seit Jahren der Klassiker unter den budgetfreundlichen Mikrofonen und genießt einen sehr guten Ruf. Das Mikrofon kam in seiner ersten Variante in den 1990er Jahren auf den Markt. In der jetzigen Form ist es seit 2009 erhältlich.
Ein großer Vorteil ist, das das Rode NT1-A bei Registrierung auf der Rode Homepage eine 10jährige Garantie erhält.
Das NT1-A wird mit einigem Zubehör geliefert,- Spinne,- Popschutz, Kabel und einem kleinen Staubschutzbeutel (zu klein fürs Mikrofon) zur Aufbewahrung. Es wird auch ein kleiner blauer Gummiring mitgeliefert der den Sitz des XLR Steckers im Mikrofon stabilisieren und festigen soll.
Rode NT1-A
Technische Daten:
1“ Großmembran (goldbeschichtet)
Richtcharakteristik: Niere
Impedanz: 100 Ohm
maximaler Schalldruck: 137dB SPL
Eigenrauschen: 5dBA
Übertragungsbereich: 20 – 20.000 Hz
Gewicht 326 gr.
Maße: ( H x B x T ): 190 x 50 x 50 mm Bauart: SMD
Doch nunmal an Eingemachte:
Das Mikro ist relativ gut verarbeitet und liegt gut in der Hand. Allerdings lässt sich das Mikro nur schwer in die Spinne einschrauben, man muss schon ein wenig fummeln.
Der Popschutz tut seinen Dienst, aber es ist zu bedenken das er bei diesem Preis nicht das non plus ultra ist.
Das Rode NT1-A löst gut auf und hat ein gutes Ansprechverhalten. Jedoch neigt es dazu in den Höhen sehr “Harsch“ zu klingen. Die unteren Frequenzen sowie die oberen Mitten hingegegen sind sehr gut aufgelöst.
Das NT1-A wurde für Gesang (Male, Female) und akustische Gitarren eingesetzt.
Bei weiblichen Stimmen neigt es aber dazu besonders in den Höhen sehr „harsch“ zu klingen und auch die S-Laute kommen beim Recording sehr deutlich zum Vorschein. Hier muss man schon mit einem De-Esser und einem Equalizer nachbearbeiten.
Das Eigenrauschen des NT1-A ist kaum wahrnehmbar. Nicht umsonst sagt Rode das das NT1-A das niedrigste Eigenrauschen aller Rode Mikrofone hat.
Zu erwähnen ist auch das bei dem NT1-A am Anschluss der Massepin ca 3mm weiter rausschaut als die anderen 2 Pins.
Das ist durchaus so gewollt und stellt keinen Fehler dar. Das nennt man „vorrauseilende Masse“ Er stellt als erstes einen Kontakt mit dem Kabel her und dient dazu das unangenehmes Knacksen oder Brummen beim einstecken oder rausziehen des Kabels verhindert werden soll wenn die Phantomspeisung noch eingeschaltet ist.
Nun zum Behringer TM1
Das Behringer TM1 gibt es seit 2018. Damals hieß es noch Tannoy TM1. Durch die Übernahme Tannoys durch Behringer (Music Tribe) änderte sich der Name in Behringer TM1.
Die Ähnlichkeit zum Rode NT1-A ist unverkennbar und wird ebenfalls mit viel Zubehör geliefert,- Spinne, Popschutz, Kabel und einem Staubschutzbeutel zur Aufbewahrung.
Von außen gesehen ist das TM1 fast baugleich mit dem NT1-A.
Das Mikrofon ist sehr gut verarbeitet und liegt gut in der Hand. Spinne und Popschutz bieten eine erstaunlich gute Qualität, was in dieser Preisklasse nicht immer üblich ist. Es wirkt hochwertiger als es der Preis zu deuten vermag. Der Popschutz lässt sich hervorragend ausrichten und ist auf Kapselhöhe.
Allerdings gilt auch hier:
Der Popschutz tut seinen Dienst, aber es ist zu bedenken das er bei diesem Preis nicht das non plus ultra ist.
Technische Daten:
1“ Goßmembrankapsel (goldbeschichtet)
Richtcharakteristik: Niere
Übertragungsbereich: 20 – 20.000 Hz
Eigenrauschen: 4,5 dB SPL
Grenzschalldruckpegel: 138 dB bei 1kHz
Impendanz: 100 Ohm
Maße: 189 x 54 mm
Gewicht: 354 gr.
Bauart: elektronische Bauteile (durchsteck Montage)
Wer nun meint das Behringer TM1 kann gegenüber dem Rode NT1-A nicht mithalten dem sei gesagt das es in allen Disziplinen sehr gut abgeschnitten hat. Gerade in den oberen Mitten und in den Höhen löst es hervorragend auf. Auch das TM1 wurde für Gesang (Male, Female) und akustische Gitarren verwendet.
In den oberen Mitten und in den Höhen bemerkt man einen schönen “Roll off“ das das Mikro sehr warm und “weich klingen lässt.
S-Laute werden gut unterbunden und man muß nicht allzu viel nachbearbeiten.
Auch beim Behringer TM1 ist kaum ein Rauschen wahrnehmbar. Gegen über dem Rode NT1-A ist es mit 4,5 dB noch niedriger.
Leider wird das Behringer TM1 als ein Nachbau des Rode NT1-A gesehen, was es aber nicht ist. Gut beide sehen sich zum Verwechseln ähnlich, jedoch bei genauerem hinsehen stellt man fest das das Behringer TM1 bis auf das Äußere ein komplett eigenständiges Mikrofon ist.
Anmerkung:
Signalkette für den Test:
ART Pro MPA II Preamp – Focusrite Scarlett 18i20 3Gen.
Abhöre: Tannoy Reveal passiv, KRK 5″Zoll aktiv, Resident Audio M5.
Ich habe bewusst keine Audiodateien eingefügt (wer mich kennt, weiß das schon).
Hintergrund ist der, das um sich eine eigene Meinung zu bilden, die extakt gleiche Recordingkette, sowie auch die gleichen Räumlichkeiten zu Verfügung stehen sollten.
Und noch ein kleiner Tip:
Bitte die Phantomspeisung erst einschalten wenn das Mikro mit dem Kabel verbunden ist.
Wer vor dem einstecken des Kabels bereits die Phantomspeisung einschaltet riskiert einen Schaden am Mikro oder den Monitoren (durch knacksen).
































Hallo, schöner Vergleich und Danke.
Mehr Rauschen, übertrieben störende Höhen, und noch weniger wertiges Zubehör sind wohl reale Minuspunkte, die vom Preisunterschied „gekrönt“ werden. Aber der (mMn nicht so ganz nachvollziehbare) Versuch, die frappierenden optischen Übereinstimmungen in Abrede zu stellen hätte es nicht gebraucht. Das ist als hätten die Spanier behauptet, dass der Seat Marbella kein Nachbau des Fiat Uno sei.🤔
Für Rode heißt das jetzt: Besser werden. Denn im Preis wird man nicht konkurrieren können.
@dAS hEIKO Gerade weil sehr viele meinen das das Rode NT1-A ideal für Einsteiger wäre muss ich ehrlich sagen wäre das Behringer oder andere in der Preisklasse die bessere Wahl. Aber das ist meine Meinung und muss sich nicht mit anderen Meinungen decken. Die Ähnlichkeit der beiden Mikros ist wirklich schon frapierend und lässt den Schluss zu das das Behringer TM1 ein Nachbau oder gar ein Klon ist. Ist es aber nicht. Gerade weil der Name Behringer drauf steht gehen viele davon aus.😉
@dAS hEIKO ACHTUNG KLUGSCHEISSER 🙂
Der Seat Marbella war in der Tat kein Nachbau des Fiat Uno, sondern des damaligen Fiat Panda. 😎
Bei mir war beim Røde NT1-A nach dem auspacken aufgefallen, dass an einer Stelle beim Drahtgeflecht (Korb) eine Stelle gebrochen war und ein Stück Drahtende nach außen ragte. Das wäre prinzipiell egal gewesen, aber man sticht sich eventuell und hätte langfristig den Staubschutz in Mittleidenschaft gezogen. Das abzwicken mit einer Drahtzange schaffte Abhilfe. Ansonsten bin ich ganz zufrieden damit. Ich mache allerdings nur eigene Vox-Shots und keinen Gesang (ich kann es nicht und eine Sängerin fehlt schlicht). Ich hätte wirklich nie im geringsten gedacht, dass das Behringer besser abschneidet. Daher danke für den aufschlussreichen Test. Bei mir passt übrigens der Stauschutz schon über das Mic, aber sehr, wirklich sehr passgenau. Es könnte in der Tat einen ticken größer sein und daher ist es ratsam, es nicht in die Waschmaschine zu stecken. Sonst kann man es nur noch als Tasche für die Sonnenbrille verwenden, wenn überhaupt noch.
@Filterpad Da fehlte wohl die nötige sorgfalt, eine bessere Qualitätskontrolle hätte da wohl Abhilfe geschaffen. Auch bei der Spinne die bei meinem dabei war fehlte die nötige Sorgfalt,- das Gewinde war oder ist nicht sauber genug geschnitten worden.
Da sollte Rode wohl mal ein wenig nachbearbeiten.🙂
@Wolli63 So schaut’s aus.
„Leider ist das Produkt Behringer TM1 CompleteVocalRecording nicht mehr im Sortiment.“
Und das am Tag der Veröffentlichung des Beitrags ^^….
@Atarikid Das stimmt allerdings , hab das auch gerade erst gesehen. Das muss aber nicht bedeuten das es überhaupt nicht mehr im Program ist, es könnte auch sein das es eine lange Lieferzeit hat und dann wieder erhältlich ist. 😉 Als ich den Bericht geschrieben habe war es noch erhältlich, deshalb auch der Link zum Shop.
@Wolli63 kein ding :)…. ist mir nur aufgefallen :P
„fast linearer Frequenzgang“ & „warmer und weicher Klang“
sind so ziemlich das Gegenteil voneinander … ;)
@plumperquatsch ein Mikro mit einen linearen oder fast linearen Frequenzgang kann durchaus einen warmen und weichen Klangcharakter haben. Im Gegensatz zu Mikros die eine Höhenbetonung haben. Hier neigen Mikros gerne dazu „Harsch“ zu klingen. Viele Hersteller bewerben dies gerne mit einer besonderen Brillianz 😉 Aber das ist eben Geschmacksache und liegt immer im Blickwinkel der jeweiligen Nutzer.
@Wolli63 „warm“ bedeutet fast immer gedämpfte höhen;
gedämpfte höhen ungleich „fast linearer Frequenzgang“
🤷🏻♂️
Rode haben das schon lustig gemacht. Zum Glück hat Amazona mal a bissl Licht ins Dunkel gebracht (hier: https://www.amazona.de/test-rode-nt1-5th-generation-dual-connect-studiomikrofon/), da irgendwie die verschiedenen Generationen NT1, NT1, NT1-A (bis dahin alle silbrig-metallen), NT1 (schwarz), NT1 5th Gen (schwarz), und dann danach ein NT1 Signature (was in NT1 5th Gen ohne USB und so ist???), und aber weiterhin bei Thomann ein NT1-A (also 3. Generation?), aber nur als Bundle? Und laut Rode gibts das auch garnichtmehr (https://rode.com/de-de/products/nt1a) – ist das bei Thomann also ein Restpostenabverkauf?
Ist das soweit richtig, oder weit gefehlt? Weiß da jemand mehr?
(Ich persönlich kenn‘ nur nen Paar NT1-A und das 2.Generation-NT1, wobei das NT1 die etwas bissigen Hochmitten nicht so hat – was z.B. heißen kann „Snare von unten NT1-A, Hihat NT1“. Umgekehrt können die speziellen Hochmitten vom NT1-A aber auch funktionieren – Stereopaar für ein prepared piano ist ne mögliche Idee (gerade wenn man mit sehr „sanften“ unüblichen Spielweisen arbeitet, da zahlt sich das niedrige Eigenrauschen aus).
Für Stimme würde ichs selber auch nicht sehen (das NT1 aber auch nicht…)
@moinho Stimmt,- lt. der Herstellerseite gibt es das NT1-A nicht mehr.
Ich weiß da auch nicht mehr als du, aber ich denke das der Bestand abverkauft wird, wäre logisch.
Was Rode da gemacht hat mit der ganzen NT Serie ist schon ein wenig verwirrend.
Auch ist das NT1 5th Gen. so ein Zwischending. Eine Weiterentwicklung ist durchaus sinnvoll, aber warum dann kein eigenständiges NT1 als reines USB Mikrofon ? 😉