ANZEIGE
ANZEIGE

Europäische Festivals unter Druck

Analystin sieht mittelgroße Festivals in Gefahr

27. Mai 2026
Europäische Festivals unter Druck

Europäische Festivals unter Druck

Der europäische Festivalmarkt steht vor einer schwierigen Phase, denn die Lust auf Livemusik ist zwar weiterhin da, doch für viele Veranstalter wird das Geschäft deutlich riskanter. Vor allem mittelgroße Festivals geraten in diesem Zusammenhang immer weiter unter Druck. Sie sind oft zu groß, um mit kleinen Budgets und viel Idealismus zu arbeiten, aber auch zu klein, um die Vorteile großer Festivalmarken voll auszuspielen.

Branchenbeobachter sehen deshalb eine wachsende Spaltung des Marktes, wie die Bernstein-Analystin Annick Maas in einem Podcast anführt. Große europäische Festivals verkaufen oft schon früh viele Tickets, weil das Publikum der Marke vertraut und kleine Spezialfestivals profitieren von einer treuen Szene und einem eigenen Profil. Dazwischen wird es allerdings für viele Events eng.

ANZEIGE

Europäische Festivals kämpfen mit steigenden Kosten

Die Kosten für Festivals sind in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen: Bühnenbau, Technik, Sicherheit, Personal, Energie, Logistik, Versicherungen und Künstlergagen belasten die Budgets stärker als früher. Gleichzeitig lassen sich höhere Ausgaben nicht einfach auf die Ticketpreise umlegen, weil sich viele Besucher mittlerweile genauer überlegen, welche Events sie sich leisten können und wollen. Für mittelgroße europäische Festivals ist diese Lage besonders heikel, denn sie brauchen attraktive Line-ups, um überhaupt wahrgenommen zu werden, haben aber nicht immer die finanziellen Reserven großer Veranstalter. Wenn der Vorverkauf langsamer läuft als erwartet oder ein wichtiger Act teurer wird als geplant, kann die Kalkulation schnell kippen.

ANZEIGE

Man braucht mehr als ein gutes Line-up

Ein starkes Programm bleibt wichtig, reicht allein aber immer seltener aus, denn europäische Festivals müssen heute ein Erlebnis bieten, das über reine Konzerte hinausgeht. Für das Publikum muss vor allem spürbar sein, wofür eine Veranstaltung steht. Große Festivals profitieren von ihrem bekannten Markennamen und kleine Festivals leben häufig von Nähe, Szenegefühl und oft auch musikalischer Spezialisierung. Mittelgroße Events müssen ihren Platz dazwischen finden, was in Zukunft immer schwieriger werden dürfte.

Europäische Festivals in der Entwicklung

Sollten mittelgroße europäische Festivals weiter unter Druck geraten, hätte das Folgen für die gesamte Livebranche, denn es sind vor allem diese Veranstaltungen, die vielen Acts wichtige Bühnen bieten. Hier können neue Künstler wachsen, Szenen sichtbar werden und Besucher Musik entdecken, die nicht auf allen großen Plakaten steht. Für Veranstalter wird es deshalb wichtiger werden, vorsichtig zu kalkulieren, das Publikum früh einzubinden und sich nicht nur auf teure Headliner zu verlassen.

ANZEIGE
ANZEIGE
Über den Autor
Profilbild

Gereon Gwosdek RED

Leidenschaft für Tasten und Technik, Musikschulinhaber und Bandleader im Bereich von christlicher Musik.

Forum
  1. Profilbild
    Mac Abre AHU

    Die Veranstaltungsbranche hat sich schon immer in Gefahr gesehen. Zuerst, wegen der Erhöhung der Vergnügungssteuer, dann weil manche Zielgruppen keine Lust auf Festivals hatten, dann wegen Corona. Und siehe da, die Branche existiert immer noch, Festivals der gesamten Bandbreite finden immer noch statt, ob Mini-Events mit fünf Bands an einem Abend über Zwei-Tages-Events mit fünfzehn Acts bis hin zu Giganten wie dem WGT mit bis zu zweihundert Acts in vier Tagen.

    Preiserhöhungen gab es immer, mal stärker, mal schwächer. Auch das wird die Branche überleben.

  2. Profilbild
    moinho AHU

    Ich hätte tatsächlich erwartet, daß in Europa auch die Bürokratie die Budgets stärker belastet als früher. Schön, daß das laut dem Artikel nicht so ist.

  3. Profilbild
    liquid orange AHU

    Wie definieren sich „kleine“, „mittelgrosse“ und „grosse“ Festivals? Dass ein Rock am Ring mit 90’000 Tickets zu den „grossen“ zählt ist klar, ein Psychedelic Network Festival mit 150 zu den „kleinen“ auch. Aber wo ist in etwa der Übergang?

  4. Profilbild
    NONAME

    Solange so Leute wie Dieter Bohlen singend am Klavier auftreten können sehe ich sie gesamte Branche nicht wirklich in Gefahr 🎂

  5. Profilbild
    deutscheindustrieprodukte.de AHU

    Wie sind groß/mittel/klein definiert? Insbesondere kleinere Festivals mit unter 5000 Besuchern haben Probleme, den Laden voll zu bekommen – wegen verändertem Freizeitverhalten/anderer Formen der Sozialisierung, steigender Auflagen/Kosten sowie sinkender Kaufkraft bei vielen Ticketkäuferinnen. Achja: Geburtenrückgang.
    Dazu kommt, dass Tickets immer später gekauft werden.
    Gilt alles auch für Clubs – Es betrifft große Teile der Kultur- und Veranstaltungsbranche; deutlich stabiler wirken oft stark kommerzialisierte niveaulose Großevents.

    Die Fusion kann das wahrscheinlich aussitzen – die Warteliste ist vermutlich lang.

    Schaut man sich die Festival-Landschaft an, konsolidiert sich der Markt derzeit massiv.
    Was gut läuft: Klein und illegal. Back to the roots. Hat auch was Gutes.

    Meine Prognose: Es kommt alles wieder. Strobo+Nebel, Laser+Bass sind eine gute Kombination.

  6. Mehr anzeigen
Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum, um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Wir behalten uns die Löschung von Inhalten vor. Dies gilt insbesondere für Inhalte, die nach unserer Einschätzung gesetzliche Vorschriften oder Rechte Dritter verletzen oder Diffamierungen, Diskriminierungen, Beleidigungen, Hass, Bedrohungen, politische Inhalte oder Werbung enthalten.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
X
ANZEIGE X
ANZEIGE X