Fender gewinnt Rechtsstreit um Stratocaster-Design
Die Fender Musical Instruments Corporation hat einen juristischen Erfolg erzielt, der den Schutz des bekannten Stratocaster-Korpusdesigns in Deutschland und in der EU stärkt. Nach Auffassung des Landgerichts Düsseldorf kann die Form der Fender Stratocaster als urheberrechtlich geschütztes Werk der angewandten Kunst gelten und damit gegen Kopien verteidigt werden. Auslöser des Verfahrens waren Gitarren eines chinesischen Herstellers, die über die Onlineplattform AliExpress angeboten wurden und nach Ansicht des Gerichts das typische Design der Fender Stratocaster übernahmen. Das Urteil könnte Auswirkungen auf den europäischen Gitarrenmarkt haben, vor allem mit Blick auf Anbieter günstiger Instrumenten-Kopien.
Gericht erkennt Design der Fender Stratocaster als urheberrechtlich geschützt an
Im Mittelpunkt des Verfahrens stand die Frage, ob die Form des Fender Stratocaster-Korpus nur funktional ist oder auch einen kreativen Ausdruck besitzt. Das Landgericht Düsseldorf entschied zugunsten von Fender und stufte das Design als künstlerische Leistung ein, die urheberrechtlichen Schutz genießen kann. Damit greift nun ein deutlich langfristigerer Schutz als bei klassischen Designrechten. Während Designschutz nach spätestens 25 Jahren endet, kann das Urheberrecht bis 70 Jahre nach dem Tod des Designers bestehen. Für Fender ist das Urteil ein wichtiger Schritt beim Schutz eines der bekanntesten Gitarrendesigns weltweit.
Verkauf von Kopien in der EU kann untersagt werden
Der konkrete Rechtsstreit richtete sich gegen den chinesischen Hersteller Yiwu Philharmonic Musical Instruments Co., dessen Gitarren über AliExpress auch an Kunden in Deutschland verkauft wurden. Das Gericht stellte fest, dass bereits das Angebot solcher Produkte auf dem europäischen Markt rechtliche Konsequenzen haben kann, auch wenn Hersteller oder Händler außerhalb der EU sitzen. Dem Unternehmen wurde untersagt, Gitarren mit der berühmten Korpusform der Fender Stratocaster in Deutschland oder anderen EU-Ländern zu verkaufen. Das Urteil hat zusätzlich Gewicht, weil das Landgericht Düsseldorf als eines der wichtigsten Gerichte Europas im Bereich des geistigen Eigentums gilt. Entscheidungen aus Düsseldorf werden beispielsweise oft in späteren Verfahren als Orientierung herangezogen.
Welche Folgen könnte das Urteil haben?
Die Fender Stratocaster wurde 1954 vorgestellt und gehört bis heute zu den bekanntesten Instrumentendesigns der Musikgeschichte. Generationen von Musikern haben das Modell gespielt und damit den Klang moderner Rock-, Blues- und Popmusik geprägt. Die große Bekanntheit der Fender Stratocaster hat allerdings auch dazu geführt, dass viele Hersteller Gitarren mit einer ähnlichen Form anbieten. Solche Instrumente werden häufig als Strat-Style-Modelle bezeichnet und sind vor allem im Einsteigerbereich verbreitet. Das Urteil aus Düsseldorfer richtet sich aber vor allem gegen Instrumente, die dem Original sehr stark ähneln. Hersteller, die allerdings eigene Varianten entwickeln und sich sichtbar vom klassischen Korpus unterscheiden, könnten weiterhin vergleichbare Gitarren anbieten.







































Was bedeutet das jetzt in der Praxis? Bisher achten ja die Meisten darauf, dass die Kopfplatte anders aussieht. Aber der Korpus würde ja schon fast jedem kopiert. Das könnte ja der Beginn von zahllosen Rechtsstreitigkeiten sein – und nicht mal zu Unrecht.
@dr noetigenfallz Die Zukunft dürfte mehr „Designvariationen“ bringen, so wie diese schon vorhandenen:
https://www.thomann.de/de/ibanez_jemjr_wh.htm
https://www.thomann.de/de/yamaha_pacifica_311h_vw.htm
https://www.thomann.de/de/music_man_stingray_ii_cory_wong_deluxe.htm
https://www.thomann.de/de/prs_fiore_hh_satin_sunflower.htm
@dr noetigenfallz Genau, das verstehe ich auch nicht. Was ist mit HB, J&D etc.? Für mich sehen die Bodys wie von Fender aus. Warum hat Fender nicht gegen die geklagt? Oder zahlen Sie Lizenz-Gebühren, wie Warmoth (und vielleicht auch MJT)?