Sind 50 Stunden Musikmachen das neue Statement?

Fred Again im August 2025 live im Crystal Palace Bowl in London (Quelle: Raph_PH, CC BY 4.0 via Wikimedia Commons)
Fred Again und LATIN MAFIA haben für ihr gemeinsames Mixtape „9 months & 50 hours“ einen eher ungewöhnlichen Weg gewählt, denn statt einfach nur die fertigen Songs zu veröffentlichen, ließen sich die Musiker mehrere Tage lang bei der Arbeit beobachten. Knapp 50 Stunden lang konnten Fans im Livestream verfolgen, wie Ideen entstanden, verändert und auch wieder verworfen wurden. In der aktuellen Zeit, in der KI komplette Songs innerhalb kürzester Zeit erzeugen kann, zeigt das Projekt die Bereiche der Musikproduktion, die man sonst nicht mitbekommt.
Fred Again und LATIN MAFIA arbeiten vor laufender Kamera
Für die letzten Arbeiten am Mixtape zogen der Brite Fred Again und das mexikanische Trio LATIN MAFIA Ende Juli in den Kulturort LagoAlgo im Bosque de Chapultepec in Mexiko Stadt. Am 28. Juli begann von dort aus ein mehrtägiger Livestream, der so lange laufen sollte, bis das Mixtape fertig war.
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Die Zuschauer konnten dabei live miterleben, wie neue Parts aufgenommen, Ideen ausprobiert und Songs immer wieder verändert wurden. Auch die Reaktionen aus den Kommentaren spielten teilweise eine Rolle. Am Ende standen die Musiker gemeinsam auf der Bühne und kurz darauf erschien das fertige Mixtape „9 months & 50 hours“ mit 14 Songs und einer Spielzeit von 46 Minuten.
Ein Gegenpol zu KI-generierter Musik?
Interessant ist das Projekt vor allem mit Blick auf die aktuelle Diskussion um KI-Musik, denn während sich komplette Songs innerhalb kurzer Zeit automatisch erzeugen lassen, zeigen Fred Again und LATIN MAFIA genau den Teil, der sonst eher im Hintergrund bleibt, wie beispielsweise spontane Einfälle, Diskussionen und auch Fehlversuche. Als ausdrücklicher Protest gegen KI-Musik wurde das Projekt allerdings nicht bezeichnet.
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„9 months & 50 hours“ macht die Entstehung zum Teil des Projekts
Musikalisch bewegt sich das Mixtape zwischen elektronischer Musik, Garage, Ambient, Pop und lateinamerikanischen Einflüssen. Hinzu kommen neue Versionen bereits bekannter Songs. Das Besondere an „9 months & 50 hours“ ist also nicht nur die Musik selbst, sondern vor allem auch der Weg dorthin. Gerade mit Blick auf die wachsende Menge an KI-generierter Musik könnte dieser Gedanke in Zukunft noch wichtiger werden.

































Gähn. 50 Stunden für Social Media geklöppelt und trotzdem immer noch kein einziges Stück Musik gemacht, das irgendwen interessiert. Also jedenfalls nicht über die übliche Internet und Radio-Halbwertszeit hinaus. 🤷♂️
@Everpure ich bin beeindruckt, dass du eine umfrage unter 7-8 milliarden musikhörenden gemacht hast. oder wie bist du sonst zu dieser aussage gekommen?
@dflt Ganz einfach: ich bin arrogant genug, um die Produktionen von FA richtig doof zu finden und das auf alle Menschen, die nichts mit Wegwerf-EDM zu tun haben wollen, zu projizieren.
@Everpure jeder darf doof (oder gut), finden, was er oder sie möchte, aber die arroganz würde ich bei dem, was du auf deinem youtube-kanal präsentierst ggf. etwas runterfahren. oder meinst du, FA nimmt dir auch nur einen hörer weg? was soll also der groll?
@dflt Gar kein Groll. Du liest da viel zu viel in anderer Leute Kommentare. 😂
@dflt Und das mit der Arroganz kannst du ganz beruhigt mir überlassen.
sorry kann auch nicht da bei sache bleiben.
keine structure oder ich verstehe das nicht.egal!🙂
naja, für Musiker vielleicht nicht so spannend, aber wenn der eine oder andere Zuseher/Hörer plötzlich erkennt, dass Musikmachen durchaus Arbeit ist (sowie z.B. auch die Probearbeit im Theater, die weitgehend unsichtbar bleibt), dann ist das doch auch nicht schlecht.
@manomym Aber braucht man dazu 50 Stunden live stream?
@Everpure Das Business muss laufen aka im Gespräch bleiben. Tut keinem weh, muss man ja nich anklicken.
Finde ich als Musiker sehr spannend. Erinnert mich auch ein bischen an die »Leoniden«, die ihren Song »I Still Feel« immer wieder und wieder gespielt haben (Amazona berichtete hier), bis sie gleichzeitig ein übergroßes Holz-Vorhängeschloss zerhackt haben. Das hat ca. 3 Stunden gedauert und ich habe mir die vollen 3 Stunden am Stück (mit kleinen Unterbrechungen) gegeben … seitdem bin ich Fan von den Kielern. 😀