Neue Funkfrequenzen-Regeln sorgen für Unruhe
Im Rahmen einer neuen Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur für Funkmikrofone und In-Ear-Monitoring ist das Thema Funkfrequenzen wieder sehr präsent geworden. Betroffen davon sind vor allem professionelle Anwender, die im UHF-Bereich arbeiten, also beispielsweise Konzertproduktionen, Theater, Festivals und TV-Shows. Funkmikrofone und In-Ear-Systeme bleiben zwar weiterhin nutzbar, für Diskussionen sorgt allerdings ein Hinweis zum Bereich 470 bis 608 MHz. Dort kann es laut der neuen Regelung in einzelnen TV-Kanälen zu örtlich und zeitlich begrenzten Einschränkungen kommen, wenn andere primäre Frequenznutzungen Vorrang haben. Genau diese Formulierung löst aktuell Unsicherheiten bei vielen Technikern aus, weil sie die Planung bei größeren Produktionen schwieriger machen kann.
Warum die Funkfrequenzen 470 bis 608 MHz wichtig sind
Der UHF-Bereich ist für die Live-Branche seit Jahren ein wichtiger Arbeitsbereich, denn hier laufen viele Funkmikrofone, Bodypacks, Gitarrensysteme und In-Ear-Monitoring-Strecken. Je größer eine Produktion wird, desto mehr freie und störungsarme Kanäle werden gebraucht und gerade bei Festivals, Tourneen oder großen TV-Produktionen kommen schnell viele Funkstrecken gleichzeitig zusammen. Bisher ließ sich dieser Bereich in vielen Fällen gut vorbereiten, denn Rundfunksender sind lokal bekannt und senden dauerhaft auf einem jeweils festen Kanal. Wenn jetzt aber weitere vorrangige Nutzer hinzukommen, ohne dass die Branche genau weiß, wann und wo sie aktiv sind, wird es komplizierter. Ein Frequenzplan, der üblicherweise vor einer Veranstaltung erstellt wurde, könnte dann vor Ort plötzlich nicht mehr vollständig aufgehen.
Kritik von APWPT und Live-Branche
Der Branchenverband APWPT (Association of Professional Wireless Production Technologies) kritisiert vor allem, dass nicht offen benannt wird, welche anderen primären Nutzer gemeint sind. Für Veranstaltungstechniker ist diese Information wichtig, denn mit bekannten Rundfunkkanälen kann man planen, mit unbekannten oder kurzfristig auftretenden Nutzungen wird es allerdings deutlich schwieriger. Die Sorge dreht sich also Verlässlichkeit. Wenn einzelne Kanäle kurzfristig ausfallen, müssen Techniker ausweichen, Ersatzfrequenzen finden oder zusätzliche Technik bereithalten. Das kostet Zeit, Geld und gerade im Live-Stress auch Nerven.
Auswirkungen der Funkfrequenzen-Änderungen
Für Bands, Clubs und kleinere Produktionen ändert sich aktuell nicht alles auf einmal, denn drahtlose Mikrofone und In-Ear-Systeme dürfen weiter genutzt werden. Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick auf die eigenen Geräte. Systeme mit einem sehr engem Frequenzbereich könnten in Zukunft schneller an Grenzen stoßen. Wer neue Funk-Geräte kauft, sollte deshalb auf möglichst flexible und große Funk-Bereiche achten. Bei größeren Produktionen wird die Frequenzplanung wohl noch wichtiger. Dazu gehören beispielsweise frühe Vorbereitungen, aktuelle Messungen am Veranstaltungsort, Reservekanäle und bei Bedarf die Abstimmung mit der Bundesnetzagentur.
































