Gucci drehte Doku über Detroit-Techno

16. August 2019

Gucci dreht eine Dokumentation über Techno!

Gucci macht nicht nur in Mode – sondern nun auch eine Techno-Doku

Das Modehaus Gucci kann vieles: Schuhe, Taschen, Abendroben und Techno. Ja, richtig gelesen, seit August zählt auch ein Kurzfilm über die Ursprünge des Detroit Technos zu seinem Repertoire.

„Black to Techno“ nennt sich der Ausflug des Modehauses in die Gefilde der elektronischen Musik, das in Zusammenarbeit mit der Kunstzeitschrift Frieze entstanden ist.

Regie und Drehbuch übernahm die Filmemacherin Jenn Nkiru. Die Newcomerin war bereits bei mehreren Indie-Musikvideo-Produktionen künstlerische Leiterin.

In dem 20- minütigen Film geht es um die Ursprünge und Hintergründe der Musikrichtung Techno. Dabei wechseln sich historische Filmaufnahmen mit Bildern aus der Stadt, aufgezeichneten TV-Sequenzen und eigens produzierten Szenen ab.

So liegt über dem dokumentarischen Material von dunkelhäutigen Arbeitern in einer Automobilfabrik, eine Stimme die über die „Architektur des Technos“ philosophiert. Sowohl Voiceover als auch schnelle Cuts der Bildsequenzen und wechselnde Technobeats geben dem Film eine starke künstlerische Note. Wegen dieser fällt es teilweise schwer, der eigentlichen Handlung neben den Farben, Geräuschen und Eindrücken zu folgen. Den Gegensatz dazu bilden die klassischen Monologe, in denen die Protagonisten in Richtung Kamera sprechen.

Szene aus der Gucci-Techno-Doku

Dennoch ist wohl zweifelhaft, ob „Black to Techno“ eine Dokumentation über diese Musikrichtung ist – wie der Film mehrfach im Internet genannt wird. Vielmehr ist dieser Kurzfilm als Kunstprojekt zu sehen, von einer Marke die genau für das steht: Kunst, in Form von Mode.

Weiter liegt ein Schwerpunkt der Inhalte und visuellen Gestaltung auf der Stadt Detroit – der Geburtsstadt des Technos. Für alle, die in der Geschichte der Musikrichtung etwas eingerostet sind: die 60er und 70er Jahre waren eben der Grund, dass sich eine revolutionäre Mentalität in Form der Detroiter Rassenunruhen ergab. Diese waren der Nährboden für die musikalische Entwicklung des Techno, was auch der Kunstfilm thematisiert.

Auch Underground Resistance, das berühmte Technolabel um Mike Banks und den „Wizard“ Jeff Mills wird beleuchtet – einer der wichtigsten Namen in der Geschichte des Technos. Grundwissen für jeden Technofan und jetzt wohl auch für das italienische Modehaus.

Schließlich endet der Film mit den Worten: „Niemand hat gesagt, dass das Kunst sein könnte. Vielmehr wird alles Maschinelle immer als das Gegenteil bezeichnet.“

Dennoch hat Jenn Nkiru es geschafft, ästhetische Einblicke in die Ursprungsstadt des Techno zu liefern und das obendrein unter Zuhilfenahme von Kamera, Audiogerät und PC.

Forum
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    crispbrown  

    Da versucht sich Gucci allerdings in einem neuen, bisher für sie verpönten (technoiden), Umfeld zu profilieren – jetzt wo sie die Stammkäuferschaft mit dem kurzlebigen und arg plakativen Style verprellt haben. Mir soll’s recht sein, wenn ein schönes Dokument über Technomusik mehr dabei rausspringt.

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