27. Februar 2019

IK Multimedia Syntronik Synth-Software-Library

Syntronik gibt´s ja diese Tage zum 69 EUR Haurauspreis… wenn man ggf. genau rechnet mit seinen Jampoints wandert die Lizenz für unter 50 EUR auf den Rechner – war für mich nun zumindest mal Anlaß genug,  jetzt mal selbst zu testen – Der Amazona Testbericht sowie auch andere Magazine waren ja recht vielversprechend. Jedoch nach 1-2 Stunden Spielfreude kam die grosse Ernüchterung mit dem Fazit, dass mir das dieses Ding noch nicht mal das jetzt ausgerufene Taschengeld wert ist.

Warum?

1. Keine Midi Remote / Smart Controls bei Logic möglich (achjewasolldasdenn?)
2. Einige Reglerbewegungen sind nicht in Echtzeit möglich (z.B. OSC Tuning, stöhn)
3. Über 60 Tonen Samples auf wertvollem SSD Speicher bei 10% Nutzungswert (uff!)

Allein die beiden erst genannten Einschränkungen machen so eine VA für mich obsolet, da Analog-Synthese nun mal vom Schrauben in Echtzeit lebt, damit mein ich nicht nur die Filter. Da kann das Preset noch so beeindruckend tönen (was es aber auch sowie nicht tut, Stichwort Prophet oder Moog: wir kennen alle U-he und Synapse Legend, gell?).

Dass sich das verstimmen des OSC erst nach jedem weiteren Tastendruck bemerkbar macht ist also ein Witz, die umständliche Midi Implementierung bzw. das Ignorieren von Logic Pro´s Smart Controls sogar schon fast frech.

Weiter spielen mochte ich dann nicht mehr, Deinstallierungsprozess gestartet und Schwamm drüber.

Das solche Mängel in keinem einzigen Testbericht zu finden waren gibt doch zu denken. Jedenfalls hat Syntronik für mich bestenfalls musikgeschichtlichen Museumscharakter mit zugegebenermaßen interessanten Exponaten. Aber wenn da von IKM nicht noch ein sinnvolles Update zum erhöhten Nutzwert für Produzenten und Komponisten kommt, werden wir in Zukunft wohl noch viele Syntronik Super Special Price Aktionen im Spam-Ordner finden – das spricht dann auch preislich aber auch die richtige Zielgruppe an ;o)

Nein danke, IKM, das war diesmal leider nix…

Fazit
Tolles Museumsstück - ein Vergleich zu wirklich spielbaren Platzhirschen wie U-He oder dem direkten Konkurrenzprodukt, der Arturia V-Collection hält es aber meines Erachtens keinesfalls stand.

Plus

  • Ein paar interessante Presets
  • Musikgeschichtlicher Wert

Minus

  • Keine Unterstützung von Midi Learn in Logic bzw den Smart Controls
  • OSC Stimmung nicht in Echtzeit
  • Hocher Speicherbedarf bei geringem Nutzwert im Studioaltag
Forum
  1. Profilbild
    beejay  

    Ich stimme zu, als Ersatz für vollwertige Soft-Synths ist Syntronik nicht geeignet.
    Es hat allerdings mMn. seine Daseinsberechtigung für 2 Einsatzgebiete:

    1) Die Sounds von exotischeren Synths wie zB dem Andromeda, dem PPG Wave oder dem SY99

    2) Live. Auch wenn man natürlich die Parameter nicht in Echtzeit schrauben kann, so erhält man doch eine ganze Palette druckvoller Sounds die nicht all zu viel CPU benötigen. Wenn man also sowieso keine Hand und keinen Fuß frei hat bietet sich heir eine Lösung an, die deutlich „analoger“ klingt als jetzt einfach einen 0815 Sound aus Mainstage zu verwenden und trotzdem durch geringeren Ressourcen-Verbrauch komplexere Layer und Splits zulässt.

    Was gleichzeitig Fluch und Segen ist, ist dass man sämtliche Instrumente einzeln installieren kann und leider auch muss. Damit lässt sich einiges an SSD Speicher einsparen indem man zB die Synths weglässt, die man schon anderwertig abgedeckt hat (üblicherweise Mini, Prophet,…)

  2. Profilbild
    Aldesacht  

    Sicher? Stichwort Arturia – AnalogLab bietet das doch alles auch ohne Midi-Einschrängungen, mit echter VA Synthese und sogar bei Bedarf mit maßgeschneidertem Controller dazu.

    Ich bleib dabei: Unverständnis über das Produkt, die übertriebenen positiven Testberichte sowie die normale Preisgestaltung, wobei die Produkte von IK inzwischen eh überteuert sind, leider sogar mit traurig bescheidenen Updatepreisen für bestehende Lizenznehmer

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      beejay  

      Kommt halt wie gesagt darauf an was man sich erwartet. Für mehr als 50€ hätte ich hier wohl nicht zugeschlagen, aber mit dem Aktionspreis geht nicht viel daneben für ein paar nette Samples. Die integrierten Filter klingen nicht besonders, aber hier habe ich das zB so gelöst, dass ich Syntronik direkt in Reaktor und den Monark-Filter geroutet habe. Gemeinsam mit den gesampelten Memory-Oszillatoren klingt das dann recht ordentlich.

      Interessant klingen auch die Demos vom Korg Mono/Poly, aber dafür werde ich eher keine 50€ hinlegen…

      Arturia ist halt auch so eine Hit-and-miss Sache. Manche von den Synths sind ihnen gut gelungen, andere wiederum verwende ich so gut wie nie. Auch hier sind für mich eher die Exoten von Interesse, für Mini, Prophet, Jupiter & Co werden U-He und Monark verwendet.

      Live kann man halt schwer 5 Instanzen von Repro 5 auf dem Macbook laufen lassen, an diesen Stellen werde ich jetzt mal sehen wie weit ich mit Syntronik für die Neben-Sounds komme.

      Wie IK das Produkt vermarktet hat ist wieder eine andere Sache. Ich zumindest wusste was ich zu erwarten habe. Wenn jemand glaubt er bekommt hier eine Art Diva oder Omnisphere dann wird er wohl enttäuscht sein.

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        Aldesacht  

        Ja… das bringt´s wohl auf den Punkt – hab zuviel erwartet :o), vor allem wg. dem Test bei PA.
        By the Way: Das Memory-V Syntronik Pack gibts grad for free bei audioplugin.deals, kann ja dann doch reizvoll sein für den ein oder anderen ;o)

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          beejay  

          Ich finde deine User-Story im Übrigen sehr hilfreich um genau diese zu hohen Erwartungen zu verhindern.

          Mein Live use-case geht auch nicht so ganz auf, weil Syntronik zwar CPU-technisch sparsam ist, beim RAM allerdings bis zu 2GB pro Instanz belegt. Haben die noch nie was von Sample-Streaming gehört?

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          mariemusic  

          Nach deinem Tip wollte ich den Memory-V auf den Rechner holen. Bei audioplugin.deals registriert, das kostenlose VSTi auch gefunden, der weiteren Anleitung gefolgt etc. E-Mail erhalten mit dem Downloadlink, dann aber auf der IK Multimedia Seite gab es den Memory-V dann gar nicht zum kostenlosen Download. Ich vermute, hier werden lediglich User-Daten gesammelt.

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            Aldesacht  

            Hi, einfach die richtige Reihenfolge einhalten: Du müsstest von Audioplugindeals eine Seriennummer bekommen haben. Dann den IK Multimedia Authorisationsmanager öffnen (ggf. vorher bei IK herunterladen), diese Seriennummer eintippen – dann bekommst den Downloadlink angezeigt.,

            Das hat hier auch geklappt, sogar mit meiner Adresse in Entenhausen ;o)

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    dr noetigenfallz  

    Ich habe die App hier bei amazona.de vor ein paar Monaten gewonnen. Danke nochmal :-)
    Ich finde das ganze System furchtbar statisch. Man lädt einen Sound (bzw. Samples) und das kann man dann schon irgendwie verändern, aber es ist eben immer noch genau dieser gesampelte Sound. Das Sounddesign mit einem virtuell-analogen ist um Klassen besser.

    Diese Sample-Geschichte mag bei Pianos oder Streichern gut funktionieren – da erwartet man einfach einen schönen Klang. Aber der Spaß bei Synthies fängt ja erst an, wenn man überall an den Knöpfen dreht. Und das ist hier nur sehr eingeschränkt machbar.

    • Profilbild
      Aldesacht  

      Naja… also trotz meiner Bewertung „Ungenügend“, was ich Syntronik aber vor allem wegen den oben genannten unnötigen Einschränkungen verpasse, muss man dem Tool aber auch eine teilweise 1A Soundqualität zugestehen. Dass der Klang statisch wirkt und sich nur eingeschränkt verbiegen lässt liegt möglicherweise eher an der nicht ganz zu Ende gedachten Entwicklung als an der Produktart Sampler und könnte von IK Multimedia eigentlich per Update leicht nachgereicht werden.

      Dass es anders geht und auch Sample basierte Analogsounds richtig Spass machen können hat schon z.B. Apple Logic mit den Analog JamPack Librarys für den EXS24 bewiesen. Noch weiter zurückgeblickt ist mir auch die Analog Synth Collection für den K2000 von Kurzweil gut in Erinnerung, auch von E-MU gabs Überzeugendes. Von daher verstehe ich die Einschränkung Syntronik nicht, es wäre technisch kein Problem die Sounds komplett zu gestalten und zu verbiegen – natürlich nicht in dem Maße wie bei VA, aber immerhin schon erheblich lebendiger als es im Moment der Fall ist.

      Also IKM, macht euch an die Arbeit und bessert nach. Liefert vielleicht auch ein paar exotische Module, welche sonst nirgends zu finden sind, dann wird das Syntronik Museum vielleicht doch noch ein interessanter Ansatz mit Schnellzugriff auf analoge Originale :o)

  4. Profilbild
    cosmolab  

    Hello – und danke für die deutlichen Worte!
    Ich hab mir das vor einiger Zeit auch als „Impulskauf“ geholt – leider noch deutlich teurer.
    Aber ich bin genauso enttäuscht. Eigentlich geht´s ja schon mit den User Interface los, das eine Menge anders macht als man erwarten würde, aber nichts besser (wie ich finde).
    Und am Anfang dachte ich tatsächlich noch, ich bin einfach zu blöd das zu bedienen oder es ist da was mit meinem Rechner (wegen der Aussetzer). Insofern ist es jetzt ein gewisser Trost, dass es mir nicht als einzigem so ging… ;-)

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