Der Korg-Sounddesigner Jack Hotop ist verstorben
Der US-amerikanische Musiker und Sounddesigner Jack Hotop ist am 22. Mai im Alter von 71 Jahren verstorben. In der Keyboard- und Synthesizer-Szene war er vor allem mit der Firma Korg verbunden, bei der er über vier Jahrzehnte lang für den Klang zahlreicher Instrumente mitverantwortlich war. Viele Musiker dürften deshalb seine Arbeit kennen, auch wenn ihnen sein Name nicht sofort geläufig ist. Jack Hotop gehörte zu den Menschen, die aus technischen Möglichkeiten musikalische Werkzeuge machten und entwickelte Sounds, die sich im Studio und auf der Bühne bewährt haben.
Jack Hotops Korg-Klang
Jack Hotop kam 1983 zu Korg USA und war dort viele Jahre als Senior Voicing Manager tätig. Er arbeitete an einer langen Reihe bekannter Instrumente mit, beispielsweise am Poly 800, DW 8000, DSS 1, M1, Wavestation, 01/W, Trinity, Triton, OASYS, M3, M50 und Kronos. Besonders eng verbunden bleibt sein Name mit der Korg M1, die als Workstation Ende der 1980er Jahre zu einem der wichtigsten Keyboards ihrer Zeit wurde. Jack Hotop war einer derjenigen, die den technischen Möglichkeiten der Korg M1 einen musikalischen Charakter gaben.
Korg M1, Wavestation und die Arbeit am Preset
Seine Arbeit bestand nicht einfach darin, einzelne Klänge zu programmieren. Gute Werks-Presets müssen sofort zugänglich sein, sich gut spielen lassen und in einem musikalischen Zusammenhang funktionieren. Genau darin lag die Stärke von Jack Hotop: Bei Instrumenten wie der Korg M1, der Korg Wavestation oder später dem Triton ging es um mehr als um Speicherplätze voller Presets, sondern vielmehr um Sounds, die musikalische Ideen auslösen konnten. Praktisch war vor allem, dass er dabei die Sicht eines aktiven Keyboarders einbrachte und nicht nur die Entwickler-Perspektive besaß.
Das Korg-Urgestein
Als Musiker spielte er unter anderem mit The Drifters, Gloria Gaynor, Silver Convention, Rat Race Choir, The John Entwistle Band, Leslie West und der Robin Zander Band. Diese Bühnenerfahrung war vermutlich ein wichtiger Grund dafür, dass viele seiner Sounds praxisnah wirkten. Auch auf Messen wie beispielsweise der NAMM war Jack Hotop über viele Jahre präsent und führte Korg-Instrumente vor. In Kürze folgt auf AMAZONA.de ein ausführliches Porträt zu ihm und seinem Leben.



































, Ruhe in Frieden. Jack Hotop hatte mir mal erzählt wie er zu Korg gekommen ist, er hatte sich die Arbeit gemacht seinen PolySix so zu modden und zu programmieren, dass der ungewohnte und nie erreichte Klänge liefern konnte. Bei einem anschliessenden Telefonat mit Paul Tourino und anschliessender Demo wurde er vom Fleck weg von Korg engagiert. Seinen Beitrag zur M1 und seine arbeiten zu MIDI sind Legende. 🖖
@TobyB ich folge Drew Schlesinger!
auch eine Legende, er war aber neben Korg auch für Roland, Alesis … tätig!
spannend wenn man merkt, wieviele bekannte Presets von einigen wenigen Menschen gemacht wurden.
R.I.P.
Die Sounds vom M1 gehören zu meinen Lieblings Rave-Sounds.
@ollo Eine originale »M1« steht hier neben mir. Ich kann das Orgel-Preset und das drahtige Klavier allerdings nicht mehr hören. Echt, es geht nicht mehr. Diese beiden Sounds sind für mich einfach zu ausgelutscht. Alle anderen Presets im Prinzip auch. Aber ich erinnere mich gerne daran, dass die M1 auch ein Synthesizer ist. Jedenfalls wird mich meine M1 nicht mehr verlassen. 🙂
@Flowwater Och, wo ein Wille – da ein Weg. Dieses Universe könnte ich mir gut in einem Ambient etc. vorstellen und die Houseklänge werden immer noch gerne verwendet. Mein Tipp an alle, die keine M1 besitzen. In jeder DAW und in nahezu jedem Bundle befinden sich diese Klänge. Einfach mal durchstöbern. Ich komme immer wieder zufällig darauf, weil diese einen anderen Namen haben als die originalen Presets bzw. Samples. Mir sagt der Designer zwar nichts, aber möge er in Frieden ruhen. Presetgestalter wäre irgendwie genau mein Ding!
Die Arbeit der Preset-Designer ist wichtiger als die eines jeden Marketing-Mitarbeiters. Die Presets sind das erste, was ein potentieller Käufer hört, wenn er das erste Mal ans Instrument tritt. Ein Instrument mit schlechten Presets wird sich deutlich schlechter verkaufen als ein Instrument, das sofort durch tolle Sounds besticht.
Dabei erfüllen Presets immer eine Doppelfunktion:
– sie sollen sofort Assoziationen wecken und zum Spielen einladen
– sie sollen zeigen, was das Keyboard zu leisten vermag
Leider legen viele Hersteller mehr Wert auf den zweiten Punkt als auf den ersten und dann drückt man eine Taste und das Instrument feuert eine ganze Klangwelt ab, die sich aber nicht wirklich sinnvoll einsetzen lässt.
Das war früher anders. Presets waren auf Spielbarkeit angelegt und konnten direkt auf der Bühne eingesetzt werden. Ich erinnere mich hier gerne an Instrumente wie Roland D-50, Roland D-110, Ensoniq VFX, Ensoniq TS-10, Kawai K1, Korg M1, Yamaha DX-7, Roland Jupiter-50/Jupiter-80, um nur einige Instrumente zu nennen.
Für mich ist das auch einer der größten Vorteile von Arrangeur Keyboards wie Yamaha Tyros oder Genos: Sofort spielbare Sounds. Bei aktuellen digitalen Synthesizern/Workstations vermisse ich das. Die Sounds von meinem Jupiter-80 sind viel praxisnäher als die meines Roland Fantom 7.
Hotop war selbst Live-Musiker, er wusste das und hat das entsprechend bei der Programmierung berücksichtigt.
@Markus Galla ( 👏 Beifall klatsch 👏 )
Was wäre wohl aus der »M1« geworden, wenn der allererste Sound nach dem Einschalten nicht »Universe« gewesen wäre? Den Sound kann man kaum irgendwo sinnvoll in der eigenen Musik einsetzen (heute schon zweimal nicht) … aber einschalten, einen Akkord gedrückt und man ist weg geflogen. 😘