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12. November 2018

Jomox XBase09 – Nach wie vor ein super Drummie!

Nachdem ich vor einigen Jahren die XBase999 gekauft hatte, wurde die 09 nicht mehr wirklich viel eingesetzt… Letzte Woche stand ein eventueller Tausch gegen einen Korg EX800 mit Hawk-Board (von mir für einen Bekannten modifiziert) an und ich kramte die XBase09 zum Testen hervor.

Nach jahrelangem Nichtgebrauch musste ich nun feststellen, dass wohl die Pufferbatterie des Speichers leer ist. Als Bastler hat man ja bekanntermaßen immer ein paar Sockel und CR2032 im Haus – also war der Tausch der Batterie schnell erledigt….

Danach hab ich sie komplett zurückgesetzt und bin nun dabei neue Pattern zu „Programmieren“.
Das Kistchen macht immer noch extrem viel Spaß und ich persönlich komme mit keinem anderen Drummie schneller zu fertigen groovenden Drumloops.
Sie mag recht limitiert sein, was die Anzahl der Instrumente angeht – aber ich denke genau dieser Umstand lässt einen sehr schnell sehr brauchbare Loops bauen.

Klanglich kann sie absolut überzeugen. Von sehr soften langen Kicks bis zur „Schranzkick“, die Dir den Magen aus dem Bauch drückt ist da alles möglich. Die Snaredrum lässt sich sowohl zur tiefen Tom, zur Cowbell, bis hin zum Rim Shot verbiegen. Die Hihat-Spuren geben nicht ganz so viel Spielraum her, da man hier lediglich die Tonhöhe und das Decay einstellen kann – aber selbst das führt, je nach genutztem Sample, zu „spannenden“ Ergebnissen. Immerhin hat man 2 Decays – eins für das Open HiHat und eins fürs Closed HiHat. Ausserdem können die HiHat-Samples (ausser Clap und Ride) auch rückwärts abgespielt werden!

Natürlich lassen sich durch die Accent-Spuren bestimmte Steps je Instrument akzentuieren.

Die XBase09 bietet 3 Modi:

  • Perform Mode
  • Pattern Mode
  • Song Mode

Im Perform Mode werden die gespeicherten Drumkits verwaltet, Patterns programmiert und abgespielt. Im Gegensatz zum Pattern Mode werden hier aber keine Parameteränderungen aufgezeichnet und abgespielt. Es gibt 4 Bänke mit jeweils 16 eintaktigen Pattern. Die Patternlänge kann von einem bis zu 255 Steps betragen.

Wenn man beispielsweise den Last Step auf 32 stellt, spielt die Xbase zwei nebeneinander liegende 16-Step-Pattern ab. Stellt man das erste, dritte, fünte, siebte, usw. Pattern einer Bank auf Last-Step 32, so hat man in dieser Bank acht 2-taktige 16-Step-Pattern zur Verfügung.

Über die Last Step-Funktion lassen sich fast alle musikalischen Metren erzeugen.

Die XBase09 bietet insgesamt 200 Speicherplätze für Drumkits, aufgeteilt in 2 Bänke. Die erste Bank (r00 – r99) ist ab Werk mit verschiedenen Einstellungen belegt, kann aber bei Bedarf mit eigenen Drumkits überschrieben werden. Die zweite Bank (f00 – f99) ist der eigentliche „User-Speicher“, wo weitere 100 Drumkits Platz finden.

Die Spezialität der XBase09 liegt im Pattern Mode. Grundsätzlich dient auch dieser Mode dem Programmieren und Abspielen von Pattern, allerdings werden hier sämtliche Klangparameter auf jedem einzelnen Step abgespeichert und wiedergegeben. Dieser „Parameter-Lock“ macht die Verwaltung von Drumkits überflüssig – deshalb gibt es das im Pattern Mode auch nicht.

Die Klangverläufe können auch live aufgezeichnet werden! Ausserdem gibt es auch eine Realtime Write-Funktion, mit der sich auch die Instrumente live einspielen lassen.

Der Song Mode dient dem Speichern und Abspielen von Patternfolgen. Ein Song kann aus bis zu 100 Song-Steps bestehen. Je Step kann man die Anzahl der Wiederholungen des Steps einstellen – maximal 255 Wiederholungen pro Step. Jeder Song-Step kann sein eigenes Tempo haben. Die XBase09 bietet 10 Songspeicher.

Übrigens: Falls die Poties die Einstellung „0“ oder „127“ nicht erreichen gibt es einen Trick: beim Drehen am entsprechenden Potie die „Accent“-Taste gedrückt halten – dann klappt das ;)

Willkürliche Parametersprünge macht meine XBase09 nicht. Auch die Tasten und Poties funktionieren selbst nach einigen Jahren ausgiebigem Spielen und davon gefolgtem jahrelangem einstauben nach wie vor 1A.

Zusammen mit zBsp. einem Shruthi, einem Tubika und ein paar nachgeschalteten Effekten hat man bereits ein Klasse Live-Setup!

Fazit
Für einen (derzeitigen) Gebrauchtpreis von ~ 400 Euro bekommt man einen der besten Drummies aller Zeiten! Man sollte allerdings darauf achten, dass er nicht zu sehr abgerockt ist und alle Poties und Taster auch funktionieren - also wie immer: am besten selbst abholen und vor dem Kauf antesten!

Plus

  • Klang
  • sehr breites Klangspektrum
  • sehr leichte Bedienung
  • direkter Zugriff
  • sehr guter Sequenzer mit zusätzlich 3 monophonen Midi-Spuren für andere Instrumente
  • günstiger Gebrauchtpreis
  • nur 3 Instrumente simultan

Minus

  • nur 3 Instrumente simultan
  • bei einigen XBase09 gibt es wohl Probleme mit den Poties und Tastern
Forum
  1. Profilbild
    Emmbot  

    Danke Starkstrom für den schönen Leserartikel.

    Sind die Drumkits Samples oder Reglereinstellungen?

    • Profilbild
      Starkstrom  

      Danke fürs Lob! ….ist mein Einstand hier.

      Die Kick- und die Snaredrum kommen aus analogen Schaltungen, die HiHat-Sektion basiert auf 8-Bit Samples. Die Hüllkurven sind allesamt analog. In der HiHat-Sektion kann man auch Noise als Quelle nehmen. Der Rauschgenerator ist ebenfalls analog.
      Was man bei der XBase09 als „Drumkit“ speichert, sind lediglich die Einstellungen.

      • Profilbild
        Emmbot  

        Danke für die Erhellung. 200 Sampleset wären ja auch schön. Aber gerade Kick ist ja prädestiniert für analog.

        Ich wünsche weiterhin viel Spaß mit dem Instrument.

        • Profilbild
          Starkstrom  

          Die Snaredrum-Sektion ist ebenfalls sehr flexibel – ich bin froh, dass diese nicht auf Samples basiert.
          Wer lieber mit Samples spielt und nicht auf die Jomox Klangqualität verzichten will, sollte die XBase888/ 999 oder noch besser die AlphaBase nehmen.

          „Ich wünsche weiterhin viel Spaß mit dem Instrument.“
          Dankeschön! Den werde ich haben….

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