Kostenloses Tool enttarnt KI-Musik
Deezer hat ein kostenloses Online-Tool vorgestellt, mit dem sich Playlists auf KI-generierte Musik prüfen lassen. Praktisch daran ist, dass es nicht nur für Deezer selbst gedacht ist, sonder sich auch Playlists von anderen großen Streamingplattformen wie Spotify, Apple Music, YouTube Music und SoundCloud untersuchen lassen. Nach dem Verbinden des jeweiligen Accounts analysiert das Tool die ausgewählten Playlists und zeigt an, ob sich darin vollständig künstlich erzeugte Songs befinden. Die Nutzung ist nicht mit Kosten verbunden und es wird kein Deezer-Profil benötigt.
Mittlerweile fallen KI-generierte Songs im Alltag kaum mehr auf, denn viele Songs klingen inzwischen so nah an vertrauten Produktionen, dass man beim normalen Hören kaum merkt, woher sie stammen. Genau an dieser Stelle möchte Deezer mit der KI-Musik-Erkennung mehr Transparenz schaffen und verspricht, Songs zu erkennen, die komplett von generativen Musiksystemen erstellt wurden. Gemeint sind also keine einzelnen KI-Hilfen im Studio.
75.000 KI-Songs pro Tag
Der Streaming-Dienst Deezer spricht inzwischen von fast 75.000 vollständig KI-generierten Songs, die jeden Tag auf der Plattform angeliefert werden, was mehr als 44 Prozent aller täglichen Neuzugänge ausmacht. Deutlich wird an dieser Zahl vor allem, wie schnell sich der Musikmarkt aktuell verändert. Für Künstler, Produzenten und Labels kann das schnell zum Problem werden, denn wenn immer mehr künstlich erzeugte Songs in den Katalogen auftauchen, konkurrieren sie um Aufmerksamkeit, Playlistplätze und Streaming-Einnahmen.
Deezers Tool zur KI-Musik-Erkennung
Deezer will KI-Musik auf der eigenen Plattform zwar nicht grundsätzlich verbieten, behandelt sie aber anders als menschlich produzierte Musik. Vollständig KI-generierte Tracks sollen beispielswiese gekennzeichnet, aus Empfehlungen herausgenommen und nicht in redaktionelle Playlists aufgenommen werden.
Das neue Tool zur KI-Musik-Erkennung ist dabei nicht nur für Musiker und Musikfans interessant, sondern auch für andere Zwecke. Wer etwa Playlists für Sets, Sendungen oder redaktionelle Formate vorbereitet, bekommt hiermit ein zusätzliches Werkzeug, um die Herkunft von Songs besser einschätzen zu können. Ob solche Erkennungssysteme langfristig zuverlässig bleiben, wird sich zeigen. Klar ist aber, dass Deezer mit dem Tool ein deutliches Zeichen setzt.

































Genau so muss es sein. 100% Unterstützung. Leute, die keine Ahnung von Musik haben, setzen promptgenerierte Musik gleich mit menschengemachte Musikkunst. Das darf definitiv nicht zur Normalität werden. Dagegen muss unbedingt vorgegangen werden, durch zumindest eine Kennzeichnungspflicht. So darf es weitergehen meiner Ansicht nach.
@Filterpad Gebe dir da zu 100 Prozent Recht! Ich hab mich erst die Woche gefragt wie das sein kann, dass ein Track den ich auf Youtube gefunden habe, sich eigentlich anhört wie ein Song, welchen ich schon besitze… Also im Techhouse Bereich…
Beispiel playboy (playbeat)… ist ein KI generierter Song…
Finde diese Entwicklung mit KI nur dreckig und erschreckend.
@Filterpad Genau! Irgendwelche bürokratischen Regelungen haben schon immer die Kunst weitergebracht, insbesondere, wenn sie auf Ausgrenzung basierten.
@moinho Die Akzeptanz von KI-generierter Musik ist längst keine Frage des ‚Ob‘ mehr, sondern eine Frage des ‚Wie‘. Das Problem liegt nicht im Algorithmus, sondern in der Ehrlichkeit der Urheberschaft. Wer Musik ohne KI erschafft, betreibt Handwerk im klassischen Sinne – jeder Ton ist eine bewusste Entscheidung. Wer hingegen die KI als Werkzeug nutzt, bewegt sich eher in der Rolle eines Kurators oder Regisseurs. Entscheidend ist hierbei die Transparenz der Selbstdarstellung: Wer sich mit fremden Rechenleistungen schmückt, ohne dies offenzulegen, verzerrt den künstlerischen Wettbewerb. Die KI ist wie ein hochwertiges Fertiggericht in der Gastronomie: Es kann exzellent schmecken und hat absolut seinen Platz – aber man darf es auf der Speisekarte nicht als ‚hausgemacht‘ verkaufen. Wahre künstlerische Integrität entsteht erst dort, wo der Koch offenbart, welche Zutaten er selbst geschnitten und welche er aus der Tiefkühlung bezogen hat. Im Endeffekt geht es um Maschine vs. handgemachte Musik und das sollte zumindest erkennbar sein.
@Filterpad Auch wenn ich erst was anderes vermutete, sind wir vielleicht garnicht so weit auseinander:
Menschliche Perspektive: ich setz‘ mich hin und schreib/spiel‘ was oder ich laß‘ die KI was machen – das sind unterschiedliche Dinge. Erst bin ich der Künstler, dann der Kurator. Genauso wie wenn ich als welcher Fürst/Kaiser/wasauchimmer einem JSB ein Thema gebe und der macht was draus.
Allgemeine Perspektive: ich setz mich hin und schreib/spiel‘ was, oder die KI setzt sich (metaphorisch) hin und schreibt/spielt was. Erst bin ich der Künstler, dann ist die KI der Künstler. Kein Unterschied.
Wo ich voll bei Dir bin: die Urheberschaft soll offengelegt sein.
Wo ich nicht bei Dir bin: „KI is ein Fertiggericht und nicht hausgemacht“.
Die KI-generierte Kunst ist Kunst von einem Urheber, der einfach – anders ist. Und der (um dem Killeargument vorzubeugen) mehr oder weniger stark von „prior art“ beeinflußt ist wie alle anderen Künstler auch.
Wo ich auch nicht bei Dir bin: Kennzeichnungspflicht für eine bestimmte Gruppe von Urhebern (in Deinem Fall: KI). Sowas hatten wir schonmal hier, und das war eher schlecht für die Kunst.
Und wo ich anscheinend trotzdem komplett anderer Meinung bin: ich halte, unabhängig vom konkreten Fall, Bürokratie und Regelungen für kunstfeindlich.
@Filterpad Ums kurz zu machen, etabliere ich hiermit „moinhos Rasiermesser“:
„Wenn ich ein ehrenwertes Ziel habe, das ich nur mit Regulierung, Bürokratie und Diskriminierung erreichen kann, dann will ich das Ziel nicht erreichen“.
Irgendwie muss ich in diesem Zusammenhang an vier Worte denken, mit denen Heinz Rudolf Kunze in seinem Lied „7. Juli Vormittags“ einmal die neue deutsche Welle charakterisierte: „Die Ölpest der Tonkunst“
🙂
75000 Songs pro Tag und allein auf einer Plattform? Wow! Das bedeutet, mittlerweile kann jeder Depp mit Musik Geld verdienen. Über die Qualität dieser Machwerke hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens.
@MadMac Das da noch irgendjemand nennenswert Geld damit verdient bezweifle ich stark.
@Hallonso Gut. Aber irgendeine Motivation muss doch dahinter stecken. Aus purem Altruismus werden diese „Werke“ bestimmt nicht hochgeladen. Oder machen das die KI‘s am Ende sogar heimlich um sich nebenbei noch was dazu zu verdienen?😉
@MadMac Vielleicht machen es die Streaming-Dienste ja selbst, dann müssen sie keine Kohle ausschütten. Und um als „nett“ dazustehen machen sie ein kostenloses Tool, das ihre eigenen KI-Songs natürlich nicht als KI-generiert erkennt.
Klingt etwas sehr „böse“, aber würde in diese Welt passen…
@liquid orange Ok, also praktisch wie diverse Adblocker, die im Hintergrund mit White-Listen arbeiten von denen der User nichts weiß. Wäre gar nicht nett.
Und woran erkennt die KI, dass es sich um KI-Musik handelt?
@justcloseyoureyes , an statistischen Auffälligkeiten. Eine KI wiederkäut im Prinzip nur was es schon mal gegeben hat. Das hinterlässt im Output Spuren. Jetzt trainierst du eine KI/ML auf die Muster und Spuren und fertig. Wobei der Witz ist ein nicht Deterministisches/Probabilistisches System prüft den Output eines anderen auf Echtheit. Was eigentlich Nonsens ist.
@TobyB Danke für die Erklärung.
@TobyB Es ist nicht nur Nonsens, es ist auch komplett unzuverlässig, das zeigen ähnliche Tools im Text- und Bildbereich. Das wirklich schlimme daran ist gar nicht mal, dass KI-generiertes Material nicht immer erkannt wird, sondern dass nachweislich und (für Menschen) offensichtlich „echter“ Input als KI-generiert erkannt wird.
@og_penson , jepp. In der KI/ML sind sogenannte Datenannotationen nötig. Diese Annotationen, werden typischerweise von Clickarbeitern erledigt. Das wiederum sind sehr oft nicht reguläre Beschäftigungsverhältnisse auf unterstem Lohnlevel. Die Bezahlung erfolgt auf Basis der Leistung und Trefferquote. Nur sind 100% unrealistisch.
Ich habe gerade meine Soundcloud-Bibliothek geprüft und Deezer zeigt mit jetzt an es 3% k.I. generiert.
Gibt es noch einen Weg zu sehen welche oder war es das?
Denn nicht zu wissen was genau k.i. generiert ist bringt mir persönlich wenig.
Ich gebe @Filterpad zu 100 % Recht. So muss es sein.
KI ist industrialisiertes Raubkopieren, das von Leuten genutzt wird, die keine Phantasie und keine Ideen haben, die nichts lernen wollen, nicht trainieren wollen, sondern nur den schnellen Euro im Sinn haben. Dazu werden unglaubliche Mengen an Energie benötigt und so ganz nebenbei – für den Bau der Rechenzentren – wird auch noch weltweit die gesamte IT kaputt gemacht (weil Festplatten, SSDs und RAM immer teurer werden).
Und das alles dafür, damit pervers stinkreiche Menschen – und damit meine ich die Art von pervers stinkreichen Leuten, denen das Geld trotz mit Macht zusammen gepresster Pobacken mit Druck aus dem Hinterteil quillt – noch pervers stinkreicher werden. Was für Macht werden diese Leute wohl auf die Gesellschaft ausüben können? Und, ja klar, die Musks, Zuckerbergs, Bezos und Altmas dieser Welt haben NATÜRLICH für die Menschheit NUR Gutes im Sinn.
Weg mit dem Dreck. Ich sehne den KI-Crash herbei. Je früher desto besser.
@Flowwater
[ Nachtrag ]
https://www.youtube.com/shorts/RrWU3G1whWU
sehr complex thema.
viele dinge man beleuchten muß.
ich versuche es:
handmade vs. automatic / automatisiert.
eigene idee gedanke imagination vs. ich nehme idee weg. oder laße einfliesen paße an okay mein werk. obwohl geklaut. aber ähnlich sampling??
ki hilfe kunst oder verzerren brutal. man weiß es nicht mehr.
auch giebt es:
man hat vorwurf ja obwohl eigene idee ursprung ist .okay.Ki führt idee weiter aber läßt auf letzten meter alles einstürzen. Ki hilfe oder assistance versagt oder versaut alles.
ich mach es kurz: man kann fragen nach idee nach beweggrund und man so kann antwort erhalten offen ehrlich. okay gedanke ist naiv. aber communikation kann fragen beantworten.🙂
ich finde menuecard essen diner vergleich wertvoll…
Wir werden uns wohl mit noch so einigen Überraschungen beschäftigen, was KI-Musik anbetrifft.
Universal Music hat ja mit Spotify bereits eine Kooperation angekündigt, in der es um ein neues Premium ABO geht. Mit diesem können Abonenten sich Playlist zusammenstellen und mittels KI eigene Cover erstellen lassen.
https://www.heise.de/news/Spotify-kuendigt-KI-generierte-Remixe-und-Podcasts-an-11303483.html
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit für den Abonennten mittels KI seine eigenen Remixe von Uhrheberrechtlich geschützen Werken zu erstellen. Zunächst geht das nur mit der Zustimmung der Urheber.
Ich könnte mir vorstellen, dass bereits an den AGB`s von Morgen gefeilt wird, in denen die Zustimmung hierzu grundätzlich gegeben werden muss, wenn man als Artist Spotify nutzen möchte.
Spätestens hier wird sich zeigen, wer diese KI-Machenschaften unterstützt. Wer noch Wert auf Urheber geschützte Werke legt, wird sich dann nach einem neuen Musikdienstleister umsehen müssen.
Es wird nur besser, wenn aktiv etwas unternommen wird. Ein weltweiter Boykott von Musikern gegenüber solchen DSPs wäre schon mal ein Anfang.
Praktisch :)
Und natürlich ist nur über Prompts mit KI generierte Musik jetzt nicht so dolle.
Aber was ist z.B. mit Arrangements, die ich schon fertig habe und in die ich viel Zeit investiert habe und ich lasse mir dann mit Suno trashige Sample Orchester Sounds durch täuschend echte ersetzen? Weil ich nicht 100×5000 Euro habe um meine Songs mit echtem Orchester einspielen zu lassen und von Keyswitch Programmierung mit mäßig realistischem Ergebnis die Nase voll habe ? Nur so ein Gedanke…..
@manomym hm ja das ist faden ohne ende …