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Konzerttickets 2023: Wie kommt es zu den hohen Preisen?

Warum sind Konzerte so unglaublich teuer geworden? Warum werden so viele Konzerte abgesagt?

5. Januar 2023
Konzerttickets 2023: Wie kommt es zu den hohen Preisen?

Konzerttickets 2023: Wie kommt es zu den hohen Preisen?

Hurra, im Jahr 2022 nahm der Konzertbetrieb wieder Fahrt auf! Wer da wieder auf Tournee war! Ich konnte gar nicht alle Konzerte besuchen, die ich gerne gesehen hätte. Es waren zu viele! Vor der Pandemie erschienen mir die Preise billiger. Die billigste Karte für Bruce Springsteen kostet 249 Euro und das teuerste Ticket 822 Euro. Wäre vielleicht ganz lustig, für einen Fuffi da hinzugehen. Also suchte ich mir 4 Konzerte aus, von denen eines abgesagt wurde. Nicht nur dieses Konzert wurde abgesagt, sondern viele andere auch. Was ist auf dem Konzertmarkt los? Woher kommt die Preisentwicklung und wieso werden so viele Konzerte abgesagt? Die Arte-Dokumentation Tracks: Teure Tickets und Tourabsagen: Live-Branche in der Krise? gibt Antworten.

Eine Antwort ist, dass sich 3 Ticketanbieter den weltweiten Markt unter sich aufgeteilt haben. Laut der Dokumentation sind das Live Nation Entertainment (Ticketmaster), CTS Eventim und AEG. Diese Anbieter handeln nicht nur mit Konzerttickets, sondern ihnen gehören auch die größten und bekanntesten Veranstaltungsorte. Diese 3 Anbieter haben ein sehr effektives System entwickelt, das die Ticketpreise in die Höhe schießen lässt.

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Konzerttickets 2023: Wie kommt es zu den hohen Preisen?

Konzerte machen Spaß

Die genanten Anbieter haben von den Online-Auktionshäusern gelernt. Dort versteigerten unseriöse Händler große Mengen von Konzertkarten. Daraus entwickelte Ticketmaster Dynamic Pricing, um den Online-Händlern das Wasser abzugraben und das Maximum an den Konzertkarten zu verdienen. Wenn die Ticket-Anbieter während des Vorverkaufs merken, dass ein Konzert besonders beliebt ist, werden die Preise erhöht. Laut dem CEO von Livenation ist der Gipfel, was die Fans bereit sind zu zahlen, noch lange nicht erreicht. Er rechnet für 2023 mit zweistelligen Wachstumsraten. Wie die Dokumentation aufzeigt, liegt es an den Künstlern und Künstlerinnen, ob sie sich an dieser Preisspirale beteiligen möchten.

Gleichzeitig werden reihenweise Konzerte abgesagt. Mit dem Ende der Pandemie wollten viele Musiker wieder auf Tournee gehen und so gibt es ein Überangebot an Veranstaltungen. Dieses Überangebot führt zu einem schleppenden Vorverkauf, weil die Konzertgänger mit ihrem Geld sparsam umgehen und sich nicht jedes Ticket leisten können. So kann eine schlecht besuchte Tournee zu einer Schuldfalle werden. Die Kosten für eine Tournee sind extrem gestiegen, welche das Risiko durch einen schleppenden Vorverkauf noch erhöht. Die Musiker leiden wie die Kunden unter den weltweit gestiegenen Preisen.

Kann man sich Konzerte noch leisten?

Auf die Frage, was Konsumenten machen können, um dieses System zu durchbrechen, antwortet einer der befragten Künstler, dass man sich überlegen sollte, ob es sinnvoll ist, wirklich Hunderte von Euro für einen Top-Act zu zahlen oder ob es nicht besser wäre, von dem Geld 3 bis 4 Konzerte zu besuchen? Es gibt nicht nur die drei großen Player, sondern auch kleinere Veranstalter.

Wart ihr schon wieder auf Konzerten? Wo ist eure preisliche Schmerzgrenze?

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Forum
  1. Profilbild
    BouncyHunter

    Ich halte es mit dem alten Gassenhauer: „Support your local scene“.Lieber mehrere kleine feine Events in der näheren Umgebung besuchen als dem „Boss“ die Kohle in die Jeans zu stecken.

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    TobyB RED

    Ich bin als Privatperson bei den Preisen auch nicht bereit das Säckel aufzumachen. Auch nicht für die abgefahrenste Stadion / Arena Installation.

    Mir drängt sich dann schon die Frage auf in wie weit das mit dem Streaming zusammenhängt. Ich meine das Geschäftsmodell neues Album, Promo, Tour und Album live spielen, Album verticken so als Mischkalkulation scheint es ja nicht mehr zu geben(?) oder ist in der Klasse Stadion/Arena nicht mehr umsetzbar.

    Auf der anderen Seite des Deckels sehe ich die Produktionskosten. Erklärt aber auch nicht diesen Irsinn, bleibt für mich nur das Livenation und Co erstmal an den Share Holder Value denken.

    Bei Tears for Fears, Live in UK, hab ich schon tief Luft geholt, hat sich dann aber mit Wechselkurs Pound in € und Alison Moyet im Vorprogramm ausgeglichen. xPropadanda im Nachtleben war auch lässig. Und die Ticketpreise ok. Volbeat in FFM war dann auch schon grenzwertig, Stehplatz ab 84€, Golden Circle ab 200€. Depeche Mode im Funkhaus Berlin für umme war Super, danke an Magentamusik. Aber ob ich nächstes Jahr ins Stadion gehe, bezweifle ich. Zumindest als Privatperson.

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      Everpure AHU

      Wenn ich schon „Golden Circle“ lese, klappt mir das Messer in der Hosentasche auf. Da wird versucht, mit immer absurderen „Paketen“ aus Konzerten immer abgefahrenere „Events“ zu machen. Alter, das Konzert _ist_ das Event! (Mit „Alter“ meine ich natürlich nicht dich, TobyB :))
      Dynamic Pricing ist eine Pest. Aber es war ja nur eine Frage der Zeit, bis die Monopolisierung der Veranstalter-Unternehmen ihre hässliche, turbokapitalistische Fratze zeigt. Ich habe die Arte-Doku gesehen und fast die ganze Sendezeit über im Strahl gekotzt, wenn sie diesen Livenation-Heini gezeigt und zitiert haben. Da geht es um Profitmaximierung – und keine Sekunde um die Künstler*innen oder die Kunst.
      Aber wie schon in anderen Kommentaren geschrieben wurde (und auch in der Arte-Doku deutlich gesagt): Support your local artists! <3

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        TobyB RED

        Ich hab mit Alter kein Problem, ich bin ja zu jung für den Golden Circle :-) Ich hab ebenso ein Problem mit Dynamic Pricing. Mit Livenation eh. Das warum kann man sich ergoogeln. U2 kommen in der Story auch drin vor. Kurzum es geht um 117 Immobilien innerhalb und ausserhalb der USA. Livenation ist mit einer dicken Kriegskasse rumgezogen und hat den Künstlern dicke Schecks unter die Nase gehalten mit 10 Jahresverträgen. Damit machen die nun Kasse und ihre Hütten voll. In UK hat das bereits zu der absurden Situation geführt das Livenation über die Academy Music Group Mehrheitseigner an allen 11 britischen O2 Arenas hält. Ergebnis, viele unabhänge Venue sind wegebrochen. Sprich entweder spielst im Pub oder gar nicht. Weil die AMG über Livenation den Gatekeeper spielt. Das ist schlecht für die UK Musik weil die traditionell „Indie“ ist. Wer die Tür macht, bestimmt die Musik.

        In den USA gibts es Anzeichen, das sich das DOJ und FTC wohl noch mal mit dem Livenation Ticketmaster Merger befassen wollen. Weil hier der Verdacht der Monopolbildung besteht. Auslöser ist wohl das Taylor Swift Tour Debakel.

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          Everpure AHU

          Das nennt der Betriebswirtschaftler dann Synergie und Wertschöpfungskette. Ist ja alles schön und gut, aber wenn man nur noch zu Mondpreisen in Konzerte gehen kann, weil der Veranstalter mehr an shareholder value als an die Kunst und die Künstler*innen denkt, vergeht mir echt die Lust.
          Ich habe gerade mal geguckt wie hier bei mir in Kopenhagen, Dänemark, die Ticketpreise bei den kleineren und mittleren Venues so sind. Es gibt mittlerweile selbst bei den Konzerten mit 100-500er Publikum nichts mehr unter 300 DKK (ca. 40 EUR).
          Demnächst sind Konzerte wahrscheinlich nur noch etwas für die sogenannten Besserverdienenden…

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            TobyB RED

            Hvordan har du det? Jeg kan også tale dansk. Jeg lærte det i Roskilde. Og gennem Olsen-banden-filmene.

            Ich hoffe für Kopenhagen, das sich UK wiederholt. Für Musiker und Einwohner wäre das ein Verlust. De dumme svin.

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              Everpure AHU

              Haha, ich bin Auslandsdeutscher. Lebe seit 18 Jahren in Kopenhagen… Es ist ja generell alles teurer hier im Norden, aber im Vergleich geht die Entwicklung bei Konzerttickets hier in die gleiche Richtung wie überall sonst auch. :)

              • Profilbild
                TobyB RED

                Ich habe oben einen Satz falsch geschrieben. Ich hoffe natürlich für Kopenhagen, dass es kein Venue sterben geben wird. :)

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    Dirk Matten RED

    Kraftwerk 3D im Bonner Hofgarten am 29.8.2022, den Eintrittspreis von 65,- Euro empfand ich für das Gebotene mehr als fair. Für mich übrigens das Highlight aller bisher besuchter Konzerte, egal wo und von wem.

  4. Profilbild
    OscSync

    Das mit dem Dynamic Pricing ist interessant! Ich war bei den Preisen für Peter Gabriel dieses Frühjahr entsetzt. Hätte gerne meine Eltern dahin eingeladen, aber bei Anfangspreisen von knapp 300€, no way.
    Auf der Künstlerseite bliebe die Möglichkeit, Tickets nicht über diese Anbieter zu verkaufen, sondern zB direkt über die Bandhomepage. Die Toten Hosen praktizieren das zB und schließen auch einen Weiterverkauf über Plattformen wie Ebay aus. Der gute alte Prince hat zum Ende seiner Laufbahn auch in einem Interview erzählt, dass er die Praxis von Ticketmaster nicht unterstützen will und betont, dass zumindest auf der damaligen US-Tour ein Teil der Tickets nur 25$ kosten sollte.

    • Profilbild
      Everpure AHU

      Das Problem ist ja für die Künstler*innen, dass es eben nicht so einfach ist, mal schnell eine Ticketverkaufs-Infrastruktur über die eigene Homepage zu etablieren. Deshalb sind die Ticketmasters dieser Welt ja so groß geworden. Da gibt es so irre viel zu beachten, besonders wenn es denn in größerem Maßstab skaliert werden soll und auch eine nationale, internationale oder Welttournee abgebildet werden soll.

    • Profilbild
      Everpure AHU

      Ich glaube, die Lösung liegt eher darin, dass die „großen“ Künstler*innen den Veranstaltern Grenzen aufzeigen müssen. Taylor Swift hätte zum Beispiel gerne Dynamic Pricing beim Verkauf ihrer aktuellen Konzerte aus dem Vertrag nehmen können. Das ist die Liga, in der solche Signale gesendet werden müssten, damit TM, LN und wie sie alle heißen weniger Gelegenheit haben, ihre Raffgier auszuleben.

    • Profilbild
      TobyB RED

      Dynamic Pricing ist schlicht Profitmaximierung durch künstliche Verknappung bei Nachfragesteigerung durch Kontigentierung, Werbung etc. Sprich Livenation und Co sagen z.B bestimmte Kontingente gehen nur via Paypal raus. Andere Kontingente werden erst mal nicht verkauft, weil es neben den Early Birds auch Late Birds gibt. Es möchte mir bestimmt keiner erklären, dass vom Vorverkaufsstart bis zum tatsächlichen Konzert, die Produktionskosten um 200%-500% gestiegen sind ;-) Ich weiss zumindest wie ich Transportkosten und Gedöns rechnen muss. Zur Not könnt ich mich auch auf einen Stapler setzen und LKWs laden. Flugzeuge darf ich nicht mehr.

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    Dirk Gimler

    Bin gerade über den Artikel gestolpert und bin etwas entsetzt über die genannten Preise.
    Habe für meine Tickets Peter Gabriel Frankfurt golden circle 130 € bei ticketmaster bezahlt.

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        Dirk Gimler

        Ja, mir war aber nicht klar, dass die Preise steigen im Verlauf. Gab einen presale für Fanclubmitglieder, hier hab ich meine Tickets geholt. Im Preis ist auch noch eine Covidversicherung mit drin.

    • Profilbild
      OscSync

      War mir auch aufgefallen, dass FFM deutlich günstiger war, als ich nachgeschaut hatte. Komisch, oder? Waldbühne Berlin war auch günstiger. Köln war mehr als doppelt so teuer. Aber rapide ausverkauft, also scheint das Miximierungsmodell dennoch zu funktioneren. So lange sich Leute finden, die das zahlen, gibt es für die Anbieter keinen Grund, die Strategie zu ändern….

  6. Profilbild
    Konprog

    Meine Schmerzgrenze liegt bei 20 Euro.

    Ich werde auch keine 50 Euro für ein Konzertticket ausgeben. Bei diesen Konzertagenturen kaufe ich nichts.

  7. Profilbild
    jan1973

    Leider wird in der Arte-Doku nicht so deutlich, wie weit der Einfluss von Livenation (vor allem in den USA) tatsächlich geht.

    Denen gehören nicht nur die Ticketshops und die großen Venues, sonder auch einige der größten Künstler- und Managementagenturen sowie Merchandising und Catering Firmen sodass bei einer Tour am Ende ALLE Gewinne bei Livenation landen.

    Hier eine Liste der Beteiligungen:

    https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1335258/000119312512075895/d277780dex211.htm

    Hab ich aus diesem Video:

    https://www.youtube.com/watch?v=tSKswBQLE2Q

    Und Briefkästen in Delaware sind besonders günstig 🤑

  8. Profilbild
    MidiDino AHU

    Es ist erstaunlich, wie rasch sich die Musikbranche das eigene Wasser abgräbt, nach der scheinbar überwundenen Pandemie. Noch erstaunlicher ist allerdings, was die relevanten Pop-und Rockmusiker alles mit sich machen lassen bzw. selber forcieren – ich spreche ausdrücklich nicht von Künstlern, vielleicht wäre angemessener von Unternehmern zu reden. Mir gehen die Konzerte, von denen hier die Rede ist, schlicht am A**** vorbei.

  9. Profilbild
    Dirk Gimler

    Die Preise sind auch der Grund warum ich nicht mehr auf so viel Konzerte gehe.
    Mein erstes Konzert hat 12 DM gekostet und war Depeche Mode in der Aula der Uni Saarbrücken. Danach gab es noch viele Konzerte und immer als Schüler und Student bezahlbar. Aktuell stell ich mir oft die Frage, ob die Künstler alte reiche Säcke in der 1. Reihe sehen wollen statt begeisterbare junge Menschen, die noch etwas verrückt dabei sind.

  10. Profilbild
    Dirk Gimler

    Beim Motorsport ist es auch nicht anders. Wochenende Formel 1 mit Boxengasse (einmalig 30-45 Minuten geführt, ausserhalb des Rennbetriebes) 1000 € pro Person.
    Beim 24 h Nürburgring geht es billiger, aber auch dort ziehen die Preise an.

  11. Profilbild
    Filterpad AHU

    Jeder hat ein bestimmtes Budget zur Verfügung und es ist seine Sache, für was er dies ausgiebt. Also wenn jmd. meint, 600€ für Justin Bieber auszugeben, bitte sehr. Persönlich gehöre ich nicht zu dem Kreis auf viele Konzerte, geschweige Festivals zu gehen. Da mache ich lieber selber Musik. Aber letztes Jahr war ich seit langem wieder auf eines: Alice Merton (Pop). Sie war im fahrbaren Bereich und da zog es mich hin. 2004 bezahlte ich noch 50€ für Metallice inklusive Slipknot. Heute 40€ für Merton. Soviel zur Preissteigerung. 🙄

  12. Profilbild
    buster

    Ja die Abwägung Kohle für Konzerte rauszuhauen oder halt nicht wird immer präsenter. Ich bin nicht bereit für die „großen Acts“ nur um des Events und vielleicht meines Egos wegen hunderte von Euros rauszutun. In meinem Alter hab ich schon ab und zu einiges gesehen und für mich festgestellt, das klein fein ist. Es gibt begnadete kleine Festivals, lokale Bühnen , manchmal nur mit Platz für 50 Personen. Da spüre ich noch Vibes. Die meisten Acts habe ich vor den Konzerten noch nicht gekannt oder hab mich kurz vorher nur kurz übers Netz reingehört ob die Richtung passt. Gut die Sachen sind auch nicht mehr günstig, aber das hat ja auch seinen Grund. Zumindest gebe ich in diesem Umfeld lieber mein Geld aus.

  13. Profilbild
    Jörg Hoffmann RED

    Als ich mir Metallica Tickets holen wollte und dann für den Floor Bereich 400 Euro pro Ticket zahlen sollte, da ist bei mir auch die Sicherung rausgefallen. Klar, das ist eine Mega-Band, aber Depeche Mode dann nur für 113 Euro? So richtig mag ich das nicht verstehen.

  14. Profilbild
    vimigek

    Im Jahr 2009 habe ich bei Ticket Express in Wien 4.790,70 EUR für 2 VIP Tickets gezahlt: Barbra Streisand, erstes Konzert in Wien. Dazu kam noch die Flugreise von und nach Deutschland und das Hotel Imperial. Das Konzert und alles andere werde ich für immer in guter Erinnerung behalten. Ein besonderes Erlebnis, erste Reihe, Mitte. Insofern stimmt die Einschätzung: Es gibt noch Luft nach oben. Kann ja auch, im Fall der Streisand ist das so, zum Wohle der Künstlerin sein.

  15. Profilbild
    Codeman1965 AHU

    Die persönliche Schmerzgrenze ist ja bei Jedem anders angesetzt.

    Mein letzter relevanter Konzertbesuch hat einen Hunni gekostet, dafür habe ich knapp drei Std. Musik vom allerfeinsten bekommen.
    Für ein Ticket von Metallica oder dem Boss müsste ich (netto) so einige Tage arbeiten. Dafür, daß sich nicht mal die Band, sondern wildfremde Leute die Backen vollstopfen? Im Leben nicht…!

    Sorry, aber wenn die „Künstler“ heutzutage der Meinung sind, sie hätten gerne eine Rundumversorgung, dann ist das der falsche Weg. Ich (und ich denke mal, viele Andere hier auch) bekommen ihre Kohle nicht geschenkt.
    Warum sollte man das bei Musikern anders handhaben…?

    Schlimm genug, daß in der heutigen Zeit die gesamte Wirtschaft nach dem Credo „mal sehen, was wir Denen alles aus der Tasche ziehen können“ handeln. Vieles davon brauche ich leider.
    Metallica oder Springsteen brauche ich nicht. Die sollen sich von jemand Anderem ihr nächstes Landhaus finanzieren lassen. Mir ist das zu ekelig…

    Ich sehe es wie einige Andere hier: Support your local Nachwuchsband!!!

    • Profilbild
      vimigek

      Lese gerade eine Biographie über Vincent van Gogh. Der war auch der Ansicht, dass er eine „Rundumversorgung“ verdient. Die hat ihm sein jüngerer Bruder Theo organisiert. Dafür hat er alle Zeichnungen und Bilder im Gegenzug bekommen. Was aber Vincent gefehlt hat, war die Wertschätzung für seine Kunst. Ich denke, da Vincent jetzt rund 132 Tod ist und sein Schaffen als Künstler lediglich knapp 10 Jahre betrug, ist das Phänomen keines, was irgendwie neu ist.

      Künstler müssen genauso, wie alle Anderen schauen, dass Sie gut über die Runde kommen. Den Job kann man zudem nicht mit den üblichen Jobs vergleichen. Sicher, 20 Prozent der Beschäftigten in Deutschland sind im Niedriglohnsektor. Ein Künstler sollte sich daran nicht orientieren, sondern versuchen, ein finanziell unabhängiges Leben zu führen. Kreativität und Durchhaltevermögen, jederzeit Top-Leistung abrufen zu können, Reisebereitschaft und Verzicht auf ein geregeltes Familienleben und Privatsphäre, all das ist weit mehr, als die meisten Menschen bereit sind zu geben. Und wenn es wenige schaffen, 10, 20, 30 oder mehr Jahre im Geschäft zu bleiben, dann haben die unseren Respekt verdient. Und der drückt sich auch in der Zahlungsbereitschaft aus.

      Vergangenes Jahr habe ich Marc Almonds, OMD und Kraftwerk gesehen. Die Karten kosteten alle unter 70 EUR.

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