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30. Juli 2015

Korg M50 als Ergänzung zum Fender Rhodes

Da ich auf der Suche nach einer Ergänzung zu meinem Fender Rhodes mit elektronischen Leadvoices, rhythmischen Patterns zum Jammen und sanften Flächensounds zum Begleiten war, habe ich mir den M50, der mittlerweile 7 Jahre alt ist, für 390 Euro bei ebay-Kleinanzeigen geholt.

M50-Aufsicht

Bedienung
Nachdem man sich an die relativ intutive Bedienung gewöhnt hat, wird man überwiegend im Combinationmodus arbeiten, weil man hier gleich 16 Programms übereinanderschichten und von den 2 Arpeggiatoren bearbeiten lassen kann. So lassen sich hier ganze Arrangements bequem vorprogrammieren und als User-Combi abspeichern. Zusätzlich kann man die eigenen Programs oder Combinations auch auf einer SD-Karte sichern.
Zum Jammen kann man außer den Arpeggiatoren jederzeit den Drumtack nutzen. Bei den Arpeggiatoren und dem Drumtrack hat man ein schier unbegrenztes Material an Begleitpatterns aller Genres zur Auswahl.
Das Display ist äußerst komfortabel, und der Touchview bietet wirklich schnellen Zugriff auf sämtliche Parameter. Somit geht die Bedienung wirklich leicht von der Hand, und die Menus sind gut durchdacht aufgebaut, sodass man alle Parameter bequem verändern und bearbeiten kann. Man hat auf diese Weise in relativ kurzer Zeit die für einen interessanten Sounds zusammen gestellt.
Die Tastatur ist für Synthspieler perfekt, aber sicher nichts für Klavierspieler, die eine gewichtete Tastatur gewohnt sind.
Die Drehpotis für die wichtigsten Klangfaktoren sind hochwertig und verrichten ihre Arbeit wie sie sollen. Das Bedienkonzept ist simpel, und man findet die gesuchten Programs oder Combinations auf Anhieb, was bei 640 bzw. 384 Stück keine Selbstverständlichkeit ist.
Zusätzlich zum Arpeggiator bietet die Akkordtriggerfunktion mit 4 Tastern die Möglichkeit, bestimmte, häufig wiederkehrende Akkordmuster abzuspreichern und per Tastendruck abzurufen.
Auch kann man einzelne Tasten mit Begleitpatterns belegen und diese dann im Spiel live abrufen (RPPR-Funktion).
Im Sequenzermodus ist es möglich, durch die Auto-SongSetup Funktion sämtliche Einstellungen und Bearbeitungen einer Combi direkt zu übernehmen und auf dieser Basis dann einen Song aufzunehmen. Im Songmodus kann man außerdem diverse Songteile oder ganze Songs als separate Soings anlegen und dann in einer Cuelist aneinanderreihen. Auch kann man beliebige Teile eines Songs als Loop programmieren und auf diese Weise eigene Begleitpatterns erstellen. Die Möglichkeiten, die dieser Sequenzers für eine Liveperformance bietet, sind wirklich enorm. Überhaupt ist der M50 für das Livespiel geradezu geschaffen!

Sounds
Und wie klingt das Ganze nun? Wer die Vorgängergeneration Trition, oder die Wavestation und andere ältere Korgsynth kennt, dem wird Manches bekannt vorkommen. Allerdings hat der M50 nicht nur die 32MB der Triton Workstation, sondern satte 256MB eigene Sounds.
Und hier muss man klar sagen, der Schwerpunkt des M50 liegt nicht nur auf elektronischen Sounds, sondern es gibt durchaus einige sehr gute, speicherintensive Grand- und Epianosounds. Dafür ist allerdings die Tastatur des 61 Tasten Synth nicht sehr geeignet. Wer also ein Stagepiano braucht, sollte die 88 Tasten-Version mit gewichteter Tastatur nehmen. Wer aber den M50 wie ich als Erweiterung seines FenderRhodes nutzt, wird diese Pianosounds nicht unbedingt nutzen, wobei die Wurlitzer-Sounds immerhin eine nette Alternative zum Fendersound bieten.
Unschlagbar dagegen sind die Synth- und Hammondorgan-Sounds, denn hier hat man eine riesige und sehr gut klingenede Auswahl.
Es gibt Unmengen an bewegten und ruhigen Flächen und agressiven bis sanften Leadvoices inklusive der Orgelsounds aus der CX-3 Hammondsimulation. Letztere sind wirklich eindrucksvoll und durch die Layerfunktion auch untereinander gut kombinierbar.
Überhaupt ermöglicht die bis zu 16-fache Layerfunktion unheimlich satte Sounds.

Es gibt 4 Demosongs, die man sich hier anhören kann:
http://www.korg.de/produkte/fruehere-modelle/m50-produktinfo/m50-produktinfo-1.html
Vor allem die ersten drei Songs demonstrieren die eindrucksvolle Klangvielfalt des M50.

Fazit
Praxis und Fazit
Der M50 ist eine echte Workstation,die man auf dem Kleinanzeigenmarkt für einen unschlagbaren Preis unter 400 Euro bekommen kann. Ein Universal- und Alleskönner, besonders gut und brauchbar auch für alle, die einerseits elektronische Musik mögen, andererseits für Neosoul und Jazz eine Erweiterung ihres Fender-Rhodes Pianos mit gut einsetzbaren elektronischen Sounds suchen.
Als Masterkeyboard ist er ebenfalls sehr gut zu gebrauchen. Ich spiele über den M50 zusätzlich einen MicroX und nutze dafür die beiden oberen Oktaven.
In jedem Fall eine Empfehlung für alle, die nicht viel Geld anlegen wollen, wobei der Spaßfaktor beim Jammen vor allem durch die rhythmischen Patterns kaum zu überbieten ist.
Und für alle, die viel unterwegs sind, kann man sagen, dass der M50 mit knapp 7 Kilo noch gut transportabel und in einem recht soliden Gehäuse untergebracht ist. Überhaupt sieht das Teil unverschämt gut und professionell aus!
Forum
  1. Profilbild
    NicGrey  

    Schöner Bericht. Kann ich unterschreiben. War mein erster Korg und in Blau. Das Design ist ausgefallen und trotzdem sehr funktional. Danach kam ein M3 Xpanded mit Radias-Board und jetzt ist es ein Kronos X.

  2. Profilbild
    Darkmaster001  

    Auch ich als Nutzer der 88-Tasten- Version stimme dem Bericht zu. Ergänzend kann ich noch sagen, daß mit dem M50 das programmieren besonders bei ausgefallenen Flächen leicht fällt… also mein Tip auch an die Ambient – und Chilloutfraktion… testen und kaufen…!!!

  3. Profilbild
    FenderRhodes  

    Inzwischen habe ich den M50 durch die Soundlibrary „Organimation“ von „ksounds“ ergänzt und dadurch zu einem vollwertigen Hammondclon erweitert.
    Die 47 Combinations, die man hier für 50 Dollar bekommt, bilden praktisch alle gängingen B3-Zugriegeleinstellungen ab. Und auch die Leslie-, Chorus-, und Percussion-Einstellungen sind erste Sahne und besser als die vorhandenen Presets. Auch Splits sind damit möglich. Und über die vier Controll-Knobs kann man die Zugriegel sogar in Echtzeit steuern!

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