27. Mai 2015

MicroStation, der Arbeitsplatz nicht nur für Zwerge

microSTATION Grî·envergleich alternativ

Ich kann nicht sagen, ob die Micro-Serie von KORG ein Erfolg war oder nicht, heute ist nur noch microKORG, microKORG XL+ und der microARRANGER (als Restbestand) davon übrig. Zwischen dem Ur-microKORG und dem heutigen XL+ gab es eine Reihe kleiner Geräte, zu denen sich hier auch Testberichte finden, wie microSAMPLER, microPIANO, microSTATION und allen voran microX, das mich persönlich auch sehr interessiert, das ich aber nie zu Gesicht bekam. Für Sehschwache wäre die OLED-Anzeige gegenüber den LC-Displays ein Vorteil gewesen, aber ein vollwertiger Sequenzer war im microX meines Wissens nach nicht eingebaut, auch war der Tastaturumfang geringer. Die microSTATION wurde 2010 vorgestellt und verschwand wieder recht schnell vom Markt. Ich hatte Glück und konnte eines der letzten Exemplare inklusive der zugehörigen Tasche ergattern. Warum die Taschen (gilt auch für den microARRANGER) schneller vergriffen waren als die Instrumente selbst, lässt auf eine eher geringe Stückzahl schließen. Praktisch sind sie allemal, die microSTATION lässt sich wie eine Gitarre bequem auf den Rücken nehmen.

Allen gemein ist die Mini-Tastatur, die bei microKEY 61, microPIANO, microARRANGER und microSTATION mit fünf Oktaven den weitesten Tastaturumfang bietet. Allerdings unterscheiden sie sich ziemlich, so ist der microARRANGER ein miniaturisiertes Pa-50 SD, microKEY 61 ist ein solides USB-Keyboard, microPIANO glänzt mit guten Piano-Samples und die microSTATION Ist, wie der Name vermuten lässt, eine vollwertige Workstation. Dies kann man allerdings etwas relativ sehen, betrachtet man die Ausstattung des aktuell erhältlichen Kross 61, der mit Audio-Features der microSTATION überlegen ist und auch klanglich etwas fortschrittlicher daher kommt.

Allerdings auch mit einer vollwertigen Tastatur. Zwar ist die microSTATION doch deutlich kompakter, hat dafür aber leider kein Batteriefach. Das ist aus meiner Sicht auch ihr größter Nachteil. Immerhin kommt als Netzteil das von den Folcas bekannte KA-350 zum Einsatz, so dass das Gerät sicher einige Zeit mit 6 AA-Batterien laufen könnte. Dieses fehlende Batteriefach nimmt der microSTATION etwas den Vorteil der Kompaktheit, beim Kross 61 hat man dieses Manko beseitigt. Die Tastaturen der Micro-Serie sind mit dem Ur-microKORG nicht vergleichbar und bieten ein verbessertes Spielgefühl, sind anschlagsdynamisch und mit nicht zu dicken Fingern gut spielbar. Relativ versteht sich natürlich, manche kommen mit diesen Mäuseklavieren gar nicht klar. Wer aber die PSS-Serie von Yamaha oder die MT-Serie von CASIO aus den 80ern als Vergleich heranzieht sollte wissen, dass diese Tastaturen um Welten besser sind.

 

Die microSTATION reizte mich auch ohne Batteriefach ziemlich, zumal ich ein Workstation-Neuling bin und mein letzter „wirklicher“ Sequenzer der Yamaha QY-70 war, mit dem ich aufgrund meiner Sehbehinderung nicht klar kam (schlechtes und nicht beleuchtetes Display). Früher hätte ich mir ein solches Gerät gewünscht, das alles drin hat, über eine gute Klangerzeugung verfügt und mit dem man MIDI-Files abspielen und vor Allem komponieren kann. Und da bietet die microSTATION Alles, was man für den Einstieg braucht und noch einiges mehr. 49 MB Sample-Speicher (man spricht hier von einer Umrechnung in Linear-PCM bei 16 Bit) liegen vor und da muss man jetzt sicher etwas differenzieren.

Klangbeispiele
Forum
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    richard  AHU

    Hallo Stephan, schöner Bericht. Ich selber habe den Vorgänger, Korg MicroX hier an dem ich vor allem das kompakte Format gut finde.

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      Stephan Merk  RED

      Hi Richard,

      sehr gut, dann kannst Du mir ja mal schreiben, ob ich das richtig vermutet hatte. Der MicroX lief doch mit Batterien, hatte 25 Mikrotasten und ein OLED-Display. Aber was hat der für eine Klangerzeugung, ein vollwertiger Synthesizer ist er ja nicht oder? Ich hatte dazu mal was im Netz gesucht, aber nicht wirklich was gefunden. In der Bucht war auch keiner, sonst hätte ich vielleicht mal zugeschlagen.

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        richard  AHU

        Der MicroX hat 25 Tasten in normaler Größe und man kann ihn auch mit Batterien nutzen, was ich aber noch nie probiert habe, obwohl das externe Netzteil eher suboptimal ist (sitzt sehr wackelig am Gerät der Anschluss). Die Klangerzeugung basiert auf der damals, bei Korg gängigen, HI-Synthese und seinerzeit fand ich es schon toll das Korg diesen Standard in ein so handliches und günstiges Gerät verbaut. Die internen Sampels orientieren sich hauptsächlich an Synthiesounds und Elektronik. Von der Klangerzeugung gleich war damals der Korg X50, der sich bei den internen Klängen nur eher an „echten“ Instrumenten orientierte.

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          richard  AHU

          Aber sonst; doch klar, es handelt sich um einen vollwertigen Synthesizer, ist halt ein Rompler und ich persönlich finde die Filter klingen zu steril und neutral, aber das fand ich auch schon beim Triton. Es gibt auch einen Editor mit dem man die Presets ordnen, Studio und Livesets erstellen und ins Klanggeschehen eingreifen kann

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          Stephan Merk  RED

          Hi Richard und Danke für Deine Ergänzungen. Dann dürfte die Qualität der Tactiles ja auf ähnlichem Niveau liegen, die Tritons basierten ja auch auf der Hi-Synthese, wie auch der NS-5R, i5 etc. Ich kann nicht so ganz nachvollziehen, warum viele den Groundsound von Korg nicht so mögen. Während ich die verschiedenen Syntheseformen von Korg nicht immer raushören kann, weil sie doch auch recht unterschiedlich sind, höre ich bei Yamaha irgendwie die Filter und bei den Keyboards die Pianos etc. oft raus. Dann steht beim Tyros 5 was von grundlegend überarbeiteten Sounds, aber irgendwie klingt’s trotzdem so wie immer. Der microKORG klingt jedenfalls nicht so, wie mein NX-5R damals, sondern deutlich erwachsener und vor Allem anders. Das hört man gut, wenn man die Demos des microARRANGERs (Hi-Synthese) und der microSTATION miteinander vergleicht.

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            richard  AHU

            nur zum Verständniss, wenn du schreibst der Microkorg klingt nicht so wie der NX-5R damals, meinst du wirklich den Microkorg oder die von dir beschriebene Microstation?
            Ich frag deshalb so blöd weil der Microkorg an sich ja ein VA Synthie ist und auf der Klangerzeugung der MS2000 basiert, da ist der Vergleich mit einem Rom Player schwierig.

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              Stephan Merk  RED

              Nene, ich war blöd, ich meinte doch microSTATION und nicht microKORG: Der arbeitet ja mit der MMT-Synthese, das ist ja eine ganz andere Baustelle. Allerdings dürften die microKORG XL+ und XL bei den Naturinstrumenten wiederum ähnlich der microSTATION klingen. Übrigens sind auch die Filter der microSTATION etwas klinisch, Resonanz ist zumindest halbwegs angedeutet hörbar. Aber das geht bei der Zielgruppe schon in Ordnung.

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    bugler  

    Hmm, ich habe mit meiner microSTATION ein Stück weit eine Hassliebe gehabt, bis das OS 1.0.1 rauskam. Gerade bei dem Nutzen des Arps per Midi Out, hängte sich die Kiste gerne unvermittelt auf. Seit dem update ist Ruhe.
    In meinem Setup liefert die mS alles an eher natürlichen Klängen. Pianos, Orgeln, Streicher, Drums (Hier gerne auch mit dem biestigen Decimator Effekt) und Chöre (mit dem Vokal-Effekt sehr geil). Toll gelungen ist auch der Bandecho-Effekt, den man per Joystick ins Eiern und die Selbsoszillation schieben kann. Dazu einen Phaser und Tangerine Dream lässt grüßen.
    Beim Soundschrauben per Editor fällt aber schon auf, dass weite Strecken des Samplematerials nur mit Effekten und Filtern leben können. Sie sind bis zum letzten komprimiert. Und das Filter ist, hmm, zum sanften Klangformen ok – nur in Sachen Resonanz ähm, auf Rheinisch „Driss“. Total dünn..

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