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microSTATION in praktischem Case

Als weitere Modulationsquelle bietet sich der typische 4-Wege-Joystick an, wobei der untere Teil der Y-Achse das fehlende Aftertouch ausgleicht. Im Combination-Modus liegen auch schon sehr brauchbare Arpeggio-Patterns vor. Pattern bedeutet hier allerdings nur Rhythmus mit möglicher Begleitsektion, also weder Intro, noch Fill-Ins oder Ending. Hier zeigt sich auch ganz klar der Unterschied zu einem Arranger-Keyboard, das die microSTATION nicht sein will. Im Program-Modus kann jeder Sound mit einer von zahlreichen Phrasen angespielt werden, dazu dient ein Taster, die Phrase läuft bis zum Abschalten rund. Dabei kann man auch an den Knöpfen drehen und den Klang formen. Dieser Modus ist auch aktiv, wenn das Instrument eingeschaltet wird. Das Wechseln geht sehr einfach, für jeden Modus ist eine eigene Taste an Bord, das sind ergänzend noch Sequencer und Global-Modus, hier werden die Grundeinstellungen vorgenommen.

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Der Sequenzer ist ein fortlaufender Recorder, der 200.000 Events aufzeichnen kann. Das ist für so ein Gerät schon enorm. 16 Spuren stehen bereit, wobei ein separater Master-Track sich um Tempo und globale Einstellungen kümmert. Das Transportfeld unter dem Display stellt neben einer Loop-Taste die übliche Steuerung bereit, wobei ein Locate-Taster jederzeit zu einem vordefinierten Punkt in der Sequenz springen kann. Dieser ist zunächst auf Anfang gesetzt, ein Druck auf Write und Locale verschiebt ihn auf Knopfdruck. Eine kleine Anekdote dazu, im Handbuch ergänzt KORG diese Funktionsbeschreibung fast schelmisch in etwa so: „Falls ihnen dieses Vorgehen zu kompliziert ist, gehen sie ins Menü und drücken sie das, dies und jenes.“ Das wirkt fast so, als sei KORG die Beschränkung auf das Wesentliche geradezu peinlich gewesen. Denn ebenso einfach geht das Löschen einer Note: Loop-Funktion aktivieren, Key-Taste und die betreffende Note gedrückt halten. Nach Drücken der Loop-Taste lässt sich direkt im Display der Start- und Endpunkt verschieben.

Dies ist generell ein Beispiel dafür, wie flexibel sich das Menü an die jeweilige Situation anpasst. So einfach geht es auch, die Quantisierung einzuschalten, Druck auf Record, ein Menü nach unten und ganz nach rechts gehen, dort lässt sich das Timing vom Freilauf aus quantisieren. Man erkennt an der Form der Pfeilsymbole, ob ein Menü noch weiter geht oder nicht. Pfeil links navigiert eine Ebene höher, Pfeil rechts öffnet ein Untermenü und navigiert durch die horizontalen Einträge, die man wahlweise mit Pfeil hoch und runter ändert oder durch Eingabe der Ziffern. Das ist für mich eine recht einfache Struktur, da ich das Display nicht erkennen kann und mich blind auf die Einstellungen quasi im doppelten Sinne verlassen muss. Dass die Menüs sich kontextabhängig ändern, ist da für mich ein entscheidender Vorteil. Übrigens wird das Panel noch über 16 Taster ergänzt, die je nach Betriebsmodus die Spuren ein- und ausschalten, als Step-Sequenzer dienen oder Zifferneingaben zulassen. LEDs informieren neben dem Display über den jeweiligen Status, was auch sehr praktisch ist. Die erwähnten Menüänderungen bedeuten faktisch, dass die microSTATION je nach Situation das betreffende Untermenü aufruft. Das heißt, es sind keine eigenen Menüs und man kommt stets durch Drücken von Pfeil links zurück zum Hauptmenü. Wäre das nicht so, müsste man beispielsweise beim Aktivieren der Loop-Funktion sich das passende Untermenü suchen.

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Zum Sequenzer sei noch angemerkt, dass sich auch das Pattern einer Combination direkt in den Sequenzer übernehmen lässt, Druck auf Record im Combination-Modus reicht dazu aus. Im Sequenzer selbst gibt es Vorlagen, die nach Genre eine passende Instrumentenauswahl anbieten, es lassen sich zudem auch eigene Vorlagen abspeichern. Das ist für den Neuling sicherlich auch eine Hilfe, denn das Scrollen durch Instrumente ist aufgrund des kleinen Displays vielleicht etwas umständlich. Zwar zeigen LEDs auch die jeweilige Kategorie, aber man muss schon durchdrücken. Kennt man allerdings die Nummer eines Programs, ist es schnell ausgewählt.

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    richard  AHU

    Hallo Stephan, schöner Bericht. Ich selber habe den Vorgänger, Korg MicroX hier an dem ich vor allem das kompakte Format gut finde.

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      Stephan Merk  RED

      Hi Richard,

      sehr gut, dann kannst Du mir ja mal schreiben, ob ich das richtig vermutet hatte. Der MicroX lief doch mit Batterien, hatte 25 Mikrotasten und ein OLED-Display. Aber was hat der für eine Klangerzeugung, ein vollwertiger Synthesizer ist er ja nicht oder? Ich hatte dazu mal was im Netz gesucht, aber nicht wirklich was gefunden. In der Bucht war auch keiner, sonst hätte ich vielleicht mal zugeschlagen.

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        richard  AHU

        Der MicroX hat 25 Tasten in normaler Größe und man kann ihn auch mit Batterien nutzen, was ich aber noch nie probiert habe, obwohl das externe Netzteil eher suboptimal ist (sitzt sehr wackelig am Gerät der Anschluss). Die Klangerzeugung basiert auf der damals, bei Korg gängigen, HI-Synthese und seinerzeit fand ich es schon toll das Korg diesen Standard in ein so handliches und günstiges Gerät verbaut. Die internen Sampels orientieren sich hauptsächlich an Synthiesounds und Elektronik. Von der Klangerzeugung gleich war damals der Korg X50, der sich bei den internen Klängen nur eher an „echten“ Instrumenten orientierte.

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          richard  AHU

          Aber sonst; doch klar, es handelt sich um einen vollwertigen Synthesizer, ist halt ein Rompler und ich persönlich finde die Filter klingen zu steril und neutral, aber das fand ich auch schon beim Triton. Es gibt auch einen Editor mit dem man die Presets ordnen, Studio und Livesets erstellen und ins Klanggeschehen eingreifen kann

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          Stephan Merk  RED

          Hi Richard und Danke für Deine Ergänzungen. Dann dürfte die Qualität der Tactiles ja auf ähnlichem Niveau liegen, die Tritons basierten ja auch auf der Hi-Synthese, wie auch der NS-5R, i5 etc. Ich kann nicht so ganz nachvollziehen, warum viele den Groundsound von Korg nicht so mögen. Während ich die verschiedenen Syntheseformen von Korg nicht immer raushören kann, weil sie doch auch recht unterschiedlich sind, höre ich bei Yamaha irgendwie die Filter und bei den Keyboards die Pianos etc. oft raus. Dann steht beim Tyros 5 was von grundlegend überarbeiteten Sounds, aber irgendwie klingt’s trotzdem so wie immer. Der microKORG klingt jedenfalls nicht so, wie mein NX-5R damals, sondern deutlich erwachsener und vor Allem anders. Das hört man gut, wenn man die Demos des microARRANGERs (Hi-Synthese) und der microSTATION miteinander vergleicht.

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            richard  AHU

            nur zum Verständniss, wenn du schreibst der Microkorg klingt nicht so wie der NX-5R damals, meinst du wirklich den Microkorg oder die von dir beschriebene Microstation?
            Ich frag deshalb so blöd weil der Microkorg an sich ja ein VA Synthie ist und auf der Klangerzeugung der MS2000 basiert, da ist der Vergleich mit einem Rom Player schwierig.

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              Stephan Merk  RED

              Nene, ich war blöd, ich meinte doch microSTATION und nicht microKORG: Der arbeitet ja mit der MMT-Synthese, das ist ja eine ganz andere Baustelle. Allerdings dürften die microKORG XL+ und XL bei den Naturinstrumenten wiederum ähnlich der microSTATION klingen. Übrigens sind auch die Filter der microSTATION etwas klinisch, Resonanz ist zumindest halbwegs angedeutet hörbar. Aber das geht bei der Zielgruppe schon in Ordnung.

  2. Profilbild
    bugler  

    Hmm, ich habe mit meiner microSTATION ein Stück weit eine Hassliebe gehabt, bis das OS 1.0.1 rauskam. Gerade bei dem Nutzen des Arps per Midi Out, hängte sich die Kiste gerne unvermittelt auf. Seit dem update ist Ruhe.
    In meinem Setup liefert die mS alles an eher natürlichen Klängen. Pianos, Orgeln, Streicher, Drums (Hier gerne auch mit dem biestigen Decimator Effekt) und Chöre (mit dem Vokal-Effekt sehr geil). Toll gelungen ist auch der Bandecho-Effekt, den man per Joystick ins Eiern und die Selbsoszillation schieben kann. Dazu einen Phaser und Tangerine Dream lässt grüßen.
    Beim Soundschrauben per Editor fällt aber schon auf, dass weite Strecken des Samplematerials nur mit Effekten und Filtern leben können. Sie sind bis zum letzten komprimiert. Und das Filter ist, hmm, zum sanften Klangformen ok – nur in Sachen Resonanz ähm, auf Rheinisch „Driss“. Total dünn..

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