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Beginnt man nun mit der Aufnahme und vergisst die Quantisierung einzustellen, muss man notgedrungen neu aufnehmen, denn die Quantisierung wirkt sich nur direkt auf die Aufzeichnung aus und bleibt für die weiteren Spuren auf dem eingestellten Wert. Das ist praktisch, denn so lassen sich unterschiedliche Quantisierungstypen selbst beim Überschreiben einer Spur einsetzen. Hat man etwas verändert, hilft der Compare-Taster den vorigen und geänderten Zustand im A-B-Vergleich anzuhören und zu entscheiden, welche nun die bessere Performance ist, auch ein schönes Feature.

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Zwar fehlt mir die Erfahrung mit anderen Workstations, aber diese Funktionen wirken auf mich doch sehr durchdacht und zeigen mir, dass KORG sich mit dem Gedanken Workstation doch sehr gut befasst hat. Immerhin haben sie diese mit der M1 schließlich auch erfunden. Wirklich doof ist nur, dass ein versehentliches Ausschalten ohne vorherige Datensicherung auf die SD-Karte zum Verlust der Komposition führt, daher wohl auch die rückseitige Kabelklemme. Warum KORG auf eine periodische Sicherungsfunktion verzichtet hat, ist absolut unverständlich. Da wirkt die Funktion, mehrere Songs gleichzeitig zu laden oder zu erstellen, fast überflüssig. Lädt man die drei Demo-Songs, die übrigens nicht so einfach zu finden sind und sich im Command-Menü (Global) verstecken, werden diese auch als drei Songs im Song-Speicher angezeigt und man kann daran sehr gut das Verhalten des Sequenzers erlernen. Im Handbuch wird auch in praktischen Übungen auf das Laden der Demo-Songs verwiesen, kurioserweise wird der Ladevorgang aber nur im Referenz-Handbuch beschrieben. Zudem gibt es von KORG ein Video-Tutorial zur microSTATION, das allerdings dem Gerät nicht beiliegt und in verschiedenen Sprachen auf YouTube zu sehen ist. Diese vermitteln auch einen sehr guten Eindruck vom Instrument.

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Was Gehäuse und Verarbeitung angeht, hinterlässt die microSTATION auf mich keineswegs den Eindruck eines Billigheimers und fühlt sich doch sehr robust und stabil an, auch wenn man sie abends auf der Couch bedient. Die Anschlüsse sind rudimentär, MIDI in/out, USB, Display-Kontrastregler, SD-Kartensteckplatz, zwei Klinkenausgänge (davon der linke für Mono-Ausgang), Netzteilanschluss mit Kabelsicherung, eine programmierbare Fußschalterbuchse und ein Kensington-Schloss. Die Kopfhörerbuchse befindet sich in 3,5mm-Ausführung an der Front, hier wäre auch durchaus Platz für eine große Klinke gewesen. Auch wenn im Amazona.de-Test die Buchse an der Vorderseite als Vorteil dargestellt wird, sehe ich darin eher eine kleine Tücke. Denn auf dem Schoß betrieben sollte man höllisch aufpassen, dass man sich nicht versehentlich auf den Stecker abstützt und ihn quasi abbricht. Bei der geringen Tiefe des Instruments hätte man ihn ruhig auch rückseitig platzieren können. Vielleicht sollte man eher auf Kopf- oder Ohrhörer mit Winkelstecker zurückgreifen, um diese Gefahr zu vermeiden. Bis auf die dicke Kunststofffolie über Tasten und Display ist das Instrument aus rauem Kunststoff gefertigt, die Seitenteile sind eher glatt, jedoch noch robust genug. Bis auf den vergessenen Batteriefachdeckel ein rundum schönes Gerät, das ich nicht mehr missen möchte.

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    richard  AHU

    Hallo Stephan, schöner Bericht. Ich selber habe den Vorgänger, Korg MicroX hier an dem ich vor allem das kompakte Format gut finde.

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      Stephan Merk  RED

      Hi Richard,

      sehr gut, dann kannst Du mir ja mal schreiben, ob ich das richtig vermutet hatte. Der MicroX lief doch mit Batterien, hatte 25 Mikrotasten und ein OLED-Display. Aber was hat der für eine Klangerzeugung, ein vollwertiger Synthesizer ist er ja nicht oder? Ich hatte dazu mal was im Netz gesucht, aber nicht wirklich was gefunden. In der Bucht war auch keiner, sonst hätte ich vielleicht mal zugeschlagen.

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        richard  AHU

        Der MicroX hat 25 Tasten in normaler Größe und man kann ihn auch mit Batterien nutzen, was ich aber noch nie probiert habe, obwohl das externe Netzteil eher suboptimal ist (sitzt sehr wackelig am Gerät der Anschluss). Die Klangerzeugung basiert auf der damals, bei Korg gängigen, HI-Synthese und seinerzeit fand ich es schon toll das Korg diesen Standard in ein so handliches und günstiges Gerät verbaut. Die internen Sampels orientieren sich hauptsächlich an Synthiesounds und Elektronik. Von der Klangerzeugung gleich war damals der Korg X50, der sich bei den internen Klängen nur eher an „echten“ Instrumenten orientierte.

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          richard  AHU

          Aber sonst; doch klar, es handelt sich um einen vollwertigen Synthesizer, ist halt ein Rompler und ich persönlich finde die Filter klingen zu steril und neutral, aber das fand ich auch schon beim Triton. Es gibt auch einen Editor mit dem man die Presets ordnen, Studio und Livesets erstellen und ins Klanggeschehen eingreifen kann

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          Stephan Merk  RED

          Hi Richard und Danke für Deine Ergänzungen. Dann dürfte die Qualität der Tactiles ja auf ähnlichem Niveau liegen, die Tritons basierten ja auch auf der Hi-Synthese, wie auch der NS-5R, i5 etc. Ich kann nicht so ganz nachvollziehen, warum viele den Groundsound von Korg nicht so mögen. Während ich die verschiedenen Syntheseformen von Korg nicht immer raushören kann, weil sie doch auch recht unterschiedlich sind, höre ich bei Yamaha irgendwie die Filter und bei den Keyboards die Pianos etc. oft raus. Dann steht beim Tyros 5 was von grundlegend überarbeiteten Sounds, aber irgendwie klingt’s trotzdem so wie immer. Der microKORG klingt jedenfalls nicht so, wie mein NX-5R damals, sondern deutlich erwachsener und vor Allem anders. Das hört man gut, wenn man die Demos des microARRANGERs (Hi-Synthese) und der microSTATION miteinander vergleicht.

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            richard  AHU

            nur zum Verständniss, wenn du schreibst der Microkorg klingt nicht so wie der NX-5R damals, meinst du wirklich den Microkorg oder die von dir beschriebene Microstation?
            Ich frag deshalb so blöd weil der Microkorg an sich ja ein VA Synthie ist und auf der Klangerzeugung der MS2000 basiert, da ist der Vergleich mit einem Rom Player schwierig.

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              Stephan Merk  RED

              Nene, ich war blöd, ich meinte doch microSTATION und nicht microKORG: Der arbeitet ja mit der MMT-Synthese, das ist ja eine ganz andere Baustelle. Allerdings dürften die microKORG XL+ und XL bei den Naturinstrumenten wiederum ähnlich der microSTATION klingen. Übrigens sind auch die Filter der microSTATION etwas klinisch, Resonanz ist zumindest halbwegs angedeutet hörbar. Aber das geht bei der Zielgruppe schon in Ordnung.

  2. Profilbild
    bugler  

    Hmm, ich habe mit meiner microSTATION ein Stück weit eine Hassliebe gehabt, bis das OS 1.0.1 rauskam. Gerade bei dem Nutzen des Arps per Midi Out, hängte sich die Kiste gerne unvermittelt auf. Seit dem update ist Ruhe.
    In meinem Setup liefert die mS alles an eher natürlichen Klängen. Pianos, Orgeln, Streicher, Drums (Hier gerne auch mit dem biestigen Decimator Effekt) und Chöre (mit dem Vokal-Effekt sehr geil). Toll gelungen ist auch der Bandecho-Effekt, den man per Joystick ins Eiern und die Selbsoszillation schieben kann. Dazu einen Phaser und Tangerine Dream lässt grüßen.
    Beim Soundschrauben per Editor fällt aber schon auf, dass weite Strecken des Samplematerials nur mit Effekten und Filtern leben können. Sie sind bis zum letzten komprimiert. Und das Filter ist, hmm, zum sanften Klangformen ok – nur in Sachen Resonanz ähm, auf Rheinisch „Driss“. Total dünn..

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