Clubs werden im neuen Kulturetat kaum berücksichtigt
Die Lage vieler Clubs in Deutschland bleibt angespannt und entsprechend deutlich fällt die Kritik am neuen Kulturhaushalt aus: Obwohl der Etat des Bundes so hoch ist, wie noch nie, fühlen sich vor allem viele kleine Spielstätten kaum berücksichtigt. Der Verband LiveKomm, der als Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland die Interessen von Clubs und weiteren Live-Musikorten auf politischer und kultureller Ebene vertritt, warnt vor Schäden für die Szene.
Kulturetat auf Rekordhöhe, aber die Clubszene profitiert kaum
Für das kommende Jahr stellt der Bund mehr als zweieinhalb Milliarden Euro für kulturelle Zwecke zur verfügung, wodurch beispielsweise große Einrichtungen und auch Festivals gestärkt werden sollen. Trotzdem sieht die LiveKomm die Situation der Clubs weiterhin in Gefahr, denn viele Betreiber berichten seit Monaten von steigenden Kosten und gleichzeitig schrumpfenden Einnahmen. Ausgaben für Energie, Personal, Sicherheitsanforderungen und Modernisierungen bringen viele Häuser an ihre Grenzen und mehr als die Hälfte der Spielstätten rechnen damit, die kommenden Monate ohne finanzielle Unterstützung nur schwer zu überstehen.
Reformen für Kulturetat lassen auf sich warten
LiveKomm kritisiert vor allem, dass Clubs im Haushalt kaum neue Förderung erhalten, während Festivals zusätzliche Mittel bekommen. Außerdem fehlen seit Jahren zentrale Anpassungen in der Struktur, wie beispielsweise die rechtliche Anerkennung von Clubs als Kulturorte. Auch beim Thema Schallschutz sieht der Verband großen Handlungsbedarf, denn modernere Regelungen könnten Konflikte mit Anwohnern entschärfen, diese Reformen bleiben bisher aber aus.
Was das für die Livemusik bedeutet
Clubs sind vor allem Orte, an denen junge Künstler ihre ersten Schritte machen und wenn diese Räume verschwinden, verliert die musikalische Landschaft einen ihrer wichtigsten Bestandteile. Dementsprechend groß ist aktuell die Enttäuschung darüber, dass sie im neuen Haushalt nicht ausreichend berücksichtigt werden. Der Verband LiveKomm fordert deshalb, solche Musikspielstätten besonders zu priorisieren, denn ohne eine ausreichende Unterstützung über den Kulturetat könnten sie als zentraler Teil der Kulturlandschaft bald verschwinden.
































Liegt vermutlich am allgegenwärtigen Clubsterben. Bei uns auch leider gang und gebe. Schade drum! Alles was am ausklingen ist, ist unattraktiv zu unterstützen. Könnte zumindest ein Grund sein.
@Filterpad Wieviele Auflagen, wieviele Kosten, welche Möglichkeiten und welcher Personaleinsatz gehen mit einem Club einher?
Es gibt Menschen, die meinen, dass die Digitalkasse die Clubszene zerstören würde.
Kennt sich da wer aus?
@CDRowell ja, es wird allen schwer gemacht.
@Filterpad klar, so wird vielleicht das „Leistungsprinzip“ in der großen Masse erhalten… Davon leben bekanntlich einige…
@CDRowell Als ehemaliger Clubbetreiber kann ich bestätigen, dass zwischen Auflagen, schlechten Gewinnmargen und dem Niedergang des hedonistischen Zeitalters kaum Profit zu erzielen ist. Der kleine Club mit kuratiertem Kulturprogramm stirbt daher aus und verkommt zu Event-locations (Firmenfeiern, Geburtstagen etc,). Ohne Förderung sehe ich schwarz!
Gelegentlich gibt’s allerdings auch Hoffnungsschimmer:(https://www.theguardian.com/music/2025/nov/10/london-jazz-clubs-expanding-thriving-against-the-odds-jazz-cafe-ronnie-scotts-blue-note)
@CDRowell Meiner Erfahrung nach nicht, außer dass der Geldfluss kontrollierter wird…
Die Leute geben digital viel mehr aus als mit Bargeld.
Probleme sind geänderte Interessen, Geldmangel und Kostensteigerungen.
@CDRowell „mehr Staat“ hat der Kultur noch nie geholfen. Oder will jemand nach Nordkorea? Oder eben, Platz 2, ins beste Deutschland aller Zeiten?
junge Leute sind oft deutlich Gesundheitsbewusster und die heutigen Getränkepreise sind noch schlimmer als vor 20 Jahren als ich viel unterwegs war. viele wird das nicht interessieren.
@Numitron Dann müssen wir einen Veteranen Verein Gründen und Vereinsfeiern abhalten… 😁
@Ashatur geil!
gute Idee! 😃👍
@Ashatur adsr statt LSD und THC juchhe😂
Konzerttickets sind wirklich sehr teuer geworden. Egal ob big Stadionbands oder kleine kulturelle Lesevorträge, so wie ich letztens bei ‚Langstreckenmausi‘ (L. Neubauer) war. Knapp 70€ für 2 Personen (inkl. Versich. und Versand) und inhaltlich hat man nichts, wirklich gar nichts verstanden! Ich fand es dennoch interessant und war erfreut sie mal zu sehen. Ich bin schließlich weder aus einer Stadt, noch gehöre ich zur Generation Fridays for Future. Daher nahm man die Gelegenheit gleich mal beim Schopf! Ja, es wird alles deutlich teurer und man überlegt schon, ob es der neue Synthesizer oder eben mehr als ein oder zwei Konzerte sein müssen.
Hier geht denke ich es vielmehr um die Förderung von Clubs, in denen Konzerte stattfinden und nicht pauschal um die Förderung von allem, was sich Club nennt.
@Gereon Gwosdek Natürlich kann auch ein DJ auflegen und ein Konzert geben. Wenn es Leuten gefällt und sie begeistert, ist der Ort, an dem diese Kunst gemacht wird, meiner Meinung nach dann genau so zu fördern, wie beispielsweise auch Opernhäuser.