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28. Oktober 2013

LD-Systems Maui 11, Zauberwaffe für wenig Geld

Manchmal gibt es Situationen, da benötigt man die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau. So ist es z. B., wenn man eine Kirche zwecks einer Trauung beschallen muss. Folgende Kriterien sind zu erfüllen:

1. eine große Fläche muss gleichmäßig beschallt werden
2. die Beschallungsanlage darf die Optik nicht beeinträchtigen
3. die Beschallungsanlage muss schnell auf- und abgebaut werden können.
4. unangenehme Effekte aufgrund der Raumgröße müssen möglichst ausgeblendet werden.
5. der Sound muss gut sein.

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Schnell musste ich feststellen, dass zwar meine Seeburg Acoustic Line PA den fünften Punkt perfekt umsetzt, aber die übrigen Punkte nicht erfüllt werden. Also musste eine Alternative her. Es folgten diverse Tests mit aktiven Lautsprechern und integriertem Kleinstmischpult. Die Ergebnisse waren ernüchternd. Zwar war die Technik schnell aufgebaut (Punkt 3), aber die Optik dennoch nicht gerade schön (Hochständer, Kabel sichtbar). Von den Punkten 1, 4 und 5 möchte ich gar nicht erst sprechen.

Aufgrund der Planung einer Kircheninstallation in der eigenen Gemeinde, bei der ich maßgeblich beteiligt war und bei der ein Seeburg Line Array (GL24 + Subs) installiert wurde, war klar: die genannten Punkte sind nur mit Säulen-Arrays zu erreichen. Doch eine Recherche ergab schnell, dass die üblichen Systeme viel zu teuer und schwer sind.

Doch dann wurde ich bei LD Systems fündig: das Maui 11 System erfüllt genau den richtigen Zweck. Es ist klein, leicht, unauffällig, schnell aufgebaut und benutzt die Line Array Technik. Doch kann so ein günstiges System überhaupt klingen? Es kann!

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Das System wurde online bestellt, um die Möglichkeit der Rückgabe zu besitzen, sollte der Praxistest negativ ausfallen. Schon beim Auspacken überzeugt die Wertigkeit, insbesondere die Verarbeitung des Subwoofers weiß zu begeistern. Zum Aufbau wird einfach nur die einteilige Säule auf den Subwoofer gesteckt, ein kleines Mischpult angeschlossen, fertig. Ein Mikro-Anschluss wäre wirklich toll gewesen, doch man kann nicht alles haben. Steht man ca. zwei bis drei Meter von dem System entfernt, stellt sich ein wunderbar transparenter und dennoch druckvoller Sound ein. Kein Vergleich zu den sonst bekannten Bose-Systemen, die man bei Entertainern oft sieht und die in meinen Ohren eher „muffig“ klingen. Die Abstrahlung ist in der Breite und auch in großer Entfernung sehr gleichmäßig. Einen starken Abfall der Höhen und der Lautstärke, wie man es von konventionellen Systemen her kennt, konnten wir nicht ausmachen.

Es folgte der erste Test in einer Kirche. Wir waren begeistert! Noch nie ging ein Aufbau so schnell. Der Soundcheck war ebenso schnell erledigt (Säule aufstecken, XLR-Kabel vom Mischer zum Subwoofer, fertig!) und auf wirklich jedem Platz der Kirche waren Stimme und Stage Piano gleichmäßig und gut zu hören – und das bei angenehmer Lautstärke und gutem Sound! Der Subwoofer ist erstaunlich kräftig und man darf ihn ruhig etwas zurück regeln (was über ein Volume Poti für den Sub auch Möglich ist). Das System kann darüber hinaus durch Hinzukaufen einer weiteren Maui 11 zu einem Stereo-System erweitert werden.

Ähnlich wie bei anderen Säulen auch sind die Höhen und oberen Mitten im Nahbereich unterrepräsentiert. Möchte man das System auch als Monitor für sich selbst nutzen, sollte das berücksichtigt werden und die Maui 11 mindestens zwei Meter hinter dem Musiker/den Musikern stehen. Rückkopplungen sind übrigens kaum zu erzeugen, wenn man direkt davor steht.

Bei einem weiteren Test, bei dem es galt, eine siebenköpfige Gesangskombo plus Instrumental-Playback zu übertragen, konnte die Anlage ebenfalls punkten. Alle sieben Sängerinnen und Sänger standen direkt vor der Anlage. Ein angeschlossenes PreSonus StudioLive 16.0.2 Digitalpult verstärkte die acht Mikrofone (7x Chorgesang, 1x Solo). Sowohl die hauptsächlich verwendeten Sennheiser E945 als auch das Neumann KM105 klangen sehr gut. Der Chor-Sound war sehr homogen und klar, das Playback druckvoll. Auch ein Vortrag musste an diesem Tag übertragen werden. Im Vergleich zu früheren Veranstaltungen war die Sprecherin trotz großem Mikrofonabstand bis in die letzte Reihe klar und deutlich zu verstehen (ohne Rückkopplungen).

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Fazit
Würde LD Systems der Maui 11 noch einen Mikrofoneingang (bitte samt Phantomspeisung) spendieren, so dass man die Möglichkeit hätte, eine Line-Quelle und ein Mikrofon direkt im System zu mischen, so hätte man die eierlegende Wollmilchsau für viele Veranstaltungen in Kirchen und kleineren Sälen gefunden. Doch dennoch ist LD Systems gelungen, ein kleines, transportables, gut klingendes und dabei preisgünstiges System auf den Markt zu bringen, welches nahezu konkurrenzlos agiert. Direkter Konkurrent ist BOSE mit dem kleinsten L1 System, welches allerdings schon einige hundert Euro teurer ist. Meinen Geschmack trifft BOSE allerdings mit seinem zu weichen und eher dumpfen Sound nicht. Doch das muss jeder selbst entscheiden.

Die Maui 11 ist eine klare Empfehlung für alle Hochzeitssänger, Entertainer, Präsentatoren, Redner, Tanzbands usw., die ein kleines und gut transportables System benötigen, welches auch in kritischen Räumen gut klingt. Die Line-Array Technik kann hier ihre Stärken voll ausspielen und der Zuhörer wird es danken.
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Forum
  1. Profilbild
    Armin Bauer  RED

    Mensch Markus,

    ich fasse es nicht, keine Soundbeispiele?

    Dabei wäre es für viele Leser doch sicher höchst interessant, selbst mit zu erleben, wie eine Low-Budget-Stäbchen-Anlage aus dem Reich der Mitte eine vielfach teurere PA eines renommierten deutschen Herstellers gerade mal so vom Platz räumt, ach was sage ich, pulverisiert (5:1).

    Also bitte dringend nachreichen, kann doch nicht so schwer sein, oder?

    Herzliche Grüße
    Armin

    • Profilbild
      Markus Galla  RED

      Hallo Armin,
      dann musst Du richtig lesen. Da steht nirgendwo, dass die LD Systems Maui 11 das Seeburg-System „vom Platz räumt“, sondern dass die bei den Säulen verwendete Line Array Technik in diesem speziellen Anwendungsfall überlegen ist. Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit der Beschallung von Kirchen und letztendlich können die meisten konventionellen Systeme in diesem Umfeld nicht überzeugen. Das hat nichts mit dem Klang zu tun, der ist bei Seeburg auch über jeden Zweifel erhaben, sondern mit Abstrahlverhalten, Bündelung, SPL-Abfall über Entfernung. Möchte man auch die letzte Reihe noch beschallen, ohne dass der ersten Reihe die Ohren schmerzen, und das mit einem einzigen Lautsprecher, der auch die komplette Breite des Raumes versorgen muss (inklusive dem Punkt, an dem z. B. das Brautpaar sitzt), ist bei konventionellen Systemen Schluss. Hier verrichtet die Maui 11 einen sehr guten Job – und ja, genau in diesem Anwendungsbereich klingt sie besser als das wesentlich teurere und erheblich schwerere Seeburg-System, bei dem nämlich die Hälfte der Zuhörer bei nur einem Lautsprecher außerhalb des optimalen Abstrahlbereichs sitzt. Von der Lautstärke, die benötigt wird, um die hinteren Reihen auch noch zu erreichen, mal ganz abgesehen.

      Übrigens: die Hörbeispiele für meinen Erfahrungsbericht zu Logic liegen hier, lassen sich aber leider nicht hochladen, da dann der Artikel nicht speicherbar ist und der Browser nach dem Absenden und Upload nicht die nächste Seite lädt. Ich kann sie Dir aber gerne zukommen lassen und Du baust sie ein, wenn Du das als Amazona-Autor kannst und Zugriff auf das System hast.

  2. Profilbild
    Falk Wiederhold

    Hallo Herr Markus,
    vielen Dank für die detaillierte Beschreibung und Schilderung. Ich bin in Kirchen eher zu „beschallungslosen“ Aufnahmen unterwegs und suche zur Beschallung etwas für Band, deren Verstärker (Gitarre, Bass) nicht abgenommen werden, einfach Gesang, Quietschsynthesizer und ein wenig Basedrum „untenherum“. Gibt es damit schon Erfahrungen? Und ohne vermessen sein zu wollen, vielleicht auch im Außenbereich? Herzlichen Dank und beste Grüße.

    • Profilbild
      Markus Galla  RED

      Das funktioniert prima. Es sollte natürlich keine ultra-tiefe Bass Drum erwartet werden. Wenn der Subwoofer weiter runter muss, dann ist eher das größere Maui System interessant (und es kommt bald ein noch größeres System von LD Systems). Eine Alternative, aber teurer, ist das K-Array KB-1. Da ist dann auch ein per iPad steuerbares Digitalmischpult integriert. Der Vertrieb hat für mich eine Vorführung vor einiger Zeit organisiert: super! Kostet aber fast viermal so viel wie eine Maui 11.

  3. Profilbild
    Georg Herzog

    Hallo Amaros,

    Danke für den Bericht, allerdings muss ich sagen, dass sie abfällige Bemerkung über den muffigen Bose Sound mich doch sehr stört. Ich statte mehrere Sänger und Duos mit Musikanlagen aus und habe zu diesem Zweck die Maui 11 mit der L1compact verglichen. Im Blindtest in verschiedenen Locations und in der Praxis kamen mehrere erfahrene Musiker zum Schluss, das die Maui 11 und 28 der kleinen Bose nicht annähernd das Wasser reichen kann wenn es um Tranzparenz, gleichmässige Beschallunf und gefälligen Klang für alle Ohren der Zuhörer geht. Oft wird vergessen, das nicht der Musiker allein, sondern vor allem das Publikum darüber entscheidet, was gut klingt und die gebotene Musik den ganzen Abend überträgt. Fazit: 8 L1 compact im Einsatz, keine Probleme nur Lob, und das bei 13 kg Gesamtgewicht. Das hier diese Systeme nie getestet werden hat ja wohl politische Gründe, an der Qualität liegt es eher nicht.

  4. Profilbild
    Markus Galla  RED

    Hallo,

    ich habe erst kürzlich wieder das L1 compact gehört und würde es nicht gegen das Maui System tauschen wollen. Einige empfinden den Bose-Sound als weich und angenehm, ich empfinde ihn als dumpf. Das ist ja prinzipiell auch eine Geschmacksfrage. Zudem ist das Bose-System kein echtes Line Array in der Form, dass die Lautsprecher gegeneinander gedreht eingebaut sind und sich daher keine Zylinderwelle, die ohnehin schon eher hypothetischer Natur ist, aufbauen kann. Unterm Strich kommt man also gerade mit den Höhen nicht so weit in den Raum hinein wie bei anderen Systemen, dafür hat man aber 180° Abstrahlwinkel. Wenn man es braucht, ok. Ich empfinde z. B. auch die viel gelobte HK Audio Elements als schrill und unangenehm, obwohl sie ein Vielfaches des LD Systems Maui kostet. Auch die Maui hat ihre Schwächen. Bedenkt man aber mal den Preis, so relativiert sich das schnell. Mich kann Bose nicht begeistern, andere vielleicht LD Systems nicht. Das ist und bleibt einfach subjektiv.

  5. Profilbild
    fantomxs

    Hallo,

    ich besitze uns benutze beide Systeme schon eine ganze Weile. Die LD Maui 11 ist erheblich leistungsstärker im Bassbereich und hat einen sehr guten Sound. Die Preis-Leistung ist der Kracher und die Verarbeitung sehr gut.

    Die BOSE ist sehr viel leichter und bei weitem nicht so stabil verabeitet, dafür hat Sie einen kleinen Mixer integriert. Für Auftritte in der Kirche nutze ich die BOSE, da diese die bedeutend bessere Sprachverständlichkeit hat – zudem kann ich mein E-Piano und die Sängerin direkt anschließen, das kann die Maui erst seit der neuen Version Maui Mix.

    Beide Systeme sind super und finden Ihren Einsatz ganz individuell passend zum Anlass. Keine ist schlechter oder besser.

    Ich finde den Sound der BOSE übrigens alles andere als „dumpf“, sie klingt eher brilliant und angenehm.

    Für eine Band mit Basser oder Drummer ist der Bass der BOSE L1 Compact nicht ausreichend, zudem kann man hier den Bass nicht regeln. Die Maui ist sogar für kleine DJ Einsätze brauchbar.

  6. Profilbild
    trombone2011

    Hallo Leute!

    Ich bräuchte eine Rat:
    Für ein Posaunensolo-Programm benötige ich eine(e?) line array. Ich gehe über diverse Effektgeräte in die Anlage.
    Eher kleinere Räume, Klänge und sounds z.T. wie von einer elektr. Gitarre, also auch harmonizer (stereo) , Oktaver… gut klingen sollte es unbedingt, geeignet auch für kleinere Umgebungen.
    Hat vielleicht jemand Erfahrung oder Tipps?

    Vielen Dank,
    Andreas

    • Profilbild
      Markus Galla  RED

      Mir ist zwar nicht zu 100 Prozent klar, wofür Du das Line Array brauchst und was Du damit machen möchtest (hängt ja vom Raum ab), aber Du könntest Dir mal die neuen Systeme von LD Systems anschauen. Peter Ludl hat kürzlich eines hier getestet.

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