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Leoniden mit fast 3-stündigem Musikvideo

Was bedeutet dieses fast dreistündige Musikvideo?

7. Juni 2026
Leoniden 2024 auf dem Southside Festival (Quelle: Schwabenmodel, CC BY 4.0 via Wikimedia Commons) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Leoniden_-_Southside_Festival_2024_-_1DX_9230.jpg

Leoniden 2024 auf dem Southside Festival (Quelle: Schwabenmodel, CC BY 4.0 via Wikimedia Commons)

Mit ihrer neuen Single „i still feel“ melden sich die Leoniden mit einer sehr ungewöhnlichen Idee zurück, denn das dazugehörige Musikvideo dauert fast drei Stunden und zeigt die Kieler Band dabei, wie sie den Song immer wieder spielt, bis ein riesiges Vorhängeschloss aus Holz mit einer Axt zerlegt ist.

„i still feel“ über 50 Mal am Stück

Für das Video zu „i still feel“ hat die Band ihren neuen Song nicht nur einmal eingespielt, sondern mehr als 50 Mal hintereinander wiederholt. Während die Band weiterspielt, wird ein fast zwei Meter großes Holzschloss mit Handäxten bearbeitet, bis es irgendwann im Dunkeln nachgibt. Der Videotitel bringt die Idee direkt auf den Punkt: Gespielt wird so lange, bis das Schloss bricht.

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Was die Leoniden damit erzählen

Musikalisch knüpfen die Leoniden mit dem Song an das an, was viele an ihnen mögen: Retro-Synthesizer-Sounds und ein tanzbarer Beat mit Indie-Energie. Gleichzeitig liegt in dem Song auch eine tiefere Botschaft. Das große Schloss kann dabei als ein Bild für Versprechen, Erinnerungen und den Wunsch, Gefühle festhalten zu können gesehen werden und im Video wird dieses Symbol nun Stück für Stück zerstört.

Zeichen gegen schnellen Musikkonsum

In einer Zeit, in der Songs oft über kurze Clips, Hooklines und schnelle Reaktionen funktionieren, gehen die Leoniden mit ihrem Song bewusst einen anderen Weg. Fast drei Stunden Musikvideo sind definitiv nicht bequem, aber genau darin liegt wohl der Reiz, denn das Musikvideo fordert Aufmerksamkeit. Klar ist, dass man sich das Video nicht komplett am Stück ansehen muss, um die Idee zu verstehen. Entscheidend ist, dass die Band ihrer Single einen besonderen Rahmen gibt, denn der Song ist nicht einfach nur eine Single, sondern auch ein Kommentar der Band zu Themen wie Ausdauer und Musikkonsum.

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Über den Autor
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Gereon Gwosdek RED

Leidenschaft für Tasten und Technik, Musikschulinhaber und Bandleader im Bereich von christlicher Musik.

Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU

    Die Leoniden, meines Wissens nach bekannt geworden u. a. durch Puls br3. Kann man machen und ist an sich ne pfiffige Idee. Aber ich denke jeder, absolut jeder, hört sich den Song einmal an und spult dann bis zum Ende vor. Es erinnert mich von der Vorgehensweise etwas an P. Williams „Happy“.

  2. Profilbild
    Mac Abre AHU

    Die Musikrichtung ist überhaupt nicht mein Fall aber die Videoidee hat was. Ich hätte aber nicht immer den gleichen Song gespielt, sondern eher eine LP oder ein Konzert.

    • Profilbild
      Filterpad AHU

      @Mac Abre Ich denke das gilt für viele hier, bezüglich Musikrichtung. Um mal etwas Klischeehaft zu werden: Für junge und hippe Studys ist das ok.

  3. Profilbild
    Flowwater AHU

    Das ist ja UL-TRA-GEIL! 😃 Wenn man sich einen Moment mit der Idee, dem Liedtext und der Implikation befasst, dann kann man ja gar nicht anders, als das geil finden. Ich glaube, auch David Lynch hätte daran seine Freude gehabt.

    Abgesehen davon ist das ja auch körperlich eine Anstrengung, nicht nur für den Sänger, der (fast) die ganze Zeit an dem Schloss herum hackt. Man merkt zum Schluss dann auch echt und echte Erschöpfung und mentale Auflösungserscheinungen. Ich gehe mal davon aus, dass seine Mitreiter ihn da nicht im Stich gelassen haben und die knapp 3 Stunden tatsächlich die Nummer immer und immer wieder gespielt haben.

    Wie gesagt: Ich find’s geil! Völlige Begeisterung. 😃👍

    • Profilbild
      Flowwater AHU

      @Flowwater
      [ Update 1/2 ]
      So, kein Witz: Ich habe mir das KOMPLETTE Video AM STÜCK reingezogen. Ich habe mir gedacht: Wenn die Jungs so eine GEILE Aktion starten, dann muss man sich das auch mal komplett geben. Und, was soll ich sagen: Das war echt ein Erlebnis.

      Währenddessen passieren ein paar unvorhergesehene Dinge:
      0:31:00 es kommt mal ein Schaf und schaut sich das Ganze an
      1:09:30 eine Axt bricht ab und der Kopf bleibt im Holz stecken, was bei Sänger Jakob zwar ein verdutztes Gesicht verursacht, ihn aber nicht davon abhält weiter zu singen
      1:32:00 Sänger Jakob bekommt tatkräftige Unterstützung von Keyboarder Djamin, dadurch fehlt jetzt zwar die Synthesizer-Stimme, was Jakob aber durch ausgleicht, indem er die Melodie kurzerhand selber singt (so geil!)
      1:38:45 jetzt geht’s wieder »regulär« weiter (schnauf!)
      1:41:00 hier wird einmal eine Nummer lang der Gesang weg gelassen, ein recht andächtiger Moment
      1:49:00 noch eine Stunde … ab hier hatte ich echtes tiefes Mitleid mit allen, hier übernimmt Gitarrist Lennart eine Weile die Hackarbeit
      2:15:00 noch 30 Minuten: beim inzwischen gehauchten »I still feel« mag man Sänger Jakob nur noch in den Arm nehmen
      2:38:00 die letzten 10 Minuten … das Fiese ist ja: Wir als Zuschauer wissen, wie lange es geht, als die Jungs das aufgenommen haben, wussten sie aber nicht, wann Schluss ist

    • Profilbild
      Flowwater AHU

      @Flowwater
      [ Update 2/2 ]
      Überhaupt hat Sänger Jakob die ganze Zeit immer noch die Energie und die Gegenwärtigkeit, um ein paar Dance-Moves zu zeigen und generell seine Stimme auch noch ganz am Schluss eine Oktave ansteigen zu lassen (auch wenn – keine Kritik! – die Töne verständlicherweise nicht mehr ganz so »sitzen«). Auch die vier Kollegen machen die ganze Zeit immer irgend welche Späßchen. Und: Wenn die Haupt-Melodie nicht so »melancholisch schön« wäre, hätte ich die Zeit wohl nicht durchgehalten.

      Deswegen noch mal: GEILE Aktion Jungs, geile Aktion! 😀👍

  4. Profilbild
    DW71

    Habe die Band vor ein paar Jahren auf einem Festival zum ersten Mal gehört und daher kennen gelernt. Musikalisch und Gesanglich damals echt gut – aber aus den Augen bzw. Ohren verloren. Denn der Gitarrist ging damals absolut nicht: eine rumirrende gitarrenschwingende Gefahrenquelle. Na ja, nicht meins. Wusste nicht, dass es die Band noch gibt. Schön.

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