13. April 2018

Ich hatte ein schlechtes Gewissen, als ich meiner Frau beichtete, ich hätte aus Versehen bei Ebay ein neues Effektgerät gekauft. Aus Versehen? Naja, ich war mit meinem Preisvorschlag so weit unter dem Einstiegspreis geblieben, dass ich nicht dachte, dass ich den Zuschlag erhalten würde.

Heute sage ich: Glück gehabt. Das Line6 Helix ist aus jetziger Sicht eines meiner besten Käufe im Bereich Gitarren-Equipment seit Jahren. Im Test bespreche ich übrigens Software-Version 2.5

Die Hardware des Line6 Helix

Ich finde: alles richtig gemacht. Endlich kein Plastik-Gehäuse, sondern stabiles Metall. Das Expression-Pedal macht einen wertigen Eindruck und die Fußtaster der aktuellen Line6-Produkte erscheinen auch um einiges Vertrauenswürdiger als die Vorgänger, die bis vor ein paar Jahren noch verbaut wurden.

Im Display zeigen sich nach ca. 2 Jahren (incl. meines Vorgängers) ein paar Gebrauchs-Kratzer, die man aber nur im ausgeschalteten Zustand wahrnimmt. Spätestens nach dem Einschalten fallen sie nicht mehr auf. Für die Anschlüsse schaut ihr bitte auf die Herstellerseite. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand alle wirklich benutzt – aber was man hat, das hat man.

Das Einzige, was mir bisher negativ auffiel, ist, dass das Expression-Pedal anfängt leicht zu quietschen. Aber ich spiele ja Rock-Musik da hört man das nicht mehr :-)

Richtig toll finde ich die Beschriftung der einzelnen Effektblöcke. Ich sehe nicht nur einen rot umrandeten Button, ich kann den Taster benennen. Wenn man auf die 50 zugeht ein nicht zu unterschätzender Faktor. Ein typischer „The Edge“-Sound mit 3 Delayblöcken – ich kann jedem Einzelnen Echo einen eigenen Namen geben.

Effekte & Amp-Modeling des Line6 Helix

Als Besitzer eines Line6 Firehawk war ich schon sehr gespannt, ob man einen großen Unterschied hört. Um es vorweg zu nehmen: der Unterschied ist groß. Firehawk oder auch Pod HD sind als Effektboard vor einem echten Amp annehmbar, aber sobald man direkt in die Anlage spielen will, schon sehr weit weg von einem echten Amp-Sound.

Preislich in der anderen Richtung findet man natürlich Kemper und Axe FX. Die Frage ist: kann der Helix da mithalten?

Beginnen wir gleich mit Amp- & Speaker-Modeling. Zu Beginn spielte ich die Werkspresets durch und war nicht sonderlich begeistert. Das geht mir aber meistens so. Meine Hauptgitarre ist eine mexikanische Fender Strat mit HSS-Bestückung und erfordert eben eine andere Einstellung als eine Gibson oder eine reine Metall-Gitarre.

Ca. 1 Woche lang programmierte ich eigene Sounds und ich merkte, wie ich von Tag zu Tag besser wurde und das System verstand. Aber ich war noch nicht ganz zufrieden. Als ich nach 3 Tagen anfing mit Impulse-Antworten zu experimentieren ging so langsam die Sonne auf. Während die Line6 Boxen-Simulationen immer etwas flach klingen, bringen IR´s einen „aufgekratzteren Sound“ ins Spiel – vor allem bei Crunch-Sounds. Es klingt einfach etwas rauher, etwas mehr Rock´n Roll. Mittlerweile mische ich oft die Line6-Simulation mit einer externen IR. Übrigens gibt’s sogar ein paar kostenlose IR´s von Line6.

Mittlerweile bin ich sehr zufrieden mit meinem Sound – ausschließlich mit kostenlosen IR´s von Drittanbietern. Toll finde ich, dass die Ampsimulationen auch als Preamp geladen werden können. Zum Beispiel nutze ich den Gibson EH-185 als Overdrive für eine cleane Marshall JTM-Ampsimulation.

Zu den anderen Effekten ist zu sagen, dass sie fast durchweg auf hohem Niveau spielen. Seit neuestem haben endlich tolle Reverbs Einzug gehalten, die in der Oberklasse mitspielen. Ansonsten findet man fast alles, was das Herz begehrt. Der Tube Screamer klingt wie er soll, die Wahs lassen sich mit dem Expression-Pedal sehr gut spielen und wer noch etwas vermisst, kann ja seine 4 Lieblingspedale problemlos einbinden.

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