Logic: Drittanbieter-PlugIns in der Bibliothek nutzen
Inhaltsverzeichnis
Seltener genutzte Funktionen von Logic Teil 1
Bei Interesse habe ich noch weitere Beiträge
Eine Menge von kostenlosen und günstigen Plugins führt in kurzer Zeit dazu, dass die Liste der Plugins von hier bis Wuppertal geht. Jeder Programmierer macht in seinem Plugin die Sounds in einem Browser anwählbar. Es gibt Plugins, da habe ich gefühlt eine Minute gebraucht, bis ich endlich den Zugang zum Browser gefunden habe. Einige sind dermaßen unpraktisch programmiert, dass allein diese Tatsache mich oft daran hindert, dass ich dieses Plugin überhaupt verwende. Ein Negativbeispiel ist iMS-20 von Korg für das iPad. Keine plus/minus Tasten, absolutes no-go, um durch die Sounds durchzusteppen, nein, es geht ein riesiges Fenster auf, das alles verdeckt.
Vermutlich haben die Programmierer das auch so empfunden, denn ein Klick auf das Keyboard bringt dieses zum Vorschein und ich kann durch Antippen des Sounds diesen wenigstens auch ohne OK zu drücken hören. Das Play Zeichen startet sogar eine Mini Sequenz, um die Sound anzuhören. Ist also nicht alles mies.
Einige Plugins bieten keine Favoritenlisten an, da kann es schon mal ärgerlich werden, wenn da 800 Sounds mitgeliefert werden und ich jedes Mal meinen Lieblingssound raussuchen muss.
Die Bibliothek in Logic
In Logic gibt es eine Funktion, die von vielen Usern gar nicht beachtet wird, die aber extrem hilfreich ist, um genau diese Soundauswahl zu standardisieren. Es ist die Bibliothek, die, wenn überhaupt, von den meisten nur zur Auswahl der Stock Plugins verwendet wird. Aber da können auch die Sounds aller anderen Plugins mit verwaltet werden. Wie das umgesetzt wird, möchte ich hier einmal erklären.
Eine Bibliothek anlegen
Sobald ich ein Drittanbieter Plugin starte und einen Sound auswähle, kann ich diesen auch in der Bibliothek von Logic speichern.
Dazu klicke ich auf „Sichern…“ am unteren Bildschirmrand links neben den Fadern. Sollte die Bibliothek nicht, wie hier, dargestellt werden, klicke ich auf das allererste Icon links oben direkt unter dem Apfel.
Alternativ funktioniert auch ein Klick links vom PlugIn Namen (direkt da, wo im Screenshot das kleine blaue Dreieck ist).
Wo liegen meine Sounds auf der SSD?
Der Ort, wo die Patches der Drittanbieter Plugins verwaltet werden, ist die Library im persönlichen Benutzerordner. Oft wird sie auch mit ~Library abgekürzt. Dieser Punkt ist etwas erklärungsbedürftig, denn von diesen Library Ordnern gibt es mindestens vier auf jedem Mac. Einen auf der obersten Ebene der SSD im Ordner System. Diesen bitte gar nicht erst öffnen, wenn man nicht genau weiß, wozu die einzelnen Dateien da sind.

Rot: Der Library-Ordner auf Rootebene, der gilt für alle User. Grün: darin liegt in meinem Benutzerordner ~Library. Um den geht es. Blau: besser darin nichts ändern, darin ist ein weiterer Library Ordner.
Der zweite ist direkt auf der Root Ebene. Dieser Ordner hat prinzipiell die gleichen Funktionen wie der Library Ordner im persönlichen Verzeichnis, gilt aber für alle User gleichzeitig. Der dritte Library Ordner ist der im persönlichen Verzeichnis, der vierte in Benutzer > Geteilt. Jeder weitere User hätte auch einen zusätzlichen Library Ordner.
Hier geht es um den Ordner 3: ~Library. Dieser wird auf Macs per Voreinstellung versteckt, ist also ein unsichtbarer Ordner, vermutlich, dass der DAU (dümmst anzunehmender User) den nicht abschiesst. Ich kann ihn sichtbar machen durch Cmd-Shift-Punkt (alle 3 auf einmal machen unsichtbare Dateien sichtbar, grau dargestellt), drücke ich die Kombi nochmal, werden sie wieder ausgeblendet.
Besser finde ich, den Library Ordner einfach grundsätzlich einzublenden. Dazu öffne ich den Benutzerordner im Finder und wähle die Darstellungsoptionen (Cmd-J). Hier gibt es den Eintrag: Ordner „Library anzeigen“ Anticken. Fenster schließen. Jetzt wird der Ordner immer angezeigt.
Diese längere Erklärung war nötig, denn hier kann ich ganze Ordner von Presets manuell einfügen, oder auch mal einen falsch geschriebenen Presetnamen händisch editieren. Ausserdem lassen sich Sounds in einer mir passenden Struktur in Ordnern anlegen. Die Bibliothek übernimmt das.
Jetzt wird sich der ein oder andere denken das ist aber mühsam, hier alle einzelnen Sounds abzuspeichern, um die leichter im Zugriff zu haben. Stimmt. Aber erstens gibt es durchaus die Meinung, dass ich von einem Plugin mit 783 mitgelieferten Sounds nur 23 brauche und genau diese in die Bibliothek schreibe.
Die Patchdatenbank
Für alle Vervollständiger gibt es aber eine seit vielen Jahren gepflegte Datenbank, die zu sehr vielen Plugins bereits die Daten zum Download bereitgestellt haben. Das geht zurück bis in die Nullerjahre. Solange gibt es auch diese Funktion in Logic bereits. Ich gebe zu, ich habe sie auch erst mit dem Erscheinen von Logic X vor über einem Dutzend Jahren mitbekommen. Die Webseite:

Hier ein kleiner Ausschnitt aus den angebotenen Sounds. Jeder Link lädt die Patches für das jeweilige PlugIn runter
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Das Video habe ich vor ein paar Jahren gemacht. Gilt aber alles noch.
Es gibt eine Übersicht getrennt nach Tonerzeuger und Effekt PlugIns. Anfangs dachte ich mir, wie geht das legal? Aber ich habe es selbst erlebt, als ich eine Soundbank hochladen wollte, die frei war, aber hinter einer Registrierung steckte, dass mein Upload abgelehnt wurde. Prinzipiell könnte ich auch zugekaufte Sounds so weitergeben, aber das wird auf dieser Seite vom Moderator verhindert.
Falls ihr die Daten von dieser Seite herunterladet, solltet ihr, um ganz sicher zu sein, wenigstens einen Sound im Plugin abspeichern. Denn dadurch wird die richtige Struktur im ~Library Ordner erzeugt. Die sieht so aus ~library/audio/presets/Herstellername/plug-in Name/violine.aupreset. (Gilt natürlich nicht nur für ein Preset Violine). Der Pfad muss natürlich genau stimmen, damit Logic diese Sounds überhaupt findet. Hier ein Screenshot:

Die Ordnerstruktur in ~Library. Am besten lege ich zuerst den Pfad an, indem ich ein einzelnes Patch speichere. Bis zum Ordner mit dem PlugIn Namen wird dann alles angelegt. Innerhalb des PlugIns im Finder kann ich ordnen und Ordner erzeugen wie ich will.
Diese Ordner könnt ihr natürlich auch anderen weitergeben, die mit dem gleichen Plugin in Logic arbeiten. Einen Hinweis noch zu den Bibliotheken im Programm. Es gibt mindestens zwei verschiedene Bibliotheken. Eine verwaltet nur die Channel Strips, und die ist meist auch angewählt. Das hat bei vielen schon zu einiger Verwirrung geführt, weil sie ihre Sounds nicht mehr wiedergefunden haben.
Die zweite Bibliothek ist die, die nur die jeweiligen Patches der Plugins verwaltet. Der Unterschied: Bibliothek eins wählt nicht nur den Sound eines Plugins an, sondern auch gleich noch alle nachgeschalteten Plugins, eben einen kompletten Channel Strip. Wähle ich da den Sound Piano an, könnte es sein, dass Logic dann nicht nur das Plugin wechselt, sondern gleich noch Kompressor, Hall und weiß der Teufel was zusätzlich adressiert. Kann je nach Fall natürlich sinnvoll sein, ist es aber nicht grundsätzlich.
In diesem Screenshot ist ein Channel-Strip angewählt. Das kleine blaue Dreieck zeigt das an. Darin wird nicht nur das PlugIn mit Sound, sondern in diesem Fall auch gleich der Arpeggiator und der Quantec

In diesem Screenshot ist ein Channel-Strip angewählt. Das kleine blaue Dreieck zeigt das an. Darin wird nicht nur das PlugIn mit Sound, sondern in diesem Fall auch gleich der Arpeggiator und der Quantec abgespeichert.
Die zweite Bibliothek ist die, die uns hier interessiert. Unterschieden wird sie nur durch dieses winzige blaue Dreieck, das entweder vor dem PlugIn steht (so wollen wir es für diesen Zweck haben) oder weiter oben neben „Einstellung“. Das wäre dann ein Channel Strip. Dieser speichert nicht nur den Sound 07-31HuffSyn im FB-02 ab, sondern gleich das Arpeggiatorpattern und den Quantec Hall mit ab. Durchaus sinnvoll, denn dieses PlugIn gewinnt mit Hall und einem etwas komplexeren Arpeggiator mächtig.
Auf Finderebene kann ich dann meine Patches ordnen, wie ich lustig bin. Es gibt viele, die ordnen gerne nach Soundtyp: Keyboards, Bässe, Drums, Effekte, etc. Andere, so auch ich, erzeugen zuerst einen Ordner „Best“, gerne mit Leerzeichen davor, damit er immer ganz oben in der Liste steht. Oder ich nummeriere die Ordner und er bekommt eine 1 davor.
Sind meine Sounds der Drittanbieter Plugins eingepflegt, habe ich einen weiteren Vorteil, der in allen Plugins gleich ist: die Taste ä wechselt zum nächsten Sound, die Taste ö zum vorherigen. Das ist natürlich entsprechend praktisch, da vor allem diejenigen, die es mit einem 13 Zoll Klapprechner wagen (oder keine andere Wahl haben) so ein Programm zu bedienen, wenigstens alle Plugin Fenster schließen können, wenn sie einfach nur den Sound wechseln wollen. Sollten ä und ö nicht funktionieren, einfach kurz irgendeinen Klang in der Bibliothek anklicken, danach geht es.
Das alles funktioniert natürlich nicht nur mit Sound Plugins, sondern auch mit Effekt Plugins und so weiter. Auch MIDI PlugIns wie hier der Arpeggiator zeigt seine Patches in der Bibliothek. Einfach das kleine blaue Dreieck (siehe oben) durch Klick davorsetzen.
Ich benutze seit vielen Jahren nur noch diese eine DAW, früher habe ich drei oder vier parallel verwendet. Deshalb weiß ich auch nicht, ob andere DAW diese Funktion auch haben. Wenn ja, schreib es gerne in die Kommentare.
Was ist mit externer Hardware?
Für externe Hardwaresynths gibt es übrigens auch eine Lösung die Soundnamen in Logic angezeigt zu bekommen. Das wird über das Environment realisiert. (Dieses wird leider immer besser versteckt, inzwischen nur noch über Cmd-0 erreichbar, oder ich öffne das Fenstermenü mit gedrückter Option/Alt-Taste). Die angegebenen Namen lassen sich ändern. Das kleine Multiinstrument hat die Kanäle 1-4 freigeschaltet. Auch Bank-Change Befehle können hier eingetragen werden (hier SY77). Es sind 16 verschiedene Bankwechselbefehle bereits definiert und über das PopUp Menü erreichbar.

Das Element im roten Kreis ist ein Multiinstrument. Die 16 Felder stellen empfangsbereite MIDI Kanäle dar, sie können einzeln an/ausgeschaltet werden.
Ich habe mal ein SY77 Multiinstrument angelegt (Bild oben) und die ersten vier Soundnamen angepasst. Früher konnte man die mit SoundDiver dumpen und davon die Soundnamen einfach übernehmen. Das geht nur noch mit einem alten Rechner in der Hinterhand. Environments kann man importieren auch aus alten Projekten.
Die Eventliste stellt die ProgramChange Befehle dann auch mit Soundnamen dar. Ziehe ich das kleine Multiinstrument-Icon in den Spurenkopf, legt Logic gleich Instrumente und, man störe und haune, auch gleich Einträge in der Bibliothek. Das hatte ich nun wirklich nicht erwartet, muss aber zugeben, dass ich bei Aufnahmen eigentlich nie externe Hardware verwende. Allerdings ist die Darstellung etwas frugal, Kanal 1 bis Kanal 4. Aber das Programm überträgt die Program Changes.
Die Patchnamen für Drittanbieter PlugIns kommen ab der Definition immer in der Bibliothek, die der Hardwaresynths jedoch nur, wenn der Song der by default geladen wird, diese Definition des Multiinstruments auch enthält. Daher empfehle ich dringend, aus dem Song eine Vorlage zu machen. In Einstellungen>Projekthandhabung>Standardvorlage kann ich diese dann automatisch laden lassen. Wie anno dunnemals das der Autoload-Song gemacht hat
Es ist sehr sinnvoll, von diesem Ordner ~Library/Audio/Presets eine Sicherheitskopie anzulegen, die kann ich später notfalls zurückschreiben, wenn die Platte mal abraucht und ich kein TimeMachine Backup aktiv habe. Natürlich gilt das für jedes andere BU-System auch.







































Ich habe vor zig Jahren mal Logic AP 5.3 auf dem Rechner gehabt. Das ist natürlich kein Vergleich zum Stand heute.
Ich kam ganz gut damit zurecht, aber letztendlich habe ich mich vom rechnerbasierten Arbeiten wegbewegt, war irgendwie nicht meins… 🤔
Wenn ich es nochmal versuchen würde, wären solche Artikel wie Deiner hier Gold wert…!
Sehr schön, daß Du Dein Wissen hier so detailliert weitergibst. Das könnte wohl Einige hier wieder ein Stück nach vorn bringen.
Auch, wenn ich nicht Deine „Zielgruppe“ bin:
Danke für Deine Arbeit und diesen Artikel…! 👋🙂👍
@Codeman1965 Danke dir für die 💐 ja klar, ist nur für eine kleine Usergruppe sinnvoll. Deswegen auch mein Zusatz, wenn für solche Themen überhaupt Interesse besteht.
@Tai Lese ich trotzdem gerne mal weg.
Ist ja nicht das Schlechteste, wenn man abends weniger blöd ist als morgens… 🤔😀
…und nochmals herzlichen Dank von einem ˋ65er.
Hier eingepflegt ist dies ein wunderbarer Wissensschatz
für ( nicht nur ) Logicer…
Klasse Tutorial! Vielen Dank dafür 👍
Um Presets als Favoriten zu speichern echt genial.
Hab mir vor einiger Zeit mal die Mühe gemacht und die Banks/Presets der Korg Wavestation SR (19“) so gespeichert.
Die Presetliste aus dem Manual in eine Textdatei kopiert und anschliessend per copy/paste in die Bank-Listen eingefügt.
@Camel Du meinst in diese Multi-Instruments? Das habe ich früher auch oft gemacht. Es gab eine Zeit, da hatte ich einen kompletten Editor für den TG55 im Environment erstellt. Das waren alles SysEx Fader. Bekomme ich vermutlich heute nicht mehr hin. Aber die neuen Kisten erlauben ja die Parameteränderung über CC. Das geht auch heute noch easy damit