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Musikmarkt: China nun auf Platz 4

China überholt Deutschland im weltweiten Musikgeschäft

23. März 2026
Musikmarkt: China nun auf Platz 4.

Musikmarkt: China nun auf Platz 4.

Im internationalen Musikgeschäft haben sich die Kräfteverhältnisse verschoben, denn China hat Deutschland überholt und ist nun der viertgrößte Musikmarkt der Welt, wie ein aktueller Report zeigt. Deutschland rutscht damit auf Platz fünf. Die Plätze eins bis drei belegen die USA, Japan und Großbritannien. Die Umstrukturierung wirkt auf den ersten Blick vielleicht überraschend, kommt aber nicht aus dem Nichts, denn seit Jahren ist zu beobachten, dass vor allem in Asien deutlich mehr Dynamik im Markt steckt als in vielen europäischen Ländern. Deutschland gehört zwar seit langem zu den starken Musiknationen, in China wächst der Markt aber mit einem enormen Tempo, das nun auch global sichtbar wird.

Weltweiter Musikmarkt wächst dank Streaming

Dass sich der Musikmarkt insgesamt weiter nach oben entwickelt, liegt vor allem am Streaming. Abonnements, steigende Nutzerzahlen und der tägliche Zugriff auf Musik über sämtliche Plattformen sorgen seit Jahren für große Zuwächse. Auch in Deutschland ist Streaming ein wichtiger Player des Marktes, die Umsätze sind stabil und die Branche steht insgesamt recht solide da. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass der deutsche Musikmarkt in einer Phase angekommen ist, in der große Wachstumssprünge eher selten geworden sind und genau an diesem Punkt unterscheidet sich China von Deutschland. Dort wächst der Markt nämlich nicht nur aus eigener Größe heraus, sondern auch, weil sich digitale Bezahlmodelle für Musik immer stärker durchsetzen.

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Musikmarkt: China nun auf Platz 4. Quelle: IFPIs Global Music Report 2026

Quelle: IFPIs Global Music Report 2026

Musikmarkt in China wächst schneller als in Deutschland

Der Aufstieg Chinas hat auch mit der Kombination aus einer riesigen Bevölkerungszahl, digitaler Reichweite und einer wachsender Zahlungsbereitschaft zu tun. Deutschland bleibt auch weiterhin ein starker Musikstandort, nur eben mit anderen Voraussetzungen. Dass China Deutschland jetzt international überholt hat, ist also weniger ein Zeichen von Schwäche des deutschen Musikmarktes sondern eher ein Hinweis darauf, wie schnell sich die globale Musikindustrie verändert.

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Was das für den deutschen Markt bedeutet

Für Deutschland ist der Rückfall auf Rang fünf kein Grund zur Panik, denn der Markt bleibt weiterhin groß und relevant. Trotzdem zeigt diese Entwicklung, dass die internationale Musikbranche ihre Schwerpunkte neu verteilt und Asien als Standort dürfte für viele Unternehmen immer wichtiger werden. Dort entstehen nicht nur neue Umsatzchancen, sondern auch Märkte mit wachsender kultureller und wirtschaftlicher Bedeutung. Wie sich diese Entwicklung weiter verhält, bleibt abzuwarten.

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Über den Autor
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Gereon Gwosdek RED

Leidenschaft für Tasten und Technik, Musikschulinhaber und Bandleader im Bereich von christlicher Musik.

Forum
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    Marco Korda AHU

    Ich will es gar nicht schwarz malen, aber es gibt doch eines zu bedenken: das Investitionskapital wird deswegen eher nicht mehr, sondern umverteilt werden. Das bedeutet, dass Standort Deutschland mutmaßlich schwächer wird, will man den Gesetzen des Marktes folgen.

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      Marco Korda AHU

      @Marco Korda Ja, stimmt. Das ist ein ganz anderer Markt da drüben. Aber auch tatsächlich sehr interessant, weil man von Jazz bis Pop über Klassik alles findet. Über Stadionbesetzung ist mir weniger was bekannt, aber die Vielseitigkeit der Musik ist schon exakt so wie bei uns.

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      Flowwater AHU

      @Marco Korda
      > […] Was mich irritiert, sonst wird Europa immer als Wirtschaftsraum zitiert, nun wird DE mit Milliarden Chinesen verglichen? […]

      Das verstehe ich auch immer nicht so ganz. Theoretisch müsste man dann auch die Bundesstaaten in den USA einzeln betrachten. Liegt vermutlich daran, dass die EU in der Außenwahrnehmung dann doch eher ein bunter Haufen zerstrittener Länder ist, die nicht so wirklich an einem Strang ziehen. Mich würde dann auch interessieren, wo wir lägen, wenn alle Länder der EU zusammen gerechnet wären. Nun ja.

      In der Wikipedia gibt es übrigens eine schöne Tabelle der Länder nach Bruttosozialprodukt aufgelistet. Da steht Deutschland an 3. Stelle hinter den USA und China. Da würde mich auch interessieren wo die EU mit allen ihren Ländern zusammen gerechnet lägen (kann man natürlich selber ausrechnen). Zeigt aber auch hier, dass die EU als Ganzes immer irgendwie nicht so wirklich wahrgenommen wird.

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        moinho AHU

        @Flowwater Vereinfacht gesagt: man sucht bei solchen Vergleichen Gegner, keine Opfer, und ganz besonders macht man ungern die eigenen Kunden zu Opfern.

        Wie ist die Marktkapitalisierung aller AGs in Deutschland? So die Hälfte von ner Klitsche, die Chips für Computerspiele entwirft und verkauft, und auf dem gleichen Niveau wie der Laden in nem (wie viele hiesige Banker gern sagen) Dritte-Welt-Land, der die Dinger baut. Nimmt man alle EU-Staaten zusammen, reichts zumindest für „vor China“.

        Hohes Bruttosozialprodukt? Recht einfach mit vielen Mensch und ner Staatsquote auf dem Niveau von Lybien oder so. Bedeutet nicht unbedingt, daß es den vielen Menschen irgendwas bringt (oder sie Geld haben, um Musiker zu fördern).

  2. Profilbild
    Mixit

    Für mich ist die Angabe aufgeteilt in Staaten vollig klar. Die EU ist kein Staat sondern eine „Interessensgemeinschaft“ von einzelnen Nationen / Staaten.

    Die USA ist mit seinen Bundesstaaten logischerweise als Ganzes zu sehen, ebenso wie die Deutschland mit seinen Bundesländern. Der Umsatz eines Business bezieht sich zunächst auf den Staat und nicht auf einzelne Regionen.

    Der Vergleich von z.B. China/Deutschland ist daher völlig richtig. China ist ein riesiger Wachstumsmarkt in dem der Wohlstand Stück für Stück zunimmt und somit die Zahl der Konsumenten Steigt, die sich Downloads usw. leisten können bzw. möchten.

    In Deutschland ist der Konsum eher gesättigt, der Wirtschaftsboom liegt hinter uns. Stagnierende oder geringe Wachstumszahlen insbesondere bei den derzeitigen wirtschaftlichen Problemen daher durchaus nachvollziehbar.

    Laut Musikindistrie BVMI lag der Wachstum 2025 bei +2,3%, leider fehlt die Angabe, ob das Inflationsbereinigt ist. Falls nicht lag das Wachstum bei 0,1%, da die Inflation laut Statistisches Bundesamt gemittelt bei 2,2% lag.

    Hoffe, die Zahlen korrekt wieder gegeben zu haben.

  3. Profilbild
    Markus Galla RED

    Ist nicht verwunderlich:

    – in den Top 100 sind nur chinesische/asiatische Künstler
    – China setzt zu fast 100 Prozent auf Download/Streaming mit nationalen Anbietern, es finden kaum CD-Verkäufe statt
    – eine der wichtigsten nationalen wie internationalen Musikmessen findet in China statt. Die ganze Branche, die früher auf der Musikmesse in Frankfurt und der NAMM war, trifft sich seit Jahren dort.
    – China ist führend in der Produktion von Elektronik und Apps
    – der chinesische Musikmarkt ist (noch) relativ geschlossen gegenüber ausländischen Künstlern
    – statt Abo setzen die chinesischen Anbieter auf Social Gifting und habe Social Media und Gifting-Strukturen in ihre Apps integriert
    – KI steckt da nicht erst in den Startlöchern, sondern wird für das Profiling in den Apps genutzt, um Hörern immer wieder neue Musik vorzuschlagen
    – Streaming von Live Events, exklusive Künstler der Streaming-Anbieter mit eigener Fan-Base, exklusives Merchandising uvm. spielen eine Rolle

    Kurz: Die Chinesen investieren sehr viel und das zahlt sich aus. Ist bei Autos nicht anders.

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