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Nachruf zum Tod von Moya Brennan

Die Stimme Irlands ist verstummt

15. April 2026
Nachruf zum Tod von Moya Brennan (Foto: John McCarthy via Wikimedia Commons)

Nachruf zum Tod von Moya Brennan (Foto: John McCarthy via Wikimedia Commons)

Trauer um eine absolute Legende ihres Genres: Sängerin Moya Brennan ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Das berichten unter anderem BBC und Irish Times. Der öffentlich-rechtliche Sender RTÉ nennt sie auf seiner Webseite eine „irische Musik-Ikone“. Brennan war Sängerin und Harfenistin. Sie sei am Montag (13.4.) umgeben von ihren Lieben friedlich gestorben, heißt es bei der Irish Times. Das gehe aus einer Stellungnahme ihrer Familie und ihrer jüngeren Schwester Enya hervor.

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„Lieder haben so viele Leben geprägt“

Am bekanntesten war Moya Brennan für ihre Arbeit in der Band Clannad, die um 1970 gegründet wurde. RTÉ schreibt, Clannad hätten sich nach ihrem Sieg beim Letterkenny Folk Festival auf Tournee begeben, sie „feierten erste Erfolge in Europa, insbesondere in Deutschland“. Tatsächlich erarbeiteten sich Clannad in Deutschland eine stattliche Fanbasis, konnten auch drei Alben in den Top 100 der Charts in Deutschland platzieren, am erfolgreichsten war ihre Greatest-Hits-Compilation „Magic Elements – The Best Of Clannad“.

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Wie groß Clannad wirklich waren, fasst die BBC zusammen und schreibt: „Die Gruppe entwickelte sich zu einer der weltweit führenden traditionellen irischen Bands und wurde zum Synonym für keltische Musik.“ Der Deutschlandfunk widmete Clannad ein langes Porträt und unterstreicht ihre „stilbildenden Folk-Pop-Rock-New-Age-Interpretationen“. International noch bekannter als Moya Brennan wurde ihre Schwester: Enya ist ein echter Weltstar. Zwischenzeitlich war auch Enya Mitglied bei Clannad.

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Moya Brennan trat in Deutschland auch immer wieder solo auf. „Ich liebe einfach das Konzerterlebnis – darum mache ich das ja schon so lange – und den Kontakt zum Publikum“, sagte sie anlässlich eines Konzertes.

Moya Brennans irische Wurzeln

„Man denkt immer, das sei so ein Rock‘n‘Roll-Klischee, aber auch bei Clannad war es nicht anders“

Die enorme Bedeutung von Moya Brennan und die große Trauer zeigt sich in zahlreichen Social-Media-Reaktionen. Auch der Abgeordnete Pearse Doherty reagiert bei Facebook erschüttert und schreibt: „Ich bin sehr traurig, vom Tod von Moya Brennan zu hören. Moya hat Irland und seinen Menschen so viel gegeben. Als die First Lady der keltischen Musik bekannt, haben ihre Lieder und Geschichten so viele Leben geprägt und werden immer in Ehren gehalten werden. Moya war stolz auf ihre Wurzeln. Sie war eine starke Botschafterin Irlands – sie nahm unsere Musik, Sprache und Kultur und teilte sie mit der Welt.“

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Moya Brennan: In a Lifetime

Máire Brennan, so ihr richtiger Name, war eine dieser Stimmen, die man einmal hört und nie vergisst. Und obwohl ihre Stimme immer im Vordergrund stand, war Moya Brennan nie ein Star, sondern eine Musikarbeiterin tief verbunden mit ihrer Heimat Donegal, der irisch gälischen Kultur und der Liebe zu Live-Musik und Auftritten.

Sie war mit ihrer Musik ein Brückenbauer und verstand es, Menschen zu verbinden. Und das nicht nur als Mitglied von Clannad, sondern auch und unbedingt als Solokünstlerin, die etwa mit Hanz Zimmer, Lisa Gerrard und vielen anderen zusammenarbeitete. Ebenso abwechslungsreich waren ihre Performances und Darbietung vieler genreübergreifender Remixe und mit Chicanes Version von „Saltwater“ entstand ein clubtauglicher Dance-Klassiker, der die Zeit überstanden hat.

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Die Älteren werden sich an Harrys Game, Robin the Hood und Der letzte Mohikaner erinnern. Jüngere vielleicht an Chicane und Saltwater. Ihre Stimme und die Art des Vortrages machten sie auch zu einer gefragten Background-Sängerin und trugen auch dazu bei, dass junge Künstler ihrer Karriere einen Schub geben konnten. So starteten Bono und U2 nach einem Feature in Clannads „In a Lifetime“ richtig durch.

Magic Elements – Family

Außerhalb Irlands wurde die Musik der Brennan-Familie allerdings immer mit dem New Age Label verbunden. Was aber hier in die falsche Richtung führt: Die Leistung von Moya Brennan und ihrer Familie war immer das verbindende Element und dem Anspruch, engelsgleichen Gesang und Folklore in Einklang zu bringen. Das alles durchaus unter dem Einsatz elektronischer Klangerzeuger, dabei aber immer offen und dem Leben und den Menschen zugewandt.

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Neben dem Gesang waren Harfe, Klavier, Rhodes und Synthesizer ihre Instrumente. Moya Brennan überzeugte auch ihre Brüder, dass ein Prophet P5 in die Background Line von „In a Lifetime“ passen würde. So hat sie es dem Autor zumindest bei einer zufälligen Begegnung in einem Musikladen in Dublin erzählt. Außerdem zeigte sie auch, wie man ein Rhodes MKII Stage 73 spielen kann, woraus dann eine Einladung und ein Besuch im familiären Brennan Pub Leo’s Taverne in Meenaleck wurde. Inklusive Clannad-Auftritt. Und ein späterer Backstage/Konzertbesuch im Februar 2019 und eine Einladung zum Farewell 2022, was sicherlich persönliche Highlights waren und bleiben werden.

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Ebenso werden ihre Lebensfreude, Lebensweisheit, Aufrichtigkeit und Weltoffenheit und vor allem ihre Stimme für immer bleiben. Slán go fóill Moya.

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Über den Autor
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TobyB RED

Musikalisch ist ToB(y) mein Alter Ego. Die Spannweite reicht von Funk bis Trance. Ohne sich auf einen Stil und eine Richtung festlegen zu wollen. Der Himmel ist die Grenze und der Weltraum die "Final Frontier". Musikalisch ein Kind der Achtziger und Neunziger. Spätestens mit dem ersten eigenen Synthesizer Korg M1 vom Virus infiziert. Den M1 gibt es immer noch. Und es sind ebenso viele Geräte hinzugekommen und gegangen. Und belegen mittlerweile ein
Dachgeschoss.

Der erste Test für ...

Forum
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    musikreaktor

    R.I.P. Máire 😢

    sie habe ich immer gerne bei Clanned während meiner Irland-Zeit 1994/95 gehört. Loreena McKennitt lief ich auch immer laut laufen. Das gehörte iwie zum irischen Lebensgefühl, in das man unweigerlich eintauchte und spiegelte musikalisch dieses Mystisch-Keltische wieder.

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    Filterpad AHU

    Mir sagte das erstmal überhaupt nichts. Aber als ist Saltwater las, war es um mich geschehen. Spannend das dies die Voice war. Unter anderem bin ich wegen Saltwater 99 überhaupt zum dekadenten Trancefuzzi geworden. Diese Nummer ist der „heilige Gral“ der elektronischen Musik in Bezug auf Ibiza 1999. Sagt ja schon der Name: „Saltwater“! – Old but gold! Ihre Voice blieb in meinen Ohren und sie möge in Frieden ruhen.

    • Profilbild
      TobyB RED

      @Filterpad , die Karriere umfasst einen Zeitraum von über 50 Jahren. Das Moya + Clannad in Deutschland nicht so präsent sind, heißt aber nicht das die unrelevant sind. BTW. Schiller hat auch nicht Moya gearbeitet. und ich fand neben Kim Sanders und Tricia McTeague war Moya die für den Schiller Sound passendste Stimme. Und ansonsten einfach mal die Nase ins Leben halten und Reisen, da kann man viele Menschen kennenlernen ;-)

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    Viertelnote AHU

    sagt mir so auch nichts der name.loreena mckennitt schon.
    hab Highlands I+II sehr schön campfire oder bei feuerschale
    auf therase. gibt sehr schöne stimmung

    „and we dance around the open fire…“

    • Profilbild
      TobyB RED

      @Viertelnote , ohne Irish Folk würde es keine Loreena McKennitt aus Canada geben. Clannad haben den Folk ins New Age gebracht. Das hat erstmal nichts mit Esoterik zu tun. Sie haben Synthies und Rhodes in den Sound gebracht. Und haben gar nicht erst versucht den Synthie wie eine Trompete klingen zu lassen. Insofern waren die auch der Wegbereiter für die Schwester Enya die dann denn D-50 abgefeiert hat.

  4. Profilbild
    carsten weidenhaupt

    Schockierend, wo sie doch im Februar noch live mit ihren Brüdern auf einem Event spielte und sang. Ich bin unendlich traurig und fand ihre wunderschöne und empathische Stimme immer sehr tröstlich und natürlich auch hammermässig professionell. Ob Robin Hood-Soundtrack, oder bei One World One Voice mit ihren Brüdern und Onkeln oder auf ihren bemerkenswerten wandlungsreichen Solopfaden , absolut verässlich hat sie himmlisch abgeliefert und musikalisch immer wieder positiv überrascht. Nun muss ich damit fertigwerden und mich daran gewöhnen, nicht mehr ewig auf Clannad-Reunion und Moyas neue Alben zu hoffen. Ich würde Moya und Enya nicht dauernd vergleichen, aber Moya hat mich immer sehr sehr sehr berührt.

    ….und sie wird das weiterhin. Auch ihre Biografie ist sehr lesenswert und es gibt auch einiges an Musiker-Insider-Wissen, mal humorvoll, mal einfach schockierend ,aber immer mitreissend.
    Wenn’s einen Himmel gibt, hat der Himmelschor da nun die beste Solistin aller Zeiten , und das auch noch mit Harfe…..ausserdem verbinde ich mit ihr Zugewandheit, natürliche Schönheit und einfach einen netten Menschen. Ich werd Dich vermissen, Moya…. und wünsche ihrer wunderbaren Familie , dass sie es schafft, in ihrem Sinne weiterzumachen und stark zu bleiben und weiter zu leuchten wie Moyas Stern.
    alles Liebe
    Carsten 🎸

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