Nord zeigt in neuer Doku, wie die roten Keyboards entstehen
Clavia Nord hat auf YouTube die sehr empfehlenswerter Dokumentation „Nord – The Making of the Red Keyboards“ veröffentlicht, die einen mit hinter die Kulissen des schwedischen Herstellers nimmt und zeigt, wie viel Handarbeit, Musikerfahrung und Detailarbeit in den roten Instrumenten steckt.
Zu sehen ist unter anderem das Hauptquartier in Stockholm, in dem sich Produktentwicklung, Management, Werkstatt, Montage und Qualitätskontrolle unter einem Dach befinden. Die etwa 16 minütige Dokumentation zeigt dadurch recht anschaulich, wie nah Idee, Klang, Technik und handwerkliche Arbeit bei Nord beieinanderliegen.
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Instrumente von Nord entstehen aus der Sicht eines Musikers
Im Mittelpunkt steht der Gründer von Clavia Hans Nordelius, der darüber spricht, wie seine eigene Zeit als Live-Keyboarder die Entwicklung der Instrumente beeinflusst hat. Aus dieser Erfahrung heraus entstand auch der Gedanke „Ein Knopf, eine Funktion“, der bis heute eng mit Nord verbunden ist und an den Instrumenten sichtbar wird.

Firmenchef und -gründer Hans Nordelius beim Aufnahmen von Samples (Quelle: Nord – The Making of the Red Keyboards)
Der Film zeigt, dass bei der Entwicklung immer wieder eine einfache, aber entscheidende Frage gestellt wird: „Was braucht ein Keyboarder auf der Bühne wirklich?“ Hans Nordelius ist außerdem selbst am Flügel zu sehen, während Sounds aufgenommen werden, die später in einem Nord-Instrument landen sollen. Dabei geht es nicht nur um technische Qualität, sondern vor allem auch um musikalisches Gespür. Wer selbst spielt, weiß oft sehr genau, wie ein Klang reagieren muss, wenn man stärker anschlägt oder einen bestimmten Ausdruck sucht.
Handarbeit bei jedem roten Keyboard
Besonders sehenswert sind die Einblicke in die Fertigung, denn die Instrumente entstehen nicht anonym am Fließband, sondern in vielen einzelnen Arbeitsschritten, bei denen Sorgfalt und Handarbeit eine große Rolle spielen. In Stockholm werden die Komponenten montiert, geprüft und vorbereitet, bevor die fertigen Keyboards in die ganze Welt verschickt werden.
Der Film besucht auch mehrere Zulieferer. Die Modwheels entstehen beispielsweise in einem kleinen schwedischen Familienbetrieb, die seitlichen Holzverkleidungen kommen aus einer kleinen Schreinerei in Estland und einige Tastaturen werden von Fatar in Italien gefertigt. Einer der schönsten Momente ist meiner Meinung nach der Besuch bei einem älteren Ehepaar in Småland im Süden von Schweden. Die beiden fertigen zu Hause die Pitch Sticks aus Holz an, sägen, schleifen und lackieren sie von Hand.

Aaby and Inger Henriksson bei der Herstellung der Pitch Sticks (Quelle: Nord – The Making of the Red Keyboards)
Warum die roten Keyboards auf der Bühne funktionieren
„Nord – The Making of the Red Keyboards“ ist keine simple Produktvorstellung, sondern vielmehr ein kurzer Film, der erklärt, warum Nord-Instrumente seit Jahren bei vielen Live-Musikern so beliebt sind. Im Mittelpunkt stehen vor allem die direkte Bedienung, verlässliche Funktion und Sounds, die im musikalischen Alltag bestehen müssen. Die rote Farbe ist mittlerweile das Markenzeichen der Firma, aber die Doku zeigt sehr eindrücklich, was dahinter steckt.









































Wenn ich mal groß bin, dann kauf ich mir so einen Roten, den ich schon immer sehr ansprechend finde.
Tolle Instrumente und glaubhafte Geschichte, mit viel Arbeit dahinter…
ich freue mich auf die nordMUSIK, auf meinem melancholischen nordBLAKON.
Ich bin absolut baff! Den Film habe ich von Sekunde 1 bis zum Ende verschlungen.
Es ist einfach mega, wie Clavia auf lokale Produktion setzt, statt alles billig in Fernost einzukaufen.
Aber mein persönliches Highlight ist das Rentner-Duo im Schuppen (gefühlt um die 80!).
Andere in dem Alter füttern Tauben, die beiden haben aber absolut keinen Bock auf Rumlungern und produzieren stattdessen einfach mal die Pitch Wheels!
Bei der Szene an der Kreissäge, wo das Sägeblatt Millimeter an seinen Fingern vorbeizieht, habe ich echte Schnappatmung bekommen…
Und danach wird das alles ganz easy am Küchentisch fertig geschustert.
Wie genial ist das bitte?! Und fetten Respekt an Clavia:
Jede andere Firma würde das seelenlos in Serie fertigen lassen.
Clavia schaut nicht aufs Alter oder die improvisierte Werkstatt, sondern einfach nur auf die geile Qualität und das Herzblut.
Ich brauche aktuell zwar keine Hardware, aber WENN, dann definitiv ein Clavia Nord.
Ganz großes Kino!
@paolostylo Ganz genau das dachte ich auch. Jetzt sehe ich den Pitch Stick meines Nord Stage 2 ganz anders :)
Spannender und sympathischer Laden!
Ja, ich schließe mich an und schaut es euch an. Dass der Opa noch alle Finger hat, liegt wohl daran, dass er seiner eigenen Handwerkskunst vertraut. 😄 Meine kleine Geschichte dazu: Ich musste mich damals (etwa 2007/08) bei eBay zwischen einem JP-8000 (ca. 700 oder 800€) und einem Clavia (ca. 1.400€) entscheiden. Wegen des Preises, aber auch wegen des Sounds und Kultfaktors, wurde es der JP-8000. Und die Entscheidung war damals absolut richtig. Wenn ich heute allerdings einen VA-Synthesizer kaufen würde, dann stünde ein Nord definitiv ganz weit oben auf meiner Liste. Was mich aber bis heute regelmäßig irritiert, ist der Name „Nord Electro“. Ich falle wirklich jedes Mal darauf rein, weil ich bei „Electro“ automatisch an einen Synthesizer denke. Dabei ist die Electro-Serie in erster Linie ein Stagepiano und eine Orgel, der Synthesizer spielt dort eher eine Nebenrolle. Abgesehen davon ist eine Hammond ja auch elektromechanisch und nicht elektronisch. Ich tappe echt jedes Mal wieder in diese Denkfalle. Aus meiner Sicht ist „Nord Electro“ deshalb ein etwas unglücklich gewählter Name. Und das typische Feuerwehrrot ist zwar auch nicht so meins, aber aus Marketingsicht natürlich ein genialer Schachzug. Die Dinger erkennt man schon von Weitem. Einen Nord würde ich jedenfalls nicht ausschlagen, dann allerdings selbstverständlich einen echten Synthesizer von denen (Nord Lead, Wave o. A1).
@Filterpad Ja und Dein Nord Lead würde vermutlich heute noch funktionieren 😉
@MPC-User Ja, dass kann ich wohl nicht leugnen. 💪
@Filterpad Der Ur- Electro von ums Jahr 2000 war zur Nachbildung elektromechanischer Instrumente (Hammond-Orgel, Rhodes- und Wurlitzerpianos) gedacht.
Erst später konnten auch Samples von akustischen (Pianos, Pfeifenorgel) und elektronischen Instrumenten (Comboorgeln, Synthesizer etc.) geladen und gespielt werden. Daher passte der Name Anfangs perfekt.
Die Firma finde ich einfach sehr sympathisch und nachhaltig. Ich bin kein Livekeyboarder, habe aber seit ein paar Jahren einen Nord Lead A1 in meinem Homestudio neben diversen anderen Hardwaresynths im Einsatz. Den A1 gebe ich freiwillig nie mehr her. Unfassbar guter und vielfältiger Sound, intuitive Bedienung und rocksolid in der Verarbeitung. Die machen da schon einen guten Job.
@baselzwei Der A1 ist ja nun schon über 10 Jahre auf dem Markt. Ich habe so das Gefühl die vernachlässigen die reine Synthesizer Sparte.
Wird mal Zeit für ein neues Modell.
@MPC-User Schon grundsätzlich richtig. Allerdings klingt der A1 auch heute noch frisch und ist schon ganz gut so wie er ist (meine bescheidene eigene Meinung, die nicht allgemeingültig ist). Klar, ein echtes Display und ne bessere Tastatur mit Aftertouch wäre schon cool… Aber die Klangerzeugung finde ich einzigartig gut.
@MPC-User Nunja, die letzte Soundbank für den Nord Wave 2 wurde am 08. April 2026 zum Download bereitgestellt.
Und selbst wenn: Bei mir im Rack hängt der (damals noch) „Clavia Nord Modular“ in der Desktop-Version (wird mittlerweile aufgrund des Nachfolgers gerne um die Bezeichnung „G1“ ergänzt). Der macht´s noch wunderbar und wurde meinerseits bestimmt noch nicht voll ausgeschöpft.
@m-ex G1 und G2 sind sehr begehrt. Der G2 sehr selten zu finden und teuer.
Funktioniert die Software überhaupt noch?
@MPC-User Für den Mac soll es eine alternative Softwarelösung geben (wurde hier auch mal vorgestelllt).
Bei mir muss ein alter Laptop (WIN XP) als „Editor-Rechner“ für den Nord Modular und den Creamware Noah herhalten. Ein Ersatz-Laptop liegt hier zur Sicherheit dann auch noch herum.
Der G2 ist durchauis zu finden, die verlangten Preise sind aber jenseits von gut und böse.
Der G1 war mehr als ein Schnäppchen.
Hallo,
Vor ca. 2 Jahren fuhr mein Nord Stage 2 ex nach dem Anschalten nicht mehr hoch. Die Diagnose bei meinem lokalen Händler lautete, dass das Main Board kaputt sei. Ich sollte das Teil zum Hersteller einschicken lassen. Nach einem (!) Jahr und etlichen Nachfragen erhielt ich von Clavia Nord die Bestätigung inkl. der Aussage, dass es auch kein Ersatzteil für das 8 Jahre alte Instrument gibt.
Für mich ist diese Marke gestorben.😤
@Tomtaste Wie? das Gerät war so lange in Schweden bis die Antwort kam?😮
@MPC-User Richtig!
@Tomtaste Wo Licht ist, ist wohl auch Schatten – sehr unschöne Geschichte. Ich finde die Nords ok aber dass geschätzt 9 von 10 Livekeyboarder einen Nord benutzen finde ich etwas schade. Es ist dann halt immer derselbe Klangcharakter. Ok, in den 70er hatten alle einen Minimoog uns da beklage ich mich nicht. Der Sound ist einfach zu gut. Meiner Meinung ist es halt auch so, dass es noch keine glaubhafte Emulation einer Hammond B3 gibt. Die Nord-Hammond gefällt mir gar nicht, muss aber sehr oft für Livekonzerte herhalten.
Mein Lieblingsmoment ist 1:05, da habe ich mal auf Pause gedrückt. Irgendein DSP/Mathenerd hat in MATLAB ein unfassbar komplexes Modell „superLeslie“ gebaut, bestehend aus zig Quellfiles für Frequenzweichen, Karussell usw., aus dem die Impulsantworten dann via printf in Datenfiles für den performanten Echtzeitcode exportiert werden. Man arbeitet mit der Mischung an Tools, die sich im Betrieb als die produktivste erwiesen hat. Aber im Wesentlichen ist einfach eine Menge wissenschaftlich informierte spleenige Bastelei im Spiel.
@MatthiasH Interessant. Und kurz vorher sah man kurz einen JP8000. Kommt evtl. doch noch ein neuer Lead👍
Oder man hat den noch von damals stehen als der Lead 1 rauskam um zu vergleichen was die Konkurrenz nachgebaut hatte😜
Gerne mehr von solchen Dokus.
Ich lasse mich von solchen „emotional adverts“ nicht blenden. Wenn man sich das Support-Forum bei Nord anschaut, ist an dieser Firma nicht wirklich etwas nachhaltig. Von vornherein waren das Rot und die Wooden Nose die Signature-Elemente bei den Nords. Dieses Marketing war für mich auch ein Grund, warum ich mich 1999 gegen Nord und für Access entschieden habe. Das war mir damals schon supekt.
Der Sound ist ja durchaus gefällig bis sehr gut. Aber wenn Geräte, die nicht mal ein Jahr vom Markt sind, schon als Legacy-Produkt gelistet werden, bin ich raus.
Für die aufgerufenen Preise erwarte ich deutlich mehr, sehr viel mehr.
@lookandlisten Als Vorbild für Produktpflege kann ich immer wieder Elektron erwähnen. Die versorgen Teile ihrer Lagacy Produkte immer noch mit Updates.
@MPC-User Ich habe 1999 einen JD-800 gebraucht beim M in Köln gekauft. 8 Jahre später kam bei mir das Red-Glue Problem auf. Nach Kontakt mit Roland habe ich kostenlos (!!!) ein Austauschkeybed bekommen. Die haben nicht mal ein Problem mit einem Gebrauchtkaufgerät gehabt. Ich musste nur das Paketporto zahlen. Gut 12 Jahre nach Produkteinstellung.
So etwas gibt es heute wohl nirgends mehr. Ist mittlerweile auch eher mehr eine Romantik-Geschichte. Auch wenn man juristisch durchaus von einem verdeckten Mangel reden könnte – aber nach 12 Jahren eher sinnfrei.
Bei Access Music in Recklinghausen konnte man eben mal mit dem Auto vorbeifahren; zumindest, wenn man in der Nachbarstadt nebenan arbeitet.
Oder bei den Fachbesucher-Tagen auf der Musikmesse Frankfurt konnte man im direkten Gespräch mit den Entwicklern Tipps zur Reparatur oder Optimierung bekommen. Dreadbox pflegt bis heute ebenfalls diese Kundenkultur.
Von Elektron habe ich das auch gehört; allerdings mag ich persönlich das Interface der Instrumente nicht. Beim Heat allerdings fällt es mir durchaus schwer, nein zu sagen. 🙄
Musikproduktion ist immer Business; nur manche machen halt die Leidenschaft glaubwürdig zum Teil des Business.
Früher war alles besser? Ja!
@lookandlisten Da bringst Du mich auf eine Idee.
Meine Bassstation 2 der ersten Serie hat vergilbte Tasten und Knöpfe.
Ich schreibe voller Leidenschaft mal den Hersteller an.
Habe nämlich mal gehört, dass die auch kostenfrei austauschen.😎😉👍
@MPC-User Ich höre einen Unterton von Ironie? 😁
Der Red-Glue beim JD-800 war ja in der Tat ein sehr prominenter Fehler des Herstellers.
In den anfänglichen 2000er Jahren wollte Roland wohl einfach nur die Lagerbestände auflösen. Du musstest nur das Porto zahlen. Anhand der Seriennummer wussten die wohl selber, ob ein JD betroffen sein konnte oder nicht.
Einbauen mussten die aber schon alle brav selber. Allerdings konnte man dabei auch gleich den fehlerhaften Aftertouch „richtiglöten“. Roland hat den Fehler beim Kleber für die Tastengewichte ja selber bestätigt.
Das Patina-Beige ist kein Makel sondern ikonisch. Bei Akai zahlt man dafür sogar einen Aufpreis… 😂 (habe ich gehört)
@lookandlisten Nein keine Ironie.
Hatte sogar Erfolg. Es gibt neue Potikappen inkl Pitch und Modwheels kostenlos.
die Tastatur ist nur komplett zu bekommen. Kostet 55 Pfund
Die nehme ich auch.
Toller Support bei Novation