Original Klon Centaur Overdrive Pedal – 1/2-Mill. USD

5. März 2021

Klon Centaur #02 für 500.000 USD verkauft

500.000 US-Dollar für ein Pedal. Uff. Schnell noch mal nachlesen. Augen zu, Augen wieder auf, ja es steht da wirklich. Der erste jemals gebaute Klon Centaur mit der Seriennumer #02 wurde vom Chef der JHS Effektschmiede Josh Scott, auf REVERB.com zum Preis von 500.000 USD angeboten und nun angeblich auch verkauft.

Der Käufer ist Tyler Larsen, der auf YouTube unter dem Namen Music is win bekannt ist. Ob er aber wirklich eine halbe Million für das Overdrive Pedal hingelegt hat, wagen wir zu bezweifelt, auch wenn er das Publicity-trächtig in seinem Video behauptet.

Klon Centaur #02 zum Preis eines Einfamilienhauses?

Entwickler des begehrten Vintage-Overdrive-Pedals war übrigens Bill Finnegan, der sich die Seriennummer #01 für später aufgespart hatte. Wahrscheinlich wollte er erst einmal sichergehen, ob das Pedal auch wirklich gut ist. Wertvoll ist es heute auf jeden Fall.

Tyler Larsen hat auf seinem Kanal ein Video veröffentlicht, das dann aber schnell klarmacht, wie der Hase läuft. Mit reichlich Pathos und etwas über dem Strich beweint Larsen seine Freundin, die ihn verlassen hat und präsentiert seinen leergeräumten Haushalt, den er komplett für das Pedal verkauft haben will.

Eine Gitarre und einen Amp hat er aber offenbar behalten, sonst könnte er den Klon Centaur ja gar nicht demonstrieren. Ob und wie genau das wohl teuerste Pedal der Rockgeschichte klingt, sollte man auf jeden Fall mal checken.

Klon Centaur #02 Tyler Larsen

Wahnsinnig gut oder einfach nur wahnsinnig? Tyler Larsen hat den Klon Centaur mit der Seriennummer #02 für 500.000 USD gekauft

Alles nur Fake oder ein ernster Hintergrund?

Wenn man sich durch die ersten, etwas schwerfälligen Minuten des Videos gekämpft hat, demonstriert Tyler dann auch das Pedal und es klingt tatsächlich sagenhaft. Aber ob es seinen Preis wert ist? Genau das ist der Punkt, um den es geht. Josh Scott hat den Verkauf des Pedals auf Reverb initiiert, um auf die teilweise horrenden Summen, die für Vintage-Equipment aufgewendet werden und die Entwicklung auf dem Gebrauchtmarkt hinzuweisen.I listed a pedal online for $500,000 as a troll and to make a point. So many people „got the joke“ but so many people didn’t. Und das ist der wirklich springende Punkt. Scott erklärt in diesem Video, warum er den Klon Centaur inseriert hat.

Ist das eine gelungene Aktion, die einen Aufschrei gegen den teilweise wirklich fragwürdigen Vintage-Hype provoziert? Oder geht das, angesichts des tatsächlichen Interesses mancher Käufer, einfach unter? Kaufen so etwas nicht sowieso nur Spekulanten, die eine weitere Wertsteigerung erwarten? Für mich wirft diese Aktion mehr Fragen auf, als sie Antworten liefert. Und das ist gut so!

Der Klon des Klon Centaur bei THOMANN

Wer das Ganze deutlich günstiger kaufen möchte, der greift zur Neuflage des Klon Centaur, der ebenfalls von Bill Finnegan auf den Markt gebracht wird. Den neuen KR gibt es bei Thomann für gerade mal 395,- Euro. HIER KLICKEN

 

Forum
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    iggy_pop  AHU

    „[…] Mit reichlich Pathos und etwas über dem Strich beweint Larsen seine Freundin, die ihn verlassen hat […]“

    Hat sie ihn verlassen, bevor oder nachdem er 500.000 Euro für ein Pedal ausgegeben hat?

    Spaß beiseite: Den Witz und die Ironie werden wohl nur die wenigsten verstehen. Diejenigen, die sich einen ARP 2600 FS, ein Mini Moog Reissue oder einen Two Voice Pro in der Oberheim-Version gekauft haben, um sie mit ordentlich Marge auf Reverb zu verhökern, werden nur Wasser auf ihren Mühlen sehen.

    Und weitermachen.

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    Emmbot  AHU

    Mir fällt gerade der Grafikkarten-Markt ein. Die verkaufen alles was n Stecker hat. Und das für Mondpreise.

    Oder die Teile von Junkie XL. Die waren teilweise auch ganz schön drüber.

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      Jan Steiger  RED

      Die NASA hat doch schon vor Jahren die ganzen ollen 486er aufgekauft, weil die mit den Dingern ins All geflogen sind :D

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    Henrik Fisch  AHU

    »Music is win« freut sich, weil er das geil findet, Josh Scott hat Kohle gemacht oder zumindest Aufsehen erregt, YouTube kann wieder mehr Werbung verkaufen … und ich selber weiß, dass ich mir garantiert niemals ein Video von »Music is win« ansehen werde. Ist also eine »Win-win-win-win«-Situation. Alles gut, oder?

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      Ashatur  AHU

      Ich musste so lachen bei dem lesen dieses Artikels.
      Also wenn ein Mensch solch eine Aktion veranstaltet um auf den überzogenen Gebrauchtmarkt hinzuweisen und danach kauft ein bekannter Youtuber dieses Grät und zelebriert auf YTwie er dafür büßen musste das Freundin und der halbe Hauststand fort sind.. naja das erinnert mich schon etwas an Pseudo Real Live TV :-D

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        yelemusic

        Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass „Music is win“ das Ding tatsächlich gekauft hat? Da ham sich 2 Youtuber zusammen getan, um gemeinsam mit dieser Story ihren Kanal zu pushen, aber Geld ist da sicher keins geflossen. Diese Youtube Mischpoke ist doch eh mittlerweile ein immer größer werdendes Netz an Leuten, die sich pernament gegenseitig die Bälle zuspielen, um so den Algorithmus zum gegenseitigen Vorteil zu nutzen…

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    Tyrell  RED 12

    Das mit dem „Preis eines Einfamilienhauses“ wird allerdings schwer werden, zumindest in München. ;) Da gibts für ne halbe Million gerade noch ne kleine Wohnung :(

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      Jan Steiger  RED

      München ist zum Glück nicht der Durchschnitt. Aber leider hast du recht, mein Sohn zahlt in Köln für seine Studentenbude 350€ für sein 16 Quadratmeter WG-Zimmer :‘D

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        bluebell  AHU

        Mit den Erkenntnissen aus der Corona-Zeit, dass man so viel übers Internet machen kann, dass – selbst bei gelegentlicher Anwesenheitsnotwendigkeit – eine Wohnung in den überteuerten Speckgürteln um Arbeitgeber und Unis nicht mehr nötig ist, wird sich vieles ändern. Wer eine Immobilie auf Pump gekauft hat in der Hoffnung, Mieter ordentlich auszunehmen, auf den wartet ein böses Erwachen.

        Ich bin gespannt, wann ich meine Zweitwohnung in Frankfurt wegrationalisieren kann. Und mein Jüngster wird sich wohl keine Studentenbude zulegen müssen.

        Weniger Abzocke, weniger dicht aufeinandersitzende Leute, die sich gegenseitig in ihren Trittschall-Legebatterien auf den Senkel gehen, weniger erzwungene Pendel-Mobilität, weniger verstopfte Straßen und Öffis – wir haben jetzt gesehen, dass es geht.

        Die Aussicht, dass Leute überwiegend dann unterwegs sind, weil sie es wollen – z.B. weil sie zu einem Konzert fahren – ist schön.

        Die zu erwartende Flucht der Städter aufs Land, um endlich einen Garten zu haben und die nachtaktiven Trampeltiere über ihnen loszuwerden, kann natürlich neue Probleme bringen: Verwahrlosung der Ballungsräume und Preissteigerungen auf dem Land. Unsere Villenbesitzer-Politiker mögen die böse Zersiedelung und die Möglichkeit der teilweisen Selbstversorgung auf dem Land so wenig wie die traditionelle Familie. Der vereinzelte, abhängige Bürger ist besser zu steuern.

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          Henrik Fisch  AHU

          > Mit den Erkenntnissen aus der Corona-Zeit, dass man so viel übers Internet machen kann, dass – selbst bei gelegentlicher Anwesenheitsnotwendigkeit – eine Wohnung in den überteuerten Speckgürteln um Arbeitgeber und Unis nicht mehr nötig ist, wird sich vieles ändern. […]

          Das ist tatsächlich eine der wenigen guten Erkenntnisse, die man aus der Corona-Pandemie ziehen kann. Wobei ich persönlich aus verschiedenen Gründen gerne auch ins Büro gehe, zum Beispiel, weil die Wege zu den Kollegen direkter sind. Wobei es schon sehr traurig ist, dass dieser Wahnsinn über uns herein brechen musste, um diesem Wissen zum Durchbruch zu verhalfen. Das ginge nämlich auch schon alles vor 10 Jahren. Aber auch Kinder müssen immer erst selber auf die heiße Herdplatte fassen um zu erfahren, dass diese tatsächlich brennend heiß ist.

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            bluebell  AHU

            Das mit dem direkteren Zugriff auf die Kollegen ist so eine Sache. Die meisten Menschen lassen jeden stehen, wenn das Telefon klingelt. Der Anrufer ist stets wichtiger als der, der physisch bei ihnen ist. Daher rufe ich die Kollegen auch dann an, wenn sie im Büro neben mir sitzen.

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        mort76  

        Wir haben gerade in einem ganz normalen Vorort von Köln ein ganz normales Einfamilienhaus für 410.000 Euro verkauft.
        1981 gekauft für 120.000 DM.
        Man kann Parallelen zwichen Immobilien- und Vintage-Markt erkennen…schön für mich, aber trotzdem krank.

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          bluebell  AHU

          Hättest Du damals für 120.000 DM Gold gekauft, hättest Du einen ähnlich guten Schnitt gemacht. Dinge, die sich nicht vermehren lassen wie Gold oder Grundbesitz werden bei steigender Anzahl von Menschen wertvoller.

          Ich denke, dass nicht das Haus den Hauptwert darstellte, sondern das Grundstück.

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            Emmbot  AHU

            Jop Gold ist was wert, dass andere ist nur bedrucktes Papier.

            1923 waren alle Multitrilionäre und hatten trotzdem nix zu essen.

            Die Hyperinflation Teil 2. Na ganz so schlimm wirds diesmal nicht.

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            mort76  

            „Hättest Du damals für 120.000 DM Gold gekauft, hättest Du einen ähnlich guten Schnitt gemacht.“

            In Gold hätten wir nicht wohnen können.

            Das Grundstück spielt wahrscheinlich eine geringere Rolle als die verkehrsgünstige Lage in der Nähe der Autobahn…das Haus geht nämlich nicht an einen Spekulanten, sondern an jemanden, der da wirklich drin wohnen will.

            In dem Haus bin ich aufgewachsen, und ich könnte das nicht ertragen, wenn es einfach abgerissen würde. Jetzt teile ich mir das Geld mit meinen 3 Geschwistern- das ist das übliche Drama, wo keiner der Erben genug Geld zusammenbekommt, um die anderen auszubezahlen.

            Auf mein Equipment wird sich das jedenfalls positiv auswirken…

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    liquid orange  AHU

    Tja, wie wollen denn solche Leute noch auf sich aufmerksam machen? Ein normales Pedal kann sich heute jeder kaufen, selbst wenn er nicht weiss was er damit machen kann. Kaufen, kaufen, kaufen ist das absolute Mass der Dinge,
    Steven Wilson bringt das in seinem Song – und noch überspitzter in seinem Video – „Personal Shopper“ auf den Punkt:

    „ Have now, have now, pay in another life
    Kickstart the future, accept this loan
    Fill in the form, you’re pre-qualified
    You’re now the sum of what you own“

    Der Refrain dann ganz grosse Klasse
    „ Buy for comfort, buy for kicks
    Buy and buy until it makes you sick
    Buy for England, buy it all
    Buy online and in the shopping mall
    Sell it on then buy it back
    Buy the shit you never knew you lacked
    Buy the update to compete
    Buy the things that make your life complete“

    Und wenn dann noch Elton John persönlich alle die Dinge aufzählt, ohne die man leben kann…

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