Nachruf auf den Fürst der Finsternis
John Michael „Ozzy“ Osbourne, geboren am 3. Dezember 1948 in Aston, Birmingham, ist am Morgen des 22. Juli 2025 im Alter von 76 Jahren verstorben – friedlich im Kreis seiner Familie in seiner Heimatstadt.
Ozzy Osbourne
Vom Arbeiterkind zur Ikone des Metal
Ozzy Osbourne wuchs als viertes von sechs Kindern in einfachen Verhältnissen auf. Schon früh beeinflusst von den Beatles und dem rauen Alltag im Industriemilieu Birminghams, entwickelte er eine unverwechselbare Stimme – und eine Aura zwischen Wahnsinn und Magie.
1968 formierte er zusammen mit Tony Iommi (Gitarre), Geezer Butler (Bass) und Bill Ward (Schlagzeug) die Band Earth, die sich bald in Black Sabbath umbenannte – benannt nach dem Horrorfilm gleichen Namens. Ihre Idee: Musik, die so düster und schwer war wie das Leben selbst, geprägt vom Leben der Arbeiter in der Stahlindustrie des damaligen Birmingham. Damit schufen sie ein neues Genre: den Heavy Metal.

Black Sabbath: Tony Iommi (Gitarre), Geezer Butler (Bass), Bill Ward (Drums), Ozzy Osbourne (Gesang), Urheberangaben: Dom Slike, Alamy 2F9TEF1
Bereits ihr Debütalbum Black Sabbath (1970) schlug förmlich ein wie ein Donnerschlag – voller bedrohlicher Riffs, okkulter Themen und einer Klanggewalt, die sich bewusst von der Hippie-Ästhetik der späten 60er absetzte. Noch im selben Jahr folgte das epochale Paranoid, mit Klassikern wie Iron Man, War Pigs und dem Titelsong Paranoid, das ihnen Weltruhm brachte. Es waren vor allem die harten Riffs, das Zusammenspiel der Band, aber eben auch der prägnante Gesang mit eingängigen Melodien. Ozzy war dabei nicht nur Sänger – er war das Gesicht dieser musikalischen Revolution: eine Mischung aus Mystik, Punk-Attitüde und Arbeiterseele.
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Bis 1978 veröffentlichte Black Sabbath mit Ozzy Osbourne acht Studioalben, darunter Master of Reality (1971), Vol. 4 (1972) und Sabbath Bloody Sabbath (1973). Ihre Musik wurde von Fans gefeiert und von Kritikern oft missverstanden. Doch im Rückblick gilt diese Phase als die Blaupause für Doom, Stoner, Sludge und unzählige Metal-Subgenres.
Doch nicht nur harte Gitarren prägten diese Alben, sondern auch Synthesizer, die von bekannten Keyboardern wie Rick Wakeman gespielt wurden.
Absturz und Neuanfang
Wegen wachsender Spannungen und exzessivem Drogenkonsum wurde Ozzy 1979 aus der Band geworfen. Rückblickend sagte er, dies sei zwar ein Tiefpunkt, aber auch die Rettung seiner Karriere gewesen. Mit Hilfe seiner späteren Ehefrau Sharon Osbourne (geb. Arden, Tochter von Don Arden, dem ehemaligen Sabbath-Manager) startete er eine spektakuläre Solokarriere. Das Debüt Blizzard of Ozz (1980) enthielt mit Crazy Train und Mr. Crowley zwei bis heute legendäre Songs. Sein Gitarrist Randy Rhoads wurde dabei zur tragischen Lichtgestalt – ein virtuoser Musiker, der 1982 bei einem Flugzeugabsturz starb.
In den folgenden Jahrzehnten veröffentlichte Ozzy Osbourne zwölf weitere Soloalben, darunter Diary of a Madman (1981), No More Tears (1991) und zuletzt das von Kritikern gefeierte Patient Number 9 (2022). Insgesamt verkaufte er über 100 Millionen Tonträger weltweit.
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Kultfigur im Rampenlicht
Ozzy Osbourne war berüchtigt für exzentrische Bühnenaktionen – allen voran der Biss in eine lebende Fledermaus während eines Konzerts 1982. Sein Image als „Prince of Darkness“ wurde nahezu kultisch verehrt. Doch mit der Reality-TV-Serie The Osbournes (ab 2002) zeigte er sich auch als schusseliger, liebevoller Familienvater – ein überraschender Kontrast, der ihn einer neuen Generation zugänglich machte.

Exzentrische, Fürst der Finsternis oder doch nur verrückt? Ozzy Osbourne war nicht unumstritten, Urheberrecht: Alamy BD1EF5, Pictorial Press Ltd
Gleichzeitig kämpfte er offen mit psychischen Problemen, Alkohol- und Drogenabhängigkeit sowie später gesundheitlich mit einer genetisch bedingten Form von Parkinson (diagnostiziert 2003, öffentlich gemacht 2020). Dennoch gab er nie auf: „Ich werde auf der Bühne sterben oder zumindest beim Versuch“, sagte er einst.
Ein Abschied in Würde

Ozzy Osbourne auf der Bühne während der Schlusszeremonie der 2022 Commonwealth Games im Alexander Stadion in Birmingham am 8. August 2022, Urheberrecht: PA Images, David Davies, Alamy 2JN6GTH
Sein letztes Konzert, Back to the Beginning, fand vor drei Wochen am 5. Juli 2025 in seiner Heimatstadt Birmingham statt. Unterstützt von der Originalbesetzung von Black Sabbath, trat Ozzy im Rollstuhl auf – sichtlich geschwächt, aber mit leuchtenden Augen. Der Abend war nicht nur ein musikalisches Ereignis, sondern ein kollektives Ritual des Abschieds, den er selbst akribisch geplant hatte. Bands wie Slayer, Metallica, Tool oder Guns N’ Roses spielten an diesem Tag, allesamt gehörten sie zu Ozzy Osbourne’s Lieblingsbands.
Mit dem Benefizkonzert sammelte er über 140 Millionen Pfund für die Parkinson-Forschung und Kinderkrankenhäuser. Drei Wochen später verstarb er – friedlich, im Kreise seiner Familie.
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Vermächtnis eines Unsterblichen

Ozzy Osbourne wird nicht nur seinen vielen Fans in Erinnerung bleiben, sondern hinterlässt ein großes musikalisches Vermächtnis, Urheberrecht: Alamy EPX8MP, Stewart Writtle
Ozzy Osbourne wurde zweimal in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen: 2006 mit Black Sabbath, 2024 als Solokünstler. Er erhielt unzählige Auszeichnungen, darunter mehrere Grammys und den Titel „Global Icon“ bei den MTV EMAs.
Zahlreiche Musiker – von Metallica über Post Malone bis Elton John – zollten ihm bereits posthum Respekt. „Er war nicht nur ein Sänger, sondern ein kulturelles Phänomen“, schrieb Jack White. Und Sharon Osbourne sagte: „Ozzy hat nie vergessen, wo er herkam. Und er hat nie vergessen, wer er war – auch wenn wir es alle manchmal taten.“
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Mr Crowley Intro ist eines meiner liebsten, gute Reise Gruselfürst –
@Vintage-Ultra wieder minimoog! echt fein! auch Rick wakeman wahrscheinlich! plus stringmachine
Was für eine Legende hier von uns gegangen ist. R.I.P Ozzy.
R.I.P. Ozzy! Und grüße meinen Vater († 20.07.)
@Gero van Apen Mein herzliches Beileid.
@Mac Abre Herzlichen Dank lieber Mac Abre!
@Gero van Apen Ich wünsch dir und deinen Lieben Kraft und alles Gute.
@svebur Herzlichen Dank lieber svebur!
ich liebe „am i Going insane“
von Rick wakeman auf dem minimoog eingespielt.
Ozzy hatte den damals gekauft.
die letzten Alben mit ihm werden zwar nicht so geschätzt finde die aber auch gut.
Rest in purple!
Schöner Nachruf. War nie meine Musik und wird es auch wohl nie sein … ich bekomme da eher Angstzustände … bis auf »Dreamer« natürlich … aber so zu leben und so einen Hype auszulösen, das muss man erst mal bringen. Deswegen auch von mir:
Gute Reise mein Fürst, Rest In Purple 🟪💜😢💜🟪
Ozzy hat nie Musik gemacht, die mir wirklich gefiel, aber was er ausgelöst hat, ist schon beeindruckend. Und da ich den Tod eines Musikers immer musikalisch verarbeite, gönne ich mir jetzt mal wieder „Dies Irae“ von Devil Doll. Ich bin sicher, dass Ozzy diese Scheibe lieben würde (wenn er sie eh nicht schon kannte).
https://en.wikipedia.org/wiki/Dies_Irae_(Devil_Doll_album)
Ich habe die musikalische Karriere von Mr. Osbourne zugegeben nicht wirklich verfolgt, aber ich habe neulich unsere alten Dias gescannt, und da waren tatsächlich Photos dabei, die mein Vater 1970 bei einem Auftritt von Black Sabbath in Frankfurt (?) gemacht hat :) Hab Ozzy nur an den Tatoos erkannt.
Die Reality TV Serie war klasse !
Wahnsinn, hab erst letzten Wochen mal wieder ein Konzert Ausschnitt von ihm gesehen.
Dachte mir da schon, dass der schon echt alt aussieht…
Hat wohl zuviel Fledermäusen, welche in purem LSD getränkt waren, den Kopf abgebissen :-D
Erste Einblicke über Ozzy und seine Familie hab ich tätsächlich damals über seine TV Serie erhalten, welche echt lustig war.
Der Familie wünsche ich viel Kraft in dieser Zeit.
Und von mir auch „Rest in Peace“
Tja Leute wir werden alle alt, es sterben so langsam alle Persönlichkeiten aus der Zeit.
R. I. P. lieber Ozzi!
Vielen konntest du zeigen, dass man nicht nur mit 0815 erfolgreich, berühmt und angesehen sein kann.
Du hast Parkinson, Drogen, Demenz und anderen unschönen Dingen lange die Stirn geboten…
Danke für Deinen Mut!✝️
Hach wer kennt das Video aus der Serie wo er seinem Sohn den ARP erklärt. Einfach Episch.
Ozzy war einzigartig und das hat er gelebt mit Höhen und allen Tiefen.
Mit seinem letzten Atemzug ging er noch auf die Bühne um sich bei seinen Fan zu verabschieden.
Ruhe in Frieden
Im Artikel heißt es, er sei eine Woche nach dem letzten Konzert gestorben, das ist nicht richtig.
@Svenson73 Es muss drei Wochen heißen. Wird korrigiert.
Fun Fact: 1970 spielte Black Sabbath bei mir umme Ecke, wie wir hier sagen würden. Black Sabbath in Wanne-Eickel in der Sporthalle vor nur 600 Fans. Mit Hallenlicht an, ohne Bühne, wunderbar schräg. So schräg, dass man sich noch heute daran erinnert: https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-westblick-aktuell/audio-ozzy-osbourne-hat-wanne-eickel-gerockt-100.amp
@Markus Galla Hahahaha! »… Hallenlich an, ohne Bühne …« Das war der Stimmung ja mega-förderlich. Hahaha! 😄
Ozzy has left the Park. Das Back to the Beginning Benefiz Event am 05.07.2025 in the Park, war eines was ich so schnell nicht vergessen werde. Birmingham, Aston hat Ozzy, Tommy, Geezer und Bill Respekt gezollt. Die Leitung der Houseband hatte Tom Morello als Musical Director und alles was Rang und Namen hatte war auf der Bühne zu gegen. Für diverse Birminghamer Instutionen kamen so 140 Mio Pfund zusammen. So verabschiedet man sich von der Bühne. Rockend im Thron. Up the Villa. Up the Park. Up the Stars. Danke Ozzy!
Endlich ein Tribut, der dem Fürsten gerecht wird:
https://www.youtube.com/watch?v=vGnyokIbIj4
Und ich dachte, klassisch ausgebildete Musiker meiden Black Sabbath wie der Teufel das Weihwasser.
Einige Bands im Rock & Metal werden mit Sicherheit zu krass glorifiziert, kein Zweifel darüber. Wir Menschen mögen eben so einen kranken Mist, da machste nix. Schon The White Lotus geschaut? Ich liebe es….
Puh, ganz schön viel Wut im Bauch, was?
Niemand muss Ozzy oder Black Sabbath mögen – Musik ist nun mal Geschmackssache. Aber was hier an Beleidigungen rausgehauen wird, schießt weit übers Ziel hinaus.
Ja, Ozzy hatte massive Abstürze, Drogenprobleme, irre Bühnenmomente. Aber was bleibt, ist ein Typ, der trotz allem immer ein offenes Herz hatte, mit seinem ganz eigenen Humor, Charisma – und einem musikalischen Einfluss, der die Musikwelt für immer verändert hat. Dass er von Millionen Menschen gefeiert wird, hat eben Gründe, die über Fledermaus-Storys und TV-Shows hinausgehen.
Und ja – die Geschichte mit Tony Iommi ist nicht zu entschuldigen. Gewalt geht gar nicht. Aber hier geht es um einen Nachruf auf Ozzy – und sein Einfluss auf Generationen von Musikern und Fans bleibt unbestritten.
Persönliche Herabwürdigungen helfen niemandem weiter – sie führen nicht zu einem besseren Diskurs, sondern sagen oft mehr über den Verfasser aus als über die Menschen, die da angegriffen werden.
Respekt ist keine Einbahnstraße. Man kann Kritik äußern, ohne gleich Menschen pauschal als „Abschaum“ oder Fans als „Deppen“ zu beschimpfen. Wer ernst genommen werden will, sollte auch selbst einen Ton anschlagen, der das zulässt.
Und mal ehrlich – wer sich im Jahr 2025 noch so in Rage redet über eine Band, die man angeblich seit 1971 nicht mehr hören kann… der zeigt vor allem eins: Diese Typen haben offenbar doch verdammt viel richtig gemacht.