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Ozzy Osbourne (1948–2025): Der „Prince of Darkness“ verlässt uns

Nachruf auf den Fürst der Finsternis

23. Juli 2025
Ozzy Osbourne verstorben Nachruf Black Sabbath Sänger Aufmacher

Ozzy Osbourne (1948–2025): Der „Prince of Darkness“ verlässt uns

John Michael „Ozzy“ Osbourne, geboren am 3. Dezember 1948 in Aston, Birmingham, ist am Morgen des 22. Juli 2025 im Alter von 76 Jahren verstorben – friedlich im Kreis seiner Familie in seiner Heimatstadt.

Ozzy Osbourne

Vom Arbeiterkind zur Ikone des Metal

Ozzy Osbourne wuchs als viertes von sechs Kindern in einfachen Verhältnissen auf. Schon früh beeinflusst von den Beatles und dem rauen Alltag im Industriemilieu Birminghams, entwickelte er eine unverwechselbare Stimme – und eine Aura zwischen Wahnsinn und Magie.

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1968 formierte er zusammen mit Tony Iommi (Gitarre), Geezer Butler (Bass) und Bill Ward (Schlagzeug) die Band Earth, die sich bald in Black Sabbath umbenannte – benannt nach dem Horrorfilm gleichen Namens. Ihre Idee: Musik, die so düster und schwer war wie das Leben selbst, geprägt vom Leben der Arbeiter in der Stahlindustrie des damaligen Birmingham. Damit schufen sie ein neues Genre: den Heavy Metal.

2F9TEF1 English rock band Black Sabbath: guitarist Tony Iommi, drummer Bill Ward, bassist Geezer Butler and vocalist Ozzy Osbourne

Black Sabbath: Tony Iommi (Gitarre), Geezer Butler (Bass), Bill Ward (Drums), Ozzy Osbourne (Gesang), Urheberangaben: Dom Slike, Alamy 2F9TEF1

Bereits ihr Debütalbum Black Sabbath (1970) schlug förmlich ein wie ein Donnerschlag – voller bedrohlicher Riffs, okkulter Themen und einer Klanggewalt, die sich bewusst von der Hippie-Ästhetik der späten 60er absetzte. Noch im selben Jahr folgte das epochale Paranoid, mit Klassikern wie Iron Man, War Pigs und dem Titelsong Paranoid, das ihnen Weltruhm brachte. Es waren vor allem die harten Riffs, das Zusammenspiel der Band, aber eben auch der prägnante Gesang mit eingängigen Melodien. Ozzy war dabei nicht nur Sänger – er war das Gesicht dieser musikalischen Revolution: eine Mischung aus Mystik, Punk-Attitüde und Arbeiterseele.

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Bis 1978 veröffentlichte Black Sabbath mit Ozzy Osbourne acht Studioalben, darunter Master of Reality (1971), Vol. 4 (1972) und Sabbath Bloody Sabbath (1973). Ihre Musik wurde von Fans gefeiert und von Kritikern oft missverstanden. Doch im Rückblick gilt diese Phase als die Blaupause für Doom, Stoner, Sludge und unzählige Metal-Subgenres.

Doch nicht nur harte Gitarren prägten diese Alben, sondern auch Synthesizer, die von bekannten Keyboardern wie Rick Wakeman gespielt wurden.

Absturz und Neuanfang

Wegen wachsender Spannungen und exzessivem Drogenkonsum wurde Ozzy 1979 aus der Band geworfen. Rückblickend sagte er, dies sei zwar ein Tiefpunkt, aber auch die Rettung seiner Karriere gewesen. Mit Hilfe seiner späteren Ehefrau Sharon Osbourne (geb. Arden, Tochter von Don Arden, dem ehemaligen Sabbath-Manager) startete er eine spektakuläre Solokarriere. Das Debüt Blizzard of Ozz (1980) enthielt mit Crazy Train und Mr. Crowley zwei bis heute legendäre Songs. Sein Gitarrist Randy Rhoads wurde dabei zur tragischen Lichtgestalt – ein virtuoser Musiker, der 1982 bei einem Flugzeugabsturz starb.

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In den folgenden Jahrzehnten veröffentlichte Ozzy Osbourne zwölf weitere Soloalben, darunter Diary of a Madman (1981), No More Tears (1991) und zuletzt das von Kritikern gefeierte Patient Number 9 (2022). Insgesamt verkaufte er über 100 Millionen Tonträger weltweit.

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Kultfigur im Rampenlicht

Ozzy Osbourne war berüchtigt für exzentrische Bühnenaktionen – allen voran der Biss in eine lebende Fledermaus während eines Konzerts 1982. Sein Image als „Prince of Darkness“ wurde nahezu kultisch verehrt. Doch mit der Reality-TV-Serie The Osbournes (ab 2002) zeigte er sich auch als schusseliger, liebevoller Familienvater – ein überraschender Kontrast, der ihn einer neuen Generation zugänglich machte.

BD1EF5 OZZY OSBOURNE UK rock musician in 1984

Exzentrische, Fürst der Finsternis oder doch nur verrückt? Ozzy Osbourne war nicht unumstritten, Urheberrecht: Alamy BD1EF5, Pictorial Press Ltd

Gleichzeitig kämpfte er offen mit psychischen Problemen, Alkohol- und Drogenabhängigkeit sowie später gesundheitlich mit einer genetisch bedingten Form von Parkinson (diagnostiziert 2003, öffentlich gemacht 2020). Dennoch gab er nie auf: „Ich werde auf der Bühne sterben oder zumindest beim Versuch“, sagte er einst.

Ein Abschied in Würde

2JN6GTH Ozzy Osbourne performs on stage during the Closing Ceremony for the 2022 Commonwealth Games at the Alexander Stadium in Birmingham. Picture date: Monday August 8, 2022.

Ozzy Osbourne auf der Bühne während der Schlusszeremonie der 2022 Commonwealth Games im Alexander Stadion in Birmingham am 8. August 2022, Urheberrecht: PA Images, David Davies, Alamy 2JN6GTH

Sein letztes Konzert, Back to the Beginning, fand vor drei Wochen am 5. Juli 2025 in seiner Heimatstadt Birmingham statt. Unterstützt von der Originalbesetzung von Black Sabbath, trat Ozzy im Rollstuhl auf – sichtlich geschwächt, aber mit leuchtenden Augen. Der Abend war nicht nur ein musikalisches Ereignis, sondern ein kollektives Ritual des Abschieds, den er selbst akribisch geplant hatte. Bands wie Slayer, Metallica, Tool oder Guns N’ Roses spielten an diesem Tag, allesamt gehörten sie zu Ozzy Osbourne’s Lieblingsbands.

Mit dem Benefizkonzert sammelte er über 140 Millionen Pfund für die Parkinson-Forschung und Kinderkrankenhäuser. Drei Wochen später verstarb er – friedlich, im Kreise seiner Familie.

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Vermächtnis eines Unsterblichen

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Ozzy Osbourne wird nicht nur seinen vielen Fans in Erinnerung bleiben, sondern hinterlässt ein großes musikalisches Vermächtnis, Urheberrecht: Alamy EPX8MP, Stewart Writtle

Ozzy Osbourne wurde zweimal in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen: 2006 mit Black Sabbath, 2024 als Solokünstler. Er erhielt unzählige Auszeichnungen, darunter mehrere Grammys und den Titel „Global Icon“ bei den MTV EMAs.

Zahlreiche Musiker – von Metallica über Post Malone bis Elton John – zollten ihm bereits posthum Respekt. „Er war nicht nur ein Sänger, sondern ein kulturelles Phänomen“, schrieb Jack White. Und Sharon Osbourne sagte: „Ozzy hat nie vergessen, wo er herkam. Und er hat nie vergessen, wer er war – auch wenn wir es alle manchmal taten.“

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Über den Autor
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Markus Galla RED

Studium Musik (Klavier/E-Gitarre) und Germanistik, Audio Engineer Diplom (SAE), seit 2009 freiberuflich selbstständig als Fachredakteur, Tontechniker, Musiker (Keyboarder und Gitarrist), Musiklehrer. Autor von "Tontechnik in der Schule" (Lugert Verlag), "Heavy Metal" (Lugert Verlag), Herausgeber und Co-Autor von "Amadeus 1" (Lehrbuch Musik für Gymnasien), Autor hunderter Fachartikel in Print- und Online-Medien

www.markusgalla.com

Referent/Workshop-Leiter für

- Beschallungstechnik ...

Forum
  1. Profilbild
    Numitron AHU

    ich liebe „am i Going insane“
    von Rick wakeman auf dem minimoog eingespielt.
    Ozzy hatte den damals gekauft.
    die letzten Alben mit ihm werden zwar nicht so geschätzt finde die aber auch gut.
    Rest in purple!

  2. Profilbild
    Flowwater AHU

    Schöner Nachruf. War nie meine Musik und wird es auch wohl nie sein … ich bekomme da eher Angstzustände … bis auf »Dreamer« natürlich … aber so zu leben und so einen Hype auszulösen, das muss man erst mal bringen. Deswegen auch von mir:

    Gute Reise mein Fürst, Rest In Purple 🟪💜😢💜🟪

  3. Profilbild
    manomym

    Ich habe die musikalische Karriere von Mr. Osbourne zugegeben nicht wirklich verfolgt, aber ich habe neulich unsere alten Dias gescannt, und da waren tatsächlich Photos dabei, die mein Vater 1970 bei einem Auftritt von Black Sabbath in Frankfurt (?) gemacht hat :) Hab Ozzy nur an den Tatoos erkannt.
    Die Reality TV Serie war klasse !

  4. Profilbild
    luap

    Wahnsinn, hab erst letzten Wochen mal wieder ein Konzert Ausschnitt von ihm gesehen.
    Dachte mir da schon, dass der schon echt alt aussieht…
    Hat wohl zuviel Fledermäusen, welche in purem LSD getränkt waren, den Kopf abgebissen :-D
    Erste Einblicke über Ozzy und seine Familie hab ich tätsächlich damals über seine TV Serie erhalten, welche echt lustig war.
    Der Familie wünsche ich viel Kraft in dieser Zeit.
    Und von mir auch „Rest in Peace“
    Tja Leute wir werden alle alt, es sterben so langsam alle Persönlichkeiten aus der Zeit.

  5. Profilbild
    CDRowell AHU

    R. I. P. lieber Ozzi!

    Vielen konntest du zeigen, dass man nicht nur mit 0815 erfolgreich, berühmt und angesehen sein kann.

    Du hast Parkinson, Drogen, Demenz und anderen unschönen Dingen lange die Stirn geboten…

    Danke für Deinen Mut!✝️

  6. Profilbild
    Ashatur AHU

    Hach wer kennt das Video aus der Serie wo er seinem Sohn den ARP erklärt. Einfach Episch.
    Ozzy war einzigartig und das hat er gelebt mit Höhen und allen Tiefen.
    Mit seinem letzten Atemzug ging er noch auf die Bühne um sich bei seinen Fan zu verabschieden.

    Ruhe in Frieden

  7. Profilbild
    Svenson73

    Im Artikel heißt es, er sei eine Woche nach dem letzten Konzert gestorben, das ist nicht richtig.

    • Profilbild
      Flowwater AHU

      @Markus Galla Hahahaha! »… Hallenlich an, ohne Bühne …« Das war der Stimmung ja mega-förderlich. Hahaha! 😄

  8. Profilbild
    TobyB RED

    Ozzy has left the Park. Das Back to the Beginning Benefiz Event am 05.07.2025 in the Park, war eines was ich so schnell nicht vergessen werde. Birmingham, Aston hat Ozzy, Tommy, Geezer und Bill Respekt gezollt. Die Leitung der Houseband hatte Tom Morello als Musical Director und alles was Rang und Namen hatte war auf der Bühne zu gegen. Für diverse Birminghamer Instutionen kamen so 140 Mio Pfund zusammen. So verabschiedet man sich von der Bühne. Rockend im Thron. Up the Villa. Up the Park. Up the Stars. Danke Ozzy!

  9. Profilbild
    Kazimoto AHU

    Einige Bands im Rock & Metal werden mit Sicherheit zu krass glorifiziert, kein Zweifel darüber. Wir Menschen mögen eben so einen kranken Mist, da machste nix. Schon The White Lotus geschaut? Ich liebe es….

  10. Profilbild
    Chris555

    Puh, ganz schön viel Wut im Bauch, was?
    Niemand muss Ozzy oder Black Sabbath mögen – Musik ist nun mal Geschmackssache. Aber was hier an Beleidigungen rausgehauen wird, schießt weit übers Ziel hinaus.

    Ja, Ozzy hatte massive Abstürze, Drogenprobleme, irre Bühnenmomente. Aber was bleibt, ist ein Typ, der trotz allem immer ein offenes Herz hatte, mit seinem ganz eigenen Humor, Charisma – und einem musikalischen Einfluss, der die Musikwelt für immer verändert hat. Dass er von Millionen Menschen gefeiert wird, hat eben Gründe, die über Fledermaus-Storys und TV-Shows hinausgehen.

    Und ja – die Geschichte mit Tony Iommi ist nicht zu entschuldigen. Gewalt geht gar nicht. Aber hier geht es um einen Nachruf auf Ozzy – und sein Einfluss auf Generationen von Musikern und Fans bleibt unbestritten.

    Persönliche Herabwürdigungen helfen niemandem weiter – sie führen nicht zu einem besseren Diskurs, sondern sagen oft mehr über den Verfasser aus als über die Menschen, die da angegriffen werden.
    Respekt ist keine Einbahnstraße. Man kann Kritik äußern, ohne gleich Menschen pauschal als „Abschaum“ oder Fans als „Deppen“ zu beschimpfen. Wer ernst genommen werden will, sollte auch selbst einen Ton anschlagen, der das zulässt.

    Und mal ehrlich – wer sich im Jahr 2025 noch so in Rage redet über eine Band, die man angeblich seit 1971 nicht mehr hören kann… der zeigt vor allem eins: Diese Typen haben offenbar doch verdammt viel richtig gemacht.

  11. Mehr anzeigen
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