Jahrzehnte übersehen und jetzt ausgezeichnet
Reinhard Mey bekommt plötzlich 24 Gold- und Platin-Auszeichnungen zugesprochen. Und das nicht über mehrere Jahre verteilt, sondern gebündelt auf einmal. Das sind die Folgen einer verspäteten Korrektur.
Reinhard Meys 24 verspätete Auszeichnungen
Tatsächlich handelt es sich nicht um aktuelle Verkaufserfolge, sondern die jetzt verliehenen Preise beziehen sich auf Alben, die teilweise schon vor Jahrzehnten erschienen sind. Insgesamt kommen für den Musiker so mehr als 20 zusätzliche Auszeichnungen zusammen, wodurch sich seine Gesamtbilanz übrigens fast verdoppelt. Der Hintergrund: Früher wurden Verkaufszahlen nicht automatisch erfasst und ausgezeichnet, sondern Labels mussten entsprechende Anträge stellen. Genau das ist in vielen Fällen scheinbar nie passiert und so blieben einige kommerzielle Erfolge auf dem Papier lange unsichtbar.
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Reinhard Mey und die späte Anerkennung seiner Verkaufserfolge
Erst durch eine erneute Auswertung alter Daten wurde nun deutlich, wie viele Verkäufe tatsächlich zusammengekommen sind. Dabei wurden Archive wurden überprüft, Zahlen abgeglichen und schließlich neu bewertet. Anschließend stellte sich heraus, dass mehrere Veröffentlichungen von Reinhard Mey schon damals die nötigen Schwellen für Gold oder Platin überschritten hatten. Allerdings führten Wechsel von Labels, Firmenübernahmen und unvollständige Dokumentationen dazu, dass diese Informationen verloren gingen oder nie vollständig notiert worden sind.
Warum solche Fälle kaum noch vorkommen
Bei aktueller Musik wäre so ein Fall kaum denkbar, denn Verkaufszahlen werden mittlerweile digital erfasst, Streams fließen in die Bewertung ein und entsprechende Auszeichnungen folgen dann recht zeitnah. Der Fall von Reinhard Mey zeigt aber, wie sehr sich die Branche verändert hat und wirft gleichzeitig ein neues Licht auf die lange Karriere des mittlerweile 83 jährigen.

































83 ist er inzwischen? Holla die Waldfee! Ich persönlich würde mich jetzt nicht als ausgewiesener Mey-Fan bezeichnen, aber wer kennt dieses „Über den Wolken“ nicht? Seit ich denken kann begleitet mich dieser Song. Wer es nicht von Mey kennt, kennt es spätestens von Dieter Thomas Kuhn. Dem seine aufgepeppte Partyversion gefällt mir fast noch besser! Ihm (Kuhn) ist es meiner Ansicht nach zu verdanken, dass der deutschsprachige Schlager seit den 90ern wieder an fahrt zugelegt hat. Anfang der Nuller war es noch etwas verhalten, bis ein Sunnyboy namens Wendler den Schlager „popig“ machte und eine neue Generation ansprach. Hat Mey nun diese Auszeichnungen verdient. Ja, aufgrund der damaligen Nichterfassung der Daten. Mir persönlich gehen allerdings Nachrichten aus der Schlagerwelt so ziemlich am Allerwertesten vorbei. Dieser typische Gala und Bunte Gossip, – ich verzichte gerne. Aber dieses Wolken-Lied hat sich für immer in die Herzen der deutschsprachigen Leute eingebrannt, etwa wie das Kerosin in der Turbine. – Trotz Klimawandel.
Reinhard May ist so ziemlich das Gegenteil von Schlager. Ich denk mal, er ist der erfolgreichste deutsche Liedermacher – überspitzt formuliert – seid Walter von der Vogelweide.
Und er ist so ziemlich das Gegenteil von diesen Schlagertypen, die du zitierst.
Sprich: man muss nicht unter jeden Artikel was schreiben, vor allem, wenn man nichts darüber weiß.
@dr noetigenfallz ich bin da genau deiner Meinung. Ich habe ihn 2 Mal im Konzert/ Liederabend erlebt. Das war von Inhalt und Qualität einfach Spitze. Auch die Autogrammstunden waren besonders gut.
Ich könnte jetzt noch lange weiter schwärmen, aber wer seine Lieder nicht kennt, soll sich einfach mal die Top 20 von ihm anhören, dann weiß man was ich meine. Für den Fall das nicht, ist auch nicht schlimm, es war dann eine Bereicherung in deutscher Lyrik.
@dr noetigenfallz Ich weiß zum Beispiel das er in der Helene Fischer Show zu Gast war. Natürlich als Ausnahme und nicht als „Stammgast“ wie Maite, Semino, Howard und Co.
Nun ist es endlich soweit: Es wird bemerkt was fehlt, wenn das Gute nicht mehr da ist.
Ganz klarer freigeistiger Liedermacher, mit kritischem Blick und Humor.
Diesen Musikern zuhören zu wollen, bedarf vor allem Bildung! Diese fehlt uns in diesem Land für die „breite Masse“ anscheinend zu lange.
Wir hören täglich, was dabei herauskommt…😇
@CDRowell … man trauert weil man verloren hat etwas wertvolles🙁
den künstler hier kenne ich garnicht:( okay zeit für schämen.
critic- anprangern- sarcasmus -das so gab es schon immer und soll es auch weiter geben. laut aber
auch einmal leise sein. fähigkeit dinge aufspüren.Sensibility.
ich denke es ein schmaler krat ist weil man ankreidet und selber fehler macht.
@Viertelnote Noch lebt er ja.
@Filterpad wolken ja habe ich angehört…sehr schwer den text zu verstehen.
auch andere sachen von ihn. er spricht devinitiv zu schnell🙁
aber geht ja um einzelne message und wenn er menschen erreicht okay.
aber das gilt ja für alles.art wie man eine message sendet wie ich meine wer
mit einfachen mittel etwas sagen kann und es trifft .
mehr es da auch nicht braucht.🙂
Hallo zusammen,
ich habe extreme Probleme mit der Glorifizierung dieses Mannes.
Seine künstlerische Leistung mag gut sein – Chansons sind halt nicht mein Genre – aber menschlich ist er offenbar sehr problematisch.
Er hat über Jahre alle Fanwebseiten im Internet niedergeklagt, damit er die komplette Kontrolle behält und seine eigene Webseite featuren kann, die ich aber nicht mal besonders gut finde.
Spezielles Beispiel war die von Holger Hatke, der in den 90ern eine tolle Fanseite liebevoll zusammengestellt hatte (die habe ich sogar gelegentlich selbst angesehen, weil da auch Interviews mit Leuten aus der Musikszene ware, die mit Mey auch zu tun hatten..).
Der wurden dann völlig unmotiviert juristisch bedrängt und de facto fertiggemacht. Infos dazu findet man leider nur noch im Webarchiv: https://web.archive.org/web/20111009204946fw_/http://www.holger-hatke.de/amrande/reinhardmey.html Und dieser Brief ist wirklich herzzerreißend…
Wenn man Rückmeldungen von – natürlich schon länger zurückliegenden – Konzertbesuchen von Fans (!) in einschlägigen Foren sucht, dann gibt es dort Aussagen wie „… machte er auf mich den Eindruck eines verbitterten alten Mannes, der über alles und jeden meckert nur an sich keine Kritik lässt und auch zu keiner Toleranz fähig ist (irgendein Depp mäht irgendwo immer)“.
Der klassische Besserwisser und Narziss: er selbst macht alles richtig, und die Anderen sind einfach geistig komplett minderbemittelt.
So einem muss ich nicht auch noch applaudieren.
Gruß
Fredi
@Fredi Fredi ich muss Dir da zustimmen. Außerhalb seiner (sicherlich fantastischen Arbeit und Werke) kann er sehr unangenehm werden. Wurde oft mit Preisen ausgezeichnet, die er nicht annimmt. Zitat: „Ich nehme noch lange nicht jeden Preis an“ (Irgendein älteres Interview). Also übersehen wurde er nicht. Und dann kommen die Dinge, die Du aufgeführt hast. Aber das er Anerkennung für seine Werke bekommt, ist sicherlich richtig.
@Fredi Sorry, aber aufgrund eines Interneteintrags einen Gesamtfall beurteilen? Heute schreien alle, dass die KI einem nicht alles wegnehmen darf. Nicht anders war die Situation des „eMule“ Internets der Jahrtausendwende. Ich wäre da vorsichtiger.
@teofilo Hallo teofilo,
hast Du denn den Archiveintrag gelesen?
Dessen Details sind halt das, was den Fall ausmacht: der Typ mit der Webseite war wohl ein Hardcore-Fan, seine Seite (mit 400 Unterseiten!) war nicht-kommerziell, er hatte auch schon für das Mey-Management im Rahmen einer Tour diverse Zulieferungen gemacht (unter anderem eine Tour-Datenbank), er war also in dem Mey-Umfeld persönlich bekannt. Und die Takedown-Aufforderung seitens einer Kanzlei war ultimativ und ohne jegliche Bereitschaft, irgendeine gütliche Lösung zu finden.
Und Herr Mey selbst hat dann keinerlei Anstrengungen gemacht, irgendwie persönlich einzugreifen; seine Juristen machen einfach die Drecksarbeit und „kümmern sich“ um diesen „übergriffigen“ Fan.
Schäbig.
Und die Tatsache, dass Mey extrem selbstbezogen unterwegs ist, scheint ja in der Szene offenbar nicht unbekannt zu sein. Da wird ja dann auch gerne die „Gartennazi-Affäre“ zitiert.
Und was jetzt eMule mit dem Thema zu tun hat, erschließt sich mir nicht; es war ja schließlich keine Tauschseite für Songs, sondern eine Seite mit Interviews mit Mitmusikern oder Produzenten usw., Informationen zu Alben, sein Lebenslauf etc. Zumindest ist es das, an was ich mich nach 20 Jahren noch erinnern kann…
Gruß
Fredi
@Fredi wie jeder mensch hat auch ein künstler das recht, die verwendung seiner eigenen (!) bilder, songs und sonstigen urheber- und persönlichkeitsrechtlich schützbaren medien zu kontrollieren und ggf zu verbieten. nur weil jemand ‚fan‘ ist, kann er solche medien nicht einfach verwenden. das ist hier offensichtlich passiert. als persönlichkeit des öffentlichen lebens muss herr mey zwar einiges mehr dulden als otto normalverbraucher, aber eben nicht alles. und wer meint, andere wären großzügiger, soll doch mal eine coca cola- oder walt disney-fanseite mit entsprechendem content veröffentlichen.
@mdesign Hallo mdesign,
sicher ist alles unstrittig, was Du bezüglich Urheberrecht etc. anführst.
Hier geht es aber nicht um einen knallharten Konzern mit vielen Juristen, sondern um einen Künstler, der gerne öffentlich den guten Menschen und Moralisten raushängen läßt, sich dann aber privat offenbar komplett anders verhält.
Auch läßt sich leider nicht mehr rekonstruieren, was auf der Webseite genau publiziert wurde. Selbst wenn problematische Inhalte dabei gewesen sein sollten, so berühren beispielsweise vom Seiteninhaber geführte Interviews mit Leuten aus dem Umfeld von Mey sicher nicht dessen Rechte.
Und dann stört mich einfach das Vorgehen. So wie es aussieht, wurde jemand juristisch massiv unter Druck gesetzt und das offenbar als eine Person, die dem eigenen Management durchaus bekannt war. Da hätte man als „edler“ Künstler durchaus gemäßigter reagieren können, statt einfach alles abzumessern.
Natürlich ist der im Link zitierte Brief der eines massiv enttäuschten Fans. Aber die dort gemachten Aussagen über das generell unfreundliche Verhalten von Mey, seiner Frau und anderen gegenüber Fans erscheinen mir glaubhaft.
Und sie reichen mir persönlich absolut aus, damit ich Mey als menschlich schäbig agierenden Moralapostel einschätze.
Andere mögen gerne zu einer anderen Bewertung kommen.
Gruß
Fredi
@Fredi du hast recht, dass der künstler mey offensichtlich andere ansprüche predigt als der mensch mey lebt, ist für manchen fan schmerzlich. ich finde aber, man sollte künstler und werk trennen. michelangelo war auch ein arroganter depp. trotzdem ist die pieta ein gefühlvolles meisterwerk.
@Fredi Ich bin der Meinung, man sollte ganz allgemein in der Lage sein, den Künstler und seine Kunst voneinander zu trennen. Es gab und gibt in der Musikbranche schon immer einige Menschen die begnadete Künstler waren, im persönlichen Bereich aber eher suboptimal aufgestellt waren/sind. Aber das sollte nie zur Herabwürdigung der künstlerischen Leistung führen.
@Fredi Lennart Schilgen – Am Tag, an dem ich Post von Reinhard Meys Anwalt bekam
https://www.youtube.com/watch?v=qYBsEmNTs5Q
Auch wenn das alles hier nicht „echt“ ist, aber Reinhard Mey ist ein ganz Großer und kann gar nicht genug gewürdigt werden!
@teofilo was ist nicht echt?😉
@Numitron Internet, Foren, „Soziale Medien“, mein Avatar😁
@teofilo OK. 😎
Aus meiner Sicht widerspricht sich das Verhalten des Künstlers und sein Können nicht.
Besonders im Musiker-Bereich haben wir seit Jeher kognitiv gut begabte Menschen.
Es ist rechtens sicherlich korrekt auf sein Eigen zu bestehen. Und mehr wird es wohl nicht gewesen sein. Kaum glaube ich, dass der Urheber sich selbst um die abschreckenden Gelegenheiten gekümmert hat. Man hat doch seine Leute, die das regeln…
Emotional war er anderen gegenüber sicherlich häufiger verletzend. Doch wer kann von sich behaupten, dass er zurücksteckt, wenn er im Recht ist und die „unbekannte“ Person das gegebene Recht nicht für sich nutzt.
An dieser Stelle würde ich nicht den 1. Stein werfen wollen…
Am besten wäre es, wenn Herz und Hirn durchgehend zusammenarbeiten würden.❤️🧠
Euch allen wünsche ich viele moralisch annehmbare Erfolge bei allem was ihr macht.