ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

4. September 2017

Midi Controller für Arturia Mini V

Vor etwa einem halben Jahr war ich es Leid per Maus über eine Zugbewegung virtuelle Regler am MiniV zu drehen. Ich wollte Sounds mit echten Drehreglern und Schaltern erstellen ! Die erste Idee dem Ziel über ein Arturia MiniLab näher zu kommen scheiterte für mich kläglich da es zu wenige Drehregler gibt, diese auch noch beschriftet werden müssten, und zudem die Anordnung so gar nicht zum Layout eines MiniMoogs passt.Aber da gibt es doch die kreative Schmiede von Dieter Döpfer der auch ein Herz für DIY Bastler hat, und das USB64 zur Midi/USB – Wandlung von 64 Eingängen auf Midi continuous control changes (CC) anbietet !

ANZEIGE

Nach dem Lesen des Manuals und beschriebenen praktisch Umsetzungen bei synth-project war ich optimistisch einen Controller für den Mini V auf dieser Basis bauen zu können. Nun muss ich eingestehen, dass meine handwerklichen Fähigkeiten eher bescheiden sind – ok, ich hab schon mal im letzten Jahrtausend mangels guten China-Importen Kabel gelötet. Zudem  ist mir das physikalische Prinzip von Potentiometern auch klar – dann also mutig ins Abenteuer ! Was dabei so alles passiert ist teile ich gerne mit euch, auch zur Motivation individuelle Lösungen selber zu bauen. Wichtig ist, dass es Spass macht. Es braucht eine Menge Zeit und Geduld, auch zur Recherche von Lösungen für Probleme die zu Beginn noch gar nicht bekannt sind.   Zunächst musste ein Layout her. Im Netz fand ich eine erste Idee als Grundlage. Diese wollte ich dann auf 64 Regler/Schalter erweitern (wer hat, der hat) – daher fügte ich über Photoshop Elements Regler für den Arpeggiator, das Delay und den LFO hinzu. Um flexibel für seltene Parameter zu sein ergänzte ich noch 6 ‚freie‘ Regler ohne Beschriftung. So hoffte ich auch andere Soft-Synths bzw. weitere, eher selten benutzte Parameter sinnvoll fernsteuern zu können.

 

Als Breite wählte ich 19 Zoll und als Höhe 4 Höheneinheiten – also 48,3 * 17,8 cm . Ein passendes Rack lässt sich bestimmt finden, was in der Realität gar nicht so einfach war. Schließlich baute mir ein gut befreundeter Tischler ein schräges Rack, was für mich die optimale Lösung darstellt.Bild Mini_Gehäuse.JPGWer nachzählt erkennt, dass ich 65 Regler erstellt habe ! Zudem musste ich feststellen, dass einige Midi Controller Nummern durch Arturia vorgelegt sind. Da sich das USB64 nur so konfigurieren lässt das entweder die Controller 0-63 oder 64-127 genutzt werden, entschied ich mich für 0-63 da hier nur Controller 1 durch Arturia vorgelegt ist. In der Praxis ließen sich auch die Bank Select Controller 0 und 32 nicht zuordnen, was mir der Arturia Support auch bestätigte. Daher blieben leider 4 verbaute Controller ohne Funktion.Dann gibt es ja noch die Controller 7 für Volume und 10 für Panorama.  Diese lassen sich natürlich in der DAW für „Midi In“ deaktivieren und damit für die Fernsteuerung nutzen. Als Frontplattenmaterial wählte ich 4mm Plexiglas welches sich im Baumarkt direkt auf die passenden Maße zuschneiden lässt. Die aufzuklebende Folie mit matter Oberfläche habe ich bei myfolie erstellen lassen.

ANZEIGE

Es war eine gute Idee gleich 2 Folien zu bestellen da sich eine unerwartete Herausforderung ergab die Löcher exakt zu bohren. Mit einer einfachen Bohrmaschine mit HSS Bohrer war das Loch selten da wo es sein sollte. Die Lösung waren Spezialbohrer für Plexiglas. Ein 3 mm Plexiglasbohrer eignet sich hervorragend um Löcher an der gewünschten Stelle frei Hand vorzubohren. Für die Schalter erwarb ich dann noch einen 6 mm, und für die Potentiometer einen 7,5 mm Bohrer für die finale Lochgröße. Diese hängt natürlich von den verwendeten Schaltern (Conrad) und 10 KOhm Linear Potentiometern (ebay) ab. Die Löcher sollten 0,5 bis 1mm größer als die Achse gebohrt werden um etwas Spiel zum Einbau zu bekommen. Mit dieser Erfahrung entstand schließlich im zweiten Versuch die dargestellten Frontplatte.Für die Potentiometerknöpfe war Dörfer meine Rettung da die Vintage Versionen auch im 50er Pack angeboten werden. Diese sind schmal und gleichzeitig griffig, so dass ein Lochabstand von etwas mehr als 3 cm reicht um die Knöpfe gefühlvoll zu bedienen.

Wichtig ist, dass die Potentiometer durch eine geriffelte Achse zu den 18 Zahn Aufsteckknöpfen von Döpfer passen.Die technische Realisierung habe ich von synth-project abgeschaut: Die 8 Eingangspaare des USB64 wurden zunächst auf eine Platine gelötet die mit einer Stiftleiste mit den Potentiometern / Schaltern verbunden wurden. Das klappt wirklich gut, da sich die Widerstände für die Schalter direkt auf der Platine löten lassen und die Frontplatte durch die Steckverbindungen servicefreundlich komplett abnehmbar bleibt. Alle Bauteile dazu habe ich bei Ebay gefunden.

Ja, es sieht ein wenig nach Chaos aus, aber es funktioniert – zumindest über Midi Out. Warum diese Einschränkung ? Döpfer gibt schon in der Anleitung des USB64 an dass in manchen Fällen die Stromversorgung über USB von Störungen überlagert ist , die sich auch negativ auf die Abfrage der Bedienelemente auswirkt.

Das kann ich auf meinem MacPro von 2011 bestätigen. Es führt dazu, dass zahlreiche Regler ihren Wert scheinbar um eine Wert in schneller Folge erhöhen /erniedrigen was einen so enormen Midi CC Datenstrom erzeugt, dass Arbeiten in der DAW nicht mehr möglich ist. Zudem werden die notwendigen Werte 0 und 127 von Schaltern nicht immer erreicht, wodurch diese nicht mehr funktionieren. Über Midi Out und externer Stromversorgung gibt es diese Probleme nicht. Das ist sehr schade, da so ein zusätzliches Midi Interface benötigt wird, was ich glücklicherweise schon hatte. Der Anschluß über einen USB Hub reduzierte lediglich die Menge an Midi CC Daten. Das Ergebnis macht einen riesigen Spass – endlich ist Sounddesign für den Mini V mit den Händen fast wie an einem echten Mini möglich. Auch die Einbeziehung der ergänzenden Funktionen von Arturia empfinde ich als sehr wertvoll. Mal eben die Arpeggiator Parameter anpassen oder das Delay gefühlvoll einstellen, Voice Detune regeln oder auf Polyphonic umschalten – alles geht nun leicht von der Hand. Auch andere Soft-Synths wie den Logic eigenen RetroSyn lassen sich elegant bedienen.

ANZEIGE
Fazit
Wer Freude am Werken, sowie Zeit und Mut für neue Erfahrungen hat, kann ich empfehlen ein Midi - Selbstbauprojekt zu wagen. Das Ergebnis ist auf jeden Fall einzigartig und verleiht der Arbeit mit Soft Synths neuen Schwung.
ANZEIGE
Forum
  1. Profilbild
    mdesign  

    schöne arbeit, kompliment!

    ich hatte da auch mal drüber nachgedacht, mich dann aber für eine weniger aufwendige lösung entschieden: ein korg nanokontrol 2 ist jetzt das panel für div ipad-synths.

    mittlerweile wäre wohl auch ein behringer-mini eine alternative.

    • Profilbild
      Stratosphere  

      Ich hatte den Bau begonnen bevor Behringer und Roland ihre Nachbauten angekündigt haben.
      Alle Varianten haben ihr Vor-und Nachteile.
      Das Besondere ist, dass jeder Musiker nun das passende für sich aussuchen kann.
      Selbstbau ist für mich die individuelle Erfüllung eines Wunsches. Der lässt sich meist nicht von der Stange kaufen.

  2. Profilbild
    Albedo39.0

    Wie geil ist das denn ? ( sagt man im Neusprech doch so, oder? )
    Wenn ich meinen Erica Synth Voice Bausatz für richtig teuer mit saumiserabelem Support und fehlenden Teilen für viel Geld denke, gibts bei mir für dieses Made in Germanski feuchte Augen.
    Bitte veröffentliche das Teil detaillierter evtl. BOM oder etwas das die Recherche einfacher macht- BITTE !

    Dann noch Holzseiten dran – Obersahne und eben kein Behringer Mini weil das Dingen haptisch zu billig ist – und auch wieder eben mal nur ein -Mini-; das ist kein weiters Uli Bashing !
    Vieleicht ist das aber auch mal ein Weg aus den vielen unsäglich fummeligen Plug ins denn die Auflösung der Arturias ist teilweise recht übel.

    • Profilbild
      Stratosphere  

      Lade dir als Einstieg die Anleitung zum USB64 von der Doepfer Seite herunter.
      Hier findest du genaue Angaben was du brauchst.
      Alles Andere ist individuell.

    • Profilbild
      Stratosphere  

      Ich hab ja auch zwei linke Hände – daher hat es etwas länger gedauert. Dabei habe ich viel gelernt was ich als wertvoll empfinde. Zudem wurde ich nach Fertigstellung auch als Musiker belohnt !

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE