Signalflussplan Behringer Proton
Als ich letztes Jahr die Ankündigung und den Testbericht zum Behringer Proton las, war ich sehr angetan von diesem Gerät. Eine solche Fülle an Komponenten mit so vielfältigen Möglichkeiten des Konfigurierens per 64-Buchsen-Patchfeld für unter 400€ erschien mir beispiellos. Dann lies ich den Blick über mein über Jahre angesammeltes Instrumentarium schweifen und musste mir zwangsläufig die Frage stellen: Wie viel ist genug und ist es nicht längst zu viel?
Mein Entscheidungskompromiss war dann: Ich brauch den jetzt nicht unbedingt, aber wenn ich mal ein Schnäppchen machen kann, denke ich neu darüber nach.
Im April 2025 war es dann soweit: Thomann bot ein B-Stock Gerät für 270€ an und meine vernünftige Kaufzurückhaltung wich dem überwunden geglaubten Habenwollen-Syndrom.
Schnell geliefert bekommen, ausgepackt, angeschlossen, ausprobiert – alles hat funktioniert. Nur eines habe ich stark vermisst: Ein Blockdiagramm oder Signalflussplan, der Übersicht in die Komplexität und Variabilität des Gerätes bringt. Im Handbuch und auf der Behringer Website habe ich nichts dergleichen gefunden. Per Google fand ich dann doch etwas in der Art, aber sehr rudimentär und ohne Aufschluss darüber zu geben, an welchen Stellen die Patchbuchsen in den Signalfluss wie eingreifen.
Beim Probieren am Gerät bemerkte ich schnell, dass die Eingangsbeschaltung der zwei Filter sehr unterschiedlich gestaltet ist. Die Benutzung der „VCF 1 IN“ und „VCF 2 IN“ Buchsen wirkt sehr unterschiedlich. Das ist kein Fehler und hat durchaus seinen Sinn. Aber es ist Mühsam das durch Handbuchlesen und Probieren herauszufinden. Und weiß ich in 3 Monaten noch, was ich herausgefunden hatte?
Daraus entstand sehr schnell die Idee, mir so ein Blockschaltbild selbst zu zeichnen. Das ist zwar etwas paradox, weil in der Schule hatte ich das Fach Technisches Zeichnen und habe es nicht gemocht. Aber ok, das war halt noch mit Bleistift und Lineal und überhaupt nicht mein Ding. Heute macht man so was am PC und ohne Radiergummi. Mit LibreOffice Draw legte ich los aber wechselte dann doch zu Zettel und Stift. Um den Signalfluss der Filter-Eingans-Mixer verständlich zu zeichnen genügte das.
Aber der Proton hat ja doch noch einige Komponenten mehr. Ein möglichst vollständiges Bild zu erstellen macht mit Zettel und Stift keinen Sinn. Also hab ich im September wieder ein bisschen an meinem odg file gearbeitet, aber auch wieder schnell die Lust verloren. Bis mich vor drei Tagen ein kleiner Anfall von Arbeitswut gepackt hat. Wenn ich in den Dateieigenschaften richtig lese, habe ich über 11 Stunden damit zugebracht. Aber ich bin mit dem Ergebnis soweit zufrieden und möchte es Interessierten zur Nutzung zur Verfügung stellen. Ich erhebe nicht den Anspruch, dass der Plan 100% fehlerfrei ist. Wer Fehler findet, soll sie nicht behalten, sondern mir gern mitteilen.
Ein paar Erklärungen zur Farbgebung und Beschriftung:
– Orange: Komponenten, die Audiosignale erzeugen oder verarbeiten
– Blau: Komponenten die Steuerspannungen (CV) liefern und alle Eingangsbuchsen
– Schwarz: alle Ausgangsbuchsen
– eckige Klammern: Vorbelegung von Eingansbuchsen, die nicht durch Linien dargestellt ist
Ansonsten wünsche ich den Besitzern und Nutzern des Behringer Proton viel Spaß mit dem Gerät.
Wenn mein Plan dabei helfen kann, würde es mich freuen. Ehrliches Feedback ist erwünscht.






























Danke für Deinen Artikel! Der Proton hat es mir auch angetan und aus gleichem Grund habe ich mich bisher zurückgehalten, das Blockdiagramm…
Wenn man bedenkt, dass so ein Diagramm bei Behringer während der Entwicklung schon existieren könnte, ist es bedauerlich, es nicht bereit zu stellen.
Dein Diagramm sieht doch ganz ordentlich aus…
@CDRowell Gern geschehen 🙂
Frage an die Redaktion: Auch wenn Ihr grundsätzlich an Leser-Stories nichts verändert – meinen Tipfehler „Blockschaltild“ im Fenster „Minus“ in „Blockschaltbild“ ändern könnt Ihr vielleicht doch (hoffe ich). 😉
@SynthNerd Klar, erledigt!
@Gereon Gwosdek Besten Dank 👍
Wow, vielen Dank für diese tolle und hilfreiche Fleißarbeit. Da gebe ich doch glatt 3 Punkte! Der Proton steht schon lange auf meiner Watchlist und jetzt bin ich wirklich in Versuchung beim Cyberweek Angebot bei T zuzuschlagen. Würde sich bestimmt gut unterm Weihnachtsbaum machen.😉
@MadMac Dank für’s positive Feedback 🙂
Dann schnell zugreifen, es sind bestimmt nur noch sehr wenige Stücke verfügbar. 😉
Wobei ich anmerken muss, dass die Illumination des 2600 am Weihnachtsbaum mehr Eindruck macht.
ja der proton wäre zum neutron dazu sehr nice
allerdings hoffe ich auf ein schnäppchen um die 200,- herum.
blockschaltbild wird mal gespeichert.
frage mich nur obs nicht ein supportticket an behringer mit dem zusatz bitte ggf. an die entwicklungsabt. weiterleiten auch getan hätte^^.
@Nicole Die Frage ist gut. Um ehrlich zu sein: Ich bin nicht darauf gekommen, das zu versuchen. Vielleicht mach ich das noch. Wenn jemand Erfahrung damit hat, ob das funktioniert (egal ob Behringer oder andere Hersteller betreffend), würde mich das interessieren.
behringer funktioniert so:
auf der website auf support.
dort ticket öffnen fürs produkt. wenn auswahl für req. nicht vorhanden einfach irgendwas wählen.
seriennummer ggf 1234567…
damit die seite eine ruh gibt.
request ins textfeld und senden.
ggf. mit dazu bitte an entwicklungsabt weiterleiten etc..
funktioniert. auch für feature req. :)
@Nicole Danke Nicole und sorry dafür, dass ich mich evtl. etwas missverständlich ausgedrückt habe.
Ich arbeite selbst im service/support Bereich (nicht Musikelektronik) und weiß grundsätzlich, dass ich bei Behringer ein Ticket eröffnen könnte. Wie gesagt: Ich kam betreffs dieses Themas erst nicht auf die Idee es zu versuchen und hatte dann Zweifel, ob der Support interne (nicht veröffentlichte) Pläne herausgeben würde. Meine Frage zielte allgemein nach Erfahrung ob Hersteller so etwas tun (falls hier jemand liest, der das schon mal probiert hat).
Betreffs Proton werde ich es vielleicht noch testen. Hat aktuell keine prio für mich (hab ja nun meinen eigenen Plan ;-) aber zum Vergleich wäre ein „Original“ ggf. schon interessant.
Ich werde hier berichten, demnächst… irgendwann… vielleicht… ^^.
Die Firma weiss genau, dass die Dokumente zu ihren Geräten lausig sind. Das wird ja überall gepostet. Ich habe u.a. ein 1820 Interface. Da hätte ich auch gerne etwas weiterführende Infos.
Dass diese Kurzanleitungen mit 77 Sprachen nicht endlich beendet werden, finde ich auch unmöglich. Die Übersetzungen müssen ja alle gemacht werden. Warum sie dann in ein Dokument gequetscht werden, habe ich noch nie verstanden. Von mir aus für die Printausgabe, aber nicht mal da sehe ich es ein. Die PDFs online könnten einfach vor dem (unnötiigen) Zusammenfügen einzeln gepostet werden. Das kostet definitiv keinen Cent mehr, vielleicht einige weniger. Ich würde mal sagen, Behringer ist nicht daran interessiert daran was zu ändern.
@Tai Als vorbildlich sehe ich die Handbücher von Moog – zumindest beim sub37, den ich hab. Das liest sich sowas von easy (auch was Schriftgröße und Kontrast angeht) – da kann ein Anfänger, der noch nicht weiß, wie ein Synth eigentlich funzt, sehr gut einsteigen. Allerdings ist man da auch beim Preis in einer anderen Liga. Unterm Strich überwiegt für mich aber bei den Behringers die Freude an Preis/Leistung gegen den Ärger über die Handbücher.
@SynthNerd Ja, Moog ist ein positives Beispiel was die technische Dokumentation angeht. Ich habe den Matriarch und das Handbuch ist eine wahre Freude. Für Anfänger wie für Fortgeschrittene. Und ja, Behringer hätte hier wirklich Handlungsbedarf. Aber ich denke, bei der Preiskalkulation spielen umfangreichere Handbücher sicher auch eine Rolle. Aber wie Du schon geschrieben hast, das Preis/Leistungsverhältnis ist halt unschlagbar.
Ach so, bei der Cyberweek von T ist es anstatt eines Proton zu Weihnachten jetzt doch ein SH-5 geworden. Ich kann bei Vintagesynths einfach nicht wiederstehen. Aber der Proton bleibt weiterhin auf der Watchlist.😉
@MadMac Ich vermute, du hast den Behringer MS-5 erworben. Sehr schönes Gerät, viel übersichtlicher als der Proton und mit den vielen Schaltern leichter zu bedienen, als der Proton mit seinen 64 Buchsen. Und weil es ein Vorbild gibt, findet mat den Plan auf den Supportseiten von Roland. Mich hatte der so angefixt, dass ich nicht auf den Sinkflug der Straßenpreise warten wollte und noch zum Listenpreis zugeschlagen habe. Kein Grund zur Reue. Der macht Spaß. Aber wenn man sich geduldet, wird aus dem Schnäppchen ein Superschnäppchen. Glückwunsch dazu. 🙂
@SynthNerd Danke, natürlich meinte ich den Behringer MS-5, freudsche Fehlleistung, haha.😉 Der Synth ist im Moment noch mit DHL unterwegs. Ich habe mir vorgenommen ihn wirklich erst an Weihnachten auszupacken. Ich möchte die Vorfreude auf diesen tollen Synth noch etwas genießen.
Also ehrlich gesagt verstehe ich nicht das Problem mit dem Blockdiagramm.
Musik und jedes Instrument soll dazu führen kreativ zu werden und aus seiner eigenen Erfahrung und der Kreativität Werke zu schaffen die einen in erster Linie erstmal selber gefallen und dann mache ich mir meinen eigenen Plan im Kopf.
Und mir ist das Blockdiagramm darum völlig egal,
weil ich meine Instrumente immer wieder gerne neu entdecke. Und Kunst bedarf keinen Plan.
Ist meine Sicht der Dinge.
LG Klangharmonika
@Klangharmonika Vielen Dank für dein ehrliches Feedback.
Also ebenso ehrlich gesagt verstehe ich noch nicht, warum mein oder irgendein Blockdiagramm deiner musikalischen Kreativität im Wege stehen könnte. Wenn du so etwas nicht brauchst, ist das für mich völlig ok. Aber wie mein Plan dich hindern könnte, dir deinen eigenen zu machen, sehe ich nicht.
Darf ich aus Neugier fragen, ob du den Proton besitzt und wie du den kreativ nutzt?
Betreffs „Und Kunst bedarf keinen Plan.“ bin ich nochmal undiplomatisch ehrlich und erwidere „die deutsche Grammatik aber schon“. Bastain Sicks Titel „Der Dativ ist den Genitiv sein Tod“ möchte ich hinzufügen „…und der Akkusativ auch.“
Sorry, ich versuchte gerade in meiner Antwort ein bisschen kreativ zu sein, ganz ohne Plan. 😉
LG SynthNerd
@Klangharmonika Es gibt auch Musiker, die mit einer genauen Vorstellung von einem Klang ans Editieren gehen. Und für die ist ein Blockdiagramm sehr sinnvoll, wenn nicht sogar Voraussetzung. Klar, ich kann auch munter drauflos stöpseln, sehen, was rauskommt. Durchaus auch ein Weg. Aber die anderen brauchen es