Jazz-Legende Sonny Rollins verstorben

Sonny Rollins 1972 in Helsinki (Quelle: Timo Hämäläinen, CC BY 4.0, creativecommons.org/licenses/by/4.0 via Wikimedia Commons)
Der US-Amerikaner Sonny Rollins ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Als Tenor-Saxophonist zählte er zu den bedeutendsten Figuren des modernen Jazz und wurde als einer der wichtigsten Improvisatoren seiner Generation geschätzt. Geboren wurde er am 7. September 1930 als Walter Theodore Rollins in Harlem, New York. Schon recht früh entwickelte er einen eigenen Ton, der kraftvoll und warm aber gleichzeitig auch sehr beweglich und technisch auf hohem Niveau war.
Sonny Rollins als der Mann hinter „Saxophone Colossus“
Der Beiname „Saxophone Colossus“ begleitet Sonny Rollins bis heute. Er geht auf sein gleichnamiges Album aus dem Jahr 1956 zurück, das mittlerweile zu den großen Klassikern des Jazz zählt. Mit Stücken wie „St. Thomas“, „Blue 7“ oder „Moritat“ zeigte er, wie viel Kraft in einer Jazzimprovisation stecken kann. Außerdem arbeitete er mit einigen der bedeutendsten Musiker seiner Zeit, wie beispielsweise Miles Davis, Thelonious Monk, Max Roach, Clifford Brown und Bud Powell.
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Sonny Rollins’ Suche nach dem eigenen Ton
Eine der bekanntesten Episoden seiner Laufbahn begann Ende der 1950er Jahre, als der Musiker zwar schon gefeiert wurde, sich aber trotzdem zeitweise aus dem Musikbetrieb zurückzog. Statt weiter Konzerte zu spielen, übte er oft stundenlang auf der Williamsburg Bridge in New York, denn dort konnte er laut spielen, ohne Nachbarn zu stören. Aus dieser Phase entstand später das Album „The Bridge“, das 1962 erschien und heute zu seinen wichtigsten Werken zählt. Die Geschichte sagt einiges über ihn aus, denn er ruhte sich nie auf seinem Ruf aus.
Vermächtnis einer Jazz-Ikone
Zu den wichtigsten Alben von Sonny Rollins zählen neben „Saxophone Colossus“ auch „Way Out West“, „A Night at the Village Vanguard“, „Freedom Suite“ und „The Bridge“. Diese Aufnahmen zeigen vor allem, wie vielseitig sein Spiel war. Er wurde im Laufe seiner Karriere mehrfach ausgezeichnet, beispielsweise mit dem Grammy Lifetime Achievement Award, der National Medal of Arts und dem Kennedy Center Honors. Mit Sonny Rollins verliert die Musikwelt nun einen der letzten großen Giganten des 20. Jahrhunderts.


































RIP! Ich habe in meinem Leben nur vier Saxophonsoli von vorn bis hinten herausgeschrieben. Drei davon waren die aus „Blue 7“ von der Saxophone Colossus. Was für eine Maschine und ein Innovator bis ins hohe Alter.
@MatthiasH Ja. Und die „the Bridge“ ist eine meiner Lieblingsplatten aus dieser Zeit. Weil seine Zusammenspiel mit Jim Hall da auch phantastisch ist. Und die Platte hat einen wahnsinnigen Groove.
RIP Sonny.