Wie verstorbene Musiklegenden zurück auf die Bühne kommen

Whitney Houston tritt dank „Staying Alive“ wieder auf. (Quelle: Mark Kettenhofenderivative via Wikimedia Commons)
Mit „Staying Alive – Stars singen mit Legenden“ wagt ProSieben aktuell ein Experiment, das für viel Gesprächsstoff sorgt. Die Grundidee der Show ist recht simpel, denn aktuelle Künstler stehen gemeinsam mit verstorbenen Musiklegenden auf der Bühne. Möglich macht das eine Technologie, die Stimmen und Erscheinungsbilder dieser Ikonen digital rekonstruiert.
Elvis und Whitney Houston treten dank Staying Alive wieder auf
In der Show treten Acts zusammen mit digitalen Versionen von beispielsweise Elvis Presley, Whitney Houston, Freddie Mercury oder Amy Winehouse auf. Für das Publikum wirkt das dann am Ende wie ein echtes Duett, obwohl die Begegnungen so natürlich nie stattgefunden haben. Gesangsdoubles liefern dafür die Basis, die anschließend per KI an die jeweilige Originalstimme angepasst wird. Das Ergebnis kommt den bekannten Vorbildern erstaunlich nah. Gerade bekannte Songs bekommen in diesem Kontext noch einmal eine besondere Intensität. Nach dem ähnlichen Prinzip funktionierte auch die ABBA-Avatar-Show, die 2022 in London startete.
Kritik an Show Staying Alive
Neben der Faszination gibt es aber auch viel Kritik an der Show. Ein häufig genannter Punkt betrifft etwa die fehlende Echtheit der Performances, denn was auf der Bühne passiert, ist vollständig konstruiert und hat mit einer klassischen musikalischen Zusammenarbeit nur wenig zu tun. Noch heikler ist natürlich die Frage nach dem Umgang mit verstorbenen Künstlern. Vor allem Musiker wie Amy Winehouse und Freddie Mercury waren während ihrer jeweiligen Karrieren dafür bekannt, ihre künstlerische Darstellung immer ganz bewusst selbst zu steuern. Ob sie also mit einem posthumen KI-Auftritt in einer TV-Show einverstanden wären, kann nicht beantwortet werden.
Was solche Formate für die Musikbranche bedeuten
„Staying Alive – Stars singen mit Legenden“ passt als Show in eine Entwicklung, die sich schon länger in der Musikwelt abzeichnete, denn schon an vielen Stellen tauchten immer mal wieder digitale Versionen von verstorbenen Künstlern auf. Die aktuelle Technik eröffnet solche neuen Möglichkeiten, bekannte Stimmen und Gesichter wieder präsent zu machen. Für viele Zuschauer liegt darin sicher ein besonderer Reiz, während andere diesen Umgang eher kritisch sehen. Was meint ihr? Und wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann sich am 2. Mai um 20:15 Uhr die zweite Folge der Show anschauen.































Ich habe mal kurz reingeschaut, aber als ich Sasha mit Whitney sah, war für mich der Fall erledigt. Natürlich kann man die Songs immer wieder hören, aber dann doch eher ohne Duette mit C-Promis. Der gleiche Murks, aber noch eine Stufe darunter ist „the masked singer“. Trotz musikalischer Darbietungen nicht meine Welt. Zumindest aber ist es einigermaßen eine ehrliche Unterhaltung im Vergleich zu Castingshows. Traurig das der Trash im TV deutlich zunimmt und von ein paar sehr Vermögenden (Klum, Bohlen oder C. Maschmeyer von den Löwen) gesteuert wird. Ich soll doch bitte nicht so übertreiben was die Vermögen betrifft? Die junge Janna Ensthaler von den Löwen hat ein geschätztes Vermögen von 30 Millionen Euro und gibt sich hier als „Samariter“ aus. Noch Fragen?
Hm. Eine Show live aus dem uncanny valley. Ich hab reingeschaut, weil ich ergebnisoffen neugierig war, aber Freude daran ist nicht aufgekommen. Die ganze Veranstaltung war hüftsteif und als die No Angels zum dritten Mal ihre emotional berührtesten Gesichter aufgesetzt hatten, war auch klar, dass es mal wieder nicht um Musik geht, sondern um die Vermittlung einfachster Gefühle. Ich glaube, man kann so eine Show auch interessant gestalten, aber was soll Whitney Houston mit der Drei-Ton-Melodie von Hollywood Hills schon anfangen.
Dass Musik im Mainstreamfernsehen nicht immer völliger Schrott sein muss, zeigt imho Sing meinen Song. Je nach Zusammensetzung kann das echt ganz nett sein, gut funktionieren und hat seine lichten Momente.