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Synthesizers.com steht zum Verkauf und MOS-LAB stoppt Moog Nachbauten

Der 5HE Modularhersteller Synthesizers.com hat finanzielle Probleme und MOS-LAB fehlen Bauteile für die Moog Nachbauten

4. Juli 2022

Facebook Post von Synthesizers.com

Am 30.06.2022 erreichte die Synthesizer-Gemeinde ein dramatischer Aufruf von der Synthesizer-Manufaktur Synthesizers.com. In diesem Post machten sie auf die schwierige Situation der letzten Jahre aufmerksam. Gemeint sind natürlich die Covid-Pandemie, der Lockdown und die daraus schwierige Beschaffung von Bauteilen für Synthesizer und die daraus resultierenden Umsatzeinbußen.

Zwar konnte Synthesizers.com diese Krise bewältigen, doch nun haben sie ihr finanzielles Limit erreicht und blicken in eine ungewisse Zukunft. Deswegen suchen sie nach einem Käufer. Weiter heißt es, dass bereits getätigte Bestellungen ausgeliefert werden, aber dass sie ab jetzt nur noch vorhandene Produkte abverkaufen und nicht nachproduzieren. Tatsächlich sind viele Artikel auf ihrer Website nicht mehr erhältlich.

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Synthesizers.com wurde 1996 von Roger Arrick gegründet und spezialisierte sich auf dem Nachbau von den großen Moog Modularsysteme und deren Module im 5HE Format.

Im Netz wird spekuliert, warum Synthesizers.com vor dem Aus steht. Zwar haben sie weit vor dem Eurorack-Hype Module hergestellt, aber vielleicht haben sie eine Chance verpasst, weil sie neben 5 HE Modulen nicht auch Eurorack Module angeboten haben?

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Vor dem Eurorack.Hype war der Markt für Module überschaubar und in diesem Zusammenhang beziehen sich die Kommentare auf die Preise von Synthesizers.com. Offenbar wird eine betuchte Käuferschicht angesprochen, die sich den Nachbau eines Moog Modular Systems in echter Walnussholzverkleidung leisten können. Puristen bemängeln, dass die Synthesizers.com Moog Modular Systeme in wichtigen Details von den Originalen abweichen.

UPDATE: MOS-LAB stell die Produktion der Moog Systeme und Module ein

MOS-LAB Webseite vom 3.07.2022

Und gerade wenn man denkt, schlimmer geht es nicht mehr, erreichte uns die Nachricht, dass der 5 HE Hersteller MOS-LAB die Produktion seiner Moog Systeme und Module einstellt. Anscheinend gestaltet sich die Versorgung mit Bauteilen chaotisch. Dies betrifft aber nicht die Nachbauten der ARP 2500 Klone, für die sie am bekanntesten sind. MOS-LAB scheint es also noch gut zu gehen, aber leidet an der Verknappung von Bauteilen.

Man könnte nun spekulieren, dass von der Bauteilkrise notwendige Komponenten für Moog Systeme Mangelware sind. Da Synthesizers.com auf Moog Systeme spezialisiert ist, könnte dies das Geschäftsmodell in eine Krise gestürzt haben. Offensichtlich kann MOS-LAB ARP produzieren, aber nicht Moog. Könnte da ein Zusammenhang bestehen?

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Habt ihr ein Synthesizer.com oder MOS-LAB System zu Hause? Konntet ihr euch mit dem 5 HE Format anfreunden? Seid ihr in der Lage, Synthesizers.com zu übernehmen. Würdet ihr Synthesizers.com kaufen, wenn ihr es euch leisten könntet?

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Forum
  1. Profilbild
    Flowwater AHU

    Hm … vielleicht ist es bei synthesizers.com auch einfach »nur« die Marktsättigung. Es tut mir in der Seele weh, das folgende schreiben zu müssen: Ich denke, die »großen« modularen Synthesizer sind für die meisten vermutlich (keine Ahnung, ich bitte um Korrektur) eher so ein »Luxusobjekt«. Der großartige Herr Land (Alien Project) wird da mehr und vor allem aus Erfahrung erzählen können.

    Aber die allermeisten Modular-Fans werden sich aus ganz praktischen Gründen – platzsparender, günstiger, dramatisch größere Modulauswahl – vermutlich eher für ein Eurorack-System entscheiden. Von daher kann die Annahme durchaus richtig sein: Dass nämlich synthesizers.com es verpasst hat, auf den Eurorack-Zug aufzuspringen.

    Und dann gehe ich auch mal von mir aus: Ich finde Eurorack-Synthesizer auch spannend … aber noch spannender finde ich ganz privat persönlich (als Software-Entwickler) Software im Stile eines »Reaktor«, »VCV Rack«, »Voltage Modular«, sowie »Hyperion« und »Arturia Modular V«… und ich zähle auch »MAX/MSP« und »PureData« dazu (und es gibt ja noch mehr in der Richtung).

    Vielleicht ist die Zeit für die großen Modular-System einfach vorbei, oder zumindest soweit vorbei, dass eine Firma wie synthesizers.com nicht mehr davon leben kann.

    Aber traurig isses schon. 😢

    • Profilbild
      Klang X

      Naja, in der jetzigen Zeit werden/müssen auch viele abwägen ob man (viel) Geld in das Hobby investiert oder eben das Geld für Strom, Gas, Sprit und Lebensmittel benötigt.
      Das werden noch so einige Hersteller zu spüren bekommen. Die Kaufkraft wird weiter sinken.

      Außer diejenigen, die eh genug Kohle haben, aber die Schere klafft immer weiter auseinander. Große Sprünge sind für viele nicht mehr drin.

  2. Profilbild
    D-Joe

    Meiner Meinung nach sich solche Systeme aktuell eher Nischenprodukte.
    Früher konnten sich das nur wenige leisten weil sehr teuer und exklusiv (=> vermute ich).
    Heute ist das so, dass diese Systeme immer noch teuer sind, es gibt Eurorack und zusätzlich
    Software die von teuer bis Freeware reicht.

    Ich persönlich hätte gerne so einen großen Schrank zu Hause stehen!!!!!

    Leider fehlt mir das nötige Kleingeld um so einen Synth zu kaufen.
    Möglicherweise kaufen das Enthusiasten, die das finanziell leicht stemmen können, oder aber jene,
    die sich einen Traum erfüllen möchten.

    Vermutlich gibt es da zu wenige Käufer, damit man als Hersteller finanziell auskommt und sich das rentiert.

    … von Corona, Bauteilmangel, ect. gar nicht zu sprechen.

    • Profilbild
      AndreFFM

      Hmm, also wenn ich den Artikel richtig verstehe standen diese Nachbauten den Moog-Originalen wohl schon etwas nach. Ich kann das natürlich nicht bestätigen. Wenn es aber so wäre dann stellt sich tatsächlich die Frage, warum es bei größerem Footprint und Preis ggü Eurorack von einer nennenswerten Anzahl an Kunden den Vorzug erhalten sollte. Andererseits waren viele meiner Kaufentscheidungen bezüglich Equipment auch nicht rational zu erklären 😉

  3. Profilbild
    synthmike73

    Das ist traurig. Aber vielleicht auch zu erwarten, wenn man sein Geschäft zu speziell ausrichtet.

    Hab hier auch ein Cabinet rumzustehen, mit einem VCO,VCA und die üblichen Verdächtigen. Für nen 2.VCO hats bei mir nicht gereicht. Hatte das immer vor mir hergeschoben.

    Hoffe das Corsynth, Moon Modular etc. nicht auch ins Schlingern kommen. Ich kann die mir zwar auch nicht leisten, aber schick anzuschauen sind die auf jeden Fall. Wäre schade, wenn die Vielfalt der Hersteller verschwindet.

  4. Profilbild
    Filterpad AHU

    Klar, rein als Gedankenspiel: Wenn ich das Know-how und die Moneten hätte, würde ich das sofort übernehmen.

  5. Profilbild
    Cavestudioschweiz

    Traurig diese Entwicklung. Ich habe hier so ein grösseres Synthesizers.com System stehen. Kaufte das vor vielen Jahren mal, da ich in die Modularwelt eintauchen wollte und ich den Formfaktor schöner und besser zu bedienen fand. Das finde ich eigentlich immer noch, obwohl ich ja auch Eurorackmodule hier habe und mir auch selbst mal was dazu bastle..

    Klingen tut das System auf jeden Fall extrem gut und auch der Preis ist nicht sonderlich teuer – ein VCA Modul für USD 120.- usw. war ja noch einigermassen erschwinglich… Naja, alles zusammen war dann schon ne Hausnummer. Und Platz braucht das System wirklich. Aber so ein fettes 960 Sequencer Modul sieht schon recht cool aus und hat gegenüber dem Original auch ein paar nette Erweiterungen. Reparieren kann man die Sachen im Notfall auch relativ gut selber – sofern man löten kann. Sehr durchdachtes Design und Standardbauteile.

    Aber ich denke halt auch, dass das mit den großen Systemen eher ein Nischenmarkt ist, zumal der Euroracksektor viel grösser und umfangreicher ist. Und dazu noch mit Behringer sei ein paar Jahren ein neuer grosser und preislich harter Konkurrent aufgetreten ist.

    Schade wenn dieser damalige Modularsystem-Pionier vom Markt verschwinden würde.

  6. Profilbild
    a.jungkunst AHU

    Mir tut es leid für Roger Arrick, dass er ein Opfer der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Zeit geworden ist, und das gilt auch für alle anderen, die ihr Unternehmen aufgeben mussten, egal, welchem Metier es angehörte.
    Ein Nischenprodukt waren diese Systeme schon immer, aber als Luxusobjekte sehe ich sie nach wie vor nicht an. Ich verwende seit vielen Jahren ein 5 HE-System, das hauptsächlich aus Komponenten von COTK besteht, welches um einige Moon Modular-Produkte ergänzt wurde. Und es ist immer noch eine Freude, etwas aufgeräumter als mit einem Eurorack-System zu spielen.
    Mit 3 HE arbeite ich auch, weil es eben einige für mich interessante Dinge gibt, die kein MU-Hersteller anbietet.
    Es ist und bleibt ein Vergnügen, mit solchen Machinen zu musizieren und ich hoffe, dass es synthesizers.com gelingt, der Welt erhalten zu bleiben, auch wenn ich nie ein Fan dieses Systems war oder werde.
    @Sven Rosswog: Tatsächlich ist MOS-LAB für seine klanglich guten Moog-Nachbauten bekannt, die ARP 2500-Schiene kam erst jüngst dazu.

  7. Profilbild
    DSL-man RED

    Es betrifft so gut wie alle 5U Hersteller und natürlich auch andere Formate.
    Im 5U Bereich kommt erschwerend hinzu das man kaum noch einen guten Panelhersteller findet der zuverlässig und dauerhaft in gewünschter Qualität liefern kann.
    Bei den restlichen Bauteilen hat man eher das Problem nicht mehr auf höhere Stückzahlen von Bauteilen zugreifen zu können und somit im Einkauf deutlich mehr bezahlt, den Preis an Verbraucher weitergeben ist das eine, aber allein diese Berechnungen zu tätigen ist für kleine Unternehmen sehr aufwändig.
    Im Fall von moslab liegt es aber auch am Personalengpass.

    Ich werfe mal etwas anderes in den Raum:
    Muss wirklich fast jedes Kinderspielzeug inzwischen Halbleiter besitzen, selbst Babyspielzeuge, Puppen usw.
    Die Digitalisierung ist in vielen Bereichen ins extreme gewachsen. Aber auch im Musikinstrumente Bereich spielen Unternehmen wie Behringer eine Rolle, die neue Kundschaft entdeckt haben aber somit auch Millionen zusätzliche Bauteile benötigen.
    Dabei hätte man doch gern der ein oder andere Zulieferer in der Automotive Industrie oder Rüstung diese Bauteile ?

    • Profilbild
      earthcon

      Ganz klar, was Du meinst.
      Vielleicht besser, die Chips sind in unseren nahezu sinnbefreiten Spielzeugen verbaut, als in irgendwelchen Kack-SUVs oder Waffen?
      Schwierige Entscheidung.

    • Profilbild
      CYBTRAXX

      Ich persönlich habe kein „richtiges“ analoges Modularsystem, jedoch einige Semimodulare Synthies.. Da macht das Patchen schon irre Spaß.

      Digital nutze ich den Nord Micro Modular. Schon cool, aber irgendwie isses halt wie ein Softsynth… Editing nur per Rechner…ungut.

      VST- Teile wie Voltage Modular hab ich ausprobiert, finde aber dabei keinen Spaß.

      Ich würde auch eher in Richtung Eurorack gehen, schon wegen dem Platz.
      5HE sieht zwar cool aus… Ist aber viel zu groß…

  8. Profilbild
    earthcon

    War .com nicht ein Ableger von Arrick Robotics? Vielleicht besinnt man sich nun wieder auf den Hauptzweig?

  9. Profilbild
    swellkoerper AHU

    Diese News ist sehr bedauerlich für alle, die Lebenszeit & Herzblut investiert haben, aber nicht der erste und auch nicht der letzte Modular-Hersteller, der in diesen Zeiten die Segel streicht. Aber momentan scheint es schon eher gehäuft, mir fällt gerade ein: Synthesis Technology, Synthwerks, Mutable Instruments. Die Gründe dafür sind vielfältig: neue Lebensprioritäten, Teilebeschaffung, Ruhestand, manchmal leider auch Tod des Entwicklers.

  10. Profilbild
    Stratosphere

    Die 5HE Systeme haben es auch wirklich schwer. Im Eurorack Format läßt sich fast jedes traditionelle Modularsystem zu einem attraktiven Preis aufbauen. Auch die Software von VCV, Arturia, Cherry Audio,… mit dem Vorteil, der Speicherbarkeit hat nachgezogen. Es verbleibt der Traum Musik der 70er/80er auf Modularsystemen in Originalgröße spielen zu können. Dazu braucht es Platz und solide Finanzen. Die meisten Musiker die es sich leisten können, haben sich wahrscheinlich schon eingedeckt. Von daher kann ich nachvollziehen dass die Zeit der 5HEs langsam zu Ende geht.

    • Profilbild
      DSL-man RED

      Ja, die Nachfrage ist auch enorm gesunken.
      Ich habe 2010 angefangen in 5U – MU und MOTM.
      Es wurden hunderte custom Module von mir für Kunden gebaut, seit 2-3 Jahren ist die Nachfrage enorm gesunken.
      Erschwerend kommt hinzu das man sehr sehr schlecht an Panels kommt.
      Der Produktionsprozess für Moog Style (MU) Format ist sehr aufwändig. Da man auch immer die gleiche Farbe und Qualität benötigt, kann man aktuell fast keine Module bauen ohne Abstriche zu machen.
      Daher sollten potentielle Käufer gerade jetzt schauen was der second hand Markt anbietet.

  11. Profilbild
    Jazzheini

    Wie das so ist mit einem Hype, der kommt und geht. Mir war immer schleierhaft, wie so viele Hersteller von Racksystemen und -Modulen existieren können. Es wundert mich nicht, das es da irgendwann zu einer „Marktbereinigung“ kommt. (Furchtbarer Begriff, aber so heisst es nun mal)

    Ich denke, es werden die Überleben, die entweder einen eigenen Standard gesetzt haben und entsprechend treue Kundschaft (Doepfer), oder noch ein zweites Standbein (Vermona, Waldorf, etc.) bzw. die Rackmodule nur eine Sortiment-Ergänzung sind.

    Dazu kommt ja auch, da es immer ausgefuchstere Semi-Modulare Synths gibt.

    • Profilbild
      Leverkusen

      Naja, Synthesizers.com haben einen eigenen Standard gesetzt. Den sogenannten und weit verbreiteten Dotcom Standard der 5U Stromversorgung, den die meisten anderen Hersteller übernommen haben, oder zumindest Kompatibilität ermöglichen.

      Ich hätte da sicher einiges bestellt, wenn es nicht in Übersee und die Versandbedingungen ungewöhnlich ungünstig gewesen wären.

      Es ist echt schade, dass nach Oakley im DIY-Bereich jetzt auch im Fertigmodul-Bereich ein großer das Handtuch wirft. Natürlich ist 5U anachronistisch, aber trotzdem. Für den, der’s mag ist es genau das richtige.

      • Profilbild
        Jazzheini

        Keine Frage. So im Detail kenne ich mich da nicht aus, mir fällt nur auf, wie enorm viele Anbieter es gibt bzw. gab.
        Natürlich sind anachronistische Techniken immer auch reizvoll. Aber halt auch etwas für eine überschaubare Anzahl an begeisterten Kunden. Vielleicht waren sie dafür schon zu groß, und auf Dauer überleben da eher so die 2-Mensch-Klitschen, oder eben die, die einen chinesischen Partner für die Fertigung haben.
        Ich staune eher so vom Gartenzaun. (-:

        Aber, wie gesagt: im Detail kenne ich mich garnicht damit aus. Habe auch selber kein Racksystem.

    • Profilbild
      Ric O'chet

      Du weißt aber schon, dass es Hersteller gibt, die um die 30.000 Stück pro Modul verkaufen oder sogar mehr….

  12. Profilbild
    Cavestudioschweiz

    Synthesizers.com ist seit ein paar Tagen im Business zurück und produziert wieder alle Module und Systeme. Alles kann wieder bestellt werden (Siehe Website oder auf deren Facebook-Seite). Also gute Nachrichten aus dem 5U Bereich.

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