EMS Synthi A aus Synthorama geklaut

Anfang August wurde ein seltener EMS Synthi A mit passender KS-Tastatur aus dem Synthesizer-Museum Synthorama in Luterbach in der Schweiz gestohlen. Für Museumsleiter Martin Hollinger ist der Vorfall ein schwerer Schlag, denn seit mehr als 25 Jahren steckt er viel Energie und große Teile seines Vermögens in dieses Museums-Projekt. Nun bittet er die Szene um Mithilfe. Wer Hinweise auf das Instrument hat oder verdächtige Verkaufsangebote sieht, soll sich bitte sofort an die Polizei oder an das Museum wenden. Die Seriennummern lauten 4235 für den Synthi A und 45098 für die KS-Tastatur. Auffällig ist vor allem, dass Netzteil, Deckel und Verbindungskabel fehlen.
Wiederholte Diebstähle gefährden das Konzept von Synthorama
Der aktuelle Diebstahl ist nicht der erste. Schon vor einigen Jahren verschwanden beispielsweise Module eines Moog Modular Systems. Später wurden Chips aus einem Oberheim Stretch DX entnommen und später ein Modul aus einem Sequential Pro FX 500 gestohlen. Jeder dieser Vorfälle war ein schmerzhafter Rückschlag, aber Martin Hollinger hielt an seiner Idee fest, ein offenes und vor allem lebendiges Museum zu schaffen.
Im Synthorama können Besucher nämlich mehr als 360 Synthesizer und circa 60 Drum Maschinen selber ausprobieren. Das Konzept ist einzigartig, denn solche Vintage-Instrumente verschwinden sonst oft hinter Glas. Nach dem neusten Vorfall musste das Museum allerdings reagieren: Besuche sind ab sofort nur noch nach vorheriger Anmeldung möglich und Taschen oder Jacken dürfen nicht mehr mit in die Ausstellungsräume genommen werden.
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Zukunft von Synthorama
In einem recht bewegenden Beitrag im Forum Sequencer.de erklärt Martin Hollinger, wie sehr ihn die Vorfälle belasten. Er habe sein gesamtes Vermögen in den Aufbau des Museums gesteckt und fühle sich von einzelnen Besuchern bitter enttäuscht. Er schreibt, dass ihn die kriminelle Ausnutzung seiner Leidenschaft traurig mache und er das Gefühl habe, mit seiner Idee gescheitert zu sein. Ob das Museum also auch in Zukunft weiterbestehen kann, ist offen.
Viele Musiker und Fans zeigten Solidarität und betonen den besonderen Wert des Museums für die internationale Synthesizer-Szene. Denn das Synthorama ist nicht nur eine Sammlung, sondern vielmehr ein Ort, an dem Musikgeschichte erlebbar wird. Wer mehr über das Synthorama und dort ausgestellte Instrumente erfahren möchte, sollte sich den AMAZONA-Report über das Museum anschauen.




































Mit grosser Bestürzung habe ich diesen Text gelesen. Es ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten was da geschehen ist. Ich hatte schon etliche Synthesizer zur Reparatur an Herr Hollinger ins Synthorama gebracht. Wer diesem liebenswürdigen und respektvollen Menschen je einmal begegnet ist, weiss, dass es eine äusserst hohe kriminelle Energie braucht um ihn zu berauben. Das Synthorama ist unglublich liebevoll gestaltet, eine wohltuende Oase. Mein Credo ist: Man nimmt nichts, was einem nicht gehört. Unsere Welt wäre wohl anders, würden sich alle daran halten. Wünschenswert wäre, wenn der Dieb aus Reue, das Instrument wieder dort hinstellt wo es hingehört. Was muss es für ein abscheuliches Gefühl sein, mit einem entwendetem Instrument zu spielen? Möglicherweise wird das Gerät irgendwo zu einem horrenden Preis verhöckert werden. Man kann auf das Karma hoffen, dass es irgendeinmal zuschlagen wird… Ich wünsche Herr Hollinger viel Kraft dieses schlimme und unnötige Ereignis zu überstehen.
Klar, je seltener und wertvoller, desto höher die Chance das es jemand mitgehen lässt.
Das war schon immer so. Wenn man weiß was auf Reverb dafür aufgerufen wird, na dann …
Solche Räumlichkeiten muss man wahrscheinlich überwachen oder zumindest mit Kameras ausstatten. Da führt kein Weg daran vorbei.
Krass. Wenn das mein Museum wäre, würde ich alles verkaufen und den Laden schließen…
@manomym Wäre einfacher, sich von den Besuchern kurz die Personalausweisdaten zu notieren und Rucksäcke und Mäntel grundsätzlich zu verbieten. Gelegenheit macht Diebe, das weiß man doch.
Eine Sache wäre wohl zu empfehlen: Kamera-Überwachung.
@Apfelstern Wirklich traurig und schade!
Zizat:
…Schon vor einigen Jahren verschwanden beispielsweise Module eines Moog Modular Systems. Später wurden Chips aus einem Oberheim Stretch DX entnommen…
Wer so was entwendet muss genau wissen was er klaut!
Schade ist nur, dass nach diesen Vorfällen nicht bereits reagiert wurde (Kameras, Alarmanlage, ect. )
Wenn dort soviel Kapital gebunden ist, welches noch dazu das einer Einzelperson ist, müssten / sollten doch auch diverse Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.
Ich weiß nachher ist man immer schlauer, aber wenns hald schon oft nachher war…?
Auf jeden Fall wünsche ich Hr. Martin Hollinger, dass der EMS Synthi A wieder auftaucht und der Dieb gefasst und gerädert wird.
Sind denn da keine Kameras in dem Museum ? Ich mein wenn da schon öfters was gestohlen wurde macht es ja Sinn bei den teilweise enormen Werten auch ein entsprechendes Sicherheitssystem zu haben.
@Flusitom Doch es gibt Kameras – aber nicht in alle Winkel aller Räume. Ob der Stellplatz des AKS direkt Kamera überwacht war, oder nur der gesamte Raum, weiß ich nicht (ich war vor ein paar Jahren dort, und mein Hauptaugenmerk galt nicht der Sicherungstechnik ;-) ).
Ich kann mir gut vorstellen, dass es möglich war, den AKS in so einer unüberwachten Ecke in den Rucksack zu stecken und dann irgendwann gemächlich rauszuschlendern.
Leider gibts nur das Angebot Garderobe und Rucksäcke abzugeben, aber keine strenge Pflicht.
Auf ebay werden aktuell zwei EMS angeboten. Einer für 24.500€, der andere für 23.500€. Vielleicht ist darunter einer aus dem Synthorama – Wäre zumindest eine schöne Gewinnmage für die Anbieter. Aber ehrlich: Es ist wirklich eine Schande und ich kann den Macher total verstehen. Allein der Gedanke dass Kriminelle ihr Unwesen treiben und man mit denen vielleicht sogar kurz zuvor noch ausgiebig gequatscht hat. Weiteres wundert mich allerdings: Solche teile sind ja nur wertvoll, wenn sie einen Abnehmer finden. Bei Goldschmuck (Uhren) oder italienische Sportwagen kann ich das noch nachvollziehen, aber ein EMS Synthesizer? – Komische Welt!
@Filterpad Die meisten Menschen sind in Ordnung. Aber man hat immer ein paar Pappenheimer, die meinen, sie bräuchten irgendwas und haben keinen Sinn für Fairness.
Darüber frustriert zu sein, macht keinen Sinn. Einige Menschen sind auf einem niedrigeren Bewusstseinsstand. Das gehört zum Leben wie schlechtes Wetter.
@Apfelstern Die richtigen Worte 💪
Bei den Werten die dort stehen keine Überwachungskameras zu haben oder die wertvollsten Geräte wenigstens mit Airtags zu sichern (oder einfache Diebstahlsicherungen wird in jedem Supermarkt zu verwenden) halte ich allerdings auch für extrem fahrlässig. Es gibt nunmal leider immer mehr Assis auf der Welt.
@WOK Hallo WOK,
Obwohl ich mit deinem Kommentar grundsätzlich einverstanden bin, ist es, so wage ich zu behaupten,
für ein so kleines und selbstfinanziertes Museum finanziell gar nicht machbar alle Räume einzeln zu überwachen. Dazu kommt dass man laut Schweizer Recht nicht einfach so Kameras aufstellen, und Leute filmen darf, ich kenne das aus meinem beruflichen Umfeld wo Bahnhöfe und Züge überwacht werden. Die Auflagen dafür sind hoch, und der Aufwand wird sich nicht rechnen.
Liebe Grüsse, cuda
Sehr traurig zu sehen wie jahrelanges, persönliches engagement mit Füssen getreten wird!
Ich kann nur jede/jeden dazu auffordern Martin eine persönliche Botschaft zu schicken um ihm beizustehen und unsere Solidarität zu bekunden. Wir sind eine Community und stehen uns auch in schweren Zeiten bei. Jedenfalls interpretiere ich dies hier so.
Viele Grüsse, euer cuda
@whitebaracuda Ich hoffe doch sehr das er diese Community kennt. 🙂
@Filterpad Ich schreibe ihm gleich eine Email und verlinke diese Seite.
Liebe Grüsse
@whitebaracuda Sehr coole Idee!
@Filterpad Es ist meine tiefe Überzeugung dass wir gegenüber unseren Mitmenschen eine Verantwortung haben. Seien es unsere Nachbarn oder, wie hier, gegenüber Gleichgesinnten.
Das bringt den EMS nicht zurück, ganz klar, aber es soll zeigen dass wir als Community zusammenstehen und auch in schweren Zeiten füreinander da sind (wenn auch nur online). Das ist das mindeste was wir tun können, denke ich.
@whitebaracuda Ausgezeichnet! 👍