Wie sieht die Zukunft der Festivals aus?
TicketSwap, eine Wiederverkaufsplattform für Konzert- und Sporttickets, hat gemeinsam mit dem Amsterdam Dance Event einen neuen Report „Backstage with Gen Z: Inside the Future of Live Events“ veröffentlicht, der sehr tief in die aktuelle Festival- und Clubkultur in Europa eintaucht: Dazu wurden über 8.000 Musikfans aus acht europäischen Ländern befragt, um herauszufinden, was die Generation Z wirklich antreibt. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass junge Menschen heute andere Erwartungen an Events haben, als es noch vor wenigen Jahrzehnten war. Beispielsweise sind Gemeinschaft, Authentizität und ein Gefühl der Zugehörigkeit für sie wichtiger, als große Namen oder aufwendige Bühnen-Produktionen.
Drei Viertel der Befragten legen einen großen Wert auf Sicherheit und sie möchten sich auf einem Festival nicht nur amüsieren, sondern vor allem auch wohl und willkommen fühlen. 62 Prozent gaben an, dass Gemeinschaft letztendendes ein zentraler Grund dafür ist, sich für ein bestimmtes Event zu entscheiden. Für Veranstalter bedeutet das ganz klar, dass ein gutes Line-up allein nicht mehr reicht, sondern, dass es vielmehr darum geht, eine authentische Atmosphäre zu schaffen, in der die Besucher Teil von etwas Größerem werden können.
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TicketSwap und der neue Umgang mit Tickets
Auch beim Ticketkauf verändert sich vieles, denn die Generation Z (entspricht ungefähr den Jahrgängen 1995 bis 2010) möchte flexibel bleiben und spontan entscheiden können. Zwei Drittel nutzen mittlerweile sogenannte Early-Bird-Angebote, fast die Hälfte kauft aber auch über Wiederverkaufsplattformen. Vor allem TicketSwap hat sich hier als Vorreiter etabliert, denn das Unternehmen bietet neben fairen Preisen auch sichere Abläufe und arbeitet eng mit einigen Veranstaltern zusammen. Laut Report wünschen sich 30 Prozent der Befragten, ihre Tickets in Raten bezahlen zu können, weitere 17 Prozent würden ihr Ticket eher früher kaufen, wenn Rabattaktionen mit dem Zahltag abgestimmt wären.
Wie Social Media und Ästhetik Festivals neu definieren
Auch die Wege, auf denen Menschen heute Festivals entdecken, haben sich stark verändert: 79 Prozent der Generation Z erfahren vor allem über Instagram von neuen Events, 29 Prozent über TikTok. Es sind aber nicht die klassische Werbekampagnen, sondern vielmehr die Künstler selbst, die dabei das Interesse wecken. Wenn beispielsweise ein DJ ein Video teilt oder Einblicke von einem Festival postet, hat das insgesamt mehr Wirkung, als jede Werbung des Veranstalters.
Auch das visuelle Erlebnis rückt stärker in den Vordergrund: 78 Prozent der Befragten sagen, dass Bühnenbilder, Licht und Gestaltung für sie mittlerweile genauso wichtig sind, wie die gespielte Musik selbst. Techno liegt dabei mit 72 Prozent an der Spitze der beliebtesten Genres, dicht gefolgt von House. Der umfangreiche TicketSwap-Report zeigt, wohin sich die Livekultur bewegen könnte, denn die Zukunft gehört den Festivals, die zuhören und sich den aktuellen Bedürfnissen der Fans anpassen.

































Bei uns im Norden müssen derzeit viele kleine und mittlere Festivals mit bis zu 5.000 Besuchern aufgeben, sind bereits insolvent oder zweifeln an ihrer nicht rentablen Geschäftsidee.
Hauptgründe sind die stark gestiegenen Kosten sowie die sinkende Ticketnachfrage. Immer mehr Menschen kaufen Eintrittskarten, wenn überhaupt, erst kurz vor der Veranstaltung.
Hinzu kommt, dass insgesamt weniger Geld im Umlauf ist, bzw. dass in prekären Lebensverhältnissen einfach ein Großteil für Lebensmittel drauf geht, die erheblich stärker von Preissteigerungen betroffen sind, als andere Bereiche.
Durch den leichten Geburtenrückgang gibt es weniger potenzielle Besucher, und die Interessen vieler Menschen haben sich verändert – besonders seit der Pandemie. Zwei ganze Jahrgänge haben in dieser prägenden Lebensphase die Festivalkultur gar nicht erst kennenlernen können. Auch ungünstige oder toxische Bedingungen bei Kulturförderungen tragen ihren Teil zur schwierigen Lage bei. Insgesamt gibt es also viele Faktoren, die die aktuelle Situation erklären.
@massenvernichtungswaffe.de Gutes Statement. Heutzutage muss man einfach kurzfristig denken – das gilt genauso für jegliche Art von Tickets. Alles ist schnelllebiger und undurchsichtiger geworden, und man überlegt sich genau, wofür man Geld ausgibt. Ich habe auch bei den Tickets für Langstreckenmausi lange gezögert und sie erst auf den letzten Drücker gekauft. Die Kulturbranche hat das Problem, dass Kultur zwar ein hohes Ansehen genießt, aber dennoch als Luxus gilt. Sie steht bei den Ausgaben also eher hinten an. Merkwürdig ist allerdings, dass angeblich große Namen nicht mehr zählen sollen. Laut Rolling Stone Magazin ist genau das Gegenteil der Fall. Welche Bands ziehen bei der jungen Generation? Nachwuchskünstler? Ganz und gar nicht! Was aber nachvollziehbar ist: Techno – beziehungsweise EDM – liegt voll im Trend. Man sieht das am Ikarus Festival, das innerhalb von fünf Jahren zu einem der größten deutschen EDM-Festivals geworden ist. Spannend, dass ein DJ heute ein höheres Ansehen hat als eine Liveband. Wer hätte das gedacht! Ein Glück für Leute wie Armin van Buuren oder Tiësto – ihre Gagen dürften weiterhin im sechsstelligen Bereich liegen. Ich persönlich gehe allerdings lieber auf kleinere Veranstaltungen.
„ Hinzu kommt, dass insgesamt weniger Geld im Umlauf ist, bzw. dass in prekären Lebensverhältnissen einfach ein Großteil für Lebensmittel drauf geht, die erheblich stärker von Preissteigerungen betroffen sind, als andere Bereiche.“
Das ist mal nachgerade Unsinn!
Bei allen Kosten ist die BRD gaaanz weit vorne, nur nicht bei den Lebensmitteln.
Versuchst Du hier grade ernsthaft Ursache und Wirkung zu vertauschen? Geburtenstarke Jahrgänge? Ich lach mich tot! Die sind es doch, die überhaupt noch auf Festivals gehen!
Der größte Preistreiber in diesem Land ist der Staat. Es geben sogar ganze Gemeinden dieses Jahr ihre Weihnachtsmärkte auf, weil die Sicherheitsvorkehrungen zu teuer sind und Du kommst hier mit dem geschwurbelten Unsinn
@schwarzMatt Danke für deinen interessanten Kommentar.
Die meisten Festivals setzen auf Leute zwischen 18 und 50 – da gibt es seit 1991 einen Rückgang. Die Zahl der jungen Erwachsenen ist gesunken. Dass gerade die geburtenstarken Jahrgänge die Festivals retten, stimmt nicht. Die Zuwächse der letzten Jahre kommen fast alle aus älteren Menschen und durch Zuwanderung, nicht aus mehr jungen Leuten.
Lebensmittel sind von 2020 bis 2025 um mehr als 30 Prozent teurer geworden, bei einigen Produkten wie Schokolade oder Obst noch mehr. Das ist mehr als die allgemeinen Preise und trifft besonders die, die sowieso wenig Geld haben. Viele geben heute viel Geld für Essen aus – zwangsweise. Freizeitgeschichten oder ein Festival bleiben da für viele auf der Strecke.
Das negiert nicht die allgemeine Verteuerung von fast allen Gütern.
Die Kosten für Festivals steigen ebenfalls, weil die Vorschriften immer mehr werden. Das trifft sogar Weihnachtsmärkte, die ganz abgesagt werden, weil die neuen Anforderungen zu teuer sind – das ist wirklich ein Problem.
Dazu kommt: Zwei Jahrgänge haben durch Corona nie gelernt, wie cool Festivals eigentlich sind. Das merkt man an der Ticket-Nachfrage. Und viele kaufen Karten spät oder gar nicht – schwierig für Planungen.
Hardickets gehen überhaupt nicht mehr. Keine Ahnung warum.
„weniger Geld im Umlauf“ meint natürlich nicht die echte Geldmenge, sondern dass sich die Leute mehr Sorgen um ihr Geld machen und es straffer einteilen. Dafür sorgt die Inflation – und die merkt jeder.
Kannst du gerne selbst nachrecherchieren: Ich habe leider recht. Ohne Geschwurbel.
Und bin mit einem kleinen Festival sehr nah an den Menschen, die Festivals besuchen – oder eben nicht besuchen. Und kenne deswegen auch die Kosten und fast alle Faktoren wie Förderungen, Wetter, Bestimmungen.
@massenvernichtungswaffe.de Zitat_Anfang
Dazu kommt: Zwei Jahrgänge haben durch Corona nie gelernt, wie cool Festivals eigentlich sind. Das merkt man an der Ticket-Nachfrage. Und viele kaufen Karten spät oder gar nicht – schwierig für Planungen.
Zitat-Ende
Welche zwei Jahrgänge sollen das bitteschön genau sein?
Richtig ist: So ziemlich alle Jahrgänge konnten ziemlich genau zwei Jahre lang keine Festivals besuchen. Alle zusammen waren danach herzlich eingeladen, dieses Erlebnis – wenn vielleicht auch verspätet zum ersten Mal- erleben zu dürfen.
Ein Argument, was bei jahrgangsabhängigen Themen wie z.B. Schule oder Sportvereinen einen gewissen Sinn ergbit, lässt sich meiner Meinung nach nicht immer auf alles andere übertragen.
@m-ex Es gibt eine Lücke bei den Gästen und beim Nachwuchs. Zumindest in den Zusmmenhängen, in denen ich aktiv bin.
Sehe ich bei den Ticketstatistiken und bei der Orga.
Menschen die Festivalkultur schon kannten, haben einfach abgewartet – Die Zeit vergeht für ältere auch gefühlt etwas schneller. Ich habe beispielsweise die Lockdowns zeitweise genossen, um runterzufahren… ;-)
Aber die, die in dem Alter waren, in dem sie normalerweise Festivals kennen lernen würden – selber, durch Freunde, durch Geschwister – haben sich teilweise anders orientiert und teilweise auch nachträglich nicht mehr den Zugang gefunden.
…Gibt sicherlich auch Gegenbeispiele.
Das ist aber meiner Meinung nach ein Faktor von vielen. Ich habe keine Ahnung, wie relevant er ist – aber er ist vorhanden.
Aber wir hatten auch eine Menge echt guter Festivals seit den 90ern. Vielleicht ist das Thema gesellschaftlich auch einfach durch ;-)
@massenvernichtungswaffe.de Trotz meines Kommentares bist erstaunlich sachlich geblieben, dafür ein ganz großes Kompliment! Mein anbsoluter Ernst jetzt.
Die großen Festivals verzeichnen tatsächlich sogar Steigerungen. Rock am Ring / im Park sind durchaus rentabel, auch wenn die Preise vor Ort jenseits von Gut und Böse sind. Das ist es also nicht. Mir geht es wirklich auf den Zeiger, das ausschließlich mit der finanziellen Situation der Menschen zu begründen.
Du bist in dem Metier unterwegs? Dann ein Beispiel aus eben diesem, das ein guter Freund erlebt hat: Festivalgelände musste „eingezäunt“ werden. Löcher wurden gebuddelt. Nicht tief, nicht breit. Kommt der erste vom Amt und fragt nach der baulichen Genehmigung. Geht soweit noch klar. Kommt der nächste von einem anderen Amt und fragt nach dem Brandschutz für die Löcher. Absurd. Und der fühlte sich komplett im Recht.
Und von dem ganzen Lieferkettenblabla und wurden auch nachweislich alle Minderheiten und so berücksichtigt, muss ich gar nicht erst anfangen. Da ist die Barrierefreiheit für Rollifahrer nen Klax gegen.
Ich bleibe dabei: es ist der Staat und seine überbordende Bürokratie, die solchen Events die Luft abzieht
@schwarzMatt , liess bitte mal weniger NIUS oder so. Am Ende fällst noch auf Fakenews, wie mit den sterbenden Weihnachtsmärkten rein. Nun aber zu den eigentlichen Punkten, wir haben momentan eine ungesunde Situation in der Livebranche, Zum einen ein Duopol von CTS Eventim auf der einen und Livenation, Marek Lieberberg auf der anderen. Die geben die Richtung vor. Leider erleben wir hier eine Marktkonzentration, die zur Verdängung kleinerer Festivals führt.
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Punkt: Das Veranstaltungsrecht passt auf 8 Din A4 Seiten. In Berlin neun Seiten, da gibts noch das Grünanlagen Gesetz. Das ist auch nichts neues, insofern tief Luftholen, keiner möchte Duisburg 2010 noch mal haben. Und fliegende Bauten, wie Zäune und Löcher im Boden stehen dem Fluchtreflex des Menschen diametral gegenüber. Und nicht jeder kann oder darf wie Toby als letzter flüchten. Wenn du ein Open Air, Konzert, Tour planst arbeitest du mit Profis zusammen. Und es ist manchmal besser auf uns zu hören. Wir helfen gern. Und wenn du mal Bürokratie erleben willst, fahr nach UK, Frankreich. Dagegen ist Deutschland easy, weil wir uns immer schön Zeit lassen, mit der Umsetzung der EU-Vorschriften in nationales Recht. Also, wenn du was nicht verstehst, fragen hilft. Aber bitte nicht einfach raushauen, der Staat ist schuld. 🖖🏻
@schwarzMatt die Kohle ist der Hauptgrund.
was denn sonst?
bei uns in Österreich ist alles noch teurer als in Deutschland.
sogar Red Bull und anderes aus Österreich.
Ich kaufe inzwischen auch nur noch kurzfristig Tickets. Das hat 2 Gründe:
1. Es entspricht eher der Lebensrealität vieler heutzutage. Der Terminkalender ist komplett voll und wenn das Konzert nicht absolute Priorität hat, muss man erst mal gucken, ob nicht doch etwas besseres oder wichtigeres an dem Tag passiert.
2. Ich habe es auch schon erlebt, dass ein Konzert wegen fehlender wirtschaftlicher Rentabilität abgesagt wurde. Das Geld habe ich nicht zurück bekommen. Als Antwort sagte man mir, man dürfe das Geld nicht zurück erstatten. Der Insolvenzverwalter hat dies verboten.
@uchris Verständlich – Ich war auch nicht mehr auf der Fusion, seitdem es offiziell keine Abendkasse mehr gibt. Ich hatte einfach nie Bock drauf, monatelang vorher zu planen. Und es wurde mir auch ein bisschen zu voll.
Bis dahin: lieber ungeplant und trotzdem immer da ;-)
Das Problem ist folgendes:
Wenn zu viele Gäste den Vorverkauf nicht nutzen, kann der Veranstalter nicht planen und traut sich auch weniger, weil er reflexartig das Risiko minimiert.
Wenn es dann noch regnet, das das Festival pleite.
Teufelskreis.
Und was verlierst Du bei einem Early-Bird-Ticket maximal? 2 mal zu Aldi und trotzdem nichts Gesundes gekauft…
„Beispielsweise sind Gemeinschaft, Authentizität und ein Gefühl der Zugehörigkeit für sie wichtiger, als große Namen oder aufwendige Bühnen-Produktionen.“
Also ich bin dieses Jahr 60 geworden und gehe seit über 40 Jahren an Festivals. Selbst meine drei Kids sind am Herzberg „gross geworden“. Und seit ich – und auch meine Kumpels – an Festivals gehen, war immer die Gemeinschaft wichtiger als die „grossen“ Bands. Wir haben einfach Vertrauen in die Veranstalter und kaufen die Tickets noch bevor eine Band angesagt wurde.
Und ganz ehrlich, die bekannten Recken mag ich natürlich immer wieder, aber mich fetzen immer wieder junge Bands aus den Schuhen, oft solche die ich nicht kannte. Und genau das ist der Grund warum ich an Festivals gehe, weil ich Neues entdecken kann.
Und sowieso, die besten Festivals sind die ganz kleinen. Maximal 150 Persinen am Psychedelic Network Festival, da ist jeder Abend ein unendlicher Trip unter vielen seit Jahren Bekannten:-)