Offener Brief fordert EU-Regeln für den Ticket-Zweitmarkt
Der Ärger um den Ticket-Zweitmarkt gehört für viele Konzertbesucher mittlerweile fast schon zum Alltag und nun meldet sich dazu die europäische Livebranche zu Wort: In einem offenen Schreiben an die EU-Kommission fordern Künstler, Veranstalter und Branchenverbände ein Eingreifen gegen den unautorisierten Weiterverkauf von Konzerttickets. Im Mittelpunkt steht dabei der geplante „Digital Fairness Act“, der nach Ansicht der Unterzeichner die Gelegenheit bietet, den Ticketmarkt zu regeln und Fans vor überhöhten Preisen, unklaren Angeboten oder unseriösen Verkaufsplattformen zu schützen.
Ticketweiterverkauf belastet Fans und verzerrt den Markt
Für viele Musikfans beginnt der Frust schon beim Vorverkauf, denn häufig sind Tickets innerhalb kürzester Zeit vergriffen und tauchen dann kurz darauf auf Weiterverkaufsplattformen zu deutlich höheren Preisen auf, wodurch nicht nur der Zugang zu Konzerten immer schwieriger wird, sondern auch die Wahrnehmung des Marktes verzerrt wird. Neben den Preisen sorgt dann noch Unsicherheiten für Ärger, denn oft genug gibt es Berichte über ungültige Tickets und doppelte Verkäufe.
Warum der Ticketweiterverkauf neu gedacht werden muss
Die Forderung nach strengeren Regeln kommt mittlerweile aus nahezu allen Bereichen der Livebranche und wird von Künstlern, deren Managements, Agenturen und großen und kleinen Veranstaltern aus ganz Europa unterstützt. Gemeinsam kritisieren sie beispielsweise die internationale Struktur von Weiterverkaufsplattformen, die häufig über Ländergrenzen hinweg agieren und sich so oft nationalen Vorgaben entziehen. Gleichzeitig profitieren weder Künstler, noch Veranstalter von den hohen Preisen vom Ticketweiterverkauf.
Ticketweiterverkauf und europäische Gesetzgebung
Mit dem Digital Fairness Act will die EU nun digitale Geschäftsmodelle stärker regulieren und Verbraucher besser schützen. Die Livebranche fordert im offenen Brief, den Ticketweiterverkauf dabei ausdrücklich zu berücksichtigen. Diskutiert werden hier unter anderem klarere Informationspflichten, Einschränkungen bei Preisaufschlägen sowie Maßnahmen gegen irreführende Angebote. Ob es am Ende zu einem Verbot für den Ticketweiterverkauf oder zu einer generell strengen Regulierung kommt, ist noch offen. Der gemeinsame Vorstoß der europäischen Livebranche erhöht den Druck auf die Politik allerdings spürbar und eine Veränderung wäre vor allem für Fans ein Schritt zu mehr Transparenz und faireren Ticket-Preisen.

































Der Weiterverkauf von Tickets gehört in der Tat verboten. Stattdessen sollte es ein Rückzahlungsangebot oder eine Art Rücktrittsrecht geben. Eventim bietet das für ein oder zwei Euro mehr an. Die zuständige Versicherungskammer ist die Ergo. Bei Rückzahlung muss eine Beweislast vorliegen, wie zum Beispiel ein Krankenschein. Bei Kraftwerk habe ich dieses Angebot in Kauf genommen da ich der Ansicht war, am 20. Dezember vielleicht krank zu werden. Aber anstatt tatsächlich krank zu sein war ich auf’m Konzert. Daher war das ausgegebene Versicherungsgeld umsonst. Aber da ich sehr, sehr selten auf Konzerte gehe war es mir diese 2€ etc.pp whatever wert. Gut nur das ich es nicht gebraucht habe. Mein Bro hatte vor Jahren mal die Chance auf RHCP, dann kam Corona!
Wäre doch Sache des Veranstalters, ausschließlich personalisierte Tickets zu verkaufen und den Weiterverkauf zu untersagen. Problem gelöst.
@WOK Ich persönlich finde das nicht die beste Lösung. Wenn eine Band, welche ich schon lange mal sehen wollte, ein Konzert in meiner Stadt ankündigt, dann kaufe ich manchmal zwei Tickets, ohne bereits zu wissen, wer die Begleitperson sein wird. Kläre ich dies nämlich zuerst ab, besteht das Risiko, dass das Konzert mittlerweile ausverkauft ist…