14. Mai 2018

Tobys Superbooth 2018 Nachlese

FEZ mit Förderfahrzeug

 

Superbooth 2018 – Fe(t)z(t)

Zunächst einmal Danke an das Organisationsteam von Schneidersladen für die Planung und Durchführung der SB 18. Sooper! Die Entscheidung die SB vom Funkhaus Nalepastrasse ins FEZ umziehen war absolut richtig. Neben mehr Platz haben wir hier auf Grund der Historie, u.a. Kosmonautentrainingscamp, das entsprechende Ambiente.

Für mich war es die erste Superbooth und nach gefühlten 35 Jahren wieder mal ein Besuch im FEZ.

Doch bevor es auf die Superbooth ging, war erst einmal gemeinsames Autorenfrühstück, in der Mokkafee in Köpenick angesagt. Hier wurden dann schon die ersten Eindrücke ausgestauscht. Der Grundtenor absolut positiv.

Amazona-Autoren sind ja mitunter vielbeschäftigt und da geht z.B. die Akkreditierung für eine Messe unter.

 

amazona.de checkt ein

 

Was bei anderen Events dann schon mal zu einen Drama werden kann, gestaltet sich auf der Superbooth recht unproblematisch. Anmeldebogen ausfüllen, Lila Bändchen überstreifen.

Schnell einen Blick zur Orientierung geworfen und dann gehts auch schon los.

 

Blick ins Foyer

Am Besten ist vielleicht erstmal das Erdgeschoss und dann die Ebenen und später den Westflügel betrachten.

Da fällt uns auch schon das erste Highlight ins Auge, das freistehende Theremini.

 

Das freistehende Theremini

Highlight, warum? Das Theremin ist sowas wie der Urahn der Synths, auch wenn er berührungslos gespielt wird. Vermutlich wird es hier später noch eine Performance geben. Und das unterscheidet die Superbooth von regulären Messen. In und um die SB gibt es Auftritte, Performance und Showcases. Und zwar dermassen viele, dass es empfehlenswert ist einen Partyplaner zu bemühen um nicht den Überblick zu verlieren.

Sternenstaub A6

Was dann direkt zum Punk Promifaktor führt. Der oder die Synthesist/in ist nicht gerne alleine und umgibt sich gerne zum angenehmen Plausch in schwingungsvoller Atmosphäre. Auf der einen Seite haben wir hier die Maker und auf der anderen Seite eben durchaus bekannte und erfolgreiche Musiker und Produzenten. Neben Kollegen wie Bernd Kistenmacher, Vile Electrodes, Andy Ypsolon traf man etliche bekannte Gesichter.

auch ein amazona.de Kollege

Angenehm und erfrischend anders sind u.a. die Kollegen Mc Beth und Tom Carpenter. Klar ist das Gespräch über die Neuigkeiten wichtig und Analogue Solutions Mastermind war sichtlich stolz auf seinen neuen Patternator Prototypen.

 

People at work

 

Mein zweites Highlight auf der Messe war der Yamaha Booth, ganz im Stile von Stranger Synhts und mit richtigen Röhrenfernsehern und VHS Videos.

 

Stranger Synths

Hier wurden dann wieder Kultgeräte aufgefahren und ausgestellt. Der CS80 ist sicher der Vangelis Synthesizer. Persönlich weil wesentlich rauer, würde ich den CS40 „mitnehmen“

 

CS80, CS40

Danke auch noch mal Kollege an Citcic Acid.

Die Mutter aller Küsten

Etwas versteckter war dann das Moog System. Moog ging hier an der SB aber auch mit der Mother32 und DFAM an den Start. Mein Eindruk war das diese Systeme sehr wohlwollend angenommen werden. Ich stelle aber bei analogen Synths und auch bei Eurorackmodulen fest, dass der Physikunterricht in Deutschland nicht wohlgelitten ist.  Und das es Anwender gibt denen der Unterschied und Zusammenhang zwischen Tonsignal und Steuer/Regelsignal nicht klar ist. Das ist dann schon wirklich Strange.

 

Wo man auf alle Fälle weiß was man macht, das ist das Team um den Entwickler Peter Sadler. Und hiermit komme ich zu Behringer. Der Neutron und deshalb nehme ich immer meine eigenen Lauschlappen mit zur Messe hat was Eigenes. Ich würde ihm wie dem DM6/12/12D Potential zu trauen. Lassen wir mal Behringers teilweise aggressive Marktpolitik aussen vor, liefert das Entwicklungsteam aus Manchester und China hier eine sehr gute Qualität ab.

Neutron

Groovebox 808, ich kann die Frage nicht beantworten ob die Welt noch eine 808 Emulation benötigt. Ich kann aber beantworten, das diese Interpretation einer 808 funktioniert und goovy knallt ohne zu scheppern.

RD 808

Zwiespätig empfand ich den Boddy, Behringer Oddysey. Auf der einen Seite Features, die ich im KARP auch sehen würde aber um ehrlich zu sein, noch nicht vermisst habe. Und zum anderen Paraphonie geht derzeit nicht. Aber auf alle Fälle ein Auge drauf und im Blick behalten.

Boddy

Was der aufmerksame Betrachter sicher nicht übersehen hat, sind die Behringer Eurorack Module und hinter der RD 808 das Juno Filter aus dem Hause TC Electronic. Tatsächlich sind das die eigentlich interessanten Geschichten aus dem Hause Music Tribe.

 

Euroracks

Hier mit endet mein kleiner Rundgang, es bleibt festzuhalten, die Synthesizerszene lebt und wächst. In 2018 werden viele Karten neugemischt und wir können uns auf jede Menge Produkte freuen.
Auf Grund meiner Erfahrungen und der Tatsache das ich auch eine Tratschtante bin, zwei Tage Superbooth solltet ihr einplanen. Und nach Möglichkeit auch den Abend, hier wäre mein Tipp mit dem letzten Boot auf der Spree in die Stadt schippern, hier gab es dieses Jahr unter anderem Mark Verbos am Modular System oder auf der FEZ Ken McBeth mit einem seiner legendären Auftritte irgendwo zwischen Spoken Word Performance, New Wave und Berliner Schule.

Fazit
Sooper!
Forum
  1. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Das Pedal hinter dem RD-808 ist der TC June-60 Chorus, ein Clone dessen aus dem Juno-60. Das Pedal war ursprünglich nur in Mono ausgelegt, wird jetzt aber in Stereo gebaut (wie der Original-Chorus ja auch war). So kann sich der Effekt erst in voller Breite entfalten. Der Preis liegt bei 99,-€, verfügbar ab Herbst 2018 (?)…
    Der kleine Rundgang hat mir gut gefallen, schön garniert mit guten Fotos und lustigen Bild-Titeln („Die Mutter aller Küsten“). Vielen Dank…

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      TobyB  RED

      Hallo Son of Moog,

      wie im Artikel geschrieben, vor lauter tratschen, labern und händeschütteln fast die SB verpeilt ;-) Mein persönliches Highlight war die Yamaha Vintage Booth u.a mit Kollege Citric Acid, im Stranger Things Stil mit Röhrenfernsehern, das ist so Achtziger. Bei Behringer gabs noch mehr als den Neutron und den TC Chorus. Hinter dem Boddy verstecken sich die Previews der Eurorack Module, so wie sie da standen waren sie sehr gut verarbeitet. Das kann so bleiben. Ich fand das Konzept der SB18 sehr gut. Und nächstes Jahr werden es mindestens 2 Tage.

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        pepsi

        hallo tobyb,
        für mich ein sehr informativer Artikel und dabei noch so kurzweilig geschrieben!
        weißt du zufällig wann die sb im nächsten jahr stattfindet? muß ja schließlich meinen Urlaub planen :)
        lg aus dem lippischen
        PS: das mit dem „BODDY“ fand ich schon klasse:)

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          TobyB  RED

          Danke Dir. Ich gehe davon aus das nächstes Jahr eine Sooperbooth stattfindet, die Leute vom Orgateam müssen sich ja erstmal erholen ;) Ich denke im 4.Quartal werden wir es wissen.

  2. Profilbild
    polyaural  AHU

    „Und das es Anwender gibt denen der Unterschied und Zusammenhang zwischen Tonsignal und Steuer/Regelsignal nicht klar ist. Das ist dann schon wirklich Strange.“
    .
    Ist es nicht eine der wunderbaren Besonderheiten bei den „Modularen“ das auch Audiosignale zur Steuerung verwendet werden können? Einfachstes Beispiel: Ein LFO der bis in den Audiobereich schwingen kann, bzw. gleich den VCO als Modulationsquelle für z. B. das Filter zu modulieren (aka. Filter-FM) …

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      TobyB  RED

      Hallo Thomas,

      du hast ja Recht. Aber wenn nur Steuersignale hergenommen werden, kommt in den wenigsten Fällen hinten was raus, zudem war kein Audio gepatcht. Hilfeangebot meinerseits wurde mit wir sind Physikleistungskurs quittiert.

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      TobyB  RED

      Grossmuttersynth ist ja nun belegt ;) Und wie oft sieht man ein freistehendes Theremini?

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