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Venice F16 – DAS Analog-Pult für das Heimstudio

29. Dezember 2013

Auf der Suche nach einem digitalen Pult fiel mir der Testbericht des Venice F16 bei Amazona ins Auge. Ein analoges Pult in der vertretbaren Preisklasse, wo man eigentlich digitale Pulte bekommt, und mit hervorragenden Eingangsstufen? Das konnte ich mir kaum vorstellen, bestellte es mir aber trotzdem.

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Vor dem Midas hatte ich ein Mackie 1604VLZ3 Pult und ging über das Mackie Blackjack in den Rechner. Das Erste, was klanglich auffiel, war die absolute Rauscharmut des Midas im Vergleich mit dem Mackie-Pult. Ältere Analogsynthesizer, die etwas höher eingepegelt werden müssen hatten beim Mackie immer einen leisen, aber doch hörbaren Rauschschleier, den ich in den Ausgängen der Synthesizer vermutete. Das Rauschen fehlt beim Midas vollkommen, was für hervorragende Eingangsstufen spricht.

Der Klang des Pultes ist preisklassenbezogen als Sensationell zu bezeichnen! Absolut warm analog und mit sehr guter Ortung der Instrumente im Stereo-Panorama, dazu bei guten Aufnahmen nie lästig oder spitz klingend.
Wenn ich nicht gerade aufnehme höre ich im Studio auch sehr gerne Musik vom Mac oder LP´s. Der Klang des hochwertigen Plattenspielers kann über das Pult als highendig bezeichnet werden. Ebenso gibt sich die digitale Firewire-Schnittstelle klanglich keine Blöße.

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Beginnt man, sich mit den Equalizern im Pult zu befassen, so merkt man schnell, daß nur das bloße Einschalten in der Neutralstellung dem Klangbild schon einen warmen Charakter verleiht. Die Equalizer packen dabei ziemlich kräftig zu. Ich habe mein altes Technics KN6000 mal angeschlossen. Das alte Keyboard hat sher rauscharme Ausgänge, klingt aber im Vergleich zu heutigen teuren Keyboards eher etwas hell und hat wenig Mitten. Mit den Equalizern des Midas kann man auch dieses Key wieder im Studio verwenden, der Klang kann erstaunlich gut verbessert werden. Es ist, als würde man ein neues KN6000 spielen.

Ein weiterer Punkt ist die sanfte Sättigung des Pegels beim leichten Übersteuern. Durch die sehr guten LED-Ketten kann man die Geräte sehr gut einpegeln. Dabei verkraftet das Pult einen Pegel bis zu +12dB ohne Verzerrungen. Geht man jetzt etwas darüber, z.B. mit einem analogen Synth und einem Leadsound, so ergibt sich eine langsame Sättigung des Klanges, die man sogar je nachdem klangtechnisch einsetzen kann. Diese enorme Pegelreserve macht sich auch sehr positiv beim Herausspielen des fertigen Mixes bemerkbar. Hat man z.B. in Logic mehrere Spuren eines Songs liegen kann man diese hervorragend über die Einzelausgänge ins Pult hereinspielen und nochmal mit der leichten Sättigung des Pultes einpegeln. Mit dem EQ des Pultes wird der finale Mix dann abgerundet und entweder analog oder digital zurück verewigt. Das habe ich klanglich so im Rechner noch nicht trotz sehr guter PlugIns in meinem Logic hinbekommen. Da ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten, mit denen das Aufnehmen und Experimentieren richtig Spaß macht.

Zum Schluß sei noch gesagt, daß die Verarbeitung des Pultes sehr gut ist. Was mir negativ aufgefallen ist, ist leider der etwas laute Lüfter. Er stört nicht, sobald man leise Musik hört, ist aber in einem ansonsten ruhigen Raum deutlich hörbar. Meine Anfrage bei Midas, ob man den nicht gegen einen hochwertigeren Lüfter tauschen könnte, brachte leider nur die Ermahnung ein, daß die Garantie erlischt, wenn man sich an dem Pult selber zu schaffen macht…logisch! Eine Aussage, daß man das Pult im Werk mit einem hochwertigeren Lüfter gegen Bezahlung bestücken könnte wäre hier sicherlich hilfreicher gewesen! Wenn man im Internet sucht, bekommt man aber trotzdem Tipps von anderen Besitzern, wie man dieses kleine Ärgernis beseitigen kann. Bei dem zur Zeit veranschlagten Preis des Pultes kann das aber nicht wirklich ein großer Kritikpunkt sein.

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Fazit
Hervorragend klingendes Analogpult mit digitaler Firewire Schnittstelle. Herausragend sind die Eingangsverstärker mit den Equalizern und die Pegelreserven.
Sehr gute Verarbeitung.
Negativ fällt nur der etwas laute Lüfter auf.
Ich möchte Interessenten eines digitalen Pultes bis 2000,- Euro und darüber hinaus dringend raten, sich auch mal mit dem Midas Venice zu befassen. Es könnte sich lohnen!
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Forum
  1. Profilbild
    Armin Bauer RED

    Hallo Jochen,

    dein Bericht deckt sich ja fast 1:1 mit meinem Testergebnis.
    Sehr schön, dass ich Entscheidungshilfe geben konnte und aus der Praxis bestätigt bekomme, dass ich nicht furchtbar daneben lag.

    Viel Spass noch mit dem Pult + Grüße
    Armin

  2. Profilbild
    joegedicke

    Nach längerer Überlegung habe ich jetzt den originalen Lüfter gegen einen besseren Noctua Lüfter ausgetauscht. Das vorher doch unangenehm laute Lüftergeräusch ist jetzt überhaupt nicht mehr zu hören. Klar ist, daß die Garantie damit erlischt, das muss jeder Midas-User für sich selber entscheiden. Wer Näheres zur Umrüstung wissen möchte kann mir gerne eine Email senden.

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