Dirigenten-Moves und ihre Bedeutung
Handbewegungen des Dirigenten – und ihre Bedeutung:
Von Zeit zu Zeit stolpert man auf YouTube über Themen, die einen eigentlich schon immer interessiert haben. Das folgende Video gehört, zumindest bei mir, definitiv in diese Rubrik!
Höre ich Klassik, ertappe ich mich selbst dabei, wie ich den virtuellen Dirigentenstab zücke und kräftig darauf los dirigiere. In der Regel folgen beide Hände synchron dem Rhythmus der Musik, schwenken auf und ab und zielen wie beim Degenfechten auch gerne mal auf die imaginären Bläser, um ihnen ihren Einsatz zu geben. Das sieht für Laien noch gar nicht mal so schlecht aus – mit etwas gespielter Karajan-Mimik ist das nach zwei Mass Bier sogar vor der Blaskapelle auf dem Oktoberfest eine durchaus überzeugende Darbietung.
Nur leider vollkommener Quatsch. Was bedeuten eigentlich die Handbewegungen des Dirigenten?
Wir wollen euch in diesem Artikel ein wenig die Grundlagen des Dirigierens näher bringen. Übrigens gibt es den Dirigenten noch gar nicht so lange. Bis ins 18. Jahrhundert wurden Musikensembles meist von einem der Musiker geleitet, der dann zugleich auch oft der Komponist des Stückes war.
Im Prinzip gibt es zwei Grundregeln, die für jeden Dirigenten gelten. Mit der rechten Hand wird der Takt vorgegeben, während mit der linken Hand die Emotionen und Ausdrucksstärke der Musiker lenkt. Wie heftig sich die Arme dabei bewegen, ist tatsächlich vollkommen persönlich Auslegung und hat wenig bis gar keinen Einfluss auf das Spiel der Musiker. Gustav Mahler galt seinerzeit als Dirigent mit ausladenden Bewegungen und großer Gestik, während Richard Strauss, der zur selben Zeit lebte, mit sehr sehr reduzierten, geradezu minimalen Bewegungen auskam.
So oder so, die Faszination ist jedes Mal dieselbe, wenn ein Mann mit kleinem Stöckchen ein gewaltiges Symphonie-Orchester dirigiert und dabei selbst den Einsatz der Basstrommel sekundengenau steuert. Wir haben hier ein Video gefunden, das euch das noch einmal ziemlich gut erklärt und auch mit passenden Beispielen untermalt
Wie werde ich Dirigent?
Aber was müsst ihr denn eigentlich tun, wenn ihr Dirigent werden wollt. Dafür müsst ihr euch erst einmal folgende Frage stellen. Möchtet ihr hauptberuflich Dirigent werden, oder nur ehrenamtlich in der örtlichen Blaskapelle? Solltet ihr euch für Ersteres entscheiden, dann ist zwingend ein Studium an einer Musikhochschule nötig. Wie das genauer geht und wie der Arbeitsalltag eines hauptberuflichen Dirigenten aussieht, das erfahrt ihr in folgendem Video.
Dann gibt es da noch die Möglichkeit, dass ihr ehrenamtlich Dirigent werdet. Hierfür ist meistens kein Studium an einer Hochschule nötig. Es reicht oft der Besuch eines Lehrgangs, der euch das Handwerk des Dirigenten näherbringt. Natürlich ist es von enormem Vorteil, wenn ihr etwas Erfahrung mitbringt was Musik angeht und auch das eine oder andere Instrument solltet ihr beherrschen.
Jetzt seid ihr wieder gefragt. Habt ihr schon mal dirigiert, oder ist einer unserer Leser Dirigent und kann uns noch ein paar Profitipps verraten? Wir sind gespannt auf euer Feedback und freuen uns wirklich von euch zu hören.
Interessant.
Fast schon verwunderlich, dass es noch keine Dirigenten-Gesten-Erkennungs-Programme für das virtuelle MIDI-Orchester gibt, oder habe ich da etwas verpasst? Interessant finde ich, dass im Englischen Conductor nicht für Dirigent, sondern auch für Stromleiter oder Schaffner steht…
@Son of MooG Also ohne Strom ist es nur ein Leiter. Ganz allgemein. Es kann also auch ein Orchesterleiter sein.
Ich habe oft das Gefühl, dass die meisten Orchestermitglieder den Dirigenten ohnehin nicht ansehen.
Zum Thema ein Muss:
https://www.youtube.com/watch?v=5LyQL5TCreo
War in der ersten Klimbim-Sendung drin :-)