Was ist ein Hörsturz?

18. April 2019

Warum höre ich plötzlich nichts mehr?

So etwa könnte ein Hörsturz aussehen

Wenns im Ohr mal kracht – der Hörsturz

Letzte Woche haben wir ja noch vom absoluten Gehör gesprochen, diese Woche möchten wir uns mit dem Gegenteil befassen und zwar dem Hörsturz, oder auch „Ohrinfarkt“ genannt. Ja, wirklich!

Aber wie äußert sich ein Hörsturz überhaupt und kann das auch gefährlich sein? Laut Wikipedia ist ein Hörsturz eine Verschlechterung des Hörens ohne offenbare direkte Ursache. (Wer also zwei Stunden neben den Boxen in der ersten Reihe eines Konzertes steht, hat keinen Hörsturz, sondern sollte ziemlich genau wissen, warum er die Engelchen singen hört. ;-)) Außerdem tritt ein Hörsturz meist nur auf einem Ohr auf, nur selten sind beide Ohren gleichzeitig betroffen.

Die Verschlechterung des Hörens kann nur gering sein und nur einige wenige Frequenzen betreffen, es kann aber auch passieren, dass das Gehör vollkommen ausfällt, was dann logischerweise auch alle Frequenzen betrifft. Neben dem Hörverlust können auch erhöhter Ohrendruck oder auch ein Tinnitus zu den Symptomen zählen. Betroffene beschreiben das Gefühl oft vergleichbar mit Watte im Ohr.

Aber was tun bei einem Hörsturz? Erst einmal haben wir eine gute Nachricht für euch. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Fehler im Gehör so plötzlich wieder verschwindet, wie er gekommen ist, ist relativ hoch. Wenn das Gefühl jedoch anhält und ihr kein Zeichen einer Besserung bemerkt, solltet ihr auf jeden Fall zum Arzt gehen! Im Notfall hilft euch der auf jeden Fall besser, als die Selbstdiagnose im Internet. ;-)

Aber woher kommt der Hörsturz eigentlich? Wie schon beim absoluten Gehör ist sich auch hier die Wissenschaft nicht vollkommen einig. Es wird vermutet, dass eine Durchblutungsstörung im Innenohr ausschlaggebend sein könnte, die Druckverhältnisse zu Ungunsten des Hörenden zu entwickeln. Bewiesen ist diese Theorie jedoch nicht. Als weitere Ursachen werden unter anderem auch Autoimmunerkrankungen gehandelt, aber auch Stress.

Laut Experten gibt es allerdings einige Risikogruppen, bei denen die Wahrscheinlichkeit für einen Hörsturz höher ist als der Durchschnitt. Grundsätzlich nimmt die Wahrscheinlichkeit ab einem Alter von 40 Jahren zu, außerdem gelten Raucher, Menschen mit Bluthochdruck und auch stark Übergewichtige als gefährdet. Und wie schon erwähnt, kann auch psychische Belastung eine große Rolle spielen.

Habt ihr vielleicht selbst schon Erfahrung mit einem Hörsturz gehabt, wie seid ihr damit umgegangen? Wir würden uns auf jeden Fall freuen, wenn ihr uns eure Erfahrungen schreibt.

Forum
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    Stratosphere

    Hatte gerade abends in ruhiger Umgebung einen Hörsturz, daher kann ich ganz frisch berichten: Bei mir waren in einem Ohr die Frequenzen ab 1kHz deutlich gedämpft, ab 4 kHz hab ich fast nichts mehr gehört.
    Da kam erst mal leichte Panik auf, da gewohntes Musik hören und / oder machen nicht mehr möglich ist. Das Gefühl für den Raum fehlt, ebenso wichtige Inhalte.
    Also direkt ab zum Ohrenarzt, welcher zunächst prüft, ob ggf. der Gehörgang durch Schmalz verstopft ist, oder sonstige Ursachen für ihn erkennbar sind.
    Wenn das alles nicht der Fall ist, liegt ein Hörsturz vor, der behandelt werden will. Ohne diese Behandlung kann das Ohr ggf nicht mehr regenerieren und bleibt dauerhaft beschädigt was kein Musiker möchte. Als Medikamente helfen bei mir Kortison, Histamin, Vitamin D3, B-Vitamine und ja, ganz wichtig, RUHE !!! welche ihr euch gönnen solltet.
    Stress spielt sicherlich eine Rolle. Daher kann es auch ein guter Moment sein über seine Art zu leben nachzudenken. Nach meiner Erfahrung ist es ein Hilferuf des Körpers welcher bei Musikern natürlich perfekt wirkt. Also macht das Beste für euch draus.

  2. Profilbild
    p_carp  

    Ein Hörsturz ist im ersten Moment echt erschreckend und sollte egal vom wem sehr ernst genommen werden und auf jeden fall sollte man zum Arztgehen. Bei mir ist es ca. ein Jahr her und natürlich wenn was ist, immer auf ein Sonntag. Im Ersten Moment hatte ich natürlich ein wenig Panik warum höre ich nichts mehr warum geht das nicht weg etc. bin dann letzt endlich ins Krankenhaus zum HNO um den halben Tag dort zu verbringen und zu warten;-) jedoch ging es relativ schnell. Kurz um wurde eun Hörtest gemacht und Frequenzen wie auch Pegel ausgewertet ähnlich wie bei “
    Stratosphere“ um 1 kHz ca. 18 dB Verlust. Man erklärte mir das wäre noch in Ordnung und man verschrieb mir ruhe es sollte sich nach ein bis zwei Tagen deutlich verbessern, ab einem Verlust von mehr 20 dB wird man an einem Tropf gehangen kann dann wieder nach hause und auch hier heist es abwarten und ab ca. 30 dB Verlust wird man Stationär aufgenommen hier soll es laut der Ärztin dann auch gefährlich werden. Es kommt leider auch vor das sich das Gehör nicht vollständig erholt. daher ist es auf jeden fall wichtig sich nach der Genesung auch nochmal Testen zulassen um rechtzeitig Maßnahmen ergreifen zu können da zusätzlich auch alters und berufsbedingt sich das gehör verändert.

    • Profilbild
      p_carp  

      Aber was mich interessieren würde,
      ist das Musizieren, Produzieren etc. wirklich vorbei???

      oder gibt es auch hier Hilfsmittel ähnlich wie bei Blinden Menschen, abgesehen von Hörgeräten.
      Spezielle Monitore visuelle tools Korrektur Software ??? Wie geht man damit um?

      • Profilbild
        UBeeh

        Also mit dem Musizieren muss es nicht vorbei sein. Ein Freund hatte einen schweren Hörsturz, kann aber dank eines guten Hörgeräts weiter Cello und Sax spielen. Aber es schränkt schon ein.

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