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1. März 2022

Workshop Bandhelper App: Erstellen eines digitalen Songbook

Erstellen eines digitalen Songbook mit Bandhelper App

In dem Moment, wo ich erkannt hatte, dass ich meine Texte und Sheets, die ich auf der Bühne brauche, auch digital auf dem iPad abbilden kann, wurde der Papier-Ordner von der Bühne verbannt. Seit 2012 nutze ich mittlerweile auf der Bühne ausschließlich ein iPad für meine Sheets. Zu dem Zeitpunkt gab es noch nicht die riesige Auswahl an Apps wie es sie heute gibt.

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Ich hatte mir damals OnSong angeschaut, mich dann aber für die App Setlistmaker entschieden, weil sie intuitiver zu bedienen war und damals bereits mehr Optionen geboten hat. Setlistmaker lief zu der Zeit noch mit einer lokalen Datenbank auf dem iPad, was das Synchronisieren zwischen verschiedenen Devices etwas schwieriger machte.

Als wenige Jahre später der Entwickler des Setlistmaker alternativ die App Bandhelper herausbrachte, die eine an den Setlistmaker angelehnte Bedienungsoberfläche besitzt und daher den Wechsel auch quick and dirty möglich machte, wechselte ich sofort. Bandhelper hat den Vorteil, dass die Datenbank auf einem zentralen Server beim Entwickler liegt, daher spielt es keine Rolle, wann und wo man irgendwo eine Ergänzung oder Änderung durchführt, sie wird unmittelbar bei Internet Access auf alle Devices synchronisiert. Es gibt darüberhinaus eine Weboberfläche, so dass man die Datenbank auch auf dem Rechner bearbeiten kann, was einiges vereinfacht, gerade wenn man, wie bei mir üblich, seine Sheets sowieso am Rechner erstellt, und wo man auch Audiodateien besser im Zugriff hat.

Aufbau einer Datenbank

Das Grundgerüst der Datenbank sind Songs, die aus verschiedenen Datenfeldern bestehen. Ein Song hat erst einmal einen Namen und kann dann noch verschiedene Meta-Informationen als Parameter zugewiesen bekommen. Typische Datenfelder mit Informationen sind z.B. der Artist, also von wem der Song ist, Tonart, Tempo, Taktart, Songlänge etc. Man kann auch eigene Kriterien vergeben, und alles (bis auf den Titel) sind optional, also nicht zwingend erforderlich.

Desweiteren kann man Audiodateien (z.B. MP3, WAV) und Dokumente (DOC, TXT – bevorzugt PDF) in die Datenbank laden und einem Song zuweisen. Alternativ zu Dokumenten kann man auch reinen Text als Lyrics oder für Akkorde in einem dafür vorgesehenen Datenfeld hinterlegen. Die App liest das ChordPro Format, was den Vorteil hat, dass man die Akkord-Darstellung auf Klick beliebig transponieren kann – klingt für den einen oder anderen vielleicht gerade etwas zu technisch, ist aber in der Praxis wirklich ganz einfach und erklärt sich von selbst, wenn man erst einmal angefangen hat.
Projekte

Im Bandhelper legt man sich als erstes ein Projekt an. Das ist typischerweise der Name der Band, mit der man die Songs spielt. Man kann auch mehrere Projekte in seinem Bandhelper Konto verwalten. Ich habe in meinem Bandhelper Account für fünf Bands je ein Projekt und für zwei Akustik-Duos je eins. Dazu habe ich auch ein Projekt mit Namen ‚Proben‘ für die Vorbereitung von neuen Songs angelegt, die ich dann ggf. später einem der anderen Projekte zuordne. Dazu habe ich ein Projekt mit Namen ‚Archiv‘ erstellt, in das ich alles Songs schiebe, die ich aktuell mit keiner Band mehr spiele, aber anstatt sie zu löschen trotzdem weiterhin im Zugriff habe, wenn ich vielleicht später wieder einmal darauf zugreifen möchte. Songs können auch mehreren Projekten zugeordnet sein, z.B. wenn man denselben Song mit verschiedenen Bands spielt, für die es jeweils ein eigenes Projekt gibt.

Anlegen eines Songs in der Bandhelper App

Man kann neue Songs sowohl im Webbrowser am Rechner oder in der iPad App anlegen. Ich beschreibe das als erstes einmal für den Browser.

Melde Dich bei Bandhelper.com mit Deinem Kontonamen, Benutzer und Passwort an und wähle das Projekt aus. Unter dem Punkt Repertoire findest Du Songs:

Dort klickst Du auf den Button ‚Einen Song hinzufügen‘.  Es öffnet sich die Maske mit den Songfeldern. Gib unter Titel zuerst einen Namen für den Song ein, und wenn Du hast, auch weitere Informationen wie Interpret, Tonart, Taktart, Tempo etc.
Du kannst natürlich jederzeit weitere Informationen hinzufügen oder auch verändern.
Nachdem Du die Eingaben gesichert hast (linke Seite den Button ‚Sichern‘) kannst Du auch Dokumente oder Audiodateien (Aufnahmen) hinzufügen. Wer mag, kann auch Midipresets hinzufügen. Dazu später mehr.
Weiter unten in der Maske kannst Du alternativ zu Dokumenten auch reinen Songtext, wahlweise mit Akkorden oder ohne. Akkorde über dem Text würde Bandhelper erkennen, bzw. kann sie in ChordPro umwandeln, so dass man die Transpose Funktion nutzen könnte, was bei hinterlegten PDF Dateien natürlich nicht funktioniert.

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Darstellen der Songs

Um mit den Songs zu arbeiten, wählst Du eine Liste. In Bandhelper kannst Du Setlisten erstellen, was dann später auf der Bühne hilfreich ist, wo Du für einen Gig aus den in der Datenbank vorhandenen Songs eine Auswahl triffst, und sie in die gewünschte Reihenfolge legst, ggf. auf verschiedene Sets aufgeteilt.
Es gibt auch intelligente Listen, was nichts weiter ist, als eine Liste aus vordefinierten Filtern und Sortieroptionen, z.B. Songs by Title, Songs by Artist oder auch selbstdefinierte Filter, z.B. nach Bewertung.
Ich arbeite in der Regel immer mit einer bereits vorhandenen intelligenten Liste ‚by Title‘, wo mir alle in dem jeweiligen Projekt aktiven Songs nach Titel sortiert angezeigt werden.

Ansichten und Layouts

Der vermutlich schwierigste Teil, weil er sehr komplex ist, ist das Erstellen einer Ansicht, wie die Songs auf dem Tablet dargestellt werden sollen. Für den Anfang gibt es ein paar Standard Layouts, die man laden kann, wie eine geteilte Ansicht wo links die Liste der Songs und rechts das Dokument angezeigt wird, eine Ansicht, wo das Dokument im Vollbild dargestellt wird, sobald man den Song aus der Liste anwählt, eine mit großen Feldern, wo kein Dokument, sondern nur die Songfelder angezeigt werden, oder ein Layout, das diverse Control-Funktionen beinhaltet.
Die vorhandenen Layouts kannst Du für Dich anpassen, oder Du erstellst Dir ein komplett eigenes Layout. Es gibt jede Menge Buttons, die Du beliebig platzieren kannst, wie z.B. ein Button für ein Metronom, die Transpose Funktion, eine Wiedergabesteuerung für die Audios u.v.m.
Ich hab mir für meine Zwecke zwei verschiedene Layouts angepasst, eins für die Proben und eins für Live. Als erstes muss man sich entscheiden, ob man das Tablet im Hoch- oder Querformat nutzen möchte, denn das sind verschiedene Layouts. Ich bin überwiegend Text-/Lyrics-orientiert und nutze Bandhelper im Hochformat.

Bearbeiten der Layouts

Die Layouts befinden sich unter Repertoire, es empfiehlt sich aber, sie direkt aus einer Listenansicht zu bearbeiten, was ich der Einfachheit halber empfehle. Seit der Version 4.3 gibt es eine Topbar, die verschiedene Button beinhalten kann, welche, das kann man über die Details eines Layouts selber festlegen.
Da ich häufiger zwischen Layouts wechsele und hin und wieder fine-tuning an den Layouts betreibe, werden bei meinen Layouts diese Button angezeigt, sowie auch das direkte Bearbeiten eines Songs.
Die Topbar:

Zum Hauptlayout:
Die beiden Hauptelemente sind die Songliste und das Dokument. Für das Dokument nutze ich die maximale Größe. Um die Größe der Dokumentansicht festzulegen, festzulegen, tippst Du auf das Button Layout Edit/bearbeiten und ‚Dokumentansicht bearbeiten‘. Allerdings verwende ich nicht die Option ‚Auf Vollbild vergrößern‘ sondern ziehe dieses Feld mit der rechten unteren Ecke so groß, dass es oben, links und rechts bündig ist, aber unten gerade nicht die Fußleiste verdeckt, bzw. etwaige Button, die ich dort platziere.
Als nächstes wähle ich ‚Songliste bearbeiten‘. Die Songliste positioniere ich links mit einer Breite von etwa 30-40% des Bildschirms. Über das Zahnrad oben rechts kann ich noch weitere Einstellungen für die Liste vornehmen. Als erstes setze ich die Songtitelgröße auf 50%, sowie die Details auf 100%. Da ich für meine Songs verschiedene Farben nutze, lasse ich mir die Farben anzeigen. Als Setlist-Button wähle ich jeweils ‚mehrere Dokument- und Aufnahme-Button‘ und als Setlistfelder lasse ich Tonart und Tempo anzeigen. Das kann man natürlich beliebig variieren.
Nun lege ich noch die Buttons und Felder fest, die ich benötige. Hierfür wähle ich über Layout bearbeiten den Punkt ‚Buttons und Felder bearbeiten‘. Etwaige vorhandene Button, die ich nicht benötige, lösche ich, indem ich sie antippe und auf das Kreuz links oben des jeweiligen Feldes tippe. Zusätzliche Button füge ich hinzu, indem ich auf eine freie Fläche im Layout tippe, dann öffnet sich ein Dropdown mit allen Elementen. Ein wichtiges Element ist das Dokument Button. Hierüber startet und stoppt man das Scrollen des Dokumentes. Da ich hin und wieder mit Metronom arbeite, füge ich auch das Metronom Button hinzu. Der Button Songliste ist wichtig, weil ich darüber die Songliste aktiviere, die ich automatisch ausblende (dazu später).
Für mein Proben Layout füge ich auch die Wiedergabesteuerung hinzu. Auch das Element Gesamtlautstärke macht Sinn, weil es einfacher zu bedienen ist, als die Lautstärke über die iPad Controls zu regulieren.
Für mein Live Layout nutze ich die Fußleiste. Dort kann man vier Elemente hinzufügen. Links lasse ich mir Infos zum aktuellen Song anzeigen, z.B. die Tonart oder das Programm für mein Keyboard, und dann wähle ich mir Titel +1, d.h. der Titel, der in der Liste als nächstes folgt, sowie vielleicht Tonart +1 oder Midi-Programm +1. Elemente mit dem Zusatz ‚+1‘ werden automatisch rechts angeordnet. Das hilft im Live-Betrieb als Hinwies und Vorbereitung für den nächsten Song.
Wie schon erwähnt, lasse ich die Songliste nach dem Auswählen eines Songs automatisch ausblenden. Dafür wählt man im Layout bearbeiten den Punkt ‚Details bearbeiten‘. Dort findet man weiter unten unter dem Bereich Aktionen den Punkt ‚Songliste verbergen‘. Für diesen Punkt wähle ich Songauswahl. Sobald man aus der Liste auf einen Song tippt, wird die Liste ausgeblendet. Über den Button Songliste, den ich im Layout hinzugefügt habe, blende ich die Liste jederzeit wieder ein. Im Livebetrieb wechselt man üblicherweise zum nächsten Song durch wischen nach links, bzw. kann einen Song zurück durch wischen nach rechts. Auch diese Aktionen legt man in den Layout Details fest.

Setlisten erstellen

Für jeden Gig erstellt man üblicherweise eine Setliste. Früher hat man dies auf Papier gemacht, und viele Seiten sind im Mülleimer gelandet, bis man endlich eine Liste fertig hatte. Das ist mit einer App auf dem Tablet jetzt deutlich komfortabler.
Unter Repertoire findet man den Punkt Setlisten, erstellt über das + eine neue Setlist. Als erstes legt man die Details fest, den Namen des Gigs, das Datum, ggf. Beginn und Ende (das hilft bei der Anzahl der Songs und der Gesamtdauer, die die Songs benötigen). Wenn diese Infos gespeichert wurden, kann man die Songs für diese Setliste bearbeiten. Über Songs bearbeiten kommt man zu dem Punkt ‚Songs hinzufügen‘. Alle aktiven Songs dieses Projektes werden angezeigt, und man wählt sie durch Antippen aus, entweder gleich in der Reihenfolge, oder beliebig, wenn man erst einmal nur die für den Gig in Frage kommenden Songs wählen möchte. Die Reihenfolge kann man im Nachhinein einfach durch Verschieben anpassen. Das schöne hier ist, dass man gleich die benötigte Gesamtdauer angezeigt bekommt. Man kann weitere Sets anlegen, indem man eine Setpause hinzufügt, und dann dort weitere Songs hinzufügt oder Songs aus einem Set in das andere verschiebt. So schiebt man die Songs so lange hin und her, bis die Setliste steht.

Teilen einer Setliste

Über Setlist teilen hat man mehrere Optionen, wie z.B. diese per Email zu verschicken oder auszudrucken oder per WhatsApp, Messenger etc. weiterzuleiten. Hier legt man als erstes das Layout bzw. Format fest, Hoch- oder Querformat, Textgröße, welche Songfelder benötigt werden usw.
So kann man die Liste an Leute weiterleiten, die nicht den Zugriff auf das Bandhelper-Projekt haben, oder Ausdrucke für die Bühne erstellen, oder eine Liste für die GEMA oder welchen Zweck auch immer.
Für diejenigen, die nicht mit Tablet unterwegs sind, kann man auch die Songs teilen. Hier wird dann ein PDF aller Songs mit den Dokumenten, oder ggf. Lyrics/Akkorden in der in der Setlist festgelegten Reihenfolge erstellt.

MIDI-Funktionen

Wie Du sicher schon gesehen hast, gibt es verschiedene Midi-Funktionen, die man im Bandhelper nutzen kann. Beim Anlegen eines Songs kannst Du direkt eine Midi-Songnummer hinterlegen, um ein Midifile auf einem angeschlossenen Gerät aufzurufen oder einfach nur einen Program Change Befehl schicken. Das bezieht sich direkt auf das am Tablet angeschlossenene Gerät.

Für komplexere Midi-Controls bietet Bandhelper die Möglichkeit, MidiPresets zu erstellen, die einem Song zugeordnet werden. Darüber kann man unterschiedliche Program Changes an verschiedene Midi Devices schicken, z.B. zwei angeschlossene Keyboards, ein Effektgerät, den Digitalmixer, das Lichtmischpult etc., sogar SysEx Befehle ausgeben oder über Midi Control Changes bestimmte Parameter steuern z.B. Aktionen via Midi ausführen.

Hierfür definiert man im Bandhelper alle seine Midi Devices, um sie gezielt anzusprechen. Voraussetzung, dass das so funktioniert, ist natürlich, dass alle Geräte über Midi-Interfaces, Midi-Kabel oder Hubs so vernetzt sind, dass sie auch angesprochen werden können, und auch so eingestellt sind, dass sie diese Befehle auch empfangen.

Einem MidiPreset kann man auch direkt ein Midifile hinterlegen, das vom Bandhelper aus interne Sounderzeuger, für die man Soundfonts anlegt, oder externe Sounderzeuger ansteuert.

Da dies ein Spezialthema ist, will ich hier nicht näher darauf eingehen, sondern ggf. einen zweiten Workshop folgen lassen.

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Fazit
Für mich ist die Bandhelper App zu einem der wichtigsten Tools beim Musikmachen geworden. Ich nutze in der App 12 Projekte und teile sie mit 15 Benutzern. Besonders, wenn neue Musiker zur Band dazustoßen, oder man mit einem Gastmusiker oder Subs spielt, kann ich einfach einen weiteren Benutzer anlegen, schick ihm den Zugang zu dem jeweiligen Projekt, und der oder diejenige hat sofort Zugriff auf Lyrics, Sheets und Audiomaterial, um sich vorzubereiten.
Auch im laufenden Bandbetrieb kann jeder neue Songs als Vorschläge hinzufügen, Lyrics, Sheets und Audio hinterlegen und sie so mit den anderen teilen. Jeder arbeitet mit demselben Ausgangsmaterial, kann sich aber individuell eigene Anmerkungen und Dokumente hinterlegen, die nur für ihn selbst angezeigt werden.
Es handelt sich beim Bandhelper um ein Abo-System, das aber durch

Plus

  • Mandantenfähig (individuelle Sheets und Kommentare pro User)
  • managed beliebig viele Projekte
  • automatische Synchronisierung
  • individuelle Anpassungs-Optionen
  • Midi-Funktionalität

Minus

  • Layout Anpassung anfangs etwas tricky
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Forum
  1. Profilbild
    LOSCHI von Querschlach

    Hola!
    So eine App ist schon Prima. Ich arbeite als Singer-Songwriter und nutze seit Jahren mit begeisterung die App „STAGE-TRAXX“ von Fiery Apps. Hier kann man sehr einfach MP3#s ud Lyrics einladen. Für mich war wichtig das ich mein eigenen, selbst produzierten Playbacks und Texte, problemlos einladen kann. Danach noch die Marker in den Text einfügen und ich habe ein PlayBack mit synchron laufendem Text – SUPER. Es gibt auch eine Demo, bzw. Free Version.
    Einziges Monka – – – die App läuft nur auf APPLE-IOS. Wen das nicht stört, kann ich nur ein Antesten Empfehlen. Ich kenne für mich keine bessere App – LG – Uwe (Loschi von Querschlach)

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