Crumar Performer, String Machine als Plugin

19. Dezember 2020

Crumar reproduziert eigenen Klassiker

Crumar Performer ist die Software-Version der bekannten String-Machine aus Italien und kommt sogar von Crumar selbst, die mit diesem Plugin ihr erstes virtuelles Instrument präsentieren.

crumar performer plugin

Der Performer wurde von Crumar 1979 als Nachfolger des Multiman S vorgestellt. Das relativ kompakte 49-Tasten-Keyboard kombinierte eine String- und eine Brass-Sektion. Die String-Machine arbeitete mit dem „Top Octave Synthesizer“-Konzept (TOS) und Frequenzteilung, um die für diese Instrumente übliche Vollpolyphonie zu realisieren. Für Filter und Hüllkurvensteuerung der paraphonen Brass-Sektion kamen ab der komplett überarbeiteten Schaltung der Rev.B-Version die berühmten SSM-Chips 2040 und 2050 zum Einsatz.

Für das Plugin haben die Entwickler rund ein Jahr einen originalen Performer analysiert, alte Schaltpläne studiert und sich auch andere String-Machines zum Vergleich angeschaut.
Das Plugin folgt im Aufbau natürlich dem Vorbild und ist ebenfalls vollpolyphon. Die String-Sektion hat mit 8‘ und 16‘ zwei zusammenschaltbare Fußlagen und einen 3-Band-EQ. Die Brass-Sektion lässt sich dazuschalten und mit dem AD-Hüllkurvengenerator gesteuerten resonanzfähigen Filter im Klang anpassen. Das Filter kann zwischen Rev. A und Rev. B umgeschaltet werden. Ein LFO mit Einsatzverzögerung kann Tonhöhe oder Filter steuern.

crumar performer fx

Das Plugin kann seine originalgetreue Oberfläche umschalten und ein FX-Panel mit Graphic-EQ, Phaser, Flanger und Analog-Delay aufrufen. Dazu kommen noch Reverb und Chorus sowie eine Fine-Tuning-Möglichkeit für alle Halbtöne des TOS.

Performer hat eine MIDI-Learn-Funktion zur Steuerung der Parameter sowie MIDI-Map-Import und Export und benötigt laut Entwickler nur wenig Rechenleistung und Speicherplatz. Performer läuft unter Windows (ab Win7) auf 64 Bit Hosts als VST2- und VST3-Plugin sowie standalone. Unter MacOS (ab 10.9) auf 64 Bit Hosts als VST2-, VST3- und AU-Plugin sowie standalone. Eine Demoversion steht als Download zur Verfügung.

Crumar Performer kostet 99,- Euro. Es wird auch ein Deluxe-Box-Set angeboten, das neben dem Plugin ein T-Shirt, ein Poster, eine Crumar Plastic-Badge, einen Crumar Sticker und einen 2 GB großen USB-Stick enthält.
Bleibt zu hoffen, dass bei einem Erfolg des Performer-Plugins Crumar noch weitere Instrumente aus der eigenen Historie als Software wiederbelebt. Über einen Spirit, Stringman, Stratus und vor allem einen DS2 als Plugin würden sich sicher viele Fans von Italo-Synthesizern freuen.

Preis

  • 99,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    HYPNOS

    Nach dem Crumar DS2 war der Performer mein 2tes Instrument überhaupt. Nichts an seinem Sound war besonders oder derart erhaltenswert, dass es einer Neuauflage bedurfte. Auch nicht als Software. Könnte dies nicht auch der Ausdruck eines Mangels an Innovationen sein?

    • Profilbild
      heimannrudolf  

      Abwarten.

      Im Orgel- & E-Pianobereich – also Hardware – legt Crumar aktuell kräftig und ernstzunehmend auf (Mojo, Seven) und profitiert zweifellos von seiner Vergangenheit mit positivem Vintage-Charme. Rein technisch ist mir auch nicht wirklich klar, wie man mit einem „VA-Stringer“ gegen preisgünstigere, samplebasierte Software wie (z.B.) UVI String Machines II bestehen möchte. Evtl. ist das nur ein Markttest für neue, aber alt klingende Hardware?

      Einen Markt sehe ich durchaus: Der Behringer VC-340 ist nicht wirklich ein „Stringsynth“. Der Waldorf Streichfett klingt toll, aber eben nicht vintage. Der Behringer Solina existiert de facto (noch) nicht. Softwareinstrumente sind für viele zudem keine praktikable Alternative, deswegen werden ja nach wie vor Orgeln & Synthesizer gebaut und verkauft.

  2. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Crumar Verformer — war der wirklich der Nachfolger des Multiman-S? Der Multiman wurde bis etwa 1983 modernisiert und gebaut (S3 war die letzte Variante, glaube ich), und der Verformer kam als kleinere Variante des großen Multiman.

    Kann der Typ in dem Video mal sein amerikanisches Großmaul halten und den Klang des Plag-Ihn für sich sprechen lassen? Das, was da zu hören ist, erinnert nämlich nur wenig an den Verformer — so gut hätte der damals immer gerne geklungen. Tat er aber nicht. Da konnten auch die ach so fabelhaften SSM-Filter nichts dran ändern, es blieb beim „quäk!“

    Von allen String-Geräten sicherlich eines der schlimmeren — der Multiman-S klang viel besser (nicht so muffig-mittig, sondern strahlend), und Stratus und Trilogy sind ganz furchtbare Multikeyboards mit seltsamer Top Octave Generator Schaltung, die z. B. das Spielen von Tritoni unmöglich macht. Bizarre Irrtümer der Synthesisergeschichte, und zu recht vergessen.

    Der DS-2 hat Potential, und der Spirit sollte — dank der illustren Herren, die ihn aus der Taufe hoben — Potential haben. Hat er auch, aber nicht in dem Maße, daß die aktuellen Gebrauchtpreise gerechtfertigt wären.

    EIn klassischer Blender.

  3. Profilbild
    Michael Bereckis  

    Den Crumar Multiman S hatte ich damals in Kombination mit der Korg Cx, einen Moog Prodigy und Fender Rhodes.

    Ehrlich gesagt, die Schlepperei stand in keinem Verhältnis zur musikalischen Performance.

    Der Multiman S war für die Streicher und Bläser verantwortlich. Heute klingt er für meine Ohren völlig überholt und ich verstehe nicht, wieso man diesen nun als Performer virtuell benötigt.

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