CURiOS iOS Musikmagazin #12: Musikproduktion auf iOS

fluXpad
von MoMinstruments
€7.99, iTunes
IAP Samplepacks je €0.99: KID SIMIUS, Funkstörung / Michael Fakesch, Gajek, dj elephant power, DJs Collapse: Mouse on Mars & Matthew Herbert (free)

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Mouse on Mars, ein Name der seit über zwei Dekaden nicht nur für qualitativ hochwertige Tanz- und Frickelmusik steht, sondern auch für eine oft vermisste Portion Humor im IDM/ EDM Bereich.
Mit MoMinstruments machen das Elektrikerduo, mit Hilfe von Jan T.v. Falkenstein, ihre bunte Ideenwelt nun jedem iPad-Benutzer zugänglich.
Bunt im wahrsten Sinne des Wortes, denn fluXpad ist Musikmalen mit Farben. Das mutet auf den ersten Blick als Spielzeug an, aber Spielzeug im besten Sinne des Wortes, den man unter Musik-„spielen‟ verstehen kann. Es lassen sich aber auch (fast) ganz normale Kompositionen damit erstellen.
Im Grund seines Wesens is fluXpad ein siebenstimmiger Sampleplayer. Dabei gibt es sechs „Synthie-Stimmen“ mit einem Sample pro Stimme und eine blaue Percussion-Stimme mit sieben Samples. Im Übrigen bestimmt die Zeichenrichtung die Abspielrichtung der Samples. Es gibt sieben möglichen Pattern. Beim Halten der Miniaturanzeigen der Pattern öffnet sich im übrigen ein Menü zum Kopieren und Einfügen. Jedes Stimme hat ihre eigene Farbe. Die Lautstärke wird über den Farbkreis per Ziehen eingestellt und ein langes Halten des Lautstärkekreises öffnet die Sample-Verwaltung. Hier können Hüllkurven- und Loop-Einstellungen gemacht werden. Klänge können aber auch vom Mikrofoneingang aufgenommen oder per AudioShare-Protokoll aus anderen Apps übernommen werden.

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Die Eingabe der „Noten‟ kann über zwei Methoden erfolgen. Bei der ersten wird die Sample-Farbe gewählt und dann der rot umrandete Record-Taster (links) gedrückt. Nun kann im unteren gepunkteten Feld eine Sequenz eingetrommelt werden. Die Tonhöhe ist vertikal einspielbar. Die horizontale Position der Finger scheint keine Auswirkungen zu haben.
Vielleicht wäre hier in Zukunft noch eine alternative Klaviatur wünschenswert, also horizontal angeordnete Tonhöhen und vielleicht Vertikal die Lautstärke. Das wäre denn auch der erste Kritikpunkt an fluXpad, denn die „Audiospuren‟ verfügen über keinerlei Lautstärkeautomation. Samples einer Farbe sind auch alle nur in einer Lautstärke spielbar. Das nagt dann doch schon etwas an der Ausdrucksfähigkeit der Komposition.

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Der zweite Weg ist direkt in das Rhythmusgitter hineinzumalen. Auch hier wird die Tonhöhe des Sample durch die vertikale Position der Farbe bestimmt. Aber man ist durchaus nicht dazu verpflichtet nur blind Tonhöhenverlaufe zu malen. Es kann auch ein frei konfigurierbares Notengitter eingeblendet werden, welches der Dur- oder Molltonleiter folgt und welchen (vertikalen) Notenumfang das Gitter haben soll. Das beste ist dabei aber, das dieses Gitter für jede Stimme separate eingestellt werden kann.

Ein weiteres Highlight ist Quantisierungsfunktion. fluXpad bietet zwar nur vier Takte, etwas das in kommenden Version dringen behoben werden muss, ist aber keineswegs nur auf 16tel Noten festgelegt. Notenanfänge können auf 32tel, 16tel, punktierte 16tel, 8tel und punktierte sowie 4tel quantisiert werden. Der Clou an der Sache ist aber, dass diese Quantisierung jederzeit umgeschaltet werden kann, ohne dass die bisherigen Eingaben dadurch verändert werden. Zudem gibt es, im Menü „Einstellungen‟ versteckt, noch weitere Quantisierungsoptionen für die ganze Sequenz und die gerade ausgewählte Farbe. Das lässt einem doch einen gewissen Spielraum.

Die mehrschrittigen Undo- und Redo-Funktionen sind nützlich, aber die Radierungsfunktion ist der eigentliche Killer. Der Radierer nimmt stets die ausgewählte Farbe an und löscht dann auch nur diese. Die Feinfühligkeit beim Radieren ist dabei großartig abgestimmt. Anstatt penibel herumwischen zu müssen, reicht lässiges Tippen und Streichen. Selbst das Radieren macht bei fluXpad Spaß.

Was bei fluXpad noch vermisst wird ist ein Song-Modus mit mehr Pattern, der im Hintergrund abgespielt werden kann, während man Pattern editiert, sowie ein Lock-Sync zum Umschalten der Pattern.
Anbindung an andere Apps findet fluXpad mit Link, IAA und Audiobus. An den MIDI-Optionen wird noch gebaut. Es gibt bisher nur einen MIDI-Sync und keine Noteneingabe, oder sonstige MIDI-fikation. Ob das allerdings sinnvoll ist ohne das Konzept zu verwässern, steht auf einem anderen Blatt.
Es gibt ganz klar noch Ausbaubedarf, aber alles in allem in fluXpad ein sehr inspirierendes App, das sowohl wild als auch zahm (Melodien und Beats) meistert und ein herrliches Actionpainting-Erlebnis ist, das die Spielfreude weckt und ihm einen Platz in den Experimentellen iOS-Charts beschert.

Forum
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    mdesign  

    wieder ein gelungenes update der musik-apps. der hintergrund der 32 bit-fehlermeldung war mir neu. danke!

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    Chick Sangria  

    Fantastische Kolumne, vielen Dank!
    An die Redaktion: Könnte man evtl. eine „auf einer Seite anzeigen“-Option einrichten? Dann kann man leichter durch die Browsersuche etwas nachschlagen (sonst muss man die Seitensuche benutzen, was ich etwas aufwendiger finde).

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      swellkoerper  AHU

      Ich finde auch, dass bei amazona die einzelnen Seiten der Stories etwas länger sein dürften. Das käme dem Lesefluss sehr entgegen.
      Tolle Kolumne übrigens, Wahnsinn wie viel Arbeit da drin stecken muss!

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      Markus Schroeder  RED

      Hi ctblaze,
      die App kam am 6. November raus.
      Es gibt einen Zeitraum, in dem ich aufhören muss nach neuen Apps zu scannen, um die Ausgabe zu schreiben und dem Veröffentlichungstermin. Das sind ca. 2-3 Wochen. Alles was dazwischen rauskommt und keine iWavestation ist fällt durch und kommt (sehr wahrscheinlich) in die nächste Ausgabe. Weil ich immer von dort weiterscanne, wo aufgehört habe.

      Falls Du der Entwickler bist oder den Enwickler kennst, lass uns das bitte wissen.

      greetz,
      M.

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    Everpure  

    Erstens ist es „die“ App und nicht „der“ App (wo kommt das denn bitte her?) und zweitens sollte es jeder Softwareentwickler, der auch nur ein wenig Selbstrespekt hat, hinbekommen haben, seine Applikationen seit Sommer 2013 (iOS 7!) auf 64-Bit aktualisiert zu haben. Wer das nicht schafft, bei dem kann es auch nicht so wichtig sein. Also, bitte erst recherchieren, bevor losgetrollt wird. Das könnt ihr besser bei amazona.

    Und was fragen wie zum Beispiel die Preisgestaltung angeht: Da ist bestimmt nicht alles super, aber irgendwie bekommen es ja andere auch besser hin, da muss es doch also möglich sein, sich inspirieren zu lassen.

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      TobyB  RED

      Hallo everpure,

      es besteht aber nicht immer die Notwendigkeit eines Code Refactoring von 32 Bit auf 64 Bit. Und nur weil Apple das möchte, ist das nicht einfach mal ein Compilerlauf in XCode und ausserdem noch immer nicht sinnvoll.
      Ausserdem schliesse ich dann wieder bestimmte Nutzer aus und zwinge sie zum Neukauf eines iOS Devices.

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        Everpure  

        Mir ist klar, dass es nicht mal eben zwischen zwei Folgen Big Bang Theory erledigt ist, eine App von 32- auf 64-bit zu portieren. Da ist einiges mehr an Test und nochmal Test und sicherlich auch möglicherweise grundlegende Codeänderungen zu tun.

        Das ist aber nicht mein Punkt. Mir geht es eher darum, dass im Editorial der Eindruck erweckt wird, dass Apple hier böse, böse die armen Entwickler gängelt und einfach mir nichts dir nichts Apps aus dem Store entfernt.

        Das ist meiner Meinung nach nicht der Fall, sondern man sollte die Angelegenheit vielleicht etwas differenzierter betrachten:

        Erstens: Der Übergang von 32- zu 64-bit wurde im Sommer 2013 mit iOS 7 vollzogen. Als professioneller iOS Entwickler (und als solchen betrachte ich jeden, der eine App zum Verkauf im App Store anbietet – egal ob 10.000.000$ oder 10€ Umsatz) hat man in der Regel Zugang zu iOS Betaversionen bis zu 6 Monate vor offiziellem Release, was also Anfang 2013 wäre. Jetzt haben wir Ende 2016 – also fast vier Jahre, in denen man den Übergang auch in der kleinsten Softwareschmiede hätte vollziehen können.

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          TobyB  RED

          Hallo Everpure,

          danke für die Antwort. Das wollte ich alles gar nicht wissen. Es ging darum ..“es besteht aber nicht immer die Notwendigkeit eines Code Refactoring von 32 Bit auf 64 Bit. Und nur weil Apple das möchte, ist das nicht einfach mal ein Compilerlauf in XCode und ausserdem noch immer nicht sinnvoll.“… Und das hat erstmal nichts mit Ökonomie zu tun, sondern mit Nachhaltigkeit des Lösungsansatzes. Mehr nicht. Und ich sehe es schon als Gängelung, das es eben auch andere professionelle Entwickler gibt. Und von wegen Apple schliesst keine User aus, ich habe ein Ipad 3, mit 9.3.5 ist Schluss. Und wenn es einem Entwickler gefällt, setzt der 2 Flags und ich bin aussen vor. Schlußendlich, was machen denn die professionellen Anwender? Leasingverträge für iPad laufen 36/48 Monate. Die können zwar mit Certifikaten und MMC die iPads verwalten aber wir sind wieder bei XCode 32/64bit. Und ein Kostenstellenverantwortlicher würde dich fragen ob es dir noch gut geht? Und dann „Budget“ sagen.

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            Everpure  

            Hallo Toby,
            wie es aussieht, können wir uns vielleicht darauf einigen, dass wir uns in diesem Punkt wohl eher nicht einig sein werden. ;)
            Worin wir uns aber bestimmt einig sein können ist, dass es da einiges an Verbesserungspotenzial gibt – sowohl für Entwickler als auch für die Kunden.
            Aber solange Apple nicht grundlegend etwas an diesen Prozessen ändert, bleibt die Situation wie sie ist und wir müssen als Verbraucher und als Anbieter damit umgehen. Und ich denke, das bei aller Kritik trotzdem extrem viel Potential in der iOS Plattform steckt, wie ja allein die Liste an Apps beweist, die in dieser Ausgabe von curiOS behandelt werden.

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              TobyB  RED

              Hallo Ever,

              100 % Zustimmung. Ich sehe das halt als Entwickler, dessen App auf Managed Devices landen. Und da ticken die Uhren anders. Und bei den „Profis“ hat Apple fette Baustellen, MDM, Apple Configurator, Automatisierung. Da ist noch viel zu viel Handarbeit drin.

              :-)

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        Everpure  

        Zweitens: Die letzten iOS Geräte, die nur 32-bit unterstützen sind iPhone 5 und 5C, iPad 2, iPad Mini (1. Generation) und iPod Touch 5G. Aus Herstellersicht (also Apple) ist es nur verständlich, dass man irgendwann aufhört, bestimmte Gerätegenerationen zu unterstützen. Apple ist da schon immer radikaler gewesen als andere Hersteller (im guten wie im schlechten für die Kunden,also unter anderem uns). Aber wie man hier https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_iOS_devices sehen kann, unterscheidet Apple auch genau zwischen Obsolete, Discontinued und Current – und hat das bisher auch immer offen kommuniziert. Punkt: Als Softwarehersteller möchte ich einerseits natürlich auch ältere Geräte unterstützen (um eine potentiell größere Kundschaft anzusprechen), aber andererseits auch neue Features und Möglichkeiten anbieten (um das Produkt attraktiv zu halten). Wenn ich letzteres nicht tue, laufen mir früher oder später die Kunden weg. Das ist okay, wenn ich als Einzelperson mal irgendeine App gebaut habe. Dann darf man sich aber nicht beschweren, dass die dann auch irgendwann weggeräumt wird.

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        Everpure  

        Drittens: Ich als Softwareanbieter zwinge niemals irgendjemand zum Neukauf eines iOS Gerätes. Die alte Software läuft doch auf meinem alten Gerät bis in alle Ewigkeit! Nur weil Apple eine App aus dem Store entfernt heißt ja nicht, dass die App nicht mehr auf meinem Gerät läuft. Das heißt nur, dass niemand sie mehr neu kaufen kann – und möglicherweise, dass ich sie nicht mehr herunterladen kann, falls ich sie von meinem alten Gerät gelöscht habe und dann doch wieder neu installieren will. Mal ganz abgesehen davon, dass es realistischerweise doch sowieso so ist, dass man irgendwann sein 6 Jahre altes iPad weggibt und sich ein neues kauft. Ja, ich weiß, nicht alle tun das. Aber Apples Verkaufszahlen zeigen ja deutlich, dass die breite Masse das tut. Dass es immer wieder Einzelfälle gibt, bei denen das ärgerlich ist – nun ja, Apple baut die Dinger ja nicht für jeden einzelnen von uns…

        Viertens: Ja, Apple hätte wahrscheinlich den Übergang von 32- zu 64-bit attraktiver für Kunden und Entwickler gestalten können (mich hat es damals auch irre genervt, dass ich für Intuas Beatmaker 2 den Preis einer neuen App zahlen musste…) Aber auch das ist wahrscheinlich eher dem mangelhaften Apps-nicht-wie-Desktop-Programme-updaten-können Konzept geschuldet, mit dem sich ja auch schon größere Anbieter wie Native Instruments bei iMaschine herum geschlagen haben.

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        Everpure  

        Langer Rede kurzer Sinn: Viel Gejammere um nichts, weil es zu nichts führt, solange man nicht Apple direkt kontaktiert (zum Beispiel als Entwickler) oder die Reichweite von großen „mainstream“ Medien hat. Und das nervt und ist unproduktiv.

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      Chick Sangria  

      Laut Duden geht „die“ und „das“ App, aber inzwischen klingt „das App“ schon sehr ungewöhnlich, dürfte keine Zukunft haben.

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        Everpure  

        I stand corrected, wie der Engländer sagt. Dass „App“ auch Neutrum sein kann, war mir nicht bewusst. Dass es aber keinen Sinn ergibt, weil App nunmal die Kurzform von (die) Applikation ist, scheint es mir nur logisch, wenn „das App“ keine weite Verbreitung findet…

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