Damit jeder Gig gelingt: Tipps & Tools für Live-Gitarristen

11. April 2021

Tipps und Tools für Live-Gitarristen

Damit jeder Gig gelingt: Tipps & Tools für Live-Gitarristen

Damit jeder Gig gelingt: Tipps & Tools für Live-Gitarristen

Ich bin nun bereits ein paar Jahrzehnte regelmäßig auf deutschen und internationalen Bühnen unterwegs. Deshalb hier nun meine Check-Liste über das wichtigste Zubehör für den Gig! Glücklicherweise war mein Gigbag ausnahmslos mit den wirklich wichtigen Dingen bestückt, die mich vor unangenehmen Pannen bewahrt haben. Gerade beim Live-Spiel ist es besonders wichtig, für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Man sollte also die wirklich wichtigen Accessoires stets am Start haben, um nicht doch einmal in die Bredouille zu kommen. Ist man bereits unterwegs zum Auftritt, gibt es meist keinen Weg zurück, sich das fehlende Accessoire noch rechtzeitig zu besorgen. Entgegen der Aussage unseres Titels kann es durchaus vorkommen, dass man noch einige Dinge mehr benötigt. Dies gilt aber meist nur für den Musiker, der vor Publikum auftritt.

Beginnen wir mit der Checkliste über das wichtigste Zubehör für den Gig:  Im Folgenden findet ihr die Gegenstände, die ihr unbedingt dabeihaben solltet, wenn ihr das Haus mit eurem besten Stück verlasst!

Plektren – oder auch Picks für Gitarristen

Damit jeder Gig gelingt: Tipps & Tools für Live-Gitarristen

Unglaublich wichtig! Ohne Pick sind wir meist verloren. Nicht jeder von uns spielt E-Gitarre mit den Fingern wie der gute Jeff Beck. Der Großteil unter uns benutzt ein Plektrum. Deswegen sollten wir auch immer eines mitführen. Besser gleich mehrere, denn für gewisse Jobs sind oft unterschiedliche Exemplare empfehlenswert.

Der akustische Fingerpicker muss entsprechende Fingerpicks dabei haben, da er sonst gleichfalls verloren wäre.

Ersatzsaiten für die Gitarre

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Reißt eine Saite während der Bühnen-Performance, brauchen wir entweder eine Ersatzgitarre oder zumindest einen passenden und vollständigen Satz Saiten zum Wechseln, sonst hätte unser Auftritt bald ein unvorhergesehenes Ende.

Werkzeug zum Saitenwechsel

Ist eine Saite erst einmal gerissen, brauchen wir schnelle Hilfe. Neben einem passenden Satz Saiten sollten wir auch eine Saitenkurbel und evtl. auch einen kleinen Seitenschneider im Gitarrenkoffer mitführen, damit der Saitenwechsel zügig erfolgen kann.

Kapodaster

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Der nächste Punkt in unserer Aufzählung über das wichtigste Zubehör für den Gig: ein Kapodaster. Entweder wir brauchen ihn für einen gewissen Song unseres Programms, es kann auch vorkommen, dass man mit Freunden zusammensitzt und ein paar Hits und Evergreens singt. Passt dann die Tonart für den (die) Sänger (in) nicht, können wir uns mit dem Kapodaster einfach helfen, indem wir ihn an gewünschter Stelle positionieren. Im Studio sollte man gleichfalls einen Kapodaster mitführen. Ich hatte mal einen Studiotermin, wo ein relativ einfacher Schlager einzuspielen war. Leider war der Titel aufgrund von Präferenzen der Sängerin in C#-Dur transponiert worden (er war in C-Dur komponiert worden). Somit waren die zu pickenden Akkorde, die auch oft Terzen im Bass verlangten, nur mit hohem mechanischem Aufwand zu spielen.

Leider hatte ich damals keinen Kapodaster dabei und war gezwungen, die Chords auf anderem und deutlich unbequemeren Weg einzuspielen. Seitdem gehe ich nie ohne Kapodaster ins Studio. Dieser hilft auch, eine zu doppelnde Rhythmusgitarre in anderer Position einzuspielen, was für einen „folkigen“ Touch sorgt. Der Kapo sollte natürlich den gleichen Griffbrettradius wie das zum Einsatz kommende Instrument haben. Für eine klassische Gitarre mit komplett flachem Griffbrett braucht man ein anderes Modell als für eine Western- oder E-Gitarre.

Saitenreinigungsmittel

Die Saiten halten deutlich länger, wenn man sie regelmäßig nach dem Spiel mit einem Saitenreinigungsmittel etc. reinigt. Isopropanol aus der Apotheke tut es notfalls auch für diesen Zweck. Es empfiehlt sich, auch einen Lappen aus Baumwolle (altes T-Shirt) dabei zu haben. Es ist einfach angenehmer, ein „unverklebtes“ Instrument anzufassen, wenn man dieses wieder aus dem Koffer (Gigbag) holt.

Bottleneck/Slide

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Gerne zu Hause vergessen wird (vom Blueser) auch gelegentlich der Slide. Hat man ihn nicht am Start, könnte auch ein Feuerzeug oder notfalls eine Bierflasche als Notnagel dienen. Der Meister (nicht nur) des „Bierflaschenslides“ ist zweifelsfrei der geniale und leider viel zu früh verstorbene Danny Gatton. Er hat gezeigt, wie man Slide mit einer Bierflasche spielt. Abgesehen davon war er ein begnadeter Gitarrist, den es lohnt, genau zu betrachten.

Die nun folgenden Dinge sind eventuell auch nicht unwichtig:

Noten, Notenständer und Beleuchtung

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Wer Noten braucht, der sollte diese auch gut lesen können. Also benötigen wir, abgesehen von unseren Noten, einen Notenständer und evtl. eine Beleuchtung für das Notenpult, damit nichts schiefgeht. Viele Musiker führen heute ein iPad mit sich, indem diverse Noten (als PDF) gespeichert sind und über eine App (z. B. Gigbook) schnell verfügbar sind. Die Hintergrundbeleuchtung des iPads macht eine zusätzliche Beleuchtung überflüssig. Hier sollte man darauf achten, dass das iPad auch geladen wurde und somit nicht mitten im Gig dunkel wird.

Batterien für das Stimmgerät oder App fürs Tuning

Es kann auch nichts schaden, eine Ersatzknopfzelle für das anklemmbare Stimmgerät (notfalls nutzt man eine Stimmgerät App für das Handy), einen 9-V-Block oder ein paar frische AAA- (AA) Batterien mitzuführen, je nachdem, welche Batterien unsere eventuell mitgeführten Effektgeräte, etc. benötigen.

Dynamisches Mikrofon

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Der letzte Tipp in unserer Aufzählung über das wichtigste Zubehör für den Gig: ein Mikrofon! Ich habe stets mein altes Sennheiser MD409U3 im Gitarrenkoffer, dieses hängt zur Abnahme vor dem Lautsprecher des Amps, da ich platzraubende Mikrofonständer vor dem Amp gerne vermeide.

Hier empfehle ich unsere dreiteilige Mikrofonserie mit Einsteigermodellen bis hin zu Topmodellen. Den ersten Teil für die günstige EInstiegsklasse findet ihr HIER.

Wäscheklammer

Von großem Nutzen kann auch eine (jetzt nicht lachen) gewöhnliche Wäscheklammer sein, wenn wir z. B. „Outdoor“ auftreten. Kommt Wind auf, sind die Noten schnell mal weggeflogen. Da leisten eine (oder mehrere) Klammer(n) wertvolle Dienste, die die Notenblätter am Notenständer fixieren. Eine Wäscheklammer war auch immer von Nutzen, wenn es darum ging, mein altes Sennheiser Mikro vor dem Lautsprecher in Position zu halten. Da dieses manchmal die Tendenz hat, aufgrund von Spannungen im Mikrofonkabel, sich so zu drehen, dass es den Schall nicht perfekt aufnimmt. Wäscheklammer dran, entsprechend ausrichten, fertig!

Pedalboard

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Unglaublich wichtig sind natürlich auch unser Pedalboard bzw. unsere Effektgeräte. Es wäre bitter, wenn wir beim Aufbau feststellten, dass wir den kompletten Gig nur clean spielen könnten, obwohl wir doch so gerne mit ordentlicher Zerre, viel Delay und tollen Modulationseffekten arbeiten. Dann würde uns jegliche klangliche Flexibilität genommen. Aus diesem Grund führe ich in meinem Gigbag stets einen alten „Notverzerrer“ mit. Dieser würde im schlimmsten Fall, wenn alle Stricke reißen, wenigstens ein verzerrtes Spiel ermöglichen. Bassisten sind da echt zu beneiden, da sie sich gerne nur mit einem Kabel direkt mit dem Verstärker oder sogar nur mit einer D.I.-Box verbinden müssen und auf Effekte oft verzichten.

Kabel

Ohne Instrumentenkabel geht für den Stromgitarristen natürlich gar nichts. Hier solltet ihr wenn möglich immer ein Ersatzkabel mitführen, falls es einmal Probleme mit einem plötzlich versagenden Exemplar geben sollte.

Gitarrenständer

Damit unser gutes Stück auf der Bühne auch sicher steht, benötigen wir auch einen passenden Gitarrenständer. Gerade Gitarren mit abgewinkelter Kopfplatte (z. B. Gibson etc.) könnten schwersten Schaden (Kopfplattenbruch) nehmen, fielen sie erst einmal um. Da viele Gitarrenständer aufgrund des leider oft verwendeten Weichmachers im Gummi dazu neigen, beim direkten Kontakt mit dem Instrument Spuren am (Nitro-) Lack der Gitarre zu hinterlassen, empfehle ich, das Gummi z. B. mit etwas Gewebeband abzukleben.

Bühnenkleidung

Wenn wir auf der Bühne arbeiten sind, wollen wir uns meist auch von der guten Seite zeigen. Arbeitsklamotten brauchen also nicht nur Handwerker oder Bänker, Musiker sollten auch ein Auge darauf haben. Ich führe stets ein für den Anlass passendes Hemd, entsprechende Schuhe, Hose und sogar gelegentlich einen Anzug und Krawatte mit. Auch ein Handtuch und Accessoires fürs Frischmachen können nichts schaden, da man manchmal nach dem Aufbau schon geschwitzt hat. Auch gut zu riechen, kann niemals schaden, gerade beim Kundenkontakt.

Finale Tipps

So blöde es auch klingen mag. Ich merke mir bei jedem Gig beim Verlassen des Hauses die Anzahl der zu transportierenden Stücke, an die ich mich dann später erinnere. Auch habe ich stets das Gefühl, beim Losfahren irgendetwas vergessen zu haben. Dieses Gefühl scheint wohl einfach dazuzugehören, deswegen habe ich auch noch niemals etwas wirklich Wichtiges vergessen.

Fährt man zum Gig an einer noch unbekannten Location, kann es nichts schaden, auch deren Adresse griffbereit zu haben.

Vielleicht habt ihr den einen oder anderen Tipp noch nicht gekannt. Ich hoffe, dieser Beitrag konnte euch von Nutzen sein.

Stay tuned!

Forum
  1. Profilbild
    whitebaracuda  

    Danke für diesen tollen Beitrag!

    Die Wäscheklammer werde ich meinem Setup noch hinzufügen ;)

    Was für mich als Akkustikgitarrenbediener noch zwingend dazugehört ist die Schallloch Abdeckung. Je nach Raum und PA ist ein Gig ohne nicht wirklich toll.

    Die weiteren Kleinigkeiten sind Kugelschreiber, Taschentücher und Gaffatape.

    Viele Grüsse
    ‘Cuda

  2. Profilbild
    Organist007  AHU

    bin kein gitarrist, sondern keyboarder

    unverzichtbar für mich: kopfwehtabletten (da leide ich manchmal sehr bei wetterumschwüngen)

    Pflaster und

    oropax (den lärm der schlagzeuger und gitarristen beim soundcheck geb ich mir nicht mehr !)

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