Das wichtigste Zubehör für den Gig

17. Juni 2018

Hab' ich wirklich alles dabei?!

Das wichtigste Zubehör für den Gig Titel

Ich bin nun bereits ein paar Jahrzehnte regelmäßig auf deutschen und internationalen Bühnen unterwegs. Deshalb hier nun meine Checkliste über das wichtigste Zubehör für den Gig! Glücklicherweise war mein Gigbag ausnahmslos mit den wirklich wichtigen Dingen bestückt, die mich vor unangenehmen Pannen bewahrt haben. Gerade beim Livespiel ist es besonders wichtig, für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Man sollte also die wirklich wichtigen Accessoires stets am Start haben, um nicht doch einmal in die Bredouille zu kommen. Ist man bereits unterwegs zum Auftritt, gibt es meist keinen Weg zurück, sich das fehlende Accessoire noch rechtzeitig zu besorgen. Entgegen der Aussage unseres Titels kann es durchaus vorkommen, dass man noch einige Dinge mehr benötigt. Dies gilt aber meist nur für den Musiker, der vor Publikum auftritt.

Beginnen wir mit der Checkliste über das wichtigste Zubehör für den Gig:  Im Folgenden findet ihr die Gegenstände, die ihr unbedingt dabeihaben solltet, wenn ihr das Haus mit eurem besten Stück verlasst!

Plektren – oder auch Picks

Unglaublich wichtig! Ohne Pick sind wir meist verloren. Nicht jeder von uns spielt E-Gitarre mit den Fingern wie der gute Jeff Beck. Der Großteil unter uns benutzt ein Plektrum. Deswegen sollten wir auch immer eines mitführen. Besser gleich mehrere, denn für gewisse Jobs sind oft verschiedene Exemplare empfehlenswert.

Das wichtigste Zubehör für den Gig Plektren

— Ein Blick in die Plektrum-Dose —

Der akustische Fingerpicker muss entsprechende Fingerpicks dabei haben, da er sonst gleichfalls verloren wäre.

Saiten

Reißt eine Saite während der Bühnenperformance, brauchen wir entweder eine Ersatzgitarre oder zumindest einen passenden und vollständigen Satz Saiten zum Wechseln, sonst hätte unser Auftritt bald ein unvorhergesehenes Ende.

Das wichtigste Zubehör für den Gig Saiten

— Oft und gerne verwendet —

Werkzeug zum Saitenwechsel

Ist eine Saite erst mal gerissen, brauchen wir schnelle Hilfe. Neben einem passenden Satz Saiten sollten wir auch eine Saitenkurbel und evtl. auch einen kleinen Seitenschneider im Gitarrenkoffer mitführen, damit der Saitenwechsel zügig erfolgen kann.

Kapodaster

Der nächste Punkt in unserer Aufzählung über das wichtigste Zubehör für den Gig: ein Kapodaster. Entweder wir brauchen ihn für einen gewissen Song unseres Programms, es kann auch vorkommen, dass man mit Freunden zusammensitzt und ein paar Hits und Evergreens singt. Passt dann die Tonart für den (die) Sänger (in) nicht, können wir uns mit dem Kapodaster einfach helfen, indem wir ihn an gewünschter Stele positionieren. Im Studio sollte man gleichfalls ein Kapodaster mitführen. Ich hatte mal einen Studiotermin, wo ein relativ einfacher Schlager einzuspielen war. Leider war der Titel aufgrund von Präferenzen der Sängerin in C#-Dur transponiert worden (er war in C-Dur komponiert worden). Somit waren die zu pickenden Akkorde, die auch oft Terzen im Bass verlangten, nur mit hohem mechanischen Aufwand zu spielen.

Leider hatte ich damals keinen Kapodaster dabei und war gezwungen, die Chords auf anderem und deutlich unbequemeren Weg einzuspielen. Seitdem gehe ich nie ohne Kapodaster ins Studio. Dieser hilft auch, eine zu doppelnde Rhythmusgitarre in anderer Position einzuspielen, was für einen „folkigen“ Touch sorgt. Der Kapo sollte natürlich den gleichen Griffbrettradius wie das zum Einsatz kommende Instrument haben. Für eine klassische Gitarre mit komplett flachem Griffbrett braucht man ein anderes Modell als für eine Western- oder E-Gitarre.

Saitenreinigungsmittel

Die Saiten halten deutlich länger, wenn man sie regelmäßig nach dem Spiel mit einem Saitenreinigungsmittel etc. reinigt. Isopropanol aus der Apotheke tut es notfalls auch für diesen Zweck. Es empfiehlt sich, auch einen Lappen aus Baumwolle (altes T-Shirt) dabei zu haben. Es ist einfach angenehmer, ein „unverklebtes“ Instrument anzufassen, wenn man dieses wieder aus dem Koffer (Gigbag) holt.

Bottleneck/Slide

Gerne zu Hause vergessen wird (vom Blueser) auch gelegentlich der Slide. Hat man ihn nicht am Start, könnte auch ein Feuerzeug oder notfalls eine Bierflasche als Notnagel dienen. Der Meister (nicht nur) des „Bierflaschenslides“ ist zweifelsfrei der geniale und leider viel zu früh verstorbene Danny Gatton. Er hat gezeigt, wie man Slide mit einer Bierflasche spielt. Abgesehen davon war er ein begnadeter Gitarrist, den es lohnt, genau zu betrachten.

Die nun folgenden Dinge sind eventuell auch nicht unwichtig:

Noten, Notenständer und Beleuchtung

Wer Noten braucht, der sollte diese auch gut lesen können. Also benötigen wir abgesehen von unseren Noten einen Notenständer und evtl. eine Beleuchtung für das Notenpult, damit nichts schiefgeht. Viele Musiker führen heute ein iPad mit sich, indem diverse Noten (als PDF) gespeichert sind und über eine App (z.B. Gigbook) schnell verfügbar sind. Die Hintergrundbeleuchtung des iPads macht eine zusätzliche Beleuchtung überflüssig. Hier sollte man darauf achten, dass das iPad auch geladen wurde und somit nicht mitten im Gig dunkel wird.

Forum
  1. Profilbild
    herw  

    Als Keyboarder (und Hobbymusiker) habe ich diesen kurzweiligen und unterhaltsamen Artikel mit Schmunzeln gelesen, vor allem weil er mich in der Tat an die Vergesslichkeit des Gitarristen erinnert.
    Für Keyboarder gibt es aber ähnliche Tipps, die man beherzigen sollte. Insbesondere habe ich es mir zur Regel gemacht, von wichtigen elektronischen Geräten (Audiointerface, Keyboard) jeweils zweite Steckernetzteile zu besorgen, die ich immer in der für Keyboarder leider notwendigen Tragekiste mitnehme, insbesondere, wenn man nur privat in einer Band mit wöchentlicher Probe spielt und zu Hause ein Studio mit halbwegs fester Installation besitzt. Das Auseinanderrupfen des Studios ist immer lästig und hält mich nach der Probe mindestens wieder einen Tag davon ab, mich wieder an die Tasten zu setzen. Kabel (insbesondere Volumenregler-, Audio- und Midikabel) , die nur für die Proben benutzt werden und immer in der Kiste liegen, schaffen Stressabbau.
    Außerdem habe ich mir eine Checkliste erstellt für das Zusammenpacken vor und nach der Probe.

    • Profilbild
      waldgeist  

      Mache ich grundsätzlich genauso, bis auf die Netzteile. Das ist eine super Idee, nur bekommt man die selten als Original nachgekauft, und standardisiert sind die Stecker ja leider auch nicht. Wie findest Du dann das Passende?

      • Profilbild
        Johannes Krayer  RED

        hallo waldgeist,
        ich habe mir das Netzteil selbst gebaut. Ein ausreichend starker Trafo mit guter Gleichrichtung in einem Alukästchen. Dann habe ich eine XLR-Buchse eingebaut und kann so mit einem normalen Mikrokabel die Verbindung zur entsprechenden Buchse im Pedalboard herstellen. Man kann auch ein gut stabilisiertes Netzteil verwenden (kaufen) und einen XLR-Stecker an die 9-V-Kabel löten. Dann musst Du noch ein Loch in die Vorderseite des Boards bohren, eine XLR-Buchse anbringen und die Daisychain für die Stromversorgung der Pedale anlöten (auf Polung achten). Etwas Löten und Bohren sollte man schon beherschen oder den Job im Zweifelsfall lieber an Fachpersonal outsourcen.

      • Profilbild
        herw  

        Ich habe mir die Zweitnetzteile gleich bei der Erstanschaffung ebenfalls bestellt, in diesem Fall für das MOTU-Audiointerface bei Amazon und ein NI-Netzteil direkt bei NI.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.