Was leisten die großen Versionen der DAWs?
Fast vier Jahre ist die letzte Neufassung unserer zweiteiligen Übersicht der beliebtesten Digital Audio Workstations jetzt schon wieder alt. Höchste Zeit, diese wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Dabei haben wir uns entschlossen, die bisherige Aufteilung nach Preisen (bis 299,- Euro, ab 300,- Euro) aufzugeben, da diese Trennlinie doch etwas zu unscharf ist. Stattdessen haben wir die Artikel in „Die Top-DAWs für Homerecording-Einsteiger“ und in „Die besten DAWs für Tonstudio-Profis und Musiker“ unterteilt und uns dabei – angesichts der Fülle – auf die am weitesten verbreiteten DAWs konzentriert. Was am Ende auch immer noch eine ganze Menge waren. Aber keine Sorge: Ein dritter Teil mit den DAW-Exoten, nach denen wir immer wieder mal gefragt werden, ist ebenfalls angedacht.
Inhaltsverzeichnis
Einige Anmerkungen vorab
Es wird am Ende keinen Titel „Die beste DAW“ geben. Zum einen, weil jede DAW ihre Stärken und Schwächen hat und für manche Anwendungsgebiete besser, für andere weniger geeignet ist. Das ist auch eine Frage der Ansprüche und Wünsche des Nutzers. Zum anderen war die Frage nach der „besten DAW“ ohnehin schon immer eine Glaubensfrage, so wie Playstation oder Xbox oder McDonalds oder Burger King, an der sich die Geister gerne scheiden. Wer schon ewig mit einer DAW arbeitet und sich auch an die kleinen Macken gewöhnt hat, wird so manches sicherlich anders sehen als jemand, der diese DAW das erste Mal einsetzt.
Bitte erwartet in diesem Artikel keine ausführlichen Einzeltests und auch keine vollzähligen Feature-Listen. Haben wir die DAW bereits getestet, gibt es einen Link dazu im Artikel. Von Zuschriften wie „Warum wurde nicht erwähnt, dass sich in der DAW XY jetzt die MIDI-Notenhälse bunt einfärben lassen?“ bitte ich daher abzusehen. Hier geht es vielmehr um einen groben Überblick, um sich einen vergleichenden Eindruck zu verschaffen. Aufgrund der Fülle konnte ich da immer nur einige wenige Aspekte hervorheben. Sollte ich also irgendwo etwas Grundsätzliches vergessen oder falsch darstellen, so seht es mir bitte nach. Bei insgesamt wieder 14 DAWs (zusammen mit dem Artikel „DAWs für Einsteiger“) konnte ich nicht jede wochenlang bis ins kleinste Detail testen.
Die angegebenen Preise sind die, die ich zum Zeitpunkt des Tests im Handel gefunden habe, sofern es keine ausdrücklichen kurzzeitigen Aktionspreise waren. Sie können sich also im Lauf der Zeit ändern.
Ableton Live Suite
Das deutsche Unternehmen Ableton wurde 1999 gegründet. Der Hauptsitz ist in Berlin, weitere Büros gibt es in Tokio und Los Angeles. 2001 erschien die erste Version von Ableton Live.
Die Entwickler wollten eine live- und improvisationstaugliche Musik-Software schaffen, die sich intuitiv spielen lässt, daher auch der Namenszusatz „Live“. Diese Grundidee schimmert auch heute noch hier und da durch, allerdings hat die Übersichtlichkeit der DAW im Laufe der Jahre durch immer neue Funktionen dann doch ein wenig gelitten.
Plattformen und Editionen von Ableton
Ableton Live 12 Suite ist die größte der drei Versionen. Darunter kommen Standard und Intro. Ableton Live läuft auf dem Mac und auf dem Windows PC. Aktuell zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels ist die Version 12.3.
Fakten und Zahlen
Die größte aller Ableton Live-Versionen bringt es auf 20 Software-Instrumente, 33 Sample/Loops-Packs mit einem Gesamtumfang von über 71 GB, 58 Audio-Effekte, 14 MIDI-Effekte, ebenso viele MIDI-Tools und 6 Modulatoren. Die Zahl der einsetzbaren Audio- und MIDI-Spuren ist unbegrenzt, die der Send- und Return-Spuren auf 12 und die der Audio – Ein- und Ausgänge auf 256 beschränkt. Die Audio-(Mehrspur)-Aufnahmen erfolgen mit bis zu 32 bit /192 kHz.
Die Ableton Live Suite läuft auf dem Mac (MacOS 11 Big Sur oder später) und auf Windows-PCs (10 und 11, jeweils Version 22H2 oder später). Mit ein paar Tricks soll es laut Reddit-Foren auch unter Linux betrieben werden können. Unterstützt werden die Plug-in-Formate VST2 und 3 sowie AU v2 und v3.
Das ist gut bei Ableton Live
Mein Kollege Markus Galla verglich Ableton Live in seinem Test zur Live 12 Suite mit einer „Kreativzentrale und einem Musikinstrument, ähnlich einem Fairlight-System der 80er- und 90er- Jahre“. Und liegt damit goldrichtig. Denn Ableton ist mehr als „nur“ eine DAW. Vor allem live (sic!) entfaltet es seine einzigartigen Qualitäten. Da kann z.B. dann das Tempo automatisch dem eingehenden Audiosignal angepasst werden, lassen sich mit dem Performance Pack Set-Snapshots erstellen und abrufen. Mehrere Parameter können durch übereinander geschichtete Makros und Automationskurven steuern oder Sounds automatisch während des Abspielens von (Backing-) Tracks wechseln. Auch der einfache Zugriff über MIDI-Controller ist auf der Bühne ein Vergnügen.
Ein weiteres Highlight bei Ableton Live ist „Max for Live“ – eine Entwicklungsumgebung, mit der sich eigene Plug-ins wie Instrumente, MIDI- und Audio-Tools und Effekte oder Sequencer erstellen und mit der Community teilen.
Das ist nicht so gut bei Ableton Live
Auch wenn Ableton gerade in der Version 12 beim Thema MIDI nochmal ordentlich zugelegt hat, hat in der Beziehung die Konkurrenz die Nase noch immer vorn. Auch bei anderen Dingen ist Ableton Live (noch) nicht ganz auf Augenhöhe mit DAWs wie Cubase, Studio One oder Logic. Dazu gehört die Mixer-Darstellung, das Audio-Editing sowie die Notation. Das alles ist zwar vorhanden, aber entweder umständlicher oder deutlich schwächer als bei den anderen DAWs.
Etwas seltsam ist auch die Installation der Updates. Denn nach dem „Nach Updates suchen“ landet man auf der Hauptseite der Live 12 Suite und muss die Version 12.3 komplett neu installieren (nachdem man die alte Version 12.2.3 deinstalliert hat). Das ist schon recht umständlich.
Das ist seit unserer letzten Übersicht bei der Ableton Live Suite passiert
Im Vergleich zu Live 11, wo der Fokus der neuen Features mehr auf Comping, MPE-Unterstützung, Macro-Snapshots, die Kompatibilität zu den neuen Apple M1-Prozessoren und den neuen Audio-Effekten lag, konzentriert sich Live 12 nun verstärkt auf kreative MIDI-Tools und eine optimierte Benutzeroberfläche. Im Bereich MIDI waren das vor allem die MIDI-Transformatoren und -Generatoren, MIDI-Pitch & Time und neue Funktionen der MIDI-Bearbeitung. Neu hinzugekommen ist auch der flexible MPE-Klangerzeuger „Meld“, der „Granulator III“ sowie „Roar“, ein neuartiger Saturation- und Distortion-Effekt. Praktisch ist auch, dass der Mixer jetzt sowohl im Arrangement- als auch im Session-View verfügbar ist und neue Funktionen zur Tonalität.
Und auch mit den Updates hinter dem Komma ging es gut weiter: So brachte die Version 12.1 unter anderem neue Sequencer und MIDI-Generatoren sowie einen Drum Sampler, vor allem aber das Echtzeit-Pitch-Tracking und Korrektur-Tool „Auto Shift“. In 12.3 zog Ableton Live dann endlich auch mit der DAW-Konkurrenz gleich und integrierte die Stem-Separation – allerdings nur in der Suite.
Unnützes Wissen zu Ableton
Ableton wurde von zwei ehemaligen Mitarbeitern von Native Instruments gegründet. Das Geld für die offizielle Gründung gab es, als Ableton 1998 Hauptpreisträger beim „Gründerwettbewerb Multimedia“ des Bundesministeriums für Wirtschaft wurde. Zumindest 2010 gehörte Ableton mit einem (Welt)Marktanteil von 20 Prozent zu den Top 3 DAWs. So zu Lesen im „Lexikon der deutschen Weltmarktführer“.
Apps für Ableton Live
Abletons Link-Technologie (seit Version 9.6), die Takt und Tempo von Live mit Link-fähigen iOS- und Android-Apps, aber auch mit Windows/Linux/Mac-Software im lokalen Netzwerk synchronisiert, ist mittlerweile in rund 265 Apps enthalten. Auch Controller-Apps für die DAW gibt es einige wie etwa LK oder touchAble (beide Android und iOS) oder Oscleton: Ableton Companion (Android). Hinzu kommt (Ableton) Note für musikalische Skizzen.
Spezielle Hardware für Ableton
Zu der Hardware, die (speziell) Ableton unterstützt, gehören die Groovebox/der Controller Ableton Move und der Performance-Controller Ableton Push 3 vom Hersteller selbst. Auch das Novation Launchpad und die Akai APC-Serie bieten sich für die Zusammenarbeit mit Ableton an.
Demoversion
Eine Demoversion gibt es zu Ableton Live 12 Suite. Hier können alle Funktionen für 30 Tage vollumfänglich genutzt werden. Beim Vorgänger waren das übrigens noch 90 Tage.
Fazit zu Ableton Live 12 Suite
Die Ableton Live Suite steht mehr denn je auf dem Treppchen, wenn es um kreatives Sound-Design, Live-Performance oder elektronische Musik geht. Für traditionelle Jobs wie komplexe Post-Production, größere (Orchester-) Arrangements oder Band-Aufnahme-Projekte ist es dagegen auch weiterhin nicht die erste Wahl. Das sind dann jedoch keine Schwächen der DAW, sondern ist das Ergebnis der von Anfang an verfolgten Design-Philosophie.
Preise:
- 599,00 Euro (Suite)
- 529,00 Euro (Upgrade von Lite)
- 329,00 Euro (Upgrade von Standard)
- 199,00 Euro (Upgrade von Version 7-11)
- 299,00 Euro (EDU)
Links:
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Apple Logic Pro
Logic war ursprünglich – bis zur Version 6 – von der Hamburger Firma Emagic entwickelt und vertrieben worden. 2002 hatte Apple Emagic übernommen und die Windows-Version von Logic (leider) eingestellt. Außerdem flossen mehrere, bis dahin selbständige Emagic Produkte wie Instrumente, Plug-ins, die CD-Authoring-Software „Waveburner Pro“ und das „Pro Tools TDM Support Package“ unter dem Namen „Logic Pro“ zusammen. Heute ist Logic, neben GarageBand, die einzige DAW, die ausschließlich für den Mac erhältlich ist.
Plattformen und Editionen von Logic
Gab es vor der Übernahme durch Apple noch die Unterscheidung in Micrologic, Logic Express und Logic Pro, so existiert heute ausschließlich die Pro Version, die ebenso ausschließlich unter Mac OS ( ab 14.4, ausschließlich 64 Bit) läuft. Aktuell zum Zeitpunkt dieses Artikels (Dezember 2025) ist die Version 11.2.2 vom 22. Juli 2025
Fakten und Zahlen
Im Zuge der verbesserten Hardware wurden auch die Zahlen an möglichen Audio-, Instrumenten-, MIDI- und Auxiliary-Channel-Strips kräftig angehoben. Waren es bis dahin „nur“ 255 bzw. 99, so sind es jetzt jeweils 1.000. Das sollte reichen.
Mit dabei sind unter anderem 108 Effekt-Plug-ins, 28 Software-Instrumente, 13.552 Apple Loops, 1.250 Sampler-Instrumente und 150 Drum Machine Designer Kits mit 3.066 Drum-Patches.
Die Audio-Engine arbeitet mit einer Auflösung von bis zu 32 Bit / 192 kHz
Das ist gut bei Apple Logic Pro
Zu den großen Vorteilen bei Logic Pro zählt zum einen die umfangreiche Ausstattung an qualitativ recht hochwertigen virtuellen Instrumenten, Effekten, Samples- und Loops. Für viele reicht das schon, ohne zukaufen zu müssen. Mit Features wie Session-Player, Live-Loops, Smart Tempo oder Flex Time/Pitch ist Logic auch beim Thema Songwriting und schneller kreativer Ideengebung gut aufgestellt.
Hervorzuheben sind auch die professionellen Mixing- und Mastering-Tools. Durch die Konzentration auf nur eine Plattform kann die Apple-Hardware mit all ihren speziellen macOS-Features optimal genutzt werden. Und schließlich ist Logic Pro mit 230,- Euro nicht nur sehr preiswert, sondern liefert überdies auch alle Updates kostenlos.
Das ist nicht so gut bei Apple Logic Pro
Die Nachteile von Logic Pro sind nicht gravierend und bewegen sich im Bereich hinter dem Komma. So sind Scoring-Funktionen in der Mac-Version zwar enthalten (nicht aber in der iPad-Version), stehen aber nicht ganz so im Mittelpunkt wie in anderen DAWs und sind schon etwas veraltet.
Die große Funktionsvielfalt bringt es auch mit sich, dass die Lernkurve für DAW-Neulinge erst einmal recht steil sein kann, auch weil viele Features tief im Menü versteckt sind und manche Workflows (etwa im MIDI-Environment) nicht ganz so intuitiv sind.
VST-Plug-ins werden nicht unterstützt. Zwar gibt es von vielen Plug-ins auch eine AU-Version, aber eben nicht von allen. Die Updates sind zwar kostenlos, erfordern aber mitunter dann ein Upgrade des Systems.
Das ist seit unserer letzten Übersicht bei der Apple Logic passiert
Seit unserer letzten DAW-Übersicht (2022, Version 10.7) ist einiges passiert bei Logic Pro. So sind z.B. mit Bass Player und Keyboard Player zwei weitere virtuelle KI-gestützte Session Player hinzugekommen (Version 11), zusammen mit den passenden Instrumenten-Plug ins für Bass und Piano. Die können dem neuen globalen Chord Track folgen, wobei eine Akkordspur bei anderen DAWs aber schon lange Standard ist.
Auch der Stem Splitter (V11) ist kein Alleinstellungsmerkmal von Logic, wohl aber die Erweiterung in 11.2. Der kann nämlich auch Gitarre und Klavier mit rausfiltern, hat also sechs statt der üblichen vier Stems.
Das Flashback-Feature (11.2) erlaubt es, nicht aufgenommene Einspielungen nachträglich trotzdem wiederherzustellen, der Mastering-Assistant (10.8) analysiert den finalen Mix und verbessert ihn. Mit ChromaGlow (Sättigung), Quantec-Room-Simulator (Reverb) und Sample Alchemy (Instrument) sind ein paar neue leistungsstarke Plug-ins hinzugekommen.
Unnützes Wissen zu Apple Logic
Emagics Chefentwickler und Logic-Erfinder Chris Adam und Gerhard Lengeling hatten vor Emagic unter anderem für C-LAB das Programm Scoretrack (C64) und Creator und Notator (Atari ST) entwickelt. Letzterer wurde dann bei Emagic erst zu Notator Logic und schließlich zu Logic.
Logic Pro wird von zahlreichen bekannten Musikern und Produzenten genutzt, wie z.B. Disclosure, Calvin Harris, Armin van Buuren, David Guetta, Alessa, Ed Sheeran, der Produzent von Taylor Swift (Nathan Chapman) sowie Billie Eilish.
Apps für Apple Logic
Von Apple selber gibt es eine kostenlose „Logic Remote“-App im Appstore. Die läuft auf iPad, iPhone und iPod Touch und benötigt mindestens iOS (iPadOS) 14. Seit dem Mai 2023 gibt es auch eine Logic Pro-Version für das iPad, die speziell für die Touch-Bedienung optimiert wurde. Die gibt es aber nur im Abo (4,99 Euro monatlich oder 49,- Euro jährlich).
Spezielle Hardware für Apple Logic
Für Logic Pro existiert keine spezielle, exklusive Hardware. Warten wir also weiter auf einen „Logic iController“. Seltsam, dass Apple den noch nicht für sich entdeckt hat, sondern das Feld Drittherstellern überlässt. Bis jetzt.
Demoversion
Für Logic Pro gibt es eine 90-tägige Demoversion ohne Einschränkungen. Alle mit der Testversion erstellten Projekte lassen sich öffnen und sind in einer später erworbenen Version von Logic Pro voll funktionsfähig.
Fazit zu Apple Logic Pro
Apple Logic ist eine Rundum-Sorglos-DAW, die so ziemlich alle Studio- und Produktionsbereiche grundsätzlich sehr gut abdeckt und das zu einem vergleichsweise günstigen Preis. Wer sich so breit aufstellt, kann aber nicht in jedem Bereich zur Spitze gehören: Große Orchester-Projekten lassen sich besser mit Cubase realisieren, Live-Musiker und Sounddesigner werden Ableton oder Bitwig bevorzugen und wer in der Film-Postproduction arbeitet, wird mit Pro Tools glücklicher werden. Dafür kommen aber auch Einsteiger (oft Aufsteiger von der GarageBand) gut mit Logic klar. Solange sie einen Mac haben, denn Windows-Nutzer müssen hier leider draußen bleiben.
Preis:
- 229,99 Euro
Links:
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Avid Pro Tools
Avid Pro Tools in den großen Tonstudios weit verbreitet (der Marktanteil dort wird auf 70 – 90 % geschätzt) und ist dort so etwas wie der unangefochtene „Industriestandard“, spielt aber in den Home Studios kaum eine größere Rolle. Zu teuer und spezialisiert auf einen Bereich, der bei den Bedroom-Producern wenig gefragt ist: Postproduction, Mixing und Audio-Editing für Film und Fernsehen. Durch die immer stärker werdende Konkurrenz durch DAWs, die sich mehr auf die Bedürfnisse der Amateur-Klientel konzentrieren, ist da die Schere noch weiter auseinandergegangen.
Plattformen und Editionen von Avid Pro Tools
Avid Pro Tools gibt es in vier Versionen: Pro Tools Intro (kostenlos, maximal je 8 Audio-, Instrumenten- und MIDI-Spuren), Pro Tools Artist (89,- €/Jahr, 32 Audio und 64 MIDI-Tracks), Pro Tools Studio (218,- €/Jahr, 512 Audio- und 1.024 MIDI-Tracks) und Pro Tools Ultimate (vormals Flex, 399,- €/Jahr, 2.048 Audio- und 1.024 MIDI-Tracks, sowie 64 Video-Tracks). Die angegebenen Preise beziehen sich auf das Subscription-Modell.
Pro Tools Ultimate läuft auf dem Mac (macOS Tahoe 26.1, macOS Sequoia 15.7.x, oder macOS Sonoma 14.7.x – frühere Versionen möglich, aber nicht getestet) und auf Windows PCs (Windows 11, 25H2 oder 24H2). Aktuell zum Zeitpunkt dieser Übersicht (Dezember 2025) ist die Version 2025.12.
Fakten und Zahlen
Die Zahlen, mit denen Pro Tools Ultimate aufwarten kann, sind schon beeindruckend. Möglich ist die Arbeit mit bis zu 2.048 Audio-Tracks, 1.024 MIDI-Tracks und 512 Instrument-Tracks. Die weiteren Zahlen:
- Aux I/O Ein- und Ausgänge: unbegrenzt
- Aux Input Tracks: 1.024
- Routing Folder Track: 1.024
- Video Tracks: 64
- Gleichzeitig nutzbare Recording Inputs: bis zu 256
- Mitgelieferte Instrumente:130+
Das ist gut bei Avid Pro Tools
Beim Thema Audio-Editing ist der Workflow mit den Tastaturbefehlen in Pro Tools noch immer an der Spitze. Auch in der Filmvertonung ist es – aufgrund der Synchronisations-Features und der engen Verzahnung mit dem Avid Media Composer – praktisch alternativlos. Bis zu 64 Videospuren in Pro Tools Ultimate sprechen da eine deutliche Sprache.
Auch am Mischpult macht Pro Tools dank des extrem logischen Routings, der fortschrittlichen Automation, seiner übersichtlichen Bus-Struktur und der VCA-Master eine gute Figur. Mit den internen Pro Tools HDX-Karten (DSP-beschleunigte PCIe-Karten) können Rechner-CPUs entlastet werden. Die große Verbreitung von Pro Tools in Profi-Studios ermöglicht einen problemlosen Austausch von Sessions: Aufnahmen in London, Mastering in Los Angeles.
Das ist nicht so gut bei Avid Pro Tools
Die Benutzeroberfläche ist mit ihrem stellenweise immer noch veralteten Design nicht sonderlich intuitiv. Neuerungen kommen in Pro Tools nur zögerlich an. So hat es z.B. Jahre gedauert, bis man eine vernünftige Delay-Kompensation eingebaut hatte. Viele Aktionen sind (anfangs) unnötig umständlich und erfordern mehrere Schritte; besonders Neueinsteiger in Pro Tools sind da erst einmal überfordert, bis sie dann die vielen erforderlichen Tastenkombinationen kennen. Ohne viel Einarbeitung geht da wenig. VST3 oder AU-Plug ins werden nicht unterstützt, stattdessen setzt Pro Tools ganz auf das hauseigene AAX-Format (Avid Audio Extension).
MIDI war bei Pro Tools lange Zeit fast kein Thema, und auch heute hinkt man da hinter der Konkurrenz her. Einer der Hauptkritikpunkte an Pro Tools ist das Abo/Preis-Modell, das zum einen teuer, zum anderen auch etwas undurchsichtig ist. So zahlt man im „Subscription“ (Ultimate: 399,- €/ Jahr) monatlich/jährlich und hat immer die neueste Version, verliert aber den Zugang, wenn man aufhört zu zahlen. Bei der „Perpetual“-Version (Ultimate: 1.499,- €) zahlt man einmal, bekommt ein Jahr lang Updates/Support und darf diese Version behalten – muss aber für weitere Updates wieder zahlen (Ultimate: 479 € für weitere 12 Monate Updates). Das ist mit Abstand die teuerste DAW auf dem Markt. Und schließlich berichten Nutzer immer wieder von Abstürzen, besonders auf weniger leistungsstarken Systemen.
Das ist in den letzten Jahren bei Avid Pro Tools passiert
In den letzten Jahren hat sich Avid bemüht, an den Hauptkritikpunkten „Workflow“ und „MIDI“ zu arbeiten. So kam mit Pro Tools Sketch in 2023.9 auch Clip-basiertes Arbeiten hinzu, wurde die ARA 2-Schnittstelle unterstützt (2022.9), wodurch z.B. Melodyne ohne Umwege direkt im Edit-Fenster genutzt werden können und werden seit Version 2024.3 endlich auch MIDI-Effekt-Plug-ins unterstützt. So lassen sich mit Tools wie Note Stack, Velocity Control oder Arpeggiatoren Melodien und Rhythmen viel schneller generieren.
3D-Audio wurde mit einem internen Dolby Atmos Renderer und der nativen Unterstützung von Sony 360 Reality Audio und Audio Vivid weiter ausgebaut. Hinzugefügt wurden auch KI-gestütztes Speech-to-Text und die Integration von Splice. Speziell an Einsteiger richtet sich das Learn-Panel mit interaktiven Tutorials.
Unnützes Wissen zu Avid Pro Tools
Pro Tools wurde ursprünglich von zwei Studenten der University of Berkeley entwickelt, hieß anfänglich noch Sound Designer und war als Sample-Editor für den E-MU Emulator gedacht. Als E-MU die Software aber nicht wollte, gründeten die beiden Digidesign, um sie selbst zu vertreiben. Die erste Version von Pro Tools erfolgte 1991 und kostete etwa 6.000 Dollar. Damit konnte man vier Spuren gleichzeitig bearbeiten.
Apps für Avid Pro Tools
Für iOS gibt es Avid Control als Remote für Pro Tools. Pro Tools Sketch (ebenfalls iOS, aber auch ein Feature in Pro Tools) ist ein clipbasiertes Tool, um musikalische Ideen unterwegs festhalten zu können. Ergebnisse lassen sich auf den Rechner exportieren.
Spezielle Hardware für Avid Pro Tools
Früher war der Betrieb von Pro Tools zwingend an proprietäre Hardware von Digidesign gekoppelt, ohne lief nichts. Ich erinnere mich da noch an mein Mbox 2 – Interface. Heute läuft Pro Tools auch ohne, aber trotzdem gibt es – inzwischen von Avid – einiges an spezieller Hardware für Pro Tools. Zum einen sind das Controller wie Avid S1, S3 oder das große S4. Letzteres kostet in der Maximalausstattung als „5″ Basissystem mit 24 Fadern“ rund 65.000,- Euro, während es das kleine S1 mit 8 Kanalzügen schon für etwa 1.700,- Euro gibt.
Wer sich nicht die vielen Tastaturkürzel merken kann, kann die Pro Tools-Version des Logickeyboard erwerben (165,- Euro). Außerdem gibt es von Avid auch speziell auf Pro Tools Audio Interfaces wie das 25×34 DSP-Interface Carbon (4.300,- Euro inklusive Ultimate Dauerlizenz) und dessen Erweiterung Carbon Pre (2.800,- Euro). Als Schaltzentrale für Pro Tools gibt es das Avid Pro Tools MTRX Studio (5.600,- Euro), als Master Clock und Referenztaktquelle Avid Sync X (3.900,- Euro). Mit PCIe-HDX-Karten für Pro Tools (5.900,- Euro) werden Rechner-CPUs entlastet. Die hier aufgerufenen Preise zeigen, dass man bei Avid nicht unbedingt die Hobbymusiker als Klientel anvisiert.
Demoversion
Avid bietet eine 30-tägige Testphase zu Pro Tools mit vollen Funktionsumfang an.
Fazit zu Avid Pro Tools
Wer mit Hunderten von Spuren arbeitet, größere Setups aufnimmt, hauptsächlich im Filmscoring und in der Postproduction unterwegs ist oder plant, in nächster Zeit in einem Profi-Studio anzuheuern – und vor allen Dingen auch bereit ist, etwas mehr Geld auszugeben – der ist bei Pro Tools richtig. Für MIDI-Jobs, schnelle musikalische Skizzen, Ideenfindung oder Sounddesign dagegen ist Pro Tools weniger bis gar nicht geeignet.
Preis:
- 362,00 Euro (Ultimate, Subscription)
- 1.499,00 Euro (Ultimate, Perpetual)
- 479,00 Euro (Ultimate, Upgrade)
Links:
Bitwig Studio
Bitwig ist immer noch so etwas wie das „New Kid on the DAW-Block“. 2014 war die Erstausgabe des Berliner Entwicklerstudios (gegründet von ehemaligen Ableton-Mitarbeitern) erschienen, im Vergleich zu Cubase, Logic & Co. also altersmäßig tatsächlich noch im Grundschulalter. Nicht aber in Bezug auf Leistung und Features, wo es durchaus mit der Konkurrenz mithalten kann. Dass die Macher aus der Ableton-Live-Schule kommen, ist der Software zwar an vielen Stellen anzumerken, doch geht sie letztendlich ihren eigenen Weg.
Plattformen und Editionen von Bitwig Studio
Die DAW von Bitwig gibt es in drei Versionen. Die kleinste ist das Bitwig Studio Essentials (79,- Euro), gefolgt vom Bitwig Studio Producer (149,- Euro) und dem Bitwig Studio (299,- Euro). Alle drei Versionen laufen unter macOS, Windows und Linux.
Aktuell zum Zeitpunkt dieser Übersicht ist die (Vorab)Version 6.0 Beta 6. Die aktuellste Nicht-Beta-Version ist die 5.3.13. (August 2025), die ich mir hier auch vorgenommen habe.
Fakten und Zahlen
Das Bitwig Studio beinhaltet 38 Instrumente, 53 Audio-Effekte, 8 „Hardware Devices“, 41 „Containers & Routers“, 43 Modulatoren und 49 Sound Packages. Die Anzahl der nutzbaren Tracks (Audio, Instrument, Hybrid, Effect, Gruppen und Scenes) ist nicht limitiert – bzw. nur durch die Hardware, auf der Bitwig Studio läuft. Apropos „laufen“: Bitwig Studio läuft auf dem Mac (ab macOS 10.15), auf dem Windows PC (10 und 11, 64 Bit) und auch unter Linux. Was bei DAWs leider immer noch die Ausnahme ist.
Das ist gut bei Bitwig Studio
Ähnlich wie Ableton ist auch Bitwig eine große Spielweise für Soundbastler. Herzstück ist hier „The Grid“, eine integrierte, vollständig modulare Umgebung mit 231 Modulen, in der sich Synthesizer, Effekte und sogar polyphone Instrumente von Grund auf erstellen lassen.
Für Tiefe im Sounddesign sorgen auch die Modulatoren, mit denen fast jeder Parameter eines internen Instruments oder Effekts moduliert werden kann. Einer weiterer großer Vorteil sind die Hybrid-Tracks, die Audio- und MIDI-Clips gleichzeitig aufnehmen können, was den ohnehin guten Workflow der DAW noch mehr vereinfacht. Dank Features wie Clip Launcher, Dual-Ansicht oder Live-Looping eignet sich Bitwig Studio Essentials auch für Live-Auftritte.
Die DAW nutzt eine leistungsstarke Audio-Engine (32-Bit-Floating Point und bis zu 192 kHz) mit voller Multicore-Unterstützung und gilt mit dem Plug-in-Sandboxing, das Abstürze abfängt, als äußerst stabil. Parameter lassen sich mit den 43 Modulatoren schnell animieren. VST- und CLAP-Plug-ins werden ebenso unterstützt wie MIDI/CV, MPE und der DAW-Project-Im- und Export zum Projektaustausch mit anderen DAWs (aktuell Studio One und Cubase).
Das ist nicht so gut bei Bitwig Studio
Die Standard-Effekte und Instrumente sind ok, aber nicht ganz so beeindruckend wie zum Beispiel bei Cubase oder Logic – das ist eher die Abteilung Basic. Auch ist der Sound Content zwar gut, aber nicht so vielfältig und umfangreich wie bei der Konkurrenz.
Der Mixing-Workflow ist eher rudimentär – das ist aber auch nicht das Haupteinsatzgebiet von Bitwig. Kleine Abstriche gibt es auch bei der Video-Integration und beim Audio-Editing.
Und schließlich stört sich auch mancher Nutzer am Lizenzmodell: Beim Kauf gibt es für ein Jahr alle Updates kostenlos, danach muss wieder Geld in der Parkuhr nachgeworfen werden.
Das ist seit unserer letzten Übersicht bei Bitwig Studio passiert
In unserer letzten Übersicht vom Februar 2022 hatten wir das Bitwig Studio 4.1 mit dabei. Inzwischen sind wir bei der Version 5.3.13 angekommen (bzw. bei der 6.0 Beta). Zu den neuen Features seitdem gehören unter anderem die Ausweitung von „The Grid“ auf die Bearbeitung von MIDI-Noten (4.2), Unterstützung des CLAP-Formats (4.3), die Spectral Suite (4.4), die Einführung der Multi-Segment Envelope Generators für hochkomplexe Hüllkurven (5.0) und neue Filter und Waveshaper (5.1). In der Beta-Version 6.0 sind eine projektweite Tonart (Global Scale Mode), Automation Clips (Automatisierungen können eigene Clips verwalten) und Verbesserungen beim Interface (unter anderem eine neue Action Bar) die wichtigsten Neuerungen.
Unnützes Wissen zu Bitwig Studio
Bitwig hat ein Cameo in der postapokalyptischen Serie The Last of Us. In Episode 3 sieht man kurz einen Computerbildschirm, der ein technisches Interface darstellen soll. DAW-Kenner entdeckten jedoch sofort: Das ist kein Betriebssystem der Zukunft, sondern schlichtweg Bitwig Studio. Scheinbar ist Bitwig so stabil, dass es sogar die Zombie-Apokalypse überlebt.
Apps für Bitwig Studio
Von Bitwig selbst gibt es keine App. Da die DAW aber eine offene Controller Extension API besitzt, bieten sich einige andere Apps von Drittentwicklern zur Steuerung an, wie z.B. R-Kontrol (iOS) oder TouchOSC (Android, iOS).
Spezielle Hardware für Bitwig Studio
Mit dem Bitwig Connect 4/12 präsentiert der Berliner Hersteller ein speziell auf Bitwig Studio zugeschnittenes Audiointerface, mit Transportfunktionen, das für präzise Parameteranpassung und dem Schreiben von Automationen ausgelegt ist. Von Melbourne Instruments gibt es eine Roto-Control Bitwig Edition – ein MIDI-Controller mit motorisierten Reglern im Bitwig-Design, der ebenfalls nahtlos auf Bitwig Studio abgestimmt ist.
Demoversion
Das Bitwig Studio kann für 30 Tage ohne Einschränkungen getestet werden.
Fazit zu Bitwig Studio
Ähnlich wie Ableton hat auch Bitwig Studio seine Stärken in den Bereichen Sounddesign, elektronische Musik und – mit kleinen Abstrichen – auch bei der Live Performance. Gerade für die Freunde der modularen Bastelei dürfte diese DAW ganz vorn im Rennen mit dabei sein. Hier wie dort gilt dann auch: In den Disziplinen Post-Production, Mixing, Band-Recording oder großer Orchesterprojekte sind andere breiter aufgestellt.
Preis:
- 299,00 Euro
Links:
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Image Line FL Studio All Plug-ins Edition
Ältere Leser werden das FL Studio des belgischen Entwicklerstudios Image Line noch unter seinem ursprünglichen Namen „Fruity Loops“ kennen, die erste offizielle Version war im März 1998 (1.2.7) als „MIDI-only“ erschienen. Nach der Version 12.5. (Juli 2017) erfolgte im Mai 2018 anlässlich des 20. Geburtstag der DAW, ein Sprung auf die Ausgabe 20. Seit 2024 ist man auf Jahreszahlen umgeschwenkt: Aktuell ist zum Zeitpunkt des Tests die Version 2025.2 (erschienen im November 2025). Eine Zahl, die man aber nur mit etwas Suchen findet, da die Versionsnummer – anders als bei der Konkurrenz – nicht mit zum Namen gehört.
Plattformen und Editionen von FL Studio
Das FL Studio gibt es in gleich vier Versionen: Fruity (99,- Euro), Producer (169,- Euro), Signature (239,- Euro) und die „All Plugins Edition“ (379,- Euro).
Als Plattform eignen sich Windows (10 und 11) und macOS, eine Linux-Version gibt es nicht. Man kann die Lizenz für beide Systeme nutzen.
Fakten und Zahlen
Die All Plugins Edition von Fruity Loops umfasst 39 Instrumente, 80 Effekte und 3 Audio-Editoren (Edison, Newtime und Newtone). Wer noch mehr benötigt, kann noch eines der beiden FL-Cloud-Pakete buchen, die noch einmal Unmengen von Sounds (angeblich eine Million) und Plug-ins obendrauf packt. Die Zahl der verwendbaren Audio-Clips (die in der kleinsten Version auf 8 begrenzt ist), ist hier nicht limitiert.
In einem Projekt kann ich maximal 125 Audiospuren und 500 MIDI/Instrumentenspuren (und ebenso viele Mixerspuren) anlegen. Außerdem stehen 103 Ein- und Ausgänge zur Verfügung. Die Zahl der Insert-Slots ist zwar eigentlich auf zehn begrenzt, aber die Limitierung kann mithilfe des Patcher-Plug-ins auch umgangen werden.
Das FL Studio läuft auf Windows PCs (10/11, 64 Bit) und auf macOS (ab 10.15).
Das ist gut bei FL Studio
Trotz seines Alters von inzwischen 27 Jahren hat sich das FL Studio sein „Young & Fresh“ – Gefühl bewahren können. Alles ist bunt und ein klein bisschen simpler und übersichtlicher als woanders – der Workflow ist oft sehr visuell und lädt zum Experimentieren ein. Das baut auch bei DAW-Newbies schnell die Ehrfurcht vor dem Neuen ab. Dazu trägt auch bei, dass FL Studio viel mit Patterns arbeitet, anders als die übrigen meist linear ausgelegten DAWs. Das erinnert ein wenig an die alten Amiga-Tracker: Auch dort kann man Pattern anlegen und dann später zu Songs zusammensetzen. So lassen sich die Pattern im FL Studio recht intuitiv und schnell mit dem neuen Loop Starter arrangieren und auch live triggern. Und da auch Drumloops ganz unkompliziert und schnell gebaut werden können, ist das FL Studio sehr gut für EDM oder Hip-Hop geeignet. Wie gesagt: Young & Fresh.
Die Piano Roll des FL Studio gilt als eine der besten und intuitivsten am Markt: Sie kombiniert den visuellen Workflow mit erweiterten Funktionen wie Strum, Flams, Arpeggios oder Randomize und einer einfachen Bearbeitung. So lassen sich schnell auch komplexe Rhythmen bauen.
Weitere Vorteile des FL Studio: Die große und recht hochwertige Auswahl an Instrumenten und Effekten, mit der auch Sounddesignern gut arbeiten können (z.B. Patcher, Gross Beat) und die Tatsache, dass sich das FL Studio auch als VST/AU-Plug-in in anderen DAWs genutzt werden kann. Und schließlich heißt es auch hier: Einmal gekauft und nie wieder für ein Update zahlen (aka „Lifetime Update“).
Das ist nicht so gut bei FL Studio
Audio-Recording (z.B. für Bands) und Audio-Editing sind – trotz Fortschritte in den letzten Jahren – immer noch etwas umständlicher als bei Spezialisten wie Logic Pro, Pro Tools, Cubase oder Studio One und nicht so ausgereift. Das Mixing ist etwas unstrukturiert – bzw. anders als in anderen DAWs und daher gewöhnungsbedürftig. Mein Kollege Heiner Kruse hat es in seinem Test zur Version 2025.1 versucht zu erklären: „Mixer-Spuren heißen Inserts und funktionieren wie Sammel-Busse, in die man Channel-Rack-Spuren routen und mit Effekten bearbeiten kann.“ Alles klar?
Für Orchester- oder Filmmusik ist das FL Studio weniger geeignet. Es fehlt ein Score View, auch die MIDI-Features für Librarys und das Tempo-Mapping sind schwächer.
Das ist seit unserer letzten Übersicht bei FL Studio passiert
In unserer letzten Übersicht Anfang 2022 war die Version 20.9 aktuell (man schwenkte ja erst 2024 auf die Jahreszahl um). Es folgten die 21 (Ende 2022), die 2024 und die 2025. In der 21 kümmerte man sich um den Browser und die Themes. Es kamen einige Effekte und Instrumente (der Juno 6 – Kepler) hinzu plus der VFX Sequenzer, der aus Akkorden Melodien macht. Ganz wichtig: Endlich gab es das FL Studio auch auf Deutsch. Seit der Version 2024 dann hat Image-Line massiv in KI-Tools und intelligente Assistenten investiert. Dazu gehören Gopher (ein in die DAW integrierter Chatbot als Helfer bei Fragen, der auch Songtexte verfassen kann), das Chord Progression Tool inklusive eines Bassline Generators, Mastering KI-Tools in Edison und die Stem-Separation. Ebenfalls hinzugekommen sind unter anderem der dynamische Mixer, Bearbeitungen direkt auf dem Audioclip in der Playlist (Per Clip Editing), der Loop Starter, viele weitere Instrumente (Kepler EXO und Effekte, der CLAP-Support und die FL Cloud Integration.
Unnützes Wissen zu FL Studio
Bevor Image Line Fruity Loops entwickelte, hatte man unter anderem ein DOS-Programm namens „Porntris“ auf Diskette auf den Markt gebracht, eine Erwachsenenversion von Tetris. Das lässt sich übrigens auch heute noch im Internet finden und sogar online spielen. Warum auch immer man das tun möchte.
Apps für FL Studio
Von Image Line gibt es auch eine mobile Version des FL Studio, das naheliegenderweise dann auch FL Studio Mobile heißt. Erschienen ist es für Android und iOS (18,- Euro, plus optionale In-App-Käufe für zusätzliche Soundsets). Außerdem hat Image Line auch zwei kostenlose Control App für FL Studio, FL Studio Remote und IL Remote, im Angebot.
Spezielle Hardware für FL Studio
Von Novation gibt es mit der FLkey-Reihe (Mini, 37, 49, 61) speziell auf das FL Studio abgestimmte MIDI-Controller Keyboards. Hier unser Test dazu.
Demoversion
Eine Demoversion des FL Studio lässt sich zeitlich unbegrenzt und vollumfänglich nutzen. Damit lassen sich Projekte zwar speichern, aber nicht wieder öffnen. Das geht dann nur mit einer gekauften Edition.
Fazit zu FL Studio All Plugins Edition
Wer viel mit Beats arbeitet, in EDM, House oder Hip-Hop unterwegs ist oder auch Sample/Loop-basiert seine Tracks baut, ist gerade mit der FL Studio All Plugins Edition sehr gut bedient. Und noch besser, wenn er eines der Abos dazu bucht. Wegen seines Tempos und des visuellen Workflows eignet sich das FL Studio auch gut als „Notizbuch“ für den plötzlichen genialen Einfall. Wie auch schon Ableton und Bitwig ist das FL Studio dagegen weniger geeignet für Post-Production, Mixing, Band-Recording oder großer Orchesterprojekte – das können andere besser.
Preis:
- FL Studio All Plug-ins Edition: 379,- Euro
- FL Cloud Plus: 89,- Euro / Jahr
- FL Cloud Pro: 99,83 Euro / Jahr
Links:
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Fender Studio Pro 8 (aka PreSonus Studio One Pro)
2009 erschien die erste Version von Studio One und bestach schon damals durch seine extrem zugängliche Bedienung – auch heute noch einer der Riesen-Pluspunkte der DAW. Nachdem die Versionen 2 (2011), 3 (2015), 4 (2018), 5 (2020), 6 (2022) und 7 (2024) auch technisch ordentlich aufgerüstet hatten – unter anderem mit der Integration von Melodyne, mit Multitrack-Comping, Arranger Track, Effect-Chains, Akkordspur, Pattern Editor, Show Page, MPE Support, Automationskurven, globaler Videospur oder KI gestützter Stem-Separation – ist Fender Studio Pro / Studio One zu einer echten Konkurrenz von Cubase, Logic & Co geworden. Hersteller PreSonus war bereits 2021 von Fender übernommen worden. Im Januar 2026 dann erfolgte – zusammen mit dem Major-Update auf die Version 8 – das Rebranding von PreSonus Studio One, das seitdem Fender Studio Pro 8 heißt.
Plattformen und Editionen von Fender Studio Pro 8
Gab es bis zur Version 6 (Sep 2022) noch drei Versionen, wurde das Angebot ab Version 7 (Sep 2024) um die beiden kleinen Ausgaben Prime und Artist gekürzt und auf Studio One Pro reduziert, das jetzt Fender Studio Pro heißt. Ein klein wenig verwirrend war die Version Studio One Pro+ (jetzt Fender Studio Pro+). Das war damals der neue Name für die bisherige Presonus Sphere – und beinhaltet die Studio One DAW plus Zusatz-Content (Loops, Samples, Instrumente, Notations-Software Notion). Studio One läuft auf Windows PCs (10/11, nur 64 Bit), unter macOS (ab 12.4, nur 64 Bit) und unter Linux (ab Ubuntu 24.04 LTS, inklusive darauf basierender Distributionen)
Fakten und Zahlen
Fender Studio Pro kennt keine Begrenzungen, wenn es um die Zahl der Audio- und MIDI/Instrumentenkanäle geht. Auch die Zahl der Effektkanäle, Busse und Plug-ins sowie die Anzahl an Hardware Ein- und Ausgängen ist nicht limitiert. Mit zum Lieferumfang gehören zehn Instrumente (jeweils mit vielen weiteren Soundsets und „Unter-Instrumenten“), 45 native Effekte, über 200 GB an Samples und Loops plus 2.500 lizenzfreie Splice-Samples.
Das ist gut bei Fender Studio Pro
Ich selbst arbeite schon seit der Version 4 in erster Linie mit Studio One / Fender Pro, auch wenn ich Cubase, Ableton, Bitwig, Cakewalk, Reaper, Renoise, FL Studio und andere DAWs hier ebenfalls installiert habe. Besonders gut gefällt mir die grenzenlose Drag & Drop-Funktionalität, die den Workflow enorm beschleunigt. Ob Plug-ins, Effekte, Samples oder was auch immer: Alles kann einfach per Drag & Drop ins Projekt gezogen werden.
Überhaupt ist die wirklich simple Bedienung bei Fender Studio Pro oberste Prämisse. So kann ich mit dem Anpassungs-Editor die Oberfläche ganz auf die aktuellen Bedürfnisse anpassen (und alles Überflüssige rausschmeißen) und speichern, und habe auch stets dank der Ein-Fenster-Technik immer alles im Blick. Wobei ich Fenster wie Mixer oder Piano Roll aber auch ablösen und (auf einen zweiten Monitor) verschieben kann. Gut gelungen ist auch die Verknüpfung der Project Page, wo ich z.B. ein Album mastern kann: Ändere ich einen Song im Mix, wird auch das Mastering Projekt aktualisiert.
Weitere Highlights in Studio Pro sind Sachen wie die Show Page für die Live Performance, die globale Transponierung eines Arrangements inklusive Audio, die Session View für Loops zum Experimentieren, Dolby Atmo-Mixing, das CV Instrument und – ganz allgemein – das Ineinandergreifen aller Komponenten in einer ganzheitlichen Architektur. Die Integration von CLAP und DAW-Project ermöglicht auch den Austausch mit anderen DAWs.
Das ist nicht so gut bei Fender Studio Pro
Der Bereich „Modulares Sounddesign“ bleibt bei Studio One ganz außen vor, das ist keine DAW für Bastler.
Das ist seit unserer letzten Übersicht bei Fender Studio Pro passiert
In unserer letzten Übersicht war Fender Studio Pro – damals noch als PreSonus Studio One – bei der Version 5.5 angekommen. Aktuell zum Zeitpunkt des Tests ist die Version 8.
Im Major-Update 6 waren unter anderem ein Global Videotrack und die Lyrics Integration hinzugekommen, gab es neue Effekt-Plug-ins (u.a. Vocoder, De-Esser), wurden Smart Templates und erweiterter MPE-Support eingeführt und der Browser und die Startseite überarbeitet. Dass sich PreSonus auch um Zwischen-Updates kümmerte, bewies es mit der Version 6.5. Hier nämlich gab es die Integration von Dolby Atmos, außerdem wurde der Notensatz optimiert.
Mit der Version 7 dann hielt die KI-gestützte Stem-Separation Einzug, wurde ein Splice-Browser integriert und konnten Projekte dank Global Transpose in einem Zug transponiert werden. Neu waren auch der Clip Launcher (kennen wir von Bitwig her, ähnlich dem Session View von Ableton), das CV-Instrument mit zwei CV-Ausgängen (Gate und Pitch).
In der Version 8 schließlich – Release am 13. Januar 2026 – kam das KI-Feature „Audio-to-MIDI“, mit dem sich mono-, aber auch polyphone Audiodateien in MIDI-Tracks umwandeln lassen. Außerdem gab es unter anderem zwei neue Fender Plug-ins (Mustang Native und Rumble Native, mit je 20-30 Amps und über 70 Bodentreter-Effekten), mehr Übersicht durch die neuen Arranger- und Track-Overview, einen Akkord-Assistenten für den Chordtrack plus einige wesentliche Verbesserungen für den Workflow und das GUI.
Unnützes Wissen zu Fender Studio Pro
Fender-Firmengründer Leo Fender konnte absolut nicht Gitarre spielen. Er war gelernter Buchhalter und Funktechniker. Er wusste zwar, wie man Schaltkreise baut, aber er konnte weder eine Gitarre stimmen noch einen Akkord greifen. Um seine Prototypen zu testen, musste er professionelle Musiker in seine Werkstatt einladen.
Apps für Fender Studio Pro
Noch aus der PreSonus-Ära stammen gleich mehrere Apps zur DAW im Angebot: Studio One Remote (jetzt: Fender Studio Pro Remote) ist eine kostenlose Fernbedienungs-App für Android, iOS und Windows (kompatibel mit Microsoft Surface 3 und höher sowie Surface pro 2 und höher). Mit der MyPreSonus-App (die aktuell auch nach der Namensänderung noch funktioniert) hat man Zugriff auf die Fender Studio Pro Workspaces, die Community und die für die DAW relevanten Produkte.
Von der Notations-Software Notion gibt es eine Mobile-Ausgabe, „Fender Notion“. Die iOS-Apps „PreSonus Capture Duo“ und „PreSonus Capture“ für die Aufzeichnung von Audiospuren indes wurden im Mai 2025 aus dem Appstore entfernt. PreSonus verweist stattdessen auf die neue Fender Studio App. Diese kostenlose kleine DAW war im Mai 2025 für Android und iOS sowie für macOS, Windows und Linux erschienen, für „Gitarristen, Songschreiber und Kreative in fast allen künstlerischen Disziplinen“, zum „Aufnehmen, Jammen, Improvisieren und Ideen festhalten“. Sessions aus Fender Studio können in die Pro-Version übertragen werden. Praktisch, wenn man mobile Ideen im Studio weiter bearbeiten möchte.
Spezielle Hardware für Fender Studio Pro
Presonus hat(te) ein weit gefächertes Angebot an Audio-Interfaces (Quantum, Studio, AudioBox), Mixern (StudioLive), Mikrofonen, Kopfhörern, Studiomonitoren (Eris) und Controllern. Die werden oftmals im Bundle mit Studio One angeboten. Bei den Controllern sind besonders die beiden Vertreter der ATOM-Serie (ATOM SQ und ATOM) auf Studio One Pro zugeschnitten, können aber auch mit anderen DAWs genutzt werden. „Hatte“, weil ein Teil der Hardware mit dem Branding-Wechsel im Januar ebenfalls unter dem Namen Fender angeboten wird. Aus „PreSonus Quantum“ wurde „Fender Quantum“, und auch die AudioBox Go wird nun als Fender-Produkt geführt. Die Eris-Monitore, StudioLive Mixer und AirXD Lautsprecher bleiben aber bei PreSonus. Im Frühjahr 2026 sollen dann mit Fender Motion 16 & 32 noch zwei neue DAW-Controller erscheinen.
Demoversion
Das (alte) PreSonus Studio One kann aktuell noch immer für 30 Tage kostenlos getestet werden. Zu Fender Studio Pro 8 gibt es zum Zeitpunkt dieses Artikels (Mitte Januar 2026) (noch) keine Testversion. Aber vielleicht kommt das dann ja noch.
Fazit zu Fender Studio Pro
Fender Studio Pro ist ein Alleskönner, mit dem sich schnell und intuitiv arbeiten lässt. Auch mit Fender Studio Pro 8 verfolgt Fender den zuvor von PreSonus eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Wo andere DAWs uns mit ihren unendlichen Möglichkeiten erschlagen, die erst einmal mühsam erarbeitet (und oft auch gesucht) werden müssen, lässt Fender Studio Pro 8 die Nutzerkreativität unbeschwert von der Leine, befeuert mit viel Drag & Drop, einem butterweichen Workflow und der stringenten Ein-Fenster-Philosophie. Und das, ohne am Funktionsumfang zu sparen, im Gegenteil. Auch wenn Fender Studio Pro in so mancher Nische nicht ganz mit den einschlägigen Spezialisten (z.B. Live Performance: Ableton, Modularität: Bitwig, Audio-Schnitt: Pro-Tools) mithalten kann oder will, so ist es doch eines der besten Komplett-Pakete unter den DAWs für Recording, Mixing und Mastering. Mit dem Rebranding durch Fender und die damit verbundenen neuen Plug-ins wird die DAW auch für Gitarristen zunehmend interessanter.
Preis:
- Fender Studio Pro 8 mit 12 Monaten Pro+: 169,- Euro
- Fender Studio 8: 189,- Euro
- Fender Studio 8 (Upgrade von Vorversionen): 95,- Euro
- Fender Studio 8 (Crossgrade von Fremd-DAWs): 149,- Euro
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Reason Studios Reason
1997 brachte das schwedische Entwicklerstudio Propellerhead, das damals aus gerade mal drei Leuten bestand, das Programm ReBirth RB-338 auf den Markt, die Wiedergeburt der damals extrem angesagten TB-303, TR-808 und TR-909 in Software-Form. Aus Rebirth wurde drei Jahre später die Rack-DAW Reason, die inzwischen ihre 13. Runde dreht. Zwischenzeitlich hatte sich das Studio offiziell in „Reason Studios“ umbenannt und Anfang 2026 wurde die Firma von LANDR übernommen.
Plattformen und Editionen von Reason
Reason gibt es inzwischen nur noch in einer Version, die abgespeckte „Intro“-Variante, die es bis zur 11er-Version noch gab, wurde eingestellt.
Reason 13 läuft unter Windows (Windows 10, 64 Bit) und auf dem Mac (Mac OS ab 10.15, 64 Bit).
Fakten und Zahlen
Reason 13 enthält 19 Instrumente, darunter Klassiker wie der Subtractor, Thor, Europa oder Malström, aber auch neuere Geräte wie Polytone, Friktion String oder Algoritm FM. Hinzu kommen – neben 3.000 Patches, Loops und Samples (11 GB, meist aus der EDM-Ecke) auch 36 Effekt-Plug-ins und 13 Player-MIDI-FX wie z.B. Dual Arpeggio, Quad Note Generator oder Pattern Mutator). Einige Devices sind allerdings nur in der Reason+ Ausgabe enthalten. Die Zahl der Spuren ist nicht begrenzt.
Das ist gut bei Reason
Wohl einzigartig ist das Hardware-Feeling von Reason: Hier wird ein „reales“ Studio-Rack mit Instrumenten und Effekten simuliert, sowohl optisch als auch mit allen Möglichkeiten bei der freien Verkabelung inklusive CV-Routing. Dazu wird das Rack einfach „umgedreht“, um dann an der Rückseite hemmungslos Strippen zu ziehen. Auch kann ich das Rack individuell bestücken: Was ich nicht brauche, kommt auch nicht rein. So „denkt“ Reason dann auch weniger in Tracks, sondern mehr in Signalflüssen. Damit ist Reason ein Paradies für Klangtüftler.
Das Beste daran: Das komplette Rack kann als Plug-in in anderen DAWs genutzt werden. Die Sounds der mitgelieferten Instrumente mit ihrem typischen Reason-Sound wie Thor, Europa oder der neue Polytone sind klanglich ausgezeichnet und vielseitig. Auch einige der Effekte – wie das neue Ripley Delay – gehen mit ihren zahlreichen Modulationsmöglichkeiten weit über den üblichen Standard hinaus. Die Player-Devices (wie Note-Tool, Scales & Chords) liefern als MIDI-Effekte auf die Schnelle kreativen Input
Das ist nicht so gut bei Reason
Einige Instrumente, die es früher in der großen Reason Suite-Version dauerhaft zu kaufen gab, stecken jetzt leider in der Reason+ Abo-Version. Es gibt (noch immer) keinen Video-Import, auch MPE und ARA werden weiterhin nicht unterstützt, Spuren lassen sich nicht im Sequenzer gruppieren. Der Workflow ist besonders für Reason-Neulinge nicht immer auf den ersten Blick zu durchschauen und manchmal etwas sperrig. Auch wenn das mit den letzten Updates etwas besser geworden ist. In den Bereichen Audio-Recording und Editing, Mixing und VST-Integration ist Reason (bewusst) nicht so gut aufgestellt wie einige Mitkonkurrenten.
Das ist seit unserer letzten Übersicht bei Reason passiert
Zum Zeitpunkt unserer letzten Übersicht war Reason 12 aktuell, die im September 2021 erschienen war. Im Juni 2024 folgte dann die Version 13. Aktuell ist jetzt (Ende Dezember 2025) die Version 13.4. Die wichtigsten Neuerungen seitdem: Mit der Version 12.5 konnten in Reason endlich auch VST3-Plug-ins eingesetzt werden, ab 12.6 wurden auch die M1/m2/M3-Chips von Apple unterstützt. 13.0 brachte eine optische und strukturelle Generalüberholung (neuer Tag-basierter Browser, seit 13.3 auch als Side-Panel-Browser, und Sequenzer-Split). Außerdem kamen mit Polytone, Ripley Space Delay und Utility-Tools (Sidechain, Gain, Stereo) sowie den MIDI-Playern „Note Tool“ und „Random Tool“ neue Geräte hinzu.
Unnützes Wissen zu Reason
Der Firmenname Propellerheads bezog sich auf die Träger von „Propeller-Beanies“, ein Insider-Begriff für Geeks und Technik-Nerds. Der Name „Reason“ dagegen stammt (angeblich) aus einem Buch, in dem es eine Waffe sei, die alles könne. Erzählte mal der einstige CEO Ernst Nathorst-Böös.
Apps für Reason
Es gibt eine einfach gestaltete App namens Reason Compact für iOS, die mit dem Desktop-Reason aber nicht viel gemeinsam hat. Die App ist allerdings Mitte 2021 das letzten Mal mit einem Update versehen worden.
Spezielle Hardware für Reason
Reason Studios bietet keine eigene, dedizierte Hardware (wie Keyboards oder Controller) an.
Demoversion
Eine ausdrückliche Demo-Version gibt es nicht. Dafür hat Reason 13 aber immerhin ein 30-tägiges Rückgaberecht, außerdem kostet der erste (Probe)Monat bei Reason+ gerade mal einen Euro. Beides kann man ja dann als 30-Tage-Demo nutzen.
Fazit zu Reason
Wer gern einzigartige Sounds zusammenschraubt, auch in der DAW nicht auf eine Prise Hardware-Gefühl verzichten möchte und eher auf dem Gebiet EDM zu Hause ist, wird um Reason nicht herumkommen. Für Sachen wie Post-Production, Mixing oder Audio-Recording ist man bei DAWs wie Cubase, Studio One, Logic oder Pro Tools dagegen besser aufgehoben. Dass Reason in der Version 12 die Reason Suite (einmal zahlen, für immer behalten) eingestellt hat und es stattdessen einen Teil des Suite-Inhalts nur noch als Reason+ – Abo gibt, ist weniger schön.
Preis:
- 199,- Euro (Einmalzahlung)
- 19,99 Euro / monatlich oder 189,- Euro / Jahr (Reason+ = Reason DAW plus Erweiterungen)
- 139,- Euro (Upgrade von allen älteren Versionen)
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Steinberg Cubase Pro 15
Cubase gilt bei vielen als die DAW schlechthin. Kein Wunder, ist die Software des Unternehmens Steinberg (benannt nach dem Gründer Karl „Charlie“ Steinberg) aus Hamburg gefühlt schon immer auf dem Markt. Im April 2019 wurde das 30-jährige Jubiläum gefeiert. Anfangs für den Atari ST als „Cubit“ erschienen, erfolgte später die Portierung auf Mac und Windows. Bei der Nummerierung der Versionen ging es ein wenig durcheinander: Zu Beginn noch normal numerisch gekennzeichnet, wechselte man 1996 mit der Erfindung des VST-Standards zur Endung „VST plus Zahl“ (bis VST 5), kehrte dann nach einer kurzen Phase mit SX-Endungen zur normalen Zählweise zurück, um schließlich ab Version 8 das Kürzel „Pro“ hinzuzufügen.
Plattformen und Editionen von Cubase
Cubase 15 ist in fünf Versionen erhältlich. Cubase LE 15 gibt es ausschließlich im Bundle als Zugabe beim Kauf von Audiointerfaces und anderer Hardware von Steinberg und Yamaha. Und auch das etwas höherwertige Cubase AI 15 (= Advanced Integration) gibt es lediglich als Zugabe, weshalb diese beiden Versionen hier nicht als Einsteigerversion berücksichtigt wurden.
Die kleinste Version, die es frei zu kaufen gibt, ist Cubase Elements 15 (98,- Euro). Bereits 221,- Euro teurer ist Cubase Artist 15 (319,- Euro). Das Flaggschiff der DAW-Reihe ist Cubase Pro 15 (569,- Euro).
Cubase läuft auf Windows-PCs (10 und 11, 64 Bit) und auf macOS. Eine Linux-Version gibt es nicht. Aktuell zum Zeitpunkt des Tests ist die Version 15.0.5.
Fakten und Zahlen
Cubase Pro 15 gestattet den Betrieb von unendlich vielen Audio-, MIDI- und VST-Instrumentenspuren sowie 256 physikalischen Ein- und Ausgängen. Mitgeliefert werden elf VST-Instrumente (unter anderem mit HALion Sonic mit Flux,Trip, Verve, Iconica Sketch u.a., Prologue, Groove Agent SE, Retrologue 2, Padshop 2), 50+ GB an Sounds, außerdem 92 Audio- und 17-MIDI-Effekte. Die Audio-Engine arbeitet mit 64 bit, die maximale Audioauflösung beträgt 192 kHz.
Das ist gut bei Cubase Pro
Cubase bietet ein ähnlich umfangreiches All-in-one-Paket wie Logic und ist daher für alle Bereiche der Musik geeignet. Und dank seiner Verbreitung so etwas wie der Standard, vor allem im Bereich Songwriting, der von diversen guten Kompositionshilfen unterstützt wird. So lassen sich etwa per Comping aus mehreren Takes eine perfekte Version zusammenstellen, können mit den Chord Pads und dem Chord-Assistant Quintenzirkel leicht passende Akkordfolgen generiert werden, folgt bei Änderungen auf der Akkordspur der gesamte Song den harmonischen Wechseln oder bietet die Sampler-Spur die Möglichkeit, Audiofiles zu transponieren und eigene Sounds zu kreieren. Allerdings sind das Features, die auch andere DAWs inzwischen bieten.
Im Bereich MIDI ist Cubase – das historisch als MIDI-Sequencer gewachsen ist – so etwas wie die Referenz. So kann man beispielsweise mit den Expression Maps die Artikulationen von Orchestern direkt in der Piano-Roll steuern (ohne Umwege über Key-Switches) oder lassen sich komplexe MIDI-Befehle über logische Verknüpfungen automatisieren (Logical Editor). Ebenfalls extrem gelungen sind die professionelle MixConsole, die Audio-Bearbeitung und der Workflow und die Stabilität bei komplexen Arrangements. Weshalb Cubase auch bei Filmkomponisten wie Hans Zimmer sehr beliebt ist.
Die Ausstattung an Effekten, Instrumenten und Sounds verdient das Prädikat „amtlich“, dank seiner weiten Verbreitung gibt’s jede Menge an Hilfen und Workshops im Netz, auch lassen sich Projekte dank Unterstützung von DAW-Project leicht mit Nutzern von Studio One oder Bitwig tauschen.
Das ist nicht so gut bei Cubase Pro
Die Bedienung ist aufgrund der mittlerweile doch recht verschachtelten Menüs und einiger veralteter Menüstrukturen – trotz der diesbezüglichen Neuerungen in Pro 13 und 14 – nicht unbedingt einfach. Hier muss man sich dann doch etwas intensiver damit beschäftigen, wenn man die Software optimal nutzen will. Auch sind noch immer nicht alle Plug-ins frei skalierbar, und eine Lua-Skript-Schnittstelle gibt es auch weiterhin nicht.
Live-Performance, Loop-basierter Workflow oder Sounddesign sind erklärtermaßen nicht das Ding von Cubase, da sich Steinberg auf andere Aspekte konzentriert. Die Vielfalt bei den Editionen ist etwas verwirrend, auch ist Steinbergs Update/Upgrade-Politik nicht gerade die preisgünstigste.
Das ist seit unserer letzten Übersicht bei Cubase Pro passiert
In unserer letzten DAW-Übersicht von Anfang 2022 war noch Cubase 11 aktuell. Die Highlights der letzten Major Updates im Schnelldurchlauf: In Version 12 (März 2022) wurde unter anderem die Einbindung von MIDI Controllern vereinfacht, bekamen wir mit dem VariAudio (mit Skalen-Assistent) zwei gute Pitching-Editing-Tools und lassen sich seitdem Akkord-Events aus Audio erzeugen.
In Cubase 13 (November 2023) wurden die MixConsole und die Chord-Pads gründlich überarbeitet, kam ein neues VocalChain-Plug-in hinzu, gab es mit Iconica Sketch eine neue kompakte Orchester-Library und kehrte der Steinberg Vocoder zurück.
In der Version 14 (November 2024) gab es Modulatoren, einen neuen Pattern Sequencer für die schnelle Beat-Programmierung, eine neue Drum Machine und ein neuer Noten-Editor, der auf Doricos (damals) neuester Technologie basierte.
Fehlt noch Cubase 15 (November 2025): Hier finden sich ein unter anderem weiterer neuer Pattern-Sequencer für melodische Pattern, sechs weitere Modulatoren, KI-gestützte Stem-Separation, die Beta-Version der Omnivocal Vocal Synthese Engine, ein neuer Hub und die Writing Room Synths.
Unnützes Wissen zu Cubase
Ursprünglich sollte Cubase eigentlich „Cubit“ heißen. Kurz vor der Veröffentlichung stellte man aber fest, dass a) eine Datenbank-Firma die Rechte an diesem Namen besaß und b) Cubit im Französischen phonetisch wie „Cul-Bite“ klang, einer sehr vulgären Kombination aus „Arsch“ und einem Kraftausdruck für das männliche Geschlechtsorgan. Um eine peinliche Katastrophe auf dem französischen Markt zu vermeiden, wurde der Name in letzter Sekunde in Cubase geändert.
Hans Zimmer nutzt eine modifizierte Version von Cubase. Sein Template umfasst bis zu 12.000 Spuren, zur Unterstützung werden dabei Dutzende weitere Computer eingesetzt.
Apps für Cubase
Unter dem Namen Cubasis gibt es Cubase auch als App für iPhone und iPad (Android und iOS). Zu nennen ist hier auch Cubase IC Pro, eine Fernsteuerungs-App für Cubase (Android und iOS)
Spezielle Hardware für Cubase
Steinberg hat Hardware entwickelt, die direkt auf die Funktionen von Cubase abgestimmt ist. Dazu gehören die Audiointerfaces der UR-C und IXO-Serien, die neuerdings jedoch unter dem Yamaha-Label angeboten werden. 2008 hatte Steinberg mit dem CC121 auch einen Controller im Portfolio, der aber inzwischen vom Markt ist.
Demoversion
Cubase Elements 15 kann – genau wie die große Pro-Version – vollumfänglich 15 Tage lang getestet werden.
Fazit zu Cubase Pro
Cubase ist wohl immer noch die kompletteste aller DAWs, ist – zumindest in Europa – wohl am weitesten verbreitet und bietet eine Menge, lässt sich das aber auch gut bezahlen und erfordert einiges an Einarbeitungszeit. Besonders für Komponisten und Arrangeure größerer Projekte ist es bestens geeignet. Lediglich bei Sounddesign und Live-Einsätzen ist man woanders besser dran.
Preis:
- 569,00 Euro
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Vielen Dank für den schönen Überblick zu den aktuellen DAWs!
Was ich hier (sowohl bei dieser Übersicht, als auch bei ähnlichen Beiträgen) ein wenig vermisse, ist Reaper. Inzwischen ist Reaper sehr weit verbreitet und sollte wegen der vielen Vorteile bei den „besten DAWs“ mit auftauchen :
– super Preis-Leistungs-Verhältnis, eine Lizenz ist über zwei Hauptversionen (-> viele Jahre) gültig, regelmäßige Updates, große aktive Community, gute Dokumentation
– sehr stabil, top Performance, geringe Systemanforderungen
– sehr leichtgewichtig (keine GBs an Samples und Daten)
– extrem flexibel hinsichtlich Routing, Automation etc.
– umfangreiche Plugin-Unterstützung (VST/VST3/AU/AU3)
– integrierte Plugins (ReaPlugs) und Skriptsprache (ReaScript), in welcher es eine enorme Anzahl an Effekten, Erweiterungen etc. gibt
– voll anpassbare GUI (Themes, Layouts, Shortcuts, Actions, Toolbars…)
– viele Aufnahme- und Editierfunktionen (Comping, Take-Lanes, Time-Scretching uvm.)
Und das ist sicher nicht einmal die vollständige Liste der Vorteile von Reaper 😊
Neben Reaper bin ich mir noch sicher, dass Harrison Mixbus 11 genannt werden wird – da ich selbst keine Erfahrung damit habe, verzichte ich aber erstmal darauf 🤣
@Dizzy 👍
@Dizzy 👍
@Dizzy 👋
Als Filmkomponist finde ich es sehr schade, das Video in Ableton nur recht stiefmütterlich behandelt wird. Ich mag Ableton Live sehr, für Filmmusik Projekte habe ich hier aber immer noch keine elegante Video Einbindung gefunden und nutze „notgedrungen“ Logic Pro.
@MrCosmo , Videovertonung „geht“ auch mit Ableton, https://tinyurl.com/27f3fnw4 , allerdings schweigt sich Ableton aus, wie mit unterschiedlichen Frameraten umgegangen wird. (Timecode-Typ) Es steht in der Doku das eine automatische Anpassung vom SMPTE zu MIDI-Timecode. Das wars dann auch. Ich würde dann doch lieber bei Logic bleiben.
Moin, sehr schöner Vergleich. In Sachen Umfang, Leistung und simpler Bedienbarkeit ist Samplitude Pro meiner Meinung nach nicht zu toppen. Da kann Midi und Audio alles durcheinandergewürfelt auf eine Spur, jedes Objekt ist schnell zerschnibbelt und zurechtgestutzt und mit Effekten versehen und es bleibt dennoch übersichtlich. Leider gibts da aber auch immer wieder Bugs und seit Magix es nicht mehr vertreibt sondern Borisfx, ist der Preis auch nicht mehr attraktiv. Als Deutscher kostet ein Upgrade von der letzten Versiob mal locker knappe 300 Euronen und damit dreimal soviel wie bei Cubase Pro oder Fender Studio Pro. Dennoch: Vom Preis abgesehen ist es eine zugängliche Alternative, wie ich finde.
Akai MPC 2 ist auch wieder nicht aufgeführt.
Ich verstehe nicht, dass Reaper immer außen vor gelassen wird. Ein absolut professionelles Programm, sehr flexibel und anpassbar. Benötigt wenig Systemresourcen, viele Effekte integriert, die Testversion läuft ohne Einschränkungen und der Preis ist extrem günstig.
@WOK Ich auch nicht wirklich. Zwar nutze ich seit 2002 Logic, finde das Konzept und den Umfang von Reaper aber sehr interessant. Fun Fact: Production Expert hat in 2025 die Ergebnisse einer Nutzerumfrage veröffentlicht. Dort liegt Reaper hinter ProTools, Logic Pro und Studio One auf Platz 4, bei mehrheitlich professionellen Nutzern.
@WOK Ein Grund, dass Reaper immer außen vor gelassen wird, könnte sein, dass Reaper nicht im Sortiment des Eigners von amazona.de zu finden ist.
@Emil Erpel Hallo Emil Erpel, da muss ich widersprechen. Das hat damit absolut nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: so bald es eine neue Version von Reaper gibt, wird diese auf AMAZONA.de genauso getestet wie alle anderen, interessanten DAWs auch.
@Felix Thoma Hallo Felix Thoma, „immer außen vor“ hatte ich einfach übernommen. Du hast aber völlig recht, ihr berichtet regelmäßig über Reaper und auch über andere Produkte, die nicht im Sortiment von Thomann sind. Was ich schätze.
Dennoch frage ich mich – wie einige andere hier – warum bei dieser Übersicht Reaper nicht aufgeführt wurde.
@Emil Erpel Das haben Matthias und ich (als zuständiger Redakteur) zusammen entschieden. Aus unserer Sicht gehört Reaper – wie auch Nuendo, das hier schon aufgeführt wurde – nicht zu den besten allumfassenden DAWs, sondern beide sind eher etwas spezieller aufgestellt. D.h. nicht, dass diese schlecht (er) sind, aber eben etwas spezieller.
Dieser Meinung muss man nicht sein – wir mussten allerdings irgendwo eine Grenze ziehen, sonst wären es ja wieder „alle DAWs“ geworden.
@Felix Thoma au contraire! Reaper ist die meines Erachtens vielseitigste und allumfassendste DAW. Die Komplexität an Routings und all die anderen schon erwähnten Möglichkeiten katapultieren Reaper beinahe in eine eigene Liga.
Im Gegensatz ist Live eine sehr spezielle Software, die einen recht impliziten Zugang erzwingt, und meist auch die dazugehörige Ästhetik. Für mich ist Live ein Komponier-Werkzeug für Techno etc., aber keine Workstation.
@Emil Erpel Ich lese immer wieder, dass hier zu viel über Logic berichtet werden würde. Das verkauft Thomann auch nicht. Passt also nicht
Man kann mit FL Studio auch wunderbar ‚linear‘ arbeiten. Einfach die Audiofiles in die Playlist ziehen. FL Studio erzeugt dann für jedes File eine Audiospur mit Mixertrack und los gehts mit dem Rough Mix.
Man brauch da das Channel Rack mit dem Stepsequencer nicht. Geht auch mit Instrumenten. In die Playlist ziehen und man hat einen Mixertrack und kann dann in der Playlist Clips anlegen, die dann Midinoten enthalten. Entweder per Import, Piano Roll oder Aufnahme.
Ist halt wie mit jeder komplexen Software. Jeder Hersteller kocht sein eigenes Süppchen und man muss halt sehen, wie es in den einzelnen Versionen funktioniert. Cinema4d, 3DS Max und Blender machen die gleichen Sachen auch alle etwas unterschiedlich, aber man kommt bei allen zum gleichen (oder ähnlichen) Ergebnis.
Das einzige was mir zum Thema immer unerklärlich bleiben wird: Wie können manche 3 DAWs auf ihren Rechner haben und damit noch klarkommen, bezüglich Workflow?
@Filterpad Exakt das frage ich mich auch manchmal. 😂👍
@Filterpad Ich habe sogar noch mehr. Bleibt nicht aus, wenn man so eine Übersicht schreibt :-)
@m.steinwachs aber nachher auch? 😜
@Filterpad stimmt. 😎
Was ich nicht so richtig verstehe, ist, dass bei Cubase häufig (so auch hier) der hohe Preis bemängelt wird, bei Ableton Live wird der Preis (praktisch gleich hoch) aber sozusagen kommentarlos stets „durchgewunken“. Wenn man das einem Hersteller als „Nicht so gut“ und im Fazit ankreidet, müsste man es eigentlich doch auch bei dem anderen Hersteller doof finden. 🤷♂️
Ich gebe mich ansonsten gern als Cubase-Nutzer zu erkennen: Habe seit meinem Einstieg mit Cubase anno 1992 (noch auf dem Atari ST) nie gewechselt und habe auch nie den Wunsch nach Wechsel verspürt.
@UAP Ich bin auch Cubase Nutzer. Aber z.B. FL-Studio hat eine lebenslange, kostenlose Updategarantie. Das finde ich schon echt sexy! Einmal kaufen und fertig!
@Filterpad Logic und FL Studio sind die einzigen mit kostenlosen Updates. Obwohl bei Reaper könnte das auch sein.
@Tai Das stimmt doch leider nicht mit Logic. Ob das Upgrade auf 12 noch kostenfrei bleibt, werden wir sehen. Das Upgrade von 9.x war kostenpflichtig auf die höhere Version, soweit ich weiß. Oder?
@iOwner Nein, es gab überhaupt kein Upgrade. Man musste es Mitte 2013 für 199.- neu kaufen. Aber seither ist jedes Update kostenlos. Davor kostete jedes Update wie heute bei fast allen. Das gilt auch für das (vermutlich) morgen erscheinende 12.
@UAP nice! cubase auf dem Atari! hab eine originale box mit dongle! und den midex (designt by Hartmann und von Waldorf erzeugt)😎🤘
„wobei eine Akkordspur bei anderen DAWs aber schon lange Standard ist.“
Ist bei Logic auch seit Jahren drin (ich glaube von Anfang an). War nur mit dem Taktmaß zusammengefasst. Als die „KI Musikanten“ dazu kamen, gab es zusätzlich eine reine Akkordspur
@Tai , seit 2015 gibts die, wurde mit 10.1 einführt. Damals gabs auch noch das Apple Audio Loops Util, damit konnte man dann Regionen und Akkordfolgen auf einen Grundton festlegen und in die Loops Bibliothek ablegen. Sowohl Audio als auch Instrument. Den so erzeugten Loop kann man dann später schön einmal durch transponieren ( entweder Moll oder Dur ), wenn man sich jetzt noch ein wenig Harmonielehre draufschleift kann man damit echt gut arbeiten. In Verbindung mit dem Chord Trigger ist das schon sehr nützlich. Sehr schön das es auch mit Audio funktioniert. Unschön wirds dann, wenn man fremde Projekte importiert und der Ersteller alles auf C-Dur eingestellt hat. Und das Konstrukt erstmal eine Projekttonart braucht ;-)
@TobyB „Damals gabs auch noch das Apple Audio Loops Util, damit konnte man dann Regionen und Akkordfolgen auf einen Grundton festlegen und in die Loops Bibliothek ablegen.“
Das geht heute genauso – ohne Util 😜
@Tai und seit gestern ziehts nur noch den Audio Loop aus der Spur in den Akkordbereich und hast die Akkorde 👍
„Beim Thema Audio-Editing ist der Workflow mit den Tastaturbefehlen in Pro Tools noch immer an der Spitze.“
Ist kein Alleinstellungsmerkmal. Ich kann in meiner DAW hunderte (konkret über 2000 mögliche Kurzbefehle) Funktionen mit Kurzbefehlen belegen. Ein kleiner Teil ist vorbelegt, kann aber geändert werden. Ich arbeite nicht mehr mit mehreren DAWs, vermute aber, das ist nicht nur bei meiner so.
Ich habe mit 3 Generationen ProTools Hardware (NuBus, PCI und 24 Mix+) gearbeitet. Damals (die ganzen 90er) war die Software so einseitig auf Audio ausgerichtet, dass wir alle Logic als Host verwendeten. Und die Audiofunktionen hatten auch keinen Vorteil. Dazu kosteten die gleiche PlugIns ein Vielfaches in der TDM Version.
Ich würde sagen, dass der Grundstein für ProTools in großen Studios in erster Linie darauf beruhte, dass sie durch die DSP Funktionen auf den Karten als erste fast latenzfrei arbeiteten. Die Schnittstelle zu Avid (Filmschnitt) dürfte der zweite Grund für ProTools gewesen sein. Ein Audiostudio, das heute anfängt, hat mMn. keine Vorteile mit der Entscheidung zu ProTools als Hardware.
@Tai AVID Hardware:
Ich hatte vor einiger Zeit in einem Studio den S3 Controller aus der Nähe betrachen können, der unter Logic eingebunden war. Die Zufriedenheit stand im Mittelpunkt des Gespräches, als wir dann am Punkt angekommen waren, was für ein S3 Controller aufgerufen wird kam die Ernüchterung. +/- 5K für einen 16 Channel Controller? Da muss das Studio gut laufen…..
@Tai Ich habe ja auch nicht behauptet, dass das ein Alleinstellungsmerkmal ist :-)
@m.steinwachs Das stimmt. Ich finde nur, dass der Workflow in ProTools wg. Kurzbefehlen nichts besonderes ist
Vielen Dank für die Übersicht zu den DAW.
Auch wenn ich seit langer Zeit bei Logic bin und bleiben werde, ist es interessant wo die anderen DAWs so stehen.
Dass es eine DAW Auswahl gibt ist sehr zu begrüßen, so kann ein Einsteiger testen mit welcher DAW er am besten arbeiten kann. Auch als Erfahrener kann man entscheiden, ob ein anderes System ggf. inzwischen besser zu den eigenen Arbeitsweisen passt.
Logic (nach Übernahme von Emagic) ist in der Anschaffung günstig, einmal kaufen und lebenslange Updates, das gibt es so kaum ein zweites mal. Der Hasenfuß ist die Anschaffung der Hardware, die dann eben auch aus dem Hause Apple kommt. Ich finde das in keinster Weise nachteilig, da nach gewissen Zeitspannen ein neuer Studio PC fällig wird. Über den Anschaffungspreis eines Mac lässt sich auch lange diskutieren, unterm Strich geht es um einen stabilen Workflow und eine leistungsstarke Hardware die lange supportet wird.
Ab und zu kommen dann doch die unangenehmen Momente, wo Apple die so viel beschriebenen „Alten Zöpfe“ abschneidet. Mit macOS Tahoe wird bekanntlich Firewire nicht mehr unterstützt. Das waren für einige sicher keine Good News, aber absehbar.
Ich stehe vor der Entscheidung mein RMW FW800 ersetzen zu müssen, um macOS Tahoe nutzen zu können. Da das jedoch bislang keinen Vorteil gegenüber Sequoia bietet kann ich das noch eine Weile aufschieben bis Sequoia keine Updates mehr erhält.
@Mixit „Mit macOS Tahoe wird bekanntlich Firewire nicht mehr unterstützt. Das waren für einige sicher keine Good News, aber absehbar.“
Kann man so sagen. Allerdings sagte Jobs noch vor seinem Tod, dass das schnellere FW 3200 nicht mehr unterstützt wird. Wer also Hardware gekauft hat, hat die schon lange.
@Tai Zwischen der von dir zitierten Aussage von Jobs und dem Aus für FW lagen immerhin rund 15 Jahre. In der Welt der Computer ist das wirklich eine lange Zeit.
Das muss man Apple schon zu gute halten, FW ist schon lange überholt und dennoch wurden die Treiber in den macOS bis Tahoe gepflegt.
Und wer Tahoe nicht benötigt, kann ja weiterhin noch einige Zeit Audiointerfaces mit FW nutzen.
… und ja, die Hardware ist „alt“ 😀
@Mixit Genau das wollte ich auch sagen. War vielleicht etwas unpräzise ausgedrückt.
Das war genauso, als sich beim Release von Catalina (Ende 2019) einige Apple User darüber beschwerten, dass 32 Bit Plugins nicht mehr unterstützt wurden. Das war allerdings schon Ende der Nullerjahre klar, dass irgendwann das Ende kommt.
Sehr schöner DAW-Vergleich, der wieder mal zeigt…die perfekte DAW gibt es nicht.
Es hängt halt stark davon ab, wie der eigene Workflow ist und welches Musik-Genres man produziert. Manche DAWs haben ihre Stärken beim Mixing, manche beim Live-Improvisieren und andere bei MIDI und experimentellen Dingen.
Für mich und meine Musik ist Cubase Pro bis heute der am besten vertretbare Kompromiss aus leistungsfähigem MIDI-Sequenzer, Mixing und Einbindung externer Audio-Hardware.
Allerdings hat sich auch hier die Übersichtlichkeit und Ablesbarkeit der wichtigsten Bedienelemente bei den letzten Versionen zum Nachteil entwickelt. Selbst bei 27 Zoll Monitoren kann man wichtige Textdarstellungen und manche Fonts gefühlt ohne Brille bzw. Opernglas fast nicht mehr ablesen. Auch sind gängige Funktionsbuttons so eng zusammengerückt, dass man häufig daneben klickt oder Fehlfunktionen auslöst. So etwas ist – wenn man schnell arbeitet – auch ein nicht zu unterschätzender Aspekt, was die Freude einer an sich sehr guten DAW schmälern kann. Zwar arbeite ich oft mit Shortcuts oder mit der Mackie Control, aber oft auch gerne mal mit der Maus, was bei den neueren Versionen jetzt nicht mehr so gut funktioniert. Ein anderer Punkt ist, dass viele DAW-Hersteller sich beim Thema Timestretching/Pitch-Shifting über die letzten Jahre auf ihren Lorbeeren ausgeruht haben und nun im Vergleich zu aktueller DJ-Software wie Rekordbox oder Serato Sample etc. nicht mehr am Zahn der Zeit sind.
@m.steinwachs Bei deinem Bild oberhalb: „das ist gut bei Fender Studio Pro“ ist sehr gut zu sehen, dass eine flache Darstellung von Potikappen wie beim Kompressor oder Delay unten deutlich besser abzulesen ist, als das fotorealistische Pendant im Analog Delay oben rechts.
Irgendwie habt ihr Steinberg Nuendo vergessen, welches als Konkurrent zu PT Ultimate fungiert und mit dem Yamaha Nuage System eine sehr gute Controller Umgebung bietet…
Ich nutze beides je nach Projekt PT Ultimate oder Nuendo…
PS: Ach gabs die nicht mal so ne DAW, die sich Samplitude nannte und im Post Pro Bereich mit Sequoia vertreten ist… :-)
„Etwas seltsam ist auch die Installation der Updates. Denn nach dem „Nach Updates suchen“ landet man auf der Hauptseite der Live 12 Suite und muss die Version 12.3 komplett neu installieren (nachdem man die alte Version 12.2.3 deinstalliert hat). Das ist schon recht umständlich.“
Also ich muss (unter macOS) nicht nach Updates suchen oder manuell installieren. Trifft das vielleicht nur auf Windows zu? Kann ich mir auch nicht vorstellen…
@Roy Fatty War jedenfalls bei mir im Test unter Windows so. Warum auch immer.
@m.steinwachs Dann hat etwas an anderer Stelle nicht gestimmt, das ist ganz sicher nicht der Normalfall. Auch das Deinstallieren der alten Version kann nicht richtig sein, denn damit gehen dir alle Ordner und Dateien flöten. Du müsstest jedesmal mindestens den Projektordner sichern, damit du nach der Neuinstallation die Live-Sets wieder verwenden kannst, das ist ja Wahnsinn !
@Roy Fatty Ich kann nur für Apple Silicon User sprechen. Es gibt Updates bei Live, wo man das gesamte Program komplett neu Installiert. Neue Version von Live runterladen und in den Programm Ordner verschieben.
Einstellungen und eigene Presets werden in der User Library gespeichert und sind mit dem Benutzerkonto verknüpft, diese werden Automatisch auf allen Versionen und Maschinen über das Web Synchronisiert. Man kann Sogar verschieden Versionen gleichzeitig auf dem Rechner haben und nutzen z. B. Live 11 und 12, wobei 12 Projekte natürlich nicht rückwärts kompatibel sind.
Projekte speichert man ja nicht in der Ableton Struktur ab, diese gehen somit auch nicht verloren, sollte man Live deinstallieren.
@Roy Fatty ist unter Windows so, erst wird die alte Version deinstalliert dann kommt die neue Version drauf. Dabei gehen keine Einstellungen verloren. Mach ich mit Cubase und Studio One auch, hab noch nie irgendwelche Einstellungen oder sonst was verloren.
@geryzenz „To manage Automatic Updates, open Live’s Preferences → Licenses/Maintenance, or Licenses & Updates as of Live 12. Under Maintenance → Get Automatic Updates, the dropdown menu can be set to Always, Ask Me, or Never.
If set to Always, the latest release will be installed when it becomes available.
If set to Ask Me, you will be prompted to update when a new version is released.
If set to Never, updates will not automatically download, and you will not be notified of new releases.
Automatic_Updates.png
If Automatic Updates are set to Always, or if you agree when prompted via Ask Me, available updates will download when Live is opened and an internet connection is active. After an update is installed, changes will not take effect until the Live application is restarted. The updated version will open the next time Live is launched.
If Automatic Updates are not working as expected, or if you encounter an error message, see Troubleshooting Automatic Updates.“
Was ich leider schade finde ist, das die Entwickler ihre User-Interfaces wohl ausschließlich auf junge Menschen mit guten Augen ausrichten. Ich sehe nicht gut. Das user-Interfaces skalierbar sind, ist die Ausnahme. Alles ist voller winziger Regler und Knöpfe. ich habe mir unter diesem Gesichtspunkt viele DAW angeschaut.
Wirklich skalierbar ist nur das Interface von Ableton.
Logic unterstützt die Sehhilfen des Apple-Betriebssystems und ist recht sehfreundlich gestaltet.
Bitwig hat relativ übersichtliche Bedienelemente.
Reaper ist ein Graus.
Studio One / Fender Studio Pro kann zwar verwirrende Optionen ausblenden, ist aber sonst wirklich winzig in der Darstellung.
Cubase ist sehr bunt und verwirrend, was für Menschen mit Sehbehinderung negativ ist.
Andere DAW hab ich nicht getestet.
@Jazzheini Das stimmt und von barrierefrei kann leider keine Rede sein. Man kann sich selber helfen mit einigen Handgriffen. Zunächst ist ein großer Monitor nötig, dazu eine DAW, bei der man sich die Elemente für Aufnahme und Wiedergabe selber einrichten kann, also die Ansicht erstmal entrümpeln von nebensächlichen Features. Das geht bei StudioOne, wo man auch die Spurengröße einstellen kann. Dazu hilft bei Windows die Bildschirmlupe, die bis mehrere hundert Prozent reicht. Beim Mac ist es die Zoom Funktion, die zwar nicht die gesamte Bildschirmanzeige vergrößert, aber wenigstens die GUI des Programms selbst.
@k.rausch Ja klar, die Lupe am Mac funktioniert. Besser wär ein besseres UI.
Großer Bildschirm: klar. Hilft aber nicht, wenn du gerade mit dem Laptop aufnimmst.
Und ich will ja auch garnicht sagen, das sich nichts tut.
Das Logic-Plugin „VintageSynth“ ist ziemlich vorbildlich.
Omnisphere scheint mir auch an einer reduzierten Bedienung interessiert. Einige Tools von Arturia auch.
U-He und Rob Papen sind wiederum Gegenbeispiele …
Mir ist ja klar, das es eine anspruchsvolle Aufgabe ist, ein barrierefreies (annähernd) Interface zu entwerfen und umzusetzen. Ich hab sowas mal beruflich gemacht und weiss ja, wovon ich rede.
Eine DAW ist natürlich umfangreich. Aber ich denke, es ist schon machbar.
Ist halt auch wieder eine Investition in Entwicklungsaufwand, und vielleicht sehen die Hersteller da die Zielgruppe nicht als so relevant an..
@Jazzheini Möglicherweise merken die Entwickler nicht, dass ihre Programme wegen Überfrachtung, Farbeninvasion und kleiner Fonts nicht besonders bedienfreundlich sind. Vielleicht weil sie vor großen Monitoren sitzen? Übrigens kann man solche auch an PC Laptop und Macbook anschließen, wenn man HDMI Anschlüsse benutzt. Das Thema betrifft nicht nur Leute mit Sehschwäche, sondern auch dann, wenn man den Monitor nicht direkt vor der Nase haben will, sondern etwas weiter weg hingestellt hat.
@Jazzheini Und das ist selbst für Leute mit guten Augen schon eine Herausforderung. Ich war deswegen beim Augenarzt, weil ich dachte, dass etwas mit meinen Augen nicht stimmen würde. Der meinte dann aber, dass Alles ok sei und ich keine Brille benötigen würde. Trotzdem habe ich Schwierigkeiten bei den neuen Cubase-Versionen einige Fonts und Parameterdarstellungen lesen zu können. Vor allem wichtige Infos, wie Transponieren, Routing, Pre-Gain etc. kann man inzwischen kaum noch ablesen. Ich war drauf und dran von Cubase 14 Pro auf mein altes Cubase 9.5 Pro zurückzukehren.
@Jazzheini Cubase ist skalierbar +25 oder +50. Studio One übernimmt die Windows-Skalierung wenn High-DPI aktiviert ist. Deaktiviert man High DPI kann man es skalieren.
Abgesehen davon kannst du zum Arbeiten mit der DAW ja die Windows-Skalierung verwenden.
@geryzenz Jazzheini ist, wenn ich das richtig sehe, kein Windows User. Aber auf Mac kann ich genauso alles vergrößern, natürlich wie immer auf Kosten der Auflösung. Geht da im Monitor Kontrollfeld (Systemeinstellungen).
@Tai wieso sollte beim Skalieren die Auflösung leiden? Der macOS Kern ist vektorbasiert, somit ist die Skalierung verlustfrei wenn du eine native Retina-Auflösung verwendest.
@geryzenz Du wechselst die Größe der Objekte am Mac über die Bildschirmauflösung. Wenn du von 2560×1440 auf 1280×720 wechselst ist nur noch ein Viertel der Objekte da, egal ob die Objekte vektororientiert sind oder nicht. Klar, könnte man die Objekte wieder verkleinern, aber das Ziel ist ja das Gegenteil
@Tai Du verwechselst offensichtlich Skalieren mit Auflösung anpassen.
Und nein, die Größe der Objekte ändert man am Mac nicht mit der Auflösung, man kann die Größe SKALIEREN!
https://i-tec.pro/de/skalierung-unter-macos/
Darum steht da auch “ Looks like“, weil die Auflösung gleich bleibt.
@Jazzheini Samplitude ist hochgradig barrierefrei. Es gibt Blinde die glücklich sind damit…..und sogar Taube😉
VG Pia Magnet
@Jazzheini Samplitude (recht barrierefei) , aber teuer
@carsten weidenhaupt ja, danke für den Tipp. Sieht auch gut aus. Leider nicht für Mac. (-:
Reaper
Sehr schade finde ich, dass »Reaper« in der Liste nicht vorkommt. Wenn ich YouTube verfolge, dann gewinne ich den Eindruck, dass immer mehr ProTools-Leute auf Reaper umsteigen. @Dizzy hat ja ganz oben schon eine sehr schöne Liste der Vorteile von Reaper gepostet. Wenn ich dann noch lese, dass Ableton Live Suit »nur« 12 Send- und Return-Spuren hat, dann habe ich mit Reaper im Hintergrund nur mitleidig gelächelt (ob man überhaupt mehr braucht, sei mal dahin gestellt). Auch die eingebaute Audio-Programmiersprache »JSFX«, mit der die ganzen JS-PlugIns programmiert sind, und von denen es in der Community noch haufenweise mehr gibt (Tipp: die JSFX-PlugIns von JoepVanlier), kann teilweise Max/MSP ausgleichen (ist halt eine Programmiersprache und kein visuelles Programmieren).
Aber gut, man kann in einer Übersicht auch nicht alles abdecken. Und die Vorteile von Reaper haben wir jetzt hier im Forum auch erwähnt. Wer in Reaper einsteigen will, der sollte sich auf YouTube die Videoserie »This is Reaper 7« von ReaperMania ansehen (Hammer-Kanal). Ich persönlich bin immer wieder versucht, mir »Bitwig Studio« zuzulegen … und dann erinnere ich mich daran, dass ich mit Reaper so gut klar komme, dass das eigentlich nicht notwendig ist. 🙂
@Flowwater Danke für den Tipp zu JoepVanlier. 👍Die Jsfx plugins sehen wirklich vielversprechend aus. Mal testen ob sie das auch sind 😄 Und Reaper rocks!
@Dahausa Viel Spaß! 🙂
@Flowwater Das mit 12 Send/Return-Spuren ist wirklich etwas, bei dem Reaper nur die Augenbrauen hochzieht 😀 Auch das finde ich einen großen Vorteil, dass es keine traditionellen Spurtypen gibt, sondern rein das Routing, die Items etc. entscheiden, um welchen Typ es sich handelt. Somit kann man theoretisch auch Funktionen mischen, zum Beispiel eine Midi/Audio-Spur erstellen.
Ein Tipp für gute Plugins aus der Community wäre auch „Tukan JSFX Pack“.
Und +1 für ReaperMania!
@Dizzy Genau … das mit den völlig frei konfigurierbaren Spuren ist etwas, was ich auch ständig nutze … und dann eben auch experimentiere. Das ist einer der Gründe, warum ich mir bisher noch nicht »Bitwig Studio« zugelegt habe: Ich kann auch mit Reaper und auch und gerade mit den Bordmitteln so viel experimentieren und entdecken, dass es für mich erst einmal reicht.
Auch diese JSFX-PlugIns … ich muss echt unbedingt mal mit dem »ReflectoSaurus« von JoepVanlier experimentieren. Da gibt es so viel zu entdecken … auch und gerade für meine Art von Musik.
Danke für den Tipp mit dem »Tukan JSFX Pack«. Wird auch ausprobiert. 🙂
@Flowwater Ich persönlich mag Reaper gar nicht, aber die Tatsache wie viele User es bereits hat und das es auf KVR wenigstens die letzten beiden Jahre zur beliebtesten DAW gewählt wurde, spricht absolut dafür es in Zukunft bei Vergleichen mit einzubeziehen.
Ich bin vor vielen Jahren von Logic auf Reaper umgestiegen. Logic läuft, wie die meisten DAWs, unter dem Motto „Du willst ein Ergebnis, also ist das der Weg“. Reaper kann man bis in‘s letzte Details so anpassen, dass alles so aussieht und funktioniert wie man es selbst möchte. ist manchmal ein bissl nerdig, aber wie entspannt lässt sich dann damit arbeiten!
Und es ist extrem schlank. Wo mein Kollege sich den neuesten Mac kaufen muss weil sein Alter immer wieder einfriert, komme ich mit Reaper und einem älteren Windoof Rechner noch lange nicht an die Grenzen, das ist schon faszinierend.
Und Reaper ist so schlank, dass es sogar eine portable Version gibt, das kann ich überall hin mitnehmen. Mach das mal mit Logic :D Die Reaper Installationsdatei ist keine 20Mb groß!
@calvato wow! 😲
tja, Apple hat natürlich interesse an neuen Käufen.
😅
@calvato Ich habe immer eine kleine SSD in Reserve. Die ist bootfähig. Damit kann ich auf anderen M-Macs direkt booten und habe alles gleich an Bord. (Hatte ich früher auch für Intel) Verzichtest du auf den Content, kannst du einfach das Logic Icon auf einen Stick ziehen und auf einem anderen Rechner starten. Versuche das mal auf einem Windows Rechner mit irgendeinem Programm. Sollte Reaper das auf Windows können, alle Achtung.
@Tai Reaper hat eine komplett Portable Version, voll funktionsfähig, aber nur mit den internen Effekten. Die gibt es für Windoof (15 MB),ob das auch bei Linux & Mac geht weiß ich nicht.
Damit kann ich ich überall mit Reaper arbeiten.
In dieser Liste hätte Pro Tools Studio aufgelistet werden sollen. Die Ultimate Version ist nach meinem Wissensstand eher mit Nuendo vergleichbar.
Was mich and PT am meisten stört ist dass die Studio Subscription mehr kostet als ein Upgrade der Perpetual Lizenz und dass Avid keine kostenlosen Updates rausbringt wenn Fehler in der Programierung bei den Updates sind, sprich ist das Jahr für „kostenlose“ Updates abgelaufen und das letzte Update hatte Fehler, haben die User pech gehabt und müssen wieder für ein Jahr Updates zahlen um den Fehler zu beheben während Steinberg eine Version der DAW raus bringt mit wirklich kostenlosen Updates für diese gakaufte Version.
Ich weiß nicht wie es bei anderen DAW Anbietern aussieht da ich direkt von Avid auf Steinberg gewechselt bin und somit bis auf ein paar Tests kaum Erfahrungen dahin gehend bei anderen Firmen habe.
Vielen Dank, toller Beitrag. Die neue Version der Kategorien finde ich sehr gut gelungen. Für jeden, der noch nicht so ganz fit in Sachen DAW ist und Entscheidungshilfe braucht ist diese Übersicht ein richtig guter Beitrag.