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Die besten Freeware Synthesizer 2008 – Teil 1

24. September 2008

Freeware Synthesizer für den PC

Gleich ein wichtiger Hinweis vorab: Wir haben 2015 diesen Artikel mit 50 !!!!! neuen Freeware-Plus Ins „runderneuert“. Ihr findet den NEUEN Artikel wenn Ihr auf den folgenden Link klickt:

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3222 Dlls machen den Ton

Bumm: 3222 Einträge zählt (Stand: Mitte Juli 2008) eine bekannte Internetbibel zum Thema Sound-PlugIns, und täglich werden es ein paar mehr. Unter diesen sind wohl etwa zwei Drittel Effekte und ein Drittel Synthesizer, und unter jenen vermutlich wiederum zwei Drittel Free- oder günstige Shareware. Nicht wenige Musiker nutzen diese Angebot, um säckeweise PlugIns auf der heimischen Festplatte zu sammeln, zu sortieren und immer wieder mal genüsslich auszusondern. Andere werden bei dem Thema Freeware-PlugIns seltsam still, stimmen vielleicht zu, dass es da „viel gäbe“ und wechseln dann in der Diskussion geschickt das Thema hin zu ihren „alten Faves“ von Native Instruments, Arturia, Rob Papen oder Linplug. Die ganz Hartgesottenen besuchen dagegen täglich eine dieser VST-Seiten mit der rechten Maustaste im Anschlag („Save as…“), und der allerhärteste Kern diskutiert mit echter Begeisterung mit Gleichgesinnten die Klangvorteile des neuen „Brachiator“-PlugIns gegenüber seinem 40 Euro billigeren Konkurrenten, dem „ABC Audio Auditory Threshold 2“-Synthesizer.

In diesen virtuellen Dschungel hat sich nun AMAZONA gewagt, nur bewaffnet mit dem Anspruch, die (momentane) Creme de la Creme an Freeware-Synthesizern, -Effekt-PlugIns, -Samplern und Drummachines für Mac und PC ausfindig zu machen, um sie ihrer geneigten Leserschaft zu präsentieren. Ergebnis dieses monatelangen (na ja, vielleicht übertreiben wir hier ein bisschen …) Kampfes mit Dll, Sägezahn & Co ist eine Artikelserie, die heute – mit dem ersten Artikel über Freeware-Synthesizer für den PC – einen Anfang findet und sich bald mit einem zweiten Teil, der den Rest unserer Favoriten unter den PC-Freeware-Synthesizern   vorstellen wird, fortsetzt. Da wir davon ausgehen, dass sich die meisten unserer Leser eher für den PC entschieden haben, werden MAC-Synthesizer hier erstmal nicht berücksichtigt. MAC-User müssen trotzdem nicht trauern – es wird später auch einen extra Artikel über Freeware-MAC-Synthesizer geben, und auch weitere Artikel sind in Planung: so werden Best-Offs über Freeware-Sampler, -Effekten und Drummachines zusammengestellt, dazu kommt (bei momentanem Planungsstand), ein Feature über „wieviel Klanggewinn kriege ich für den Gegenwert einer Kneipentour“ – sprich: die Schnäppchen der Shareware-Szene sowie, ganz für den Schluss, ein besonderes Bonbon nur für Amazona-Leser.

Die besten Freewaresynths für den PC

Wahrscheinlich geht es unseren Lesern so wie uns, wenn sie hören, dass irgendetwas „top“ oder das Beste sein will: Nach welchen verdammten Kriterien denn, bitteschön – nach Verkaufserfolg dank zu viel Werbung, nach der Anzahl an Features, die niemand nutzt, oder etwa nach Aussehen, an dem man sich schnell satt sieht? Was bei einer beschränkten Auswahl einfach nur nützlicher Dinge wie z.B. DVD-Playern noch recht leicht fällt (Preis …), wird es umso komplizierter, je mehr persönliche Leidenschaft und Geschmack eine Rolle spielt. Bei geschätzten 1000+ Freeware-PlugIns, die sich z.T. in Aufbau und Aussehen ähneln wie das sprichwörtliche Ei dem anderen, wird es spürbar knifflig. Der eine wird vom virtuellen Heimstudio träumen, in dem farbenprächtige blinkende Dlls die farbenprächtig blinkenden 19-Zoll-Klötze von gestern portabel ersetzt, der andere will eben genau diese nicht mehr entstauben, aber ihren Klang genau reproduziert wissen, und der nächste findet, dass mit dem Ende der Hardware auch neue Soundmöglichkeiten gegeben sind, die man auch bitteschön nutzen sollte, wenn man die Dinger schon in Heimarbeit zusammen basteln kann. Daher ist sicherlich nachvollziehbar, warum die Auswahl für unser „Best Off“ uns wirklich schwer fiel.

Wir haben uns daher auf unsere Erfahrung besonnen und sind so zu folgenden Schlüssen gekommen: Laut unseren Erfahrungen sind gute PlugIns solche, die man immer wieder benutzt und die einem bei Gesprächen auch gleich auf der Zunge liegen. Analytischer betrachtet sollten sie:

· gut oder noch besser klingen

· Charakter haben, aber nicht zu speziell sein – schließlich macht der Klang die Musik

· gut bedienbar sein und am besten noch ansprechend oder zumindest professionell aussehen

· ein sinnvolles, nicht überfrachtetes Set an Features haben

Meßlatte für unsere Auswahl waren dabei immer etwas ältere VSTI-Synthesizer, die man trotzdem immer noch als Standard sehen kann, etwa der N.I. FM7 oder 8, Linplug Albino oder der Imageline Sytrus. Diese Synthesizer werden zwar klanglich z.T. von der neuesten Synthesizer-Generation wie N.I. Massive oder Vemberaudio Surge etwas übertroffen, aber klingen für die meisten Anwendungen immer noch hervorragend und es braucht auch nicht unbedingt einen flotten Dualcore, um auf den typischen Arrangements mit 12-16 Spuren samt Effekten eingesetzt werden zu können; auch merkt man an diesen Synthesizern den professionellen Anspruch an der Benutzerführung.

Trotz aller Begeisterung für die in mühevoller (Feierabend-)Kleinarbeit programmierten Umsonst-Klangwunder, die aus unseren ollen PC-Dosen (fast) einen blinkenden Hardware-Park machen, mussten wir bei diesen Ansprüchen dann aber schnell feststellen, warum etwa N.I. für eine ihrer Synthesizer 200 Euro verlangen können, ohne dass die PC-Musiker reihum kopfschüttelnd lieber tonnenweise Freeware aus dem Netz saugen. Mit den teuren käuflichen Synthesizern ist nämlich nur wenig klanglich und in der Bedienung vergleichbar, und die wenigen Ausnahmen haben fast immer die ein oder andere Macke, denen man nur mit Tricks aus der Insider-Userbase auf die Schliche kommt. „You get what you pay“ sagt der Ami-Kapitalist, und bei allem Idealismus: er hat da einen Punkt.
Auch gilt nach unserer Erfahrung: Synthesizer sammeln und sich an ihren Klängen ergötzen ist etwas anders als die Dinger in einer professionell ausgerichteten Produktion einzusetzten. Nicht nur klingen die Software-Varianten im A/B-Vergleich immer etwas flacher als auch günstiger Studiostandard von Korg, Waldorf & Konsorten (wer es nicht glaubt, leihe sich mal Hardware selber aus …), sondern im Kontext eines Mixes funktioniert Spektakuläres selten (da sind auch andere Instrumente, die ihren Frequenzbereich wollen) und Artefakte und grundsätzlicher Klangcharakter beeinträchtigen gerne auch die Durchsetzungskraft des Synthesizers im Mix. Hier, wie auch überall, ist echte Erfahrung leider durch nichts zu ersetzten, und nicht jedes C+ Genie wird so zwangsweise etwas programmieren können, was musikalisch wirklich verwertbar ist. Dazu kommt, dass in Profi-Produktionen selbst teure Hardware selten allein vor sich hinsummt; der typische Anwendungsfall ist doch das Schichten von Sounds – die Fläche aus dem Nordlead mit etwas Gezwirbel vom K5000 klingt doch gleich besser, ein dezent dazu gemischtes Kurzweil-Piano schaft noch etwas mehr Sphärenklang, und wie wäre es eigentlich noch mit einem gefilterten Sägezahn aus dem TI dazu, gibt etwas mehr Wärme … Diese Strategie kann man natürlich auch in seinem Quad-Core geschärften „powered by AMD“-VST-Studio einsetzen – wobei wir wieder bei den Softwaresynthesizern und unserer Auswahl wären:

Nach unserem Kriterienkatalog fielen so aus unserer Liste prinzipiell tolle Synthesizer raus, deren Klang uns entweder zu speziell war (etwa der exzellente, aber sehr eigen und kühl klingende Greenoak Crystal oder der Waveshaping-Synth Pitchblack), solche, die erstmal beeindruckend analog klangen, aber für unsere Ohren im Mix zu wenig Durchsetzungskraft entwickelten (Audjoo Helix, Aciddose Xhip), deren Features trotz tollem Klang arg bescheiden waren (Northernbeats Daedalus oder die exzellenten FM-Synths von Stefan Kuhn wie der Vivaldi MX), deren Bedienung zu unausgereift war (die VST-Version von Paul Nascas ZynAddSubFX) oder deren Ladezeit und CPU-Verbrauch zu hoch waren (viele Synthmaker-PlugIns). Auch gibt es ein paar Kandidaten, die nur eingeschränkt Freeware sind, etwa der exzellente dmi Foorius, der als Freeware mit zu kurz getakteten Bitten um Spenden nervt und daher später – im Artikel über Wenig-Geld-Shareware – vorgestellt werden soll. Dann gab es solche, wo wir eine echten A/B-Shootout zwischen verschiedenen PlugIns machen mussten, weil sie in ihren Features und Sound sehr ähnlich waren. Hier fielen einige durch, weil ihre Konkurrenten in unseren Ohren einen Tick besser oder origineller waren. Zu nennen sind hier Linplugs klasse Freeware-Variante vom Alpha 3, die exzellenten Analogsynths Asynth und Taurus von Anttti oder Jeremy Evers interessanter, aber etwas langweilig klingender Atlantis.

Auch nicht berücksichtigt wurden Synthedit-Kreationen. Dies war eher eine Grundsatz-Entscheidung, mit der wir lange gerungen haben, schließlich gibt es hier, neben viel Mittelmaß, unbestritten tolle Synthesizer, etwa von UGO oder Krakli. Allerdings sind sie meist optisch verspielt, brauchen recht viel Rechenleistung und neigen eher zu einem mittigen Klang. Der letztere Kritikpunkt ist vor allem bei den zahlreichen guten Analog-Emulationen (Minimogue VA, Arppe 2600 VA etc.) von Bedeutung; wer hier den Originalklang will, tut sich mit Arturia oder Gmedia -PlugIns eher einen Gefallen, auch wenn er dafür etwas sparen muss. Trotzdem: Schlecht sind oben Genannte (wie eine Menge anderer) ganz sicher nicht, wenn man Muße hat ist Austesten wirklich empfohlen – in der Linksektion des Artikels sind dafür die Webadressen aufgeführt. Ganz sicher kann man mit jedem dieser Synthesizer, genug Erfahrung im Arrangieren und Mischen vorausgesetzt, tolle Musik machen und vielleicht findet man sogar seinen Traumsynth hier – Geschmäcker und damit Kriterien sind eben verschieden (wobei wir wieder am Anfang wären …).

Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    naja klingen doch alle eher bescheiden.
    Softsynthies halt.

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      Ein sehr pauschales Urteil…

      Viele freie Clones klingen wahrscheinlich weniger authentisch als die kommerziellen Pendants, brauchbare gibt es aber mehr als genug… und man bedenke, zum Nulltarif!

      Anstrengend ist lediglich das Durchforsten… und daß man sich auf das eigene Urteilsvermögen verlassen muß…

      Und wenn alle PC Plugins bei Dir schlecht klingen würde ich mir mal ein besseres Audio Interface zulegen…

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    Super Artikel!
    Man merkt, dass sich wirklich mit der Materie auseinandergesetzt wurde.Freue mich schon auf den nächsten!

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    Super Artikel echt hammer sowas wünsch ich mir mehr :)

    Nochmals vielen dank für diesen schönen artikel und seine hilfreichen Informationen…

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    Gute Idee Euer Special und die Verweise finden dann auch wirklich den Weg auf die richtige Seite.Prima. Mehr davon.

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    Wunderbar. Ein sehr guter Artikel und genau soetwas suche ich bereits seit Wochen.
    Endlich mal ein wenig Licht in der weiten Dunkelheit der Free VSTi Plugins
    Weiter so! TOP.

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    Sehr guter Artikel! So was in der Art habe ich mir schon lange gewünscht. abe auch schon einiges an kostenlosen PlugIns ausprobiert und gute Sachen dabei gefunden aber es ist doch sehr mühselig, sich überall durch zu forsten. Weitere solche Artikel würde ich mir auch noch zu Effekt-PlugIns wünschen.

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    „Da wir davon ausgehen, dass sich die meisten unserer Leser eher für den PC entschieden haben, werden MAC-Synthesizer hier erstmal nicht berücksichtigt. „OK, ich interpretiere da mal ein „Wir haben keinen Mac da“ oder ein „Wir haben von Mac keinen Dunst“ hinein. Was leider die Intention des Artikels untergräbt, denn den mit Abstand besten Freeware-Synth gibt es nur für den Mac.

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      Jaja, die Sache mit dem Besten wieder :-) (fängt der mit A an ?) Aber keine Angst, ein Mac-Special wird auch noch folgen, und unser Bonbon wird auch auf OS X laufen….

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        Ja, fängt mit A an. Siehste, gut, dass wir drüber gesprochen haben ;-)

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    Toller Artikel.

    Ich muss gestehen das ich Oatmeal noch nicht kannte. Tolles Teil, sehr schön für Backgroundsounds.

    MFG
    Dennis

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    Wow, der SQ8L ist der brachiale Hammer, kannte ich noch nicht obwohl ich sonst eigentlich ziemlich viel kenne. Da lassen sich sehr dicke Sounds rausholen, schöne Vintage. Einziger Wehmutstropfen ist die nervige Bedienung, sieht zwar super nice retro aus, aber die Bedienung ist nicht gerade Usability State of the Art

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    Super, diese Liste!!Würd gerne mal den Helix testen, nur scheint der irgendwie nicht zu existieren… auf jeden Fall finde ich nix um ihn runter zu laden.Kann mir da wer helfen?

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      AMAZONA Archiv

      Der Helix scheint gerade nicht verfügbar zu sein – sie haben wohl ne neue GUI erstellt und machen das Plugin gerade fertig. Am besten warten – vielleicht findest du auch was im KVR-Forum darüber (Suchfunktion).

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        AMAZONA Archiv

        Der Helix scheint ja nicht schlecht zu sein. Die Audiobeispiele auf der Site hören sich toll an. Auf jeden Fall mal Testen. Wenn er denn wieder verfügbar ist.

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          Helix war bisher eine Gratis-Beta, und wird momentan kommerziell, mit neuer GUI und erweiterten Möglichkeiten. Es ist fraglich, ob der Programmierer die Freeware-Version jetzt noch weitervertreibt.
          Klingt übrigens hervorragend.

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    AMAZONA Archiv

    Echt schade das nicht mehr neues kommt, es muss sich doch was seit 2008 getan haben oder ?

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      c.knapp  AHU

      Nicht soo viel, und leider hat sicher Entwickler von Amaznyth aus dem Projekt herausgezogen. Obwohl jeden Monat einige neue Synths rauskommen, super sind die neueren Togu-Sachen oder halt der Proteus VX (nicht soo neu). Evtl. machen wir mal eine Fortsetzung, im Moment fehlt aber die Zeit.

  12. Profilbild
    Teufelskerl  

    Wäre cool, wenn es einen neuen 2012er Bericht zu dem Thema geben würde.

    Ganz besonders würde mich eure Meinung zum aktuellen Xhip von Aciddose interessieren.
    Meiner Meinung nach klingt der nämlich verdammt gut!

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