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Die besten Klavierschulen für Einsteiger

Welche Klavierschule eignet sich für wen?

6. Mai 2026
Die besten Klavierschulen für Einsteiger

Die besten Klavierschulen für Einsteiger

Jeder fängt einmal klein an – oder auch im fortgeschrittenen Lebensalter. Es ist nie zu spät, das Klavierspielen zu erlernen. Ob nun das Klavierspielen in einer Musikschule mit Lehrerbegleitung, im Online-Unterricht oder autodidaktisch mit App- oder Video-Unterstützung erlernt wird, Schüler (und Lehrer) benötigen didaktisch gut aufbereitetes Material. Wir haben die besten Klavierschulen am Markt für euch zusammengetragen.

Kurz & knapp

Worum geht es?

  • Auswahl: Überblick über empfehlenswerte Klavierschulen für Einsteiger, je nach Alter und Lernweg.
  • Kriterien: Layout, Notengröße, Progression, Theorieanteil und ergänzende Bände sind entscheidend für Motivation und Lernfortschritt.
  • Kinder: Für Vorschul- und Grundschulkinder punkten farbige, spielerische Konzepte wie Mitropa „Tastenzauberei“ und Schott „Piano Kids“.
  • Erwachsene: Für Jugendliche und Erwachsene eignen sich u. a. Gerig „Play Piano“, Alfred (3 Bände) und Schott „Mein schönstes Hobby“ je nach Ziel und Zeitbudget.
  • Fazit: Die passende Klavierschule ist individuell, wenn es nicht passt, lieber wechseln, damit Lernen motivierend bleibt.

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Die besten Klavierschulen für Einsteiger

Nimmt man Klavierunterricht in einer Musikschule, gibt in der Regel der Lehrer das Lehrwerk vor. Oft arbeitet dieser seit vielen Jahren mit einer Klavierschule und hat damit Erfahrungen gesammelt. Dennoch ist es nicht verkehrt, sich auch selbst etwas auf dem Markt umzuschauen und gegebenenfalls einen Vorschlag zu unterbreiten.

Ich arbeite seit Jahren mit verschiedenen Klavierschulen und passe mich dem Schüler an. Ich habe aber auch schon viele wertvolle Tipps von meinen Schülern erhalten und bin somit auf Klavierschulen gestoßen, die ich zuvor noch nicht kannte.

Worauf kommt es an?

Klavierschule ist nicht gleich Klavierschule und schon das Layout entscheidet maßgeblich darüber, wie gerne ein Schüler mit dieser arbeitet. In der Tat unterscheiden sich viele Klavierschulen hinsichtlich der Liedauswahl kaum, was nicht erstaunlich ist, denn fast jeder Verlag setzt hier auf einen Mix aus gemeinfreien Stücken (Kinderlieder, Volkslieder etc.) und Eigenkompositionen der Autoren.

Das Layout kann hingegen grundverschieden sein. Wirkt eine Klavierschule nicht attraktiv auf den Schüler, wird dieser sie nur ungern zur Hand nehmen. Die Größe des Notenbildes ist für Anfänger ebenfalls entscheidend. Auch die Progression spielt eine Rolle. Während die Lernkurve bei einigen Klavierschulen steil ist, steigt sie bei anderen Werken eher sanft an. Einige Klavierschulen bieten pro Lerneinheit mehrere Stücke auf dem gleichen Schwierigkeitsgrad, während es bei anderen vielleicht nur ein oder zwei Stücke sind.

Entscheidend ist auch, wie viele Informationen zu Spieltechnik und Musiktheorie sowie Instrumentenkunde der Schüler bekommt. Schließlich möchte man gerade als Anfänger vielleicht die eine oder andere Sache noch einmal nachlesen.

Zusätzliche Spielhefte und mehrere Bände, die über die ersten Klavierjahre hinweg begleiten, sind ebenfalls von Vorteil.

Für Schüler, die eine Musikschule besuchen oder Online-Unterricht haben, ist eine begleitende CD mit Klangbeispielen zu den Stücken eher unwichtig. Autodidakten werden diese hingegen zu schätzen wissen. Da viele Stücke in den ersten zwei Klavierjahren noch ohne eine aufwändige Begleitung in der linken Hand auskommen müssen, sind Playback-CDs eine willkommene Beigabe. So klingen selbst einfachste Stücke zur Begleitung gespielt auf Anhieb gut.

Klavierschulen für Vorschul- und Grundschulkinder

Gerade für die kleinsten Pianisten ist eine gut aufgemachte Klavierschule wichtig. Hier darf gerne etwas Farbe ins Spiel gebracht werden und lustige Zeichnungen wie Comic-Figuren, kleine Rätsel und ein buntes und großes Notenbild sind Pflicht.

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Spielhinweise sind auch für die Eltern der jungen Klavierschüler eine gute Idee, denn so kann ein Elternteil ab und zu mal etwas Hilfestellung geben, wenn etwas mal nicht sofort klappt. Der Anteil jüngerer Kinder, die mit Apps oder Videos autodidaktisch das Klavierspielen erlernen, ist sehr gering. Höher ist hingegen der Anteil im Online-Unterricht und am höchsten natürlich der Anteil an Schülern, die an einer Musikschule das Instrument erlernen.

Dennoch kann es bei den jüngsten Schülern sinnvoll sein, Klangbeispiele zu den Liedern zu haben. Diese motivieren zusätzlich und helfen dabei, die graue Theorie in die Praxis umzusetzen.

Mitropa Music Tastenzauberei

Die Mitropa Music Tastenzauberei Klavierschule richtet sich an Kinder im Vor- und Grundschulalter. Praktisch ist die Spiralbindung, denn wer schon einmal ein etwas dickeres Buch mit Klebebindung auf ein Notenstativ gestellt hat, weiß, was das bedeutet: Es klappt wieder zu! Man biegt es dann so lange in die Gegenrichtung, bis es irgendwann einmal mit der Hilfe von Wäsche- oder Notenklammern offen stehen bleibt. Meistens verwandeln sich die Klavierschulen dann aber auch innerhalb kürzester Zeit in „Lose-Blatt-Sammlungen“, weil sich Seiten aus der Klebebindung lösen.

Das passiert bei der Mitropa Music Tastenzauberei Klavierschule von Aniko Drabon jedenfalls nicht. Schon der Einband ist ansprechend gestaltet und der kleine Bär vom Cover begleitet die jungen Pianisten durch die komplette Klavierschule.

Das Noten-Layout ist bei den Spielstücken ansprechend und zusätzlich zur Schülerstimme gibt es auch eine Lehrerbegleitung, die auch auf den Play-along-Aufnahmen zu hören ist. Praktischerweise liegen die Demostücke und Playbacks nicht auf CD bei, sondern werden zum Download angeboten. Da viele Digitalpianos heutzutage auch Audiodaten von einem USB-Stick abspielen können, ist das eine sehr gute Lösung (auch für den Lehrer, der Online-Unterricht erteilt).

Die überwiegende Mehrheit der Stücke im ersten Klavierschulband besteht aus Eigenkompositionen. Einige wenige Kinderlieder sind enthalten sowie Stücke wie „Jingle Bells“, „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, „Laterne, Laterne“, „Kuckuck“, „Happy Birthday“ oder „Yankee Doodle“.

Was mir besonders gut gefällt: Die Stücke im ersten Band der Klavierschule sind größtenteils mit dem Liedtext versehen, sodass die Kinder mitsingen können. Ich habe im Unterricht die Erfahrung gemacht, dass gerade die jüngeren Kinder sehr gerne bei ihren Spielstücken mitsingen und sie das zusätzlich motiviert, die Lieder zu üben. Sehr gut!

Die Zahl der bekannten Stücke nimmt im Laufe der vierbändigen Mitropa Music Tastenzauberei Klavierschule zu. Nach und nach kommen leichte Bearbeitungen bekannter klassischer wie moderner Stücke hinzu. Schon ab dem zweiten Band kommen das Spiel nach Akkordsymbolen und erste Improvisationen hinzu.

Der Schwierigkeitsgrad kann sich ab Band 3 und 4 schon sehen lassen. So spielen Schüler gegen Ende sicher Liedbegleitungen, synkopische Pop-Rhythmen und bekannte Stücke wie Comptine d’un autre été (aus dem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“) von Jan Tiersen oder das berühmte C-Dur Präludium von Johann Sebastian Bach. Auch eine schöne Bearbeitung von Smetanas „Die Moldau“ darf nicht fehlen.

Was sich nicht verändert, ist die Aufmachung. Das Notenbild wird von Band zu Band etwas kleiner, erhalten bleibt der Comic-Stil sowie der Bär aus dem ersten Band.

Die Mitropa Music Tastenzauberei Klavierschule kostet je nach Band zwischen 22,99 Euro und 27,99 Euro.

Schott Piano Kids

Ein Urgestein der Kinder-Klavierschulen ist sicherlich die Piano Kids Klavierschule von Hans-Günter Heumann. Durch die langjährige Marktpräsenz dieser Klavierschule sind nicht nur drei Klavierschulbände erhältlich, sondern drei Vorspielbücher, drei Aktionsbücher sowie neun Begleitbände auf allen Schwierigkeitsstufen.

Die Piano Kids Klavierschule eignet sich für Kinder ab sechs Jahren. Auch hier bestimmt im ersten Band ein Mix aus Eigenkompositionen und bekannten Melodien die Klavierschule. Comic-Figuren illustrieren die Klavierschule. Im ersten Band bleiben die Stücke noch im Fünftonraum, der dann im zweiten Band nach und nach erweitert wird. Im dritten Band geht es dann schon ordentlich zur Sache und wer bis hierhin durchgehalten hat, freut sich über die zahlreichen Klavierbände des Autors Hans-Günter Heumann, die von Klassik bis Pop oder Jazz alles abdecken.

Sehr gut gelungen ist das Konzept aus Klavierschule und Vorspielbände, wobei zu jeder Klavierschule ein passender Vorspielband gehört. So baut der junge Klavierschüler zügig ein Repertoire aus Stücken auf und es wird garantiert nie langweilig.

Die Aktionsbücher sollen spielerisch Wissen vermitteln und das Wissen aus den Klavierschulbänden vertiefen. Sie sind nicht unbedingt erforderlich, können bei Bedarf aber den Unterricht auflockern.

Hans-Günter Heumann hat eine sehr gute Internetseite heumannpiano.de, auf der zu jedem Unterrichtsband weitere von ihm veröffentlichte Notenbände empfohlen werden, die der Schüler auf dem gerade erlangten Spielniveau spielen kann. Hier darf man auch getrost abseits des Unterrichts zuschlagen, denn schließlich fängt das Musizieren da an, wo der Unterricht aufhört.

Die Spielbände gibt es mit und ohne CD. Mittlerweile werden auch zu einem geringen Preis MP3s zum nachträglichen Download angeboten, was ich sehr begrüße. Die Klavierschule Piano Kids richtet sich an Kinder von 6 bis 10 Jahren. Ich setze diese Klavierschule seit über 15 Jahren im Unterricht ein und sie hat bislang noch nie enttäuscht.

Piano Junior

Piano Junior von Hans-Günter Heumann richtet sich ebenfalls an Kinder, verteilt den Stoff aus drei Unterrichtsbänden aber auf vier Level. Auch hier gibt es die Klavierschulen, Theoriebücher, Konzertbücher sowie Duettbücher. Die Progression ist etwas sanfter als bei Piano Kids und auch Piano Junior setzt auf kindgerechte Illustrationen.

Piano Junior ist etwas moderner als Piano Kids und baut über eine eigene Internetseite die Brücke zu Online-Angeboten: Hier finden sich nicht nur Hörbeispiele zu allen Stücken, sondern weiteres Material wie Trainingsprogramme, Notenpapier, Klavierspiele, Rätsel sowie Videos zu einigen Stücken, die das Lernen unterstützen sollen.

Infos zu Piano Junier gibt es auf der Schott Internetseite.

Klavierschule für Jugendliche und Erwachsene

Klavierschulen für Jugendliche und Erwachsene zeichnen sich häufig dadurch aus, dass das Design nicht mehr verspielt, sondern eher nüchtern ist. Die Spielstücke und Spielhinweise stehen im Vordergrund. Dabei unterscheidet sich das Notenmaterial im ersten Jahr kaum. Kinderlieder werden jedoch oft durch Eigenkompositionen ersetzt.

Viele Klavierschulen für Jugendliche und Erwachsene berücksichtigen, dass weniger Zeit zum Üben zur Verfügung steht und die knappe Zeit optimal genutzt werden muss. Oft zeichnen sie sich durch eine recht gemächliche Lernkurve aus und pro Schwierigkeitsgrad stehen mehrere Stücke zur Verfügung.

Das Repertoire umfasst Stile wie Folk, Pop, Rock, Boogie, Jazz und Klassik. Themen wie das Spielen nach Akkorden, Improvisation, Walking Bass, Liedbegleitung gehören in der Regel dazu.

Meistens gibt es bei diesen Klavierschulen maximal zwei Bände, häufig sogar nur einen Band. Die Klavierschulen sollen die Lernenden schnell dazu bewegen, nach fremden Notenmaterial spielen zu können.

Gerig Musikverlag Play Piano

Die Klavierschule Play Piano umfasst auf 192 Seiten alles, was man für den Anfang wissen muss. Zwei CDs und QR-Codes zu Online-Versionen inklusive „Slow-Versionen“ der Stücke laden zum Selbststudium ein. Blues, Pop, Rock, Klassik, Filmmusik – all das umfasst Play Piano. Für viele jugendliche Schüler ist bestimmt „Comptine d’un autre été“ zusammen mit „The river flows in you“ eines der Highlights der Klavierschule.

Wenn mit dieser Klavierschule gearbeitet wird, empfiehlt sich in jedem Fall, sie durch weitere Spielbände anderer Verlage zu ergänzen. Jugendliche und Erwachsene sollten sich diesbezüglich bei Hans-Günter Heumann umschauen, der mit seiner „Piano gefällt mir!“ Reihe sehr viel Chart- & Filmmusik-Hits für Klavier bearbeitet hat.

Alfred Music Publishing Klavierschule für Erwachsene

Die Afred Music Publishing Klavierschule für Erwachsene ist ein Standardwerk. In drei Bänden vermitteln die Autoren die Grundlagen des Klavierspiels. Sie eignet sich hervorragend zum Selbststudium und ist demzufolge eines der meistgenutzten Lernwerke von erwachsenen Klavierschülern, die autodidaktisch das Klavierspielen erlernen.

Durch eine sehr sanft ansteigende Lernkurve eignet sich diese Klavierschule hervorragend für erwachsene Schüler, die das Üben in einen ohnehin anstrengenden und vollen Arbeits- und Familienalltag integrieren müssen. Für Jugendliche ist die Alfred Klavierschule für Erwachsene weniger gut geeignet. Die enthaltenden Stücke sind für Jugendliche wenig motivierend und auch jüngere Erwachsene werden sich hier weniger angesprochen fühlen.

Eine CD mit Demoaufnahmen ist ebenfalls enthalten.

Auch aus dem Alfred Music Publishing Verlag gibt es zahlreiche Ergänzungsbände mit Stücken aus Pop und Klassik, die man parallel zur Alfred Klavierschule für Erwachsene einsetzen kann. Anders als bei Hans-Günter Heumann sind diese aber didaktisch weniger gut in die Klavierschule eingebunden, sodass man unter Umständen nicht sofort alle Stücke spielen kann, weil diese teils noch zu schwer sind.

Schott Klavier spielen – mein schönstes Hobby

Am Namen Heumann kommt man bei Klavierschulen offenbar nicht vorbei. Schon etwas in die Jahre gekommen, aber immer noch gut, ist „Klavier spielen – mein schönstes Hobby“ von Hans-Günter Heumann. Die aktuellen Ausgaben wurden mittlerweile um ein Online-Angebot ergänzt, um sie wieder zeitgemäß zu machen.

Diese Klavierschule aus zwei Bänden richtet sich laut Autor an Jugendliche und Erwachsene, wobei ich die Erwartungshaltung von Jugendlichen nicht uneingeschränkt erfüllt sehe. Stücke wie „Hänsel und Gretel“ dürften eher befremdlich wirken. Dennoch bietet diese Klavierschule alles, was man zum Erlernen des Instruments benötigt und ist didaktisch immer noch auf der Höhe der Zeit. Es werden viele Stile abgedeckt.

Insbesondere in Band 2 geht es vom Schwierigkeitsgrad her ordentlich zur Sache, dafür gibt es aber auch einen musikalisch breiten Querschnitt, wenn auch immer noch mit wenig anregendem Material für Jugendliche.

Empfohlen seien auch die zwei Spielbücher passend zu den Musikschulbänden 1 und 2. Wer diese beiden Musikschulen samt Spielbüchern durchgearbeitet hat, hat ein durchaus fortgeschrittenes Spielniveau erreicht und kann sich problemlos mit Notenmaterial bis zum mittleren Schwierigkeitsgrad eindecken.

Erneut empfehle ich dazu den Besuch der Website von Hans-Günter Heumann und das Stöbern in seinen vielen Notenausgaben. Hier werden dann auch Jugendliche fündig.

Klavierschulen für moderne Stile, Liedbegleitung und Wiedereinsteiger

Nicht jeder möchte Klassik spielen, solistisch oder gar nach Noten. Liedbegleitung, freies Klavierspiel, das Spiel in einer Band und mehr sind angesagt wie nie zuvor. Jugendliche und Erwachsene interessieren sich gleichermaßen dafür. So finden sich zahlreiche Videos auf TikTok und YouTube, die junge Menschen beim Improvisieren zeigen, beim freien Klavierspiel oder beim Spielen eigener Kompositionen.

Schott Smart Piano

Doch auch für diese Art des Klavierspiels benötigt es eine gute Spieltechnik und einige Grundlagen. Der langjährige Keyboards-Autor Wolfgang Wierzyk (wer erinnert sich noch an seine fabelhaften Transkriptionen für Orgel, Klavier und Keyboards von Chart-Hits in den 1980er- und 1990er-Jahren?) hat sich mit der Klavierschule Smart Piano das zur Aufgabe gemacht.

Smart Piano will nicht abkürzen, sondern beschränkt sich auf die wichtigsten Punkte des Klavierspiels, um eben die eigene Entscheidungsfähigkeit zu fördern, in welche Richtung es anschließend weitergehen soll. Ob nun Pop, Rock, Blues, Boogie, Jazz, Klassik, begleitendes Klavierspiel, freies Klavierspiel, alles ist möglich.

Auf 88 Seiten kommt auch die Gehörbildung nicht zu kurz, was bei Klavierschulen ein Novum ist. Am Ende weißt du, was ein 12-taktiges Bluesschema ist und wie man einen Blues- oder Rock’n’Roll-Song stilecht begleitet (oder improvisiert). Akkorde sind keine höhere Mathematik mehr.

Sicherlich können auf nur 88 Seiten nicht alle Facetten der Musiktheorie und des Klavierspiels abgearbeitet werden, aber für das zielgerichtete Lernen des Klavierspiels mit der Unterstützung weiterer Materialien ist Smart Piano gut geeignet.

Einmal mehr seien hier die Spielbände von Hans-Günter Heumann empfohlen, der auch zu bestimmten Musikstilen Material anbietet. Auch die Alfred Pop Piano School für Einsteiger (Florian Tekale) könnte parallel genutzt werden.

Voggenreiter Tastendrücker

Tastendrücker von Herb Kraus aus dem Voggenreiter Verlag bezeichnet sich als „Die ultimative Klavier- und Keyboardschule“. Sie wird mit einer CD und Download-Material geliefert.

Die Klavierschule deckt ein weites Spektrum unterschiedlicher Musikstile ab. Leider kommt man, wie so oft, auch hier nicht an volkstümlichen Melodien im Fünftonraum vorbei. Allerdings wird man dann in der zweiten Hälfte der Musikschule mit modernen Stilen, Begleitfiguren und mehr belohnt.

Leider hört Tastendrücker dann auf, wenn es spannend wird. Einen zweiten Musikschuleband zur Vertiefung scheint es noch nicht zu geben. Da die Klavierschule schon 2009 erschienen ist, ist damit wohl auch nicht mehr zu rechnen. Wer mehr wissen will, muss sich anderen spezialisierten Musikschulen aus dem Voggenreiter-Programm oder aus anderen Verlagen zuwenden. Schade.

Hal Leonard Really Easy Piano 40 of the Most Beautiful Songs Ever

Dieses Buch ist eher Songbook als Klavierschule, bietet sich aber perfekt für all diejenigen an, die eine Klavierschule nutzen und im Selbststudium oder Klavierunterricht modernes Material spielen möchten.

Der Zusatz „Really Easy Piano“ sollte gedanklich gestrichen werden, denn es sind zwar einige recht einfache Stücke für blutige Anfänger mit dabei, die man sicherlich nach einem Jahr Klavierunterricht mit etwas Üben spielen kann, die meisten Stücke haben jedoch ein fortgeschrittenes Niveau.

Schüler im zweiten bis dritten Klavierjahr sollten hier allerdings fündig werden. Fingersätze und Akkordsymbole sind genauso enthalten wie Songtexte zum Mitsingen. Auf diese Weise eignet sich dieses Songbook für eine Vielzahl von Spielstilen vom Spielen nach Noten bis hin zum freien Klavierspiel oder der Liedbegleitung nach Akkorden.

Zu jedem Song gibt es noch einen Spieltipp, der den Einstieg erleichtern soll. Die Stücke sind gut arrangiert und viele Begleitungen lassen sich gut auf andere Songs übertragen. Eine ideale Ergänzung zu den hier vorgestellten einbändigen Klavierschulen.

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Fazit

Es gibt unzählige weitere Klavierschulen am deutschen Markt. Englischsprachige Klavierschulen, die oft den autodidaktischen Ansatz noch stärker unterstützen, wurden hier gar nicht berücksichtigt. Wer sich dafür interessiert, sollte vor allem bei Alfred Music Publishing vorbeischauen.

Wie bei Musikinstrumenten ist auch die Wahl einer Klavierschule oft recht individuell und manchmal passt die Klavierschule einfach nicht zum Schüler. Dann sollte man nicht davor zurückschrecken, das seinem Lehrer oder der Lehrerin mitzuteilen oder im Selbststudium ein anderes Lehrwerk auszuprobieren. Schließlich soll Klavierspielen Spaß machen und nicht im Frust enden.

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Über den Autor
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Markus Galla RED

Studium Musik (Klavier/E-Gitarre) und Germanistik, Audio Engineer Diplom (SAE), seit 2009 freiberuflich selbstständig als Fachredakteur, Tontechniker, Musiker (Keyboarder und Gitarrist), Musiklehrer. Autor von "Tontechnik in der Schule" (Lugert Verlag), "Heavy Metal" (Lugert Verlag), Herausgeber und Co-Autor von "Amadeus 1" (Lehrbuch Musik für Gymnasien), Autor hunderter Fachartikel in Print- und Online-Medien

www.markusgalla.com

Referent/Workshop-Leiter für

- Beschallungstechnik ...

Forum
  1. Profilbild
    unifaun

    Schön, dass es endlich einmal einen Beitrag zu diesem Thema gibt.

    Ich spiele – mit Unterbrechungen – bereits seit den 2000er Jahren leidlich Klavier und habe daher einige Schulen ausprobiert bzw. durch exerziert, u. a. Heumanns „Klavierspielen, mein schönstes Hobby“ und Alfreds „Klavierschule für Erwachsene“.

    Eine, die mich aber wesentlich weiter gebracht hat, weil sie auf spielerische Weise auch moderne Stile und Spielweisen vermittelt, fehlt hier leider in der Aufzählung:

    Jens Rupps „Meine 1. (2. /3. /4.) Klavierschule“ vom Artist Ahead-Verlag, die auch sehr gut musiktheoretische Kenntnisse vermittelt. Ich spiele die Stücke aus den unterschiedlichen Bänden immer wieder gern.

    [LEFT][URL=“https://www.thomann.de/de/artist_ahead_musikverlag_meine_erste_klavierschule.htm“]Artist Ahead Musikverlag Meine erste Klavierschule![/URL][/LEFT][B][/B][LEFT][URL=“https://www.thomann.de/de/artist_ahead_musikverlag_meine_erste_klavierschule.htm“][IMG]https://thumbs.static-thomann.de/thumb//bdbmagic/pics/prod/396954.jpg[/IMG][/URL][/LEFT]

  2. Profilbild
    Phunk

    Eine vielleicht sehr subjektive Sichtweise, aber das ist einer der „Artikel“ hier, den ich als nichts anderes als Affilitate-Marketing für Thomann empfinde. Verkauf und Upsell im redaktionellen Kleid mit mehr Thomann-Links als Inhalt.

    Bezeichnend auch: Apps völlig außen vor, denn die werden bei Thomann nicht verkauft.

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @Phunk Das Magazin finanziert sich nun einmal über Affiliate Marketing und ist deshalb für die Leser kostenlos. Niemand zwingt dazu, die Links zu benutzen.

      Die Zusammenstellung beruht auf meiner Erfahrung als Klavierlehrer. Gerne hätte ich noch Fotos mit Auszügen eingestellt, was aber aus urheberrechtlichen Gründen nicht möglich ist. Darüber hinaus verweist der Text auch auf die Internetseite von Herrn Heumann und Produkte, die bei Thomann nicht erhältlich sind.

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