Viele Plug-ins, viele Optionen und vor allem viel Spaß!
Modulationseffekte können jeden Sound zum Leben erwecken, indem sie auf unterschiedliche Weise für Bewegung sorgen. In unserer aktuellen Reihe der besten kostenlosen Plug-ins für die DAW wollen wir euch dazu in diesem Beitrag eine aktuelle Übersicht zeigen. Hier findet ihr zunächst die Links zu den bisherigen Auflistungen:
- Die besten kostenlosen Delay Plug-ins für die DAW
- Die besten kostenlosen Reverb Plug-ins für die DAW
- Die besten kostenlosen Filter Plug-ins für die DAW
- Die besten kostenlosen Distortion Plug-ins für die DAW
Was zu Zeiten von Jimi Hendrix noch total weltfremd klang, gehört heute zum guten Ton. Zu den klassischen Modulationseffekten zählen Chorus, Phaser und Flanger. Noch klassischer sind allerdings so einfache Effekte wie beispielsweise Tremolo und Vibrato oder auch Ring- und Frequenzmodulation. Für die folgende Auflistung habe ich mich auf maximal fünf von einer Kategorie beschränkt und die letztgenannten zu einer Kategorie zusammengefügt.
Die besten kostenlosen Modulation Plug-ins für die DAW
- Chorus: 1 – 5
- Phaser: 6 -10
- Flanger: 11 – 14
- Weitere: 15
Die Auflistung der Plug-ins folgt keiner speziellen Wertung:
Acon Digital Multiply
Das Acon Digital Multiply ist eines der Plug-ins, bei dem man sich fragt, warum es kostenlos ist. Hier bekommt man einen wirklich hochwertigen Klang. Kein Wunder, liegt der Fokus von Acon Digital doch eigentlich auf Mixing-, Mastering- und Restauration-Plug-ins.
Die Oberfläche des Plug-in ist aufgeräumt und überschaubar. Mit bis zu sechs Stimmen, einem Pre-Delay und Frequenz- und Amplitudenmodulation, ist der Acon Digital Multiply aber durchaus flexibel einsetzbar.
Green Oak Software Cesium
Green Oak Software hat mit Crystal bereits 2002 einen echten Klassiker erschaffen. Über 20 Jahre später meldet sich der Gründer und Entwickler Glenn Olander mit zwei neuen Plug-ins zurück (zwischenzeitlich war er nicht untätig und hat für Spectrasonics gearbeitet).
Eines davon ist ein Chorus-Effekt namens Cesium. Das andere ist nebenbei erwähnt, ein Delay und hätte einen Platz im entsprechenden Beitrag verdient gehabt, war mir aber damals noch unbekannt. Beide Plug-ins kommen in einem mächtigen Steampunk-Look um die Ecke. Cesium kann etwas mehr als nur Chorus und erinnerte mich zunächst etwas an den Voice Designer von Steinberg Nuendo. Persönlich würde ich Cesium wohl eher für Sound-Design nutzen und auf Stimmen und Alltagsgeräuschen anwenden, doch mit ihm lassen sich auch sehr schöne musikalische Ergebnisse erzielen.
Kilohearts Chorus & Ensemble
Kilohearts hat in seinem kostenlosen Bundle gleich zwei Chorus-Effekte an Bord. Einen eher einfachen, klassischen Chorus-Effekt und einen Ensemble-Effekt für noch mehr Fülle.
Chorus bietet bis zu drei Stimmen und Regler für Delay, Spread, Depth, Rate und Mix. Ensemble schafft bis zu 16 Stimmen und hat lediglich drei Regler für Detune, Spread und Mix. Darüber hinaus gibt es eine Modulationsquelle namens Motions für das Ensemble Plug-in. Motions moduliert die Phase aller Stimmen und soll störende Flanger-Effekte vermeiden.
TAL-Chorus-XL
Der TAL-Chorus-XL ist der Klassiker schlechthin unter den Chorus-Effekten. Er ist eine Emulation des legendären Chorus des Roland Juno-60. Dementsprechend gibt es zwei Modi, die jeweils einen etwas subtileren und einen recht starken Chorus-Effekt erzeugen. Auch das auffällige Rauschen des Originals wird hier nachgeahmt.
Dazu gibt es noch einen Dry-/Wet-Regler, einen für die Eingangslautstärke und einen für die Stereobreite. Ein absolutes Must-have!
Oblivion Sound Lab OSL Chorus
Der OSL Chorus von Oblivion Sound Lab ist eine reduzierte Version des kostenpflichtigen Multi-Chorus. Genauer gesagt ist er reduziert auf den Sixty-Mode, der ebenfalls einen Roland Juno-60 emuliert. Der OSL Chorus unterscheidet sich jedoch in zwei Punkten deutlich vom TAL-Chorus-XL. Zum einen fehlt das Rauschen und zum anderen ist er durch ein integriertes Filter etwas flexibler.
Adam Szabo Phazor
Mit dem Phazor stellt uns Adam Szabo seine Variante des integrierten Phasers eines Access Virus vor. Die Parameter sind für einen Phaser-Effekt sehr typisch: Es gibt einen Regler für die Frequenz, das Feedback und die Stereobreite, einen Mix-Regler und für den LFO noch Rate und Depth. Auswählen lassen sich zwischen einer und sechs Stufen.
Einen Vergleich kann ich zwar nicht anbieten, aber der Adam Szabo Phazor klingt zumindest toll, hat einen eigenen Charakter, ist sehr CPU-freundlich und natürlich kostenlos.
Audio Damage PhaseTwo
Nachdem der Audio Damage PhaseTwo von dem, zugegeben etwas besser klingendem, PhaseThree abgelöst wurde, gibt es das Plug-in nun kostenlos. PhaseTwo ist eine Emulation des legendären Mu-Tron Bi-Phase, dessen Hauptmerkmal eine duale Phasenverschiebung ist.
Das etwas fragwürdige GUI der Software-Variante täuscht und PhaseTwo ist eine durchaus nette Alternative zu seinem Vorbild. Der Audio Damage Phase Two sorgt immer wieder für Ergebnisse, die sich deutlich von anderen Phaser-Effekten unterscheiden.
Full Bucket Phaser
Der Full Bucket Phaser ist ein CPU-freundliches Plug-in mit Vintage-Charakter. Es lässt sich zwischen vier und acht Stufen wählen und es gibt Regler für Frequenz, Breite und Feedback. Ein LFO und ein Mix-Regler runden das kleine, aber feine Plug-in ab.
Chow DSP ChowPhaser
Der Chow Phaser von ChowDSP ist inspiriert vom Schulte Compact Phasing ‚A‘ (Gerd Schulte Audio Elektronik), manchen vielleicht auch bekannt als der „Krautrock Phaser“. Es gibt für den linken und rechten Kanal jeweils neun Parameter. Über einen LFO können verschiedene dieser Parameter moduliert werden. Über einen sogenannten „Skew“-Wert wird die komplexe Schaltung des Originals nachgeahmt, was zu einer nichtlinearen Charakteristik führen soll. Der Chow Phaser hat einen eher rauen und vor allem eigenen Charakter.
OhmForce Mobilohm
OhmForce hat seit geraumer Zeit seine Legacy-Produkte als kostenlose Downloads bereitgestellt. Wer sich also gerne etwas abseits der Norm wohlfühlt, findet hier auch etwas zum Thema Modulation. Genauer gesagt einen Multi-Phaser namens Mobilohm. Zwar sind aktuell einige Plug-ins von OhmForce nicht bei mir nutzbar (ich vermute es liegt an macOS Sequoia), ich hoffe aber, dass nur die wenigsten unter den Lesern davon betroffen sind.
Mobilohm hat zwei verschiedene Benutzeroberflächen. Eine klassische und eine im typischen OhmForce-Style. Jeder Parameter kann über einen LFO moduliert werden und einen Hüllkurvenfolger sowie einen Hüllkurvengenerator, gibt es ebenso. Die vier Phaser-Schaltungen lassen sich in jeweils vier Bänder aufteilen, haben ein Bandpassfilter und drei auswählbare Algorithmen. Von klassischen Vintage-Effekten bis hin zu wilden Klangexperimenten ist hier alles möglich.
MeldaProduction MFlanger
Der MFlanger von MeldaProduction ist wohl der funktionsreichste Flanger-Effekt von allen. Wer auch bis ins letzte Detail gehen und volle Kontrolle behalten möchte, der kommt an den MFlanger nicht vorbei.
Wie für Plug-ins von MeldaProduction üblich, lassen sich die Oszillatoren ganz einfach individuell einstellen und nach Belieben verformen. Darüber hinaus gibt es noch einen Harmonic-Mode und eine Röhrensättigung. Es gibt aber natürlich auch einige nützliche Presets, wobei man ungemein viel Potential verschenkt, wenn man sich nicht etwas tiefer mit dem MFlanger beschäftigt.
Auch für Mehrkanalformate ist der MFlanger gewappnet und verarbeitet auch separate Mid- oder Side-Signale, bis zu 8 Surround-Audiokanäle und sogar Ambisonics 7. Ordnung mit 64 Kanälen.
Valhalla Space Modulator
Oberflächlich betrachtet sieht der Valhalla Space Modulator nicht sonderlich vielfältig aus. Es gibt jedoch elf unterschiedliche Algorithmen, die von Through-Zero-Flanging und Barberpole-Flanging bis hin zu Echo- und Halleffekten so einiges Ungeahntes hervorzaubern können. Der Valhalla Space Modulator klingt modern und geht weit über einen einfachen Flanger-Effekt hinaus.
Blue Cat Flanger
Der Blue Cat Flanger ist ein wahrer Klassiker unter den Flanger-Plug-ins, ebenso wie der Phaser, der einen Platz hier ebenso verdient hätte. Es gibt zwar keine sonderlich speziellen Funktionen, doch der Blue Cat Flanger klingt auch nach all den Jahren immer noch gut und aktuell. Stilistisch kann man ihn eher zur Kategorie Vintage einordnen, wobei kein spezielles Gerät nachgeahmt wird.
Kilohearts Flanger
Der kleine Kilohearts Flanger ist einfach, aber durchdacht und vor allem nützlich. Parameter für Delay, Depth, Rate, Spread, Feedback und Mix sind zunächst nichts Ungewöhnliches. Dazu gibt es aber noch eine Offset-Funktion mit Modulator und zudem punktet der Kilohearts Flanger durch niedrigen Ressourcen-Bedarf.
Weitere Modulations-Effekte
Für alle, die gerne noch etwas tiefer in puncto Sound-Design gehen, gibt es natürlich noch einige weitere Modulationseffekte. Allen voran würde ich die beiden Bundles von MeldaProduction und Kilohearts empfehlen.
MeldaProduction beschert uns Tremolo, Vibrato, Auto Panner, Phase Shifter, Frequency Shifter und einem Ring Modulator. Alles in gewohnt guter Qualität und mit einigen weitreichenden Funktionen.
Im Kilohearts Bundle befindet sich unter anderem noch ein Ring Modulator, ein Frequency Shifter und ein Pitch Shifter.
Mit diesen beiden Bundles hat man eine wirklich gut klingende und abwechslungsreiche Effektsammlung parat.
Einen weiteren, sehr guten Frequenzschieber gibt es noch von Full Bucket Music.


















































Als von Native Instruments die Crush & Mod Plugins erschienen – sprich: Freak, Dirt, Flair, Bite und Choral – dachte ich zuerst: Wer braucht den Quatsch! Aber inzwischen sind diese kleinen Helferlein aus keiner meiner Produktionen mehr wegzudenken. Sie sind simpel in der Bedienung, und auch das GUI ist optisch nur 2D. Einziges Manko: Da sie doch relativ winzig sind, hätte ich mir eine vierstufige Skalierung gewünscht. Und natürlich sind sie nicht umsonst. Inklusive der DAW-Stock-Plugins bin ich gut bedient und brauche keine weiteren Effekte. Aber es sind nützliche Tools, um Klänge lebendiger zu gestalten. Da wir aber beim Thema umsonst sind, habe ich trotzdem einen Tipp: den iZotope Vocal Doubler. Interessanterweise klingt er gerade bei Vocals IMO tatsächlich nicht besonders schön, aber auf einem Synthesizer-Sound bringt das Teil eine Art LoFi-Chorus-Effekt. Ebenso gibt es nur einen Regler – die Bedienung ist also selbsterklärend. Fazit: Benutzt öfter Effekte!
@Filterpad guter Tipp mit dem Vocal Doubler, der hat mir für Vocals nämlich auch nie gefallen ;)
Schöne Aufstellung, Jens, thx. Worüber ich mich immer wieder wundere, sind die drastisch unterschiedlichen Ansätze bei der GUI. Chow Phaser, Kilohearts, Valhalla sind klar, sofort begreifbar. Cesium oder Ohm, das erinnert mich an eine optische Schnitzeljagd. Für mich nicht nachvollziehbar. Ein Original, das aussehen würde wie Cesium, da kann der eine oder andere sich noch an maschinenbaulichen Feinheiten ergötzen. Aber das hier ist Software!! Hat nix mit cool zu tun. Ist einfach nur ein Werkzeug.
@Tai Ja, dieser schaut schon sehr speziell aus. So ein Teil würde man wahrlich gerne eher als Hardware besitzen. Komischerweise wirken solche Softwarelösungen eher „billig“, siehe auch der kleine Steam-Punk- Ableger Kinetic Metal, der nicht von Native Instruments entwickelt wurde, sondern von einem Herr Savage (allerdings für bzw. in Verbindung mit NI). Herr Savage muss auch immer extra Designerbierchen schmieden, die optisch ausgefuxter sind wie der Klang und auf jeder Steam-Punk Messe den 1. Platz gewinnen würde. Ich persönlich bin ein Freund der Mitte. Also „leichtes“ 3D. Der neue Massive X ist mir schon fast zu schlicht, hingegen den alten finde ich perfekt! Auch der Synapse Audio Dune ist optisch „genau richtig“, wenn die Bedienung nur nicht so strange wäre. Software die optisch eher an Win 95 erinnert muss allerdings auch nicht mehr sein. Siehe FM8 oder Absynth. Daher plädiere ich auch immer für ein neues GUI derer, weil klanglich sind diese, besonders der Absynth, überdurchschnittlich gut für heutige Verhältnisse. Aber diese Mikroschrift muss nicht mehr sein.
@Tai bei Ohmforce gehört das ja quasi zum Image, bevorzuge aber auch lieber ganz einfache GUIs :)
Bei der Flut von Software Instrumenten sowie PlungIns hat man fast kaum noch eine Chance den Überblick zu bekommen.
Es ist schön, dass es so viele unterschiedliche Wege und Tools gibt Musik zu machen, sie zu bearbeiten oder ein Finisch zu erstellen. Der Faktor Zeit macht es jedoch kaum möglich, alles auszuprobieren.
Es ist schon eine unglaubliche Vielzahl von Pay PlugIns und Instruments auf dem Markt, die wirklich sehr gut sind und den Workflow verbessern.
Ich persönlich habe es jedoch aufgegeben auch noch die Freebies einzubeziehen. Dennoch toll, dass immer wieder neue Artikel mit Zusammenstellungen erscheinen. Das hilft sicher vielen, wenigsten ein wenig den Überblick zu behalten oder neues kennezulernen.
Ein Dankeschön an die Redaktion. 🙂
@Mixit Guter Einwand weil ich setzte auch keine Freebies mehr ein, bis auf Percussionssamples. Das hat aber nichts mit denen als solches zu tun, sondern, mit der Zeit steigt einfach der Anspruch und vor 10 Jahren waren die Freebies auch noch qualitativ wirklich „mau“. Auch da hat sich viel getan, so mal es heutzutage leider auch schlechte und eher teure Software gibt wie auch günstige und trotzdem gute. Es wird immer schwieriger dies zu erkennen. Ich persönlich habe nichts von Cherry Audio. Aber beim Thema ‚bezahlbar und gut‘ würde mir spontan diese Company einfallen. Hingegen muss Native Instruments langsam aufpassen meiner Ansicht nach, damit sie sich nicht verbrennen. Besonders denen ihre Play-Series kostet richtig Geld und ist leider ziemlich schlecht. Auch der teure Massive X kann klanglich dem „alten“ (noch) nicht das Wasser reichen. Warum sie nicht Teile wie Absynth einfach mal ein neues GUI und ein paar neue Presets verpassen, möchte sich mir nicht erschließen. Klangerzeuger benutze ich nur noch eher hochwertige. Sauberer Klang ist nicht das wichtigste in der Musik, aber ich habe es gerne klar und druckvoll im Klangbild und es muss alles problemlos funktionieren – fertig.
@Mixit Ich kann es verstehen, dass du sagst, du hast nicht genug Zeit, um alle Freebies zu testen. Aber sie auszuschliessen kann doch nicht der richtige Weg sein. Der Preis sagt fast gar nichts über die Qualität aus.
@Filterpad Auf PlugIns wie Supermassive von Valhalla, Triple Cheese oder Zebra CM (beide u-he) möchte ich nicht mehr verzichten. Bei mir geht die Tendenz dazu, überhaupt keine Drittanbieter PlugIns mehr zu kaufen, das erleichtert auch den Projektaustausch mit Mitmusikern. Dann muss nicht jeder alles kaufen, nur um ein Projekt öffnen zu können. Wandlung zu Audio finde ich eher unterirdisch. Meine letzten Käufe (Desktop) setze ich überhaupt nicht ein, war für mich eine Fehlinvestition.
@Tai Absolut! Es gibt einige kostenlose Plug-ins auf die ich nicht mehr verzichten möchte! Bei den kostenpflichtigen sieht das tatsächlich ganz anders aus, die könnte ich auf ein paar wenige reduzieren.
Nun, ich habe auch nicht geschrieben, dass keiner mehr Freebies nutzen soll, sondern dass ich für mich entschieden habe, mir nicht mehr (alle) Friebies anzusehen. Das ein oder andere Freebie habe auch ich.
Ich habe einen gut sortierten „Werkzeugkasten“ was PlugIns anbetrifft, es geht ja schließlich darum die PlugIns auch einzusetzen und sie nicht nur zu sammeln. Wie gesagt, das ist nur meine Meinung.
Jeder kann und soll mit den PlugIns seiner Wahl arbeiten, ist doch gut.
@Mixit Da gebe ich dir völlig Recht. Sammeln ist ein ganz schlechter Ansatz für das musikalische Ergebnis. Gilt mMn. für Soft und Hard.
@Tai Absolut, denke bei dieser Erfahrung muss jeder Producer irgendwann durch.