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DIY: Making a Scratch-Machine – Numark PT01Scratch

7. März 2019

And the modding-madness goes on ...

DYI: Making s scratch machine - Numark PT01

DIY: Making s scratch machine – Numark PT01

Und weiter geht das freudige Gemodde. Ihr habt alle Teil 1 gelesen? Nein? Dann solltet ihr das schnell noch einmal nachholen. HIER findet ihr Teil 1, in dem wir uns ein wenig Strom besorgen und noch viel mehr. Geendet haben wir beim Thema Fader und genau da geht es auch nun weiter.

Dual-Rail-Fader JDDX2RS

Kein großes Wunder, dass auch Jesse Dean hier eine Lösung bietet. Der JDDX2RS ist ein Dual-Rail-Fader, Cut auf beiden Seiten und speziell entwickelt ohne Abnutzung zu Funktionieren. Zudem kann er an Stelle des Crossfader-Switches verbaut werden, passender Unterbau und Cover-Plate liefert Jesse Dean mit, ebenso eine Fader-Cap von Color Caps. Alles made in USA. Kostenpunkt für diese Lösung rund 80 Euro.

Numark PT01 Scratch

Der Lieferumfang des JDD Faders

Wie es der Zufall so will, war im Paket aus den USA dieser Fader anbei, so dass „unser“ PT01 Scratch diesen Fader von nun an besitzt.

Der Einbau gestaltet sich recht einfach. Offen ist unser PT01 Scratch ja bereits. Der Crossfader-Switch kann durch Lösen von zwei Schrauben entnommen werden, das Kabel auch von außerhalb von der Platine gelöst werden.
Innenseitig muss der Befestigungsring mit zwei Schrauben gelöst werden. An dieser Stelle wird der neue Ring eingesetzt, passend nur in einem bestimmten Winkel und verschraubt. Damit ist der Fader bereits installiert. Es fehlen nur noch der Anschluss des Kabels und die Installation der Cover-Plate an der Oberseite und die Fader-Cap.

Nun kommen allerdings zwei „aber“.
Zum einen sitzt der Fader im 90 Grad Winkel zur Vorderseite, nicht im 45 Grad Winkel, wie der Crossfader-Switch, zum anderen muss noch gelötet werden. Beides könnte ein Problem darstellen.

Numark PT01 Scratch

So funktioniert es direkt, aber so würde man den Fader nicht positionieren wollen

Die Position des Faders wie im ersten Moment ausschließlich möglich, taugt nur für Linkshänder. Wer mit der rechten Hand scratcht und die linke Hand am Fader hat, steht hier vor dem Problem der Fader-Position. Hier müsste der Fader um 90 Grad gedreht werden – oder man einigt sich auf die Mitte, 45 Grad Winkel zu den Seiten.

Problemlos funktioniert dies bei Positionierung des Fader im 45 Grad Winkel zur Vorderseite links unten nach rechts oben. Unsinnig jedoch, gebraucht werden würde lins oben nach rechts unten.

Dies aber lässt das Gehäuse in Kombination mit der Befestigungsplatte nicht zu, denn für diese gibt es hinsichtlich Fader-Position und des Stift an der Platte nur eine Position. Möchte man den Fader drehen, stößt dieser gegen einen der Kunststoffstifte, die als Abstandhalter dienen. Dieser muss vorsichtig entfernt werden, erst dann kann der Fader im gewünschten Winkel von 45 Grad verbaut werden.
Für eine Drehung um 90 Grad müssen beidseitig die Halterungen der ursprünglichen Befestigungsplatte entfernt werden.
Dafür bietet sich ein kleines Multifunktionswerkzeug mit kleiner Trennscheibe an. Hat man die Plastikteile entfernt, kann man die Befestigungsplatte nach Wunsch ausrichten und den Fader verschrauben.

Hat man beides entfernt, kann man die Befestigungsplatte positionieren, wie man möchte. Die vorhandenen Bohrungen lassen hierzu vier Positionen zu.

Also zuerst den Fader auf der Befestigungsplatte verschrauben. Diese wird dann von außen mit Schrauben durch die Cover-Plate und das Gehäuse verschraubt.

Numark PT01 Scratch

Der Fader verschraubt im Inneren

Der Anschluss des neuen Faders erfolgt über denselben Stecker, mit dem der Crossfader-Switch angeschlossen war, plug and play also.

Fertig sind wir aber noch nicht. Jesse Dean empfiehlt für einen sauberen Cut noch einen weiteren Arbeitsschritt. Von der Platine neben dem Lautsprecher muss ein Kondensator entfernt werden. C513 sitzt auf der Unterseite. Dazu muss man die Platine einmal ausbauen, die Abdeckung an der Oberseite vorsichtig entfernen oder genügen zur Seite biegen und den Kondensator entlöten.

Line- statt Phono-Pegel – Einbau eines Phono-Preamps

Wenn man eh schon fleißig am Gerät rumbastelt, kann man eigentlich auch gleich ein Problem des Numark PT01 Scratch lösen. Zwar besitzt dieser einen Phono-Preamp, allerdings ist dieser nicht von hoher Qualität und leistet auch nicht besonders viel. Verbaut man einen anderen Tonarm und/oder ein anderes Tonabnehmersystem, so ergibt es erst recht Sinn, den Preamp zu wechseln. Auch kann sich ein Wechsel positiv auf den Pegel des internen Lautsprechers auswirken, der, wie sich im Test zeigt, nicht überzeugt.

Auch hierzu gibt es bereits verschiedene Kits, unter anderem eines von Jesse Dean, JDDPHOPRE. Rund 30 $ kostet dieses Kit, es ist verhältnismäßig leicht zu installieren. Löten sollte man jedoch können, so viel vorab.

Numark PT01 Scratch

Phono-Preamp von Jesse Dean Design

Geliefert wird eine Platine mit dem Preamp, eine weitere Platine als Mittelstück, dazu später mehr, Schrauben und ein Kabel. Verbaut werden kann der Preamp auf den beiden Stützen, die vormals die Platine für den On/Off-Schalter für den Motor gehalten haben. Den haben wir da derweil ausgebaut, so ist hier Platz.

Die Kabel vom Tonarm, die auf der Platine des PT01 Scratch verlötet sind, werden gelöst, abisoliert und in die auf der Preamp-Platine verbaute Anschlussklemmenleiste verschraubt, siehe Foto hinsichtlich Belegung.

Sollten sich die Kabel nicht von der Platine ablöten lassen, einfach abschneiden. Bei mir waren die nicht nur verlötet, sondern auch um den kleinen Stecker herumgewickelt, daher half der Griff zur Zange. Es ist genügend Kabelweg vorhanden, um auf einige Millimeter verzichten zu können.

Ist dieser erledigt, muss man an die Platine des PT01 Scratch ran, genauer gesagt an die Unterseite. Von der Platine müssen die Kondensatoren C8 und C18 entfernt werden. Man kann diese natürlich abknipsen, entlöten ist ohne Frage schöner.

Numark PT01 Scratch

Die Kondensatoren müssen raus!

Der Stecker zwischen diesen beiden Kondensatoren wird abgezogen . An Stelle von diesem wird der Stecker der kleinen Platine des Preamp-Kits eingesteckt. Passend auf dieser wird der vorher abgezogene Stecker eingesteckt sowie die Verbindung zur Preamp-Platine mit dem mitgelieferten Kabel hergestellt. Die kleine Platine kann verschraubt werden über dem Ort, an dem vorher die Kabel vom Tonarm verlötet waren. Eine Bohrung dafür ist vorhanden.

Mit Strom versorgt wird der Preamp über das bereits verbaute Breakout-Board, das entsprechende Kabel ist verlötet und muss nur noch beim Schließen des Gerätes eingesteckt werden.

Hat man alles richtig verbaut, funktioniert nicht nur der Preamp einwandfrei, sondern man wird auch feststellen, dass der Numark PT01 Scratch nun einen deutlich höheren Schallpegel über den internen Lautsprecher wiedergeben kann. Aus den 75 -80 dBA werden nun schnell knapp über 105 dBA. Der interne Lautsprecher klingt natürlich immer noch schlimm, aber immerhin ist der Sound nun deutlich lauter.

Numark PT01 Scratch

So sollte es aussehen später!

Es werde Licht – Einbau einer Nadelbeleuchtung

Ebenfalls von Jesse Dean kommt das JDDTARGET Kit, eine kleine LED-Beleuchtung samt Gehäuse als Nadelbeleuchtung. Bei einem Kostenpunkt von 10,- bis 14,- $, je nachdem ob mit oder ohne Power-Breakout-Board eine kleine Investition.

Natürlich ist es eine Kleinigkeit, selbst eine LED zu verbauen, allerdings braucht man dafür auch das passende Gehäuse. Das Kit von Jesse Dean liefert dieses samt Schraubgewinde für das einfache Verbauen.

Numark PT01 Scratch

Die Nadelbeleuchtung samt Stecker und Mutter

Zuerst muss eine passende Position gefunden werden. Klassisch positioniere ich die Nadelbeleuchtung vor der Nadel dort, wo sie in der Regel auch zu finden ist. Rückseitig muss man dafür mittig im Batteriefach bohren, um das Loch für das Gehäuse zu schaffen. Mittig ist wichtig, sonst passt später die Mutter nicht auf das Gewinde.

Ich empfehle hier vorsichtig zu arbeiten, denn versaut man das Loch, versaut man auch die Metallplatte auf der Oberfläche. Empfohlen wird ein 6 mm Bohrer, ich bin etwas vorsichtiger. 3 mm Bohrer zum Vorbohren, danach fräse ich das Loch von der Oberseite sorgsam aus. So beschädige ich beim Bohren mit einem größeren Bohrer nicht die Coverplate des PT01 Scratch, danach sauber entgraten.

Ist das Loch fertig, steckt man nur noch Kabel und LED von oben durch und verschraubt die Mutter. Da man diese dank des geringen Platzes nicht drehen kann, schraubt man die LED am Gehäuse in die Mutter. Möglicherweise muss das letzte Stück mit Kraft erledigt werden, damit die LED korrekt ausgerichtet ist. Nun nur noch anschließen und fertig.

Numark PT01 Scratch

Das fertige Ergebnis

Die Alternative? Klar, die Alternative gibt es. Wer nicht aus den USA von Jesse Dean oder einem anderen Anbieter bestellt, kann natürlich auch selber basteln. Wer Lust hat, kann natürlich eine LED selber verbauen, als Gehäuse bietet sich zum Beispiel der obere Teil der Nadelbeleuchtung eines Technics 1210 an. Leider kostet dieses alleine schon mehr als ein Kit von JDD plus Frachtkosten. Unsinnig also, denn dieses müsste auch noch verbaut werden. Für den, der mit Gewindeschneider und Bohrer gut umgehen kann, sicherlich kein Problem, aber deutlich komplizierter.

Ein wenig einfacher ist es, eine Nadelbeleuchtung zu kaufen, wie man sie von den OEM-Plattenspielern her kennt. Diese enden ja durchgehend auf einem Cinch-Stecker und es gibt sie in Kunststoff oder auch Alu in Silber oder Schwarz. Man müsste nur im Gehäuse eine Cinch-Einbaubuchse an der gewünschten Stelle verbauen und könnte dann die LED stecken. Aber Achtung: Der Plattenteller liegt sehr flach, deutlich flacher als bei den OEM-Plattenspielern. Die gesteckte Nadelbeleuchtung würde am Ende über die Platte hinweg leuchten. Mehr Abstand wäre notwendig. Machbar aber fummelig. Wer Lust zum Basteln hat, wird hier aber sicher eine Lösung finden.

Serato-Interface im PT-01 Scratch

Integriertes Interface? Ich hätte nicht daran gedacht, aber wo ein Wille, da auch ein Weg. Offenbar war ein Wille dort und so hat Open Format in Zusammenarbeit mit Jesse Dean Design einen Weg gefunden, ein Serato Interface im PT-01 Scratch zu verbauen. Ein Denon DS-1 wird im Gerät verbaut, ein Kippschalter an der Seite des Gehäuses lässt dann zwischen Phono-Signal und dem Signal des Interfaces wählen. So kann Serato als Time-Code Vinyl-System direkt angeschlossen werden an den Player ohne externes Interface. 7“ Serato-Vinyl gibt es ja zum Glück.

Open Format OF/ID PT-01 Scratch

Einige Mods wurden nun genannt, gezeigt und eingebaut. In jedem Fall viel Tüftelkram. Außer man bestellt die entsprechenden Kits. Dann muss man nicht tüfteln, jedoch immer noch einiges basteln. Das liegt nicht jedem, aber auch hierfür gibt es Lösungen. Open Format bieten auf ihrer Homepage im Shop einen Konfigurator, der für den Numark PT01 Scratch verschiedene Tonarme, Fader, Start/Stop-Knöpfe, Pitch-Regler, Slipmats und Skins anbietet. Dazu auch Extras wie das verbaute Batterie-Pack oder Aluminium-Plattenteller.

Nicht zu verachten ist dabei allerdings auch der Preis. Ich habe mir natürlich den Spaß des Konfigurators einmal angesehen und einen konfiguriert. Ok, ich habe nicht gesagt, dass er hübsch ist, aber er hat alles. Vom Akkupack über Tonarm, Plattenteller, Pitch und Start/Stop-Taste und mehr. So kann man aus dem Startpreis von 130 $ schnell lockere 925,- $ machen.

Wie es aussehen kann? Das zeigt schon das Titelbild. Viele Variationen sind möglich, nicht alle gefallen jedem!

Ein gutes Schlusswort. Viel Spaß beim Basteln … oder Sparen.

Forum
    • Profilbild
      Bolle  RED

      Ich trage eine Mütze auf der steht „UPS“. Kein Scherz. Und, gut aufgepasst, korrigiert. Interessant, dass es bisher offenbar jeder überlesen hat. Das ist yolo. Merci!

      • Profilbild
        GioGio  AHU

        Nö, nicht übersehen. Unter dem Bild oben (Bildbeschreibung) steht immer noch DYI :D
        Aber is ja nicht schlimm, die meisten werden wissen, was Du meinst :)
        „Does Yoga injure“ is aber echt witzig XD

        Ansonsten: Echt interessanter Beitrag. Abgefahren.

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