DJ-Workshop: NI Traktor Software – Pegel

15. März 2018

Auf geht es in Teil 3 der Traktor DJ-Software Tipps Serie. Die anderen Workshops könnt ihr gern hier nachlesen

Teil 1: DJ-Workshop: NI Traktor Software, MIDI Mapping
Teil 2:  DJ-Workshop: NI Traktor Software, Settings

Sämtliche Artikel finden sich auch am untern Ende des Artikels noch einmal in der Übersicht.

Im dritten Teil unserer Reihe mit Tipps und Tricks zu Native Instruments Traktor DJ-Software geht es einzig uns allein um Pegel. Wie stelle ich die Gains richtig ein? Ist AutoGain empfehlenswert oder nicht? Limiter an oder aus? Was tut die Headroom-Option? Wie weit soll ich den Master aufdrehen?

Bevor es losgeht, noch zwei wichtige Anmerkungen: Ich setze ein bisschen Grundwissen zum Thema voraus und gehe bei Lautstärken und Ausgangspegel allgemein betreffend nicht auf jeden Punkt ein. Hier und heute ist wirklich nur Traktor das Thema, denn innerhalb der Software läuft es ein wenig anders, als der eine oder andere aus der analogen Welt gewöhnt ist. Und wenn ich „Traktor“ sage, dann meine ich auch ausschließlich die Software. Das ist für User von Native Instruments‘ „Kontrol“-Serie wichtig. Kontrol Z1, Z2, S2, S4, S5 und S8 haben ein dediziertes analoges Masterpoti. Dieses Potentiometer regelt den Ausgang der eingebauten Soundkarten und ist vollkommen unabhängig von der Software. Wenn die Software ein verzerrtes Ausgangssignal ausspuckt, könnt ihr es zwar am Masterpegelregler der Hardware durchaus noch ein Mal herunterregeln, aber es bleibt dabei genauso verzerrt, wie es aus der Software kam, nur ist es dann leiser.

Klar soweit? Dann los!

Mehr Druck? Runter mit der Lautstärke!

Ich beginne mit einer kleinen Anekdote: Vor ein paar Jahren spielte ich mit einem Kollegen eine Party. Jeder von uns hatte einen NI Controller, der am Clubmischer angestöpselt war. Er wurde immer lauter und ging mir damit ein bisschen auf die Nerven (ihr kennt das). Als ich ihn zum wiederholten Mal am Clubmischer leiser drehte, beschwerte er sich, weil ich „viel lauter“ wäre als er. Die Aussteuerungsanzeige am Mixer sprach dagegen, wir waren gleich laut ausgesteuert. Dennoch hatte er Recht. Sein Sound war flach und wenig druckvoll. Es wurde dann recht schnell klar, woran das lag. Ich hatte in Traktor noch gut 10 dB Headroom, bei ihm waren ständig die roten Lampen am Trekker am Leuchten.
Nachdem wir seinen internen Master auf einen sehr viel niedrigen Wert eingestellt und am Mischpult den verlorenen Pegel wieder aufgeholt hatten, klang sein Set wesentlich druckvoller und sauberer. Subjektiv fühlte es sich ungefähr doppelt so laut an.
Seitdem weiß ich, wie wichtig Headroom bei digitalen Systemen ist.

Native-Instruments-Traktor-Master-Pegel

Ganz schön pixelig, dieses Bild von Traktors Masterpegelanzeige.
Müsste nicht sein, wenn das Ding mal nicht so extrem klein wäre.

Was heißt eigentlich „0 dB“?

Wir zäumen das Pferd von hinten auf und beginnen mit einer ganz grundsätzlich Aussage zum Unterschied zwischen analoger und digitaler Signalverarbeitung: Es gibt digital keinen Headroom. Null, niente, nada. Wenn bei Traktors Masterpegelanzeige die roten Lampen angehen, dann gibt es genau zwei Möglichkeiten und beide klingen eher suboptimal. Ist der interne Limiter an, greift er ein, nimmt dem Signal den Punch und lässt es flach klingen. Ist der Limiter aus, verzerrt das Signal. Und zwar so, dass es auch wirklich jeder hört. Mit anderen Worten: Über 0 dB ist das Signal einfach kaputt. Es ist also unter allen Umständen zu vermeiden, dass die roten Lampen angehen. (OK, es gibt da meiner Meinung nach eine Ausnahme, aber dazu später.)

Aber was heißt denn überhaupt „0 dB“ in Traktor? Wir sprechen hier von dBFS, also dem Abstand vom absoluten Maximum, das die Software darstellen kann. Lauter geht nicht. Jeder Versuch, die Lautstärke weiter zu erhöhen, vermehrt nur die Verzerrungen oder zermatscht die Impulsspitzen. Je nachdem, ob der interne Limiter an oder aus ist.
Wie viel Pegel euer System tatsächlich ausgibt, hängt davon ab, was das Audiointerface daraus macht.

Forum
  1. Profilbild
    Kutscher

    Hallo Danke für den Artikel und vor allem ich hab den Autorin Boll übersehen. informativ und sehr akkurat sowie genau an der Praxis.
    Diesen von dir kritisierte Anhänger Fehler mitmtdenken trifft halt jedes Produkt welches im Minstream angekommen ist. Siehe Apple Systeme aktuell (ducken und weg).
    Zum Thema Pegel was ja auch gerne hieß diskutiert wird.
    Ich hatte mal Ben Kumpel, ja du Tribun, der sich Ultra hochwertige Kabel gekauft hat um deinen Controller aufzuwerten. Sein Fehler war sich zwei unglaublich teure Öhlbach SPDIF Digital Kabel zu kaufen . Ein Pegelbtest mit billigen Chinch Kabeln hat gezeigt das diese Deutlich mehr Pegel und vor allem im Bassbereich liefern. Hintergrund ist der Höhe Wellenwiederstand. Gitarristen kenne das Phänomän wohl besser.
    Es währe Cool wenn ihr auch einen genauso Detailierten Artikel über Anchlüsse und Signalformate im DJ Bereich bringen könntet.

    Gruß Kutscher

  2. Profilbild
    arnimhandschlag

    Dass du auf den Keylock eingehst finde ich gut, hätte noch mehr dazu kommen können: Führt öfters mal auch zu nem gehörigen dynamikverlust, produziert seltsame artefakte und im bassbereich auch zu pegelverlusten. der algorithmus fürs time stretching von traktor ist zwar super im vergleich zu was es sonst so gibt aber zaubern kann er halt auch nicht

    • Profilbild
      Walter Marinelli RED

      Hallo arnimhandschlag,

      danke für dein Feedback.

      In diesem Artikel geht es ausschließlich um Pegel und Lautstärken. Deswegen findet auch nur dieser Aspekt des Keylock Beachtung.

  3. Profilbild
    olafmol

    Wurde mich interessieren, ob und wie eind Pioneer Interface2 soundcard mit Traktor zusammenwirkt und auch auf das gleiche Volumen wie ein CDJ player wirkt?

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