E-Gitarre kaufen leicht gemacht | AMAZONA Gitarren-Akademie
Es geht los! Willkommen in der AMAZONA Gitarren-Akademie. Im ersten Teil unserer Workshop-Reihe zeigen wir dir, worauf es beim Kauf einer E-Gitarre für Anfänger wirklich ankommt – verständlich erklärt, praxisnah und ohne Fachchinesisch.
Worum geht es? Der erste Teil der AMAZONA Gitarren-Akademie richtet sich an alle, die ihre erste E-Gitarre kaufen möchten. Wir erklären die wichtigsten Grundlagen verständlich und zeigen, worauf Einsteiger beim Instrumentenkauf wirklich achten sollten.
- Grundlagen verstehen: Wie eine E-Gitarre funktioniert und wie aus einer schwingenden Saite schließlich Musik wird.
- Gitarrenformen kennenlernen: Stratocaster, Telecaster, Les Paul und SG im Vergleich – inklusive ihrer Stärken und typischen Einsatzgebiete.
- Anatomie einfach erklärt: Alle wichtigen Bauteile einer E-Gitarre – von der Kopfplatte bis zur Klinkenbuchse – verständlich erläutert.
- Praxisnahe Kaufberatung: Welche Ausstattung für Anfänger sinnvoll ist und warum der Verstärker mindestens genauso wichtig ist wie die Gitarre.
- Ideal für Einsteiger: Verständliche Erklärungen, hilfreiche Tipps und die perfekte Grundlage für die weiteren Module der AMAZONA Gitarren-Akademie.
Inhaltsverzeichnis
- Modul 1 – Die erste E-Gitarre
- Was kostet eine gute E-Gitarre?
- Was erwartet euch in diesem Ratgeber?
- Wie funktioniert eine E-Gitarre eigentlich?
- Die Saite – Hier beginnt jeder Ton
- Der Tonabnehmer macht aus Schwingungen Strom
- Welche Gitarrenform passt zu dir?
- Anatomie einer E-Gitarre – Die wichtigsten Bauteile einfach erklärt
Modul 1 – Die erste E-Gitarre
Warum der Einstieg heute einfacher und gleichzeitig schwieriger geworden ist
Der Kauf der ersten E-Gitarre war vermutlich noch nie so komfortabel wie heute. Gleichzeitig war die Auswahl aber auch noch nie so groß. Während man früher oft nur zwischen wenigen Modellen namhafter Hersteller wählen konnte, stehen Einsteigern heute Hunderte Instrumente in nahezu jeder Preisklasse zur Verfügung. Von der klassischen Stratocaster über moderne Metal-Gitarren bis hin zu Vintage-Nachbauten ist praktisch alles erhältlich. Und das häufig zu Preisen, die vor zwanzig Jahren kaum vorstellbar gewesen wären.
Genau darin liegt allerdings auch das Problem. Wer sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt, stößt schnell auf eine Flut technischer Begriffe. Humbucker oder Single-Coil? HSS? Mensur? Griffbrettradius? Locking-Mechaniken? Vibratosystem? Dazu kommen Diskussionen über Tonhölzer, Saitenstärken oder Halsprofile, bei denen selbst erfahrene Gitarristen nicht immer einer Meinung sind. Dabei muss aber niemand Gitarrenbauer sein, um die richtige erste E-Gitarre zu finden.
Viel wichtiger ist es, die grundlegenden Zusammenhänge zu verstehen. Hat man einmal begriffen, welche Aufgabe ein Tonabnehmer übernimmt oder warum sich zwei Gitarren unterschiedlich anfühlen können, verlieren viele technische Daten ihren Schrecken. Gleichzeitig wird schnell deutlich, welche Unterschiede tatsächlich hörbar oder spürbar sind und welche in Internetforen häufig größer diskutiert werden, als sie im Alltag tatsächlich ausfallen.
Dieser Ratgeber richtet sich deshalb bewusst an Einsteiger. Wir erklären die wichtigsten Begriffe rund um die E-Gitarre verständlich, verzichten weitgehend auf unnötiges Fachchinesisch und räumen ganz nebenbei mit einigen weit verbreiteten Mythen auf. Ziel ist es nicht, dass ihr nach dem Lesen jede Schraube an einer Gitarre benennen könnt. Vielmehr sollt ihr in der Lage sein, technische Daten richtig einzuordnen und mit einem guten Gefühl eure erste E-Gitarre auszuwählen.
Denn eines sollte man sich von Anfang an vor Augen halten: Die perfekte E-Gitarre existiert nicht. Es gibt lediglich Gitarren, die besser oder schlechter zu den eigenen Bedürfnissen passen. Und genau dabei möchten wir euch helfen.
Was kostet eine gute E-Gitarre?
Eine der häufigsten Fragen lautet: Wie viel Geld muss ich eigentlich für meine erste E-Gitarre ausgeben?
Noch in den 1990er-Jahren waren günstige Einsteigerinstrumente häufig mit schlecht verarbeiteten Bünden, unpräzisen Mechaniken oder schwacher Elektronik ausgestattet. Wer eine wirklich gut spielbare Gitarre wollte, musste oft tief in die Tasche greifen.
Heute sieht die Welt völlig anders aus. Moderne Fertigungstechniken, computergesteuerte CNC-Fräsen und eine insgesamt deutlich bessere Qualitätskontrolle sorgen dafür, dass bereits Instrumente zwischen 300 und 600 Euro ein erstaunlich hohes Niveau erreichen. Marken wie Harley Benton, Yamaha, Sire, Cort, Ibanez, LTD, Jackson oder Squier zeigen eindrucksvoll, wie viel Qualität mittlerweile auch im unteren und mittleren Preissegment möglich ist.
Natürlich bieten teurere Gitarren häufig hochwertigere Hölzer, edlere Hardware oder eine aufwendigere Verarbeitung. Für Einsteiger spielen diese Unterschiede allerdings meist eine deutlich geringere Rolle als ein gut eingestelltes Instrument und ein vernünftiger Verstärker.
Ein sinnvoller Einstieg könnte beispielsweise so aussehen:
- 300 bis 600 Euro für die erste E-Gitarre
- 150 bis 300 Euro für einen guten Einsteiger-Verstärker
- 50 bis 100 Euro für Zubehör wie Gigbag, Kabel, Gurt, Plektren und Stimmgerät
Damit erhält man bereits ein Setup, das viele Jahre Freude bereiten kann.
Was erwartet euch in diesem Ratgeber?
In den folgenden Kapiteln schauen wir uns Schritt für Schritt alle wichtigen Bestandteile einer E-Gitarre an. Wir erklären, wie Tonabnehmer funktionieren, warum sich Gitarren unterschiedlich anfühlen, welche Gitarrenformen es gibt und ob Begriffe wie Griffbrettradius oder Mensur für Anfänger überhaupt eine Rolle spielen.
Außerdem werfen wir einen Blick auf Themen wie Vibratosysteme, Mechaniken, Saiten, Verstärker und das richtige Setup. Zum Schluss fassen wir typische Anfängerfehler zusammen und geben einige Tipps, die euch den Einstieg erleichtern.
Keine Sorge, ihr müsst euch nicht alles auf einmal merken. Viele Begriffe werdet ihr nach kurzer Zeit ganz selbstverständlich verwenden. Und falls nicht, könnt ihr jederzeit zu diesem Ratgeber zurückkehren. Denn genau dafür ist er gedacht.
Im ersten Kapitel beginnen wir mit den Grundlagen und beantworten eine scheinbar einfache Frage:
Wie funktioniert eine E-Gitarre eigentlich?
Auf den ersten Blick unterscheidet sich eine E-Gitarre kaum von einer akustischen Gitarre. Beide besitzen einen Hals, einen Korpus und meist sechs Saiten. Trotzdem erzeugen sie ihren Klang auf völlig unterschiedliche Weise.
Während bei einer Westerngitarre der Resonanzkörper die Schwingungen der Saiten verstärkt und als Schall abstrahlt, übernimmt bei einer E-Gitarre eine Kombination aus Tonabnehmern, Elektronik und Verstärker diese Aufgabe. Ohne Verstärker ist eine E-Gitarre deshalb zwar hörbar, aber deutlich leiser als eine akustische Gitarre.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Saiten bei einer E-Gitarre anders funktionieren. Auch hier entsteht der Ton zunächst ganz klassisch durch die schwingende Saite. Erst danach beginnt der eigentliche Unterschied.
Die Saite – Hier beginnt jeder Ton
Sobald eine Saite angeschlagen wird, gerät sie in Schwingung. Diese Schwingung bestimmt Tonhöhe, Lautstärke und Klangcharakter. Dickere Saiten schwingen langsamer und erzeugen tiefere Töne, dünnere Saiten schwingen schneller und klingen entsprechend höher. Allein durch diese Bewegung entsteht jedoch noch kein elektrisches Signal. Die Saite muss zunächst von einem Bauteil „abgehört“ werden, dem Tonabnehmer.
Der Tonabnehmer macht aus Schwingungen Strom
Der Tonabnehmer – meist englisch als „Pickup“ bezeichnet – bildet das Herzstück jeder E-Gitarre. Er besteht vereinfacht aus Magneten und einer Kupferspule.
Da Gitarrensaiten aus Stahl bestehen, beeinflussen sie beim Schwingen das Magnetfeld des Tonabnehmers. Dadurch entsteht eine winzige elektrische Spannung, die den Verlauf der Saitenschwingung exakt abbildet. Dieses Signal ist allerdings extrem schwach. Es reicht nicht aus, um einen Lautsprecher direkt anzutreiben. Deshalb muss es zunächst über ein Gitarrenkabel zum Verstärker gelangen.
Das Gitarrenkabel – Das schwächste Glied schwächt auch die Kette
Auf den ersten Blick wirkt ein Gitarrenkabel unspektakulär. In Wahrheit übernimmt es jedoch eine verdammt wichtige Aufgabe. Es transportiert das empfindliche elektrische Signal möglichst verlustfrei von der Gitarre zum Verstärker oder zu Effektgeräten.
Hochwertige Kabel sind gut abgeschirmt und reduzieren Störgeräusche, die beispielsweise durch Netzteile oder elektrische Geräte entstehen können. Klangliche Unterschiede zwischen verschiedenen Kabeln werden zwar häufig diskutiert, für Einsteiger spielt jedoch vor allem eine solide Verarbeitung eine wesentlich größere Rolle als exotische Materialien oder besonders hohe Preise.
Effektpedale – Klanggestaltung nach Wunsch
Zwischen Gitarre und Verstärker lassen sich nahezu beliebig viele Effektgeräte schalten. Diese verändern das elektrische Signal, bevor es den Verstärker erreicht. Zu den bekanntesten Effekten gehören Verzerrer (Overdrive und Distortion), Hall (Reverb), Echo (Delay), Chorus, Phaser oder Wah-Wah. Manche Gitarristen kommen ohne oder mit nur einem einzelnen Pedal klar, andere bauen sich komplette Effektboards mit zehn, zwölf oder mehr Geräten zusammen.
Für den Einstieg gilt jedoch, dass Effektpedale kein Muss sind. Viele moderne Modeling-Verstärker bringen bereits eine große Auswahl integrierter Effekte mit.
Der Verstärker – Der eigentliche Klang- bzw. Krachmacher
Viele Einsteiger investieren den Großteil ihres Budgets in die Gitarre und sparen anschließend beim Verstärker. Dabei prägt der Verstärker den späteren Klang mindestens genauso stark wie das Instrument selbst. Er übernimmt nämlich gleich mehrere Aufgaben. Zunächst verstärkt er das schwache Signal des Tonabnehmers in der sogenannten Vorstufe. Diese Vorstufe formt bereits den Klang sehr stark, aber erst die Endstufe liefert anschließend genügend Leistung, um den Lautsprecher anzutreiben.
Es gibt unzählige Verstärkertypen, deshalb kann dieselbe Gitarre über zwei verschiedene Verstärker völlig unterschiedlich klingen. Während ein Fender-Verstärker häufig für glasklare Cleansounds bekannt ist, liefern viele Marshall-Amps den typischen britischen Rocksound. Moderne Modeling-Amps können zahlreiche klassische Verstärker digital nachbilden und bieten Einsteigern eine enorme Klangvielfalt.
Der Lautsprecher bringt den Ton zurück in die Luft
Bis zu diesem Punkt existiert der Klang ausschließlich als elektrisches Signal. Erst der Lautsprecher wandelt diese elektrische Energie wieder in Schallwellen um, die unser Ohr wahrnehmen kann. Dabei schwingt die Lautsprechermembran synchron zum Gitarrensignal und setzt die umgebende Luft in Bewegung. Genau diese Luftbewegungen erreichen schließlich unser Gehör und werden vom Gehirn als Musik interpretiert.
Bevor wir uns im nächsten Kapitel die verschiedenen Gitarrenformen ansehen, lohnt es sich, diesen Signalweg noch einmal vor Augen zu führen. Jede Station, vom Tonabnehmer über das Kabel bis hin zum Verstärker, beeinflusst den späteren Klang. Die E-Gitarre ist deshalb immer Teil eines größeren Systems und niemals nur das Instrument allein.
🎸 AMAZONA-Tipp
Wer seine erste E-Gitarre kauft, sollte nicht das gesamte Budget in das Instrument investieren. Eine etwas günstigere Gitarre in Kombination mit einem guten Modeling-Verstärker liefert oft deutlich bessere Ergebnisse als eine teure Gitarre an einem einfachen Übungsamp. Der Verstärker ist ein entscheidender Bestandteil des Gesamtsounds und nicht nur ein Lautmacher.
Welche Gitarrenform passt zu dir?
Spätestens beim Stöbern in einem Musikgeschäft oder Onlineshop fällt dir auf, dass E-Gitarren längst nicht alle gleich aussehen. Manche besitzen geschwungene Konturen, andere wirken kantig oder futuristisch. Doch steckt hinter den verschiedenen Formen tatsächlich ein klanglicher Unterschied oder geht es hauptsächlich um die Optik? Die kurze Antwort lautet: Sowohl als auch.
Zwar beeinflussen Bauform, Gewicht und Konstruktion das Spielgefühl und in gewissem Maß auch den Klang, mindestens genauso wichtig sind jedoch Ergonomie und persönliche Vorlieben. Eine Gitarre sollte schließlich nicht nur gut klingen, sondern auch angenehm in der Hand liegen und Lust machen, jeden Tag ein paar Minuten zu spielen.
Einige Modelle haben sich über Jahrzehnte hinweg zu echten Klassikern entwickelt und prägen bis heute unzählige Musikrichtungen. Welche gefällt euch am Besten? Welche habt ihr sofort erkannt?
Die Stratocaster – Der Allrounder
Kaum eine E-Gitarre ist so bekannt wie die Stratocaster. Ihr ergonomisch geformter Korpus mit den charakteristischen Doppel-Cutaways wurde 1954 vorgestellt und gilt bis heute als eine der bequemsten Gitarrenformen überhaupt. Typisch sind drei Single-Coil-Tonabnehmer und ein Vibratosystem, wodurch sich eine enorme Klangvielfalt ergibt. Von glasklaren Cleansounds über Blues bis hin zu Rock und Funk lässt sich die Stratocaster in nahezu jedem Genre einsetzen.
Auch viele moderne HSS-Modelle – also Gitarren mit einem Humbucker an der Brücke und zwei Single-Coils – basieren auf dieser Bauform. Sie kombinieren den brillanten Strat-Sound mit druckvollen Rocksounds und zählen deshalb zu den beliebtesten Einsteigergitarren.
🎸 AMAZONA-Tipp
Wer sich musikalisch noch nicht festgelegt hat, fährt mit einer HSS-Stratocaster oft besonders gut. Sie deckt von Pop über Blues bis hin zu Hard Rock nahezu alles ab und gehört deshalb zu den vielseitigsten Gitarrentypen überhaupt.
Die Telecaster – Weniger ist manchmal mehr
Die Telecaster war die erste in großer Stückzahl produzierte Solidbody-E-Gitarre und gilt als das Urgestein moderner Gitarrenkonstruktionen. Ihr schlichtes Design wirkt auf den ersten Blick fast unspektakulär, doch genau darin liegt ihr Reiz. Mit zwei Single-Coil-Tonabnehmern liefert sie einen direkten, durchsetzungsfähigen Klang, der besonders im Country, Blues und Classic Rock geschätzt wird.
Durch ihre sehr einfache Konstruktion gilt sie als äußerst robust und wartungsarm. Viele Gitarristen bezeichnen die Telecaster deshalb als den „VW Käfer unter den E-Gitarren“. Unkompliziert, zuverlässig und nahezu unverwüstlich. Und läuft und läuft und läuft …
💡 Schon gewusst?
Keith Richards von den Rolling Stones spielt seit Jahrzehnten bevorzugt Telecaster-Modelle. Seine berühmte Gitarre „Micawber“ besitzt sogar nur fünf Saiten und ist speziell auf seine offene G-Stimmung abgestimmt.
Die Les Paul – Viel Sustain und kräftiger Klang
Mit ihrer gewölbten Decke und dem massiven Korpus gehört die Les Paul zu den bekanntesten Gitarren überhaupt. Typischerweise kommen hier zwei Humbucker zum Einsatz, die für einen warmen, druckvollen Klang mit viel Sustain sorgen. Gerade im Rock, Hard Rock und Metal zählt sie seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Instrumenten.
Durch ihren massiven Aufbau bringt sie allerdings meist deutlich mehr Gewicht auf die Waage als eine Stratocaster oder Telecaster. Wer längere Zeit im Stehen spielt, sollte das nicht unterschätzen.
⚠ Mythos oder Wahrheit?
Eine Les Paul klingt nur für Rock und Metal gut.
Falsch.
Zwar verbindet man sie häufig mit Rockmusik, tatsächlich wird sie aber ebenso im Blues, Jazz oder Pop eingesetzt. Der kräftige Grundsound macht sie ausgesprochen vielseitig. Ihr Erfinder Lester Pollfuss war sogar im Jazz und Country unterwegs.
Die SG – Leichtgewicht mit Rockgeschichte
Die SG entstand Anfang der 1960er-Jahre als Weiterentwicklung der Les Paul und fällt sofort durch ihre markanten Hörner auf. Im Vergleich zur Les Paul besitzt sie einen deutlich dünneren Korpus und ist deshalb wesentlich leichter. Trotzdem liefert sie den typischen Humbucker-Sound mit viel Druck und Sustain.
Viele Rockgitarristen schätzen außerdem den besonders guten Zugang zu den hohen Bünden, der Soli deutlich erleichtert.
💡 Schon gewusst?
Die SG wurde unter anderem durch Angus Young von AC/DC weltberühmt. Ihr geringes Gewicht und der hervorragende Zugang zu den hohen Bünden machen sie bis heute zu einer der beliebtesten Bühnengitarren. Die Form und das Design dieser Gitarre sind der Ursprung und die Inspiration für Angus‘ Bühnen-Accessoire, die Teufelshörner.
Muss es einer dieser Klassiker sein?
Nein! Neben Stratocaster, Telecaster, Les Paul und SG existieren zahlreiche weitere Bauformen. Superstrats von Ibanez oder Jackson richten sich häufig an Rock- und Metal-Gitarristen, während Modelle wie Flying V oder Explorer durch ihr extravagantes Design auffallen. Semiakustische Gitarren mit Hohlkammern spielen ihre Stärken dagegen oft im Blues, Jazz oder Indie-Bereich aus.
Trotzdem orientieren sich viele heutige Gitarren mehr oder weniger an den vier großen Klassikern. Wer ihre Eigenschaften kennt, kann deshalb auch moderne Instrumente wesentlich leichter zuordnen.
🎸 AMAZONA-Tipp
Gerade als Anfänger lohnt es sich, verschiedene Gitarren im Musikgeschäft einfach einmal im Sitzen und Stehen auszuprobieren. Das Gewicht, die Balance und die Ergonomie unterscheiden sich teilweise stärker als der Klang. Die Gitarre, die sich gut anfühlt, wird meist auch häufiger gespielt.
Die Form einer E-Gitarre ist weit mehr als eine Frage des Designs. Sie beeinflusst das Spielgefühl, das Gewicht und häufig auch die Ausstattung des Instruments. Klanglich überschneiden sich viele Modelle zwar stärker, als man zunächst vermuten würde, dennoch haben sich die vier Klassiker Stratocaster, Telecaster, Les Paul und SG nicht ohne Grund über Jahrzehnte hinweg bewährt.
Im nächsten Kapitel werfen wir einen Blick auf die Anatomie einer E-Gitarre. Dort lernen wir alle wichtigen Bauteile kennen – von der Kopfplatte über den Hals bis hin zur Brücke und den Bedienelementen. Danach werden Begriffe wie Sattel, Potentiometer oder Klinkenbuchse kein Rätsel mehr sein.
Anatomie einer E-Gitarre – Die wichtigsten Bauteile einfach erklärt
Nachdem wir uns angesehen haben, wie eine E-Gitarre grundsätzlich funktioniert, werfen wir nun einen Blick auf ihren Aufbau. Auf den ersten Blick besteht eine Gitarre aus Hals, Korpus und sechs Saiten. Tatsächlich steckt jedoch deutlich mehr Technik in ihr, als man zunächst vermuten würde.
Viele Begriffe wie Sattel, Steg, Potentiometer oder Klinkenbuchse begegnen einem spätestens beim Gitarrenkauf. Keine Sorge: Hinter den etwas sperrigen Bezeichnungen verbergen sich meist ganz einfache Bauteile mit klar definierten Aufgaben.

Die einzelnen Komponenten einer E-Gitarre. Je nach Hersteller und Modell können einzelne Bauteile unterschiedlich ausgeführt sein.
Die Kopfplatte
Am oberen Ende der Gitarre befindet sich die Kopfplatte. Hier sitzen die Mechaniken, mit denen die Saiten gestimmt werden. Gleichzeitig trägt die Kopfplatte bei den meisten Herstellern das Firmenlogo und prägt damit das Erscheinungsbild des Instruments.
Je nach Hersteller fällt ihre Form unterschiedlich aus. Manche Gitarren besitzen eine gerade Kopfplatte, andere – etwa viele Gibson-Modelle – einen leicht angewinkelten Kopf. Beides erfüllt denselben Zweck und hat in erster Linie konstruktive Gründe.
Die Mechaniken
Die Mechaniken dienen dazu, die Saitenspannung exakt einzustellen. Durch Drehen der Flügel wird die Saite aufgewickelt oder gelockert, wodurch sich ihre Tonhöhe verändert.
Hochwertige Mechaniken arbeiten besonders präzise und halten die Stimmung zuverlässig. Einige Gitarren besitzen sogenannte Locking-Mechaniken, bei denen die Saite zusätzlich geklemmt wird. Das erleichtert den Saitenwechsel und verbessert insbesondere bei Gitarren mit Vibratosystem die Stimmstabilität.
💡 Schon gewusst?
Entgegen einer weit verbreiteten Meinung sorgen Locking-Mechaniken nicht automatisch für eine bessere Stimmung. Sie erleichtern vor allem den Saitenwechsel und verhindern ein Verrutschen der Saite auf der Mechanik. Für die Stimmstabilität sind auch der Sattel und ein korrekt aufgezogener Saitensatz entscheidend.
Der Sattel
Direkt zwischen dem Griffbrett und der Kopfplatte liegt der Sattel. Er führt die Saiten in gleichmäßigem Abstand zu den Mechaniken und bestimmt gleichzeitig ihre Höhe über dem ersten Bund. Ein sauber gearbeiteter Sattel verbessert nicht nur die Spielbarkeit, sondern trägt auch dazu bei, dass die Gitarre sauber stimmt und sich beim Stimmen keine Saiten verhaken.
Der Hals
Der Hals verbindet Kopfplatte und Korpus miteinander und gehört zu den wichtigsten Bestandteilen jeder Gitarre. Seine Form entscheidet maßgeblich darüber, wie angenehm sich ein Instrument spielen lässt. Ob ein Hals eher flach oder kräftig ausfällt, ist letztlich Geschmackssache. Deshalb lohnt es sich, verschiedene Modelle auszuprobieren.
Das Griffbrett
Auf dem Griffbrett befinden sich die Bundstäbchen. Hier greift die linke Hand die einzelnen Töne. Griffbretter bestehen häufig aus Ahorn, Palisander oder Ebenholz. Das Material beeinflusst zwar Haptik und Optik, für Einsteiger spielt jedoch vor allem eine saubere Verarbeitung eine wesentlich größere Rolle.
Die Bundstäbchen
Die dünnen Metallstäbe unterteilen die schwingende Saite in verschiedene Tonhöhen. Je weiter ein Bund in Richtung Korpus liegt, desto höher klingt der dort gegriffene Ton. Die Anzahl der Bünde variiert je nach Modell. Viele Gitarren besitzen 21 oder 22 Bünde, moderne Instrumente häufig 24.
Der Korpus
Der Korpus bildet den eigentlichen Körper der Gitarre. Bei einer Solidbody-Gitarre besteht er aus massivem Holz und dient in erster Linie als stabile Plattform für Hals, Brücke und Elektronik. Anders als bei einer Westerngitarre verstärkt der Korpus den Klang kaum. Seine wichtigste Aufgabe besteht darin, Stabilität, Ergonomie und eine komfortable Spielposition zu gewährleisten.
⚠ Mythos oder Wahrheit?
Das Holz bestimmt den Klang einer E-Gitarre.
Nicht in dem Ausmaß, wie oft behauptet wird.
Natürlich unterscheiden sich verschiedene Hölzer in Gewicht, Steifigkeit und Resonanzverhalten. Den größten Einfluss auf den späteren Klang haben jedoch Tonabnehmer, Verstärker, Lautsprecher und natürlich der Gitarrist selbst.
Die Tonabnehmer
Zwischen Griffbrett und Brücke sitzen die Tonabnehmer. Sie wandeln die Schwingungen der Stahlsaiten in ein elektrisches Signal um und spielen eine zentrale Rolle in jeder E-Gitarre. Warum es verschiedene Tonabnehmer gibt und wie sie funktionieren, schauen wir uns im nächsten Teil der AMAZONA Gitarren-Akademie ausführlich an.
Die Brücke
Die Brücke bildet den zweiten Auflagepunkt der Saiten und überträgt deren Schwingungen auf den Korpus. Gleichzeitig lässt sich hier bei vielen Gitarren die Saitenlage oder die Oktavreinheit einstellen. Je nach Modell kommen unterschiedliche Konstruktionen zum Einsatz – von der festen Hardtail-Brücke bis hin zu komplexen Vibratosystemen.
Die Regler
Fast jede E-Gitarre besitzt mindestens einen Lautstärkeregler und einen Tonregler. Mit dem Volume-Regler wird die Lautstärke der Gitarre eingestellt. Der Tone-Regler beeinflusst dagegen den Klang und kann hohe Frequenzen abschwächen. Dadurch wirkt der Ton wärmer und weicher.
Der Pickup-Schalter
Verfügt eine Gitarre über mehrere Tonabnehmer, lassen sich diese mit dem Pickup-Schalter einzeln oder in Kombination auswählen. Dadurch entstehen unterschiedliche Klangfarben, selbst wenn dieselbe Saite gespielt wird.
Die Klinkenbuchse
Am unteren Ende der Gitarre befindet sich die Klinkenbuchse. Hier wird das Gitarrenkabel angeschlossen, das das elektrische Signal zum Verstärker transportiert. Sie gehört zu den unscheinbarsten Bauteilen der Gitarre, ohne sie wäre jedoch kein Ton zu hören.
🎸 AMAZONA-Tipp
Lasst euch von der Vielzahl an Bauteilen nicht einschüchtern. Ihr müsst nicht sofort jede Schraube oder jedes Fachwort kennen. Wichtig ist zunächst zu verstehen, welche Aufgabe die einzelnen Komponenten übernehmen. Alles Weitere ergibt sich mit der Zeit ganz von allein.
Damit kennt ihr nun die wichtigsten Grundlagen rund um die E-Gitarre. Im nächsten Teil der AMAZONA Gitarren-Akademie widmen wir uns einem der wichtigsten Bauteile überhaupt, den Tonabnehmern. Dort erfahrt ihr, warum Single-Coils und Humbucker so unterschiedlich klingen, was Begriffe wie HSS oder HH bedeuten und welcher Pickup am Besten zu eurem Musikstil passt.

































Die AMAZONA Gitarren-Akademie lehrt „E-Gitarre für Anfänger – Die Grundlagen“.
Und die wichtigste Grundlage ist „wie gebe ich Thomann richtig mein Geld“?
ich laß‘ das einfach mal so stehen und bin gespannt, ob Jan oder jemand anderes mir das erklären will, weil: ich verstehs nicht. Also ich verstehs schon, aber was ich da verstehe, gefällt mir nicht.
@moinho Ich verstehe deinen Kommentar nicht. Was hat der Artikel mit Thomann zu tun? Jan gibt hier jede Menge wertvoller Tipps zum Gitarrenkauf. Du kannst diese nutzen, um wo auch immer du willst eine E-Gitarre samt Verstärker für Einsteiger zu erstehen. Mehr als die Hälfte der Produkte bekommst du auch anderswo (Harley Benton ausgenommen).
Warum dann da Thomann Affiliate Links drin sind? Damit du den Artikel kostenlos lesen darfst und dazu einen Kommentar schreiben kannst. So ein Magazin hier kostet nämlich richtig viel Geld und der liebe Jan schreibt die Artikel auch nicht nur aus der Güte seines großen Herzens heraus, sondern möchte ab und an auch mal Wurst im Kühlschrank.
Du könntest aber auch einfach den Artikel gar nicht erst lesen und stattdessen nach Treppendorf fahren. Dort bekommt man nämlich in der Gitarrenabteilung eine erstklassige Beratung, die Gitarre wird auch noch für dich eingestellt, wenn du das möchtest, und auch nach dem Kauf wirst du bei Problemen nicht allein gelassen. Woher ich das weiß? Weil ich privat auch Thomann-Kunde bin und genau das die Erfahrung im Laden beim Kauf war. Deshalb fahre ich wieder hin.
Wem der Weg aber zu weit ist, der liest einfach Jans Artikel. Der Kerl hat nämlich Ahnung. Und wenn du das dann so richtig toll findest, kaufst du halt über unsere Links und wir können weiterhin solche tollen Artikel schreiben und Typen wie Jan dafür engagieren. Win-win würde ich sagen.
@Markus Galla Was mich überrascht hat war daß „Kapitel 1“ beim „Gitarrelernen“ eben „Gitarre kaufen“ ist.
Ich kann mir ja auch eine bei nem Spezl leihen oder so.
Natürlich kann ich mir auch von Thomann nen Einsteigerset bestellen und 4 Wochen später wieder zurückschicken wenn ich doch nicht Gitarre lernen will, aber das wäre wiederum ne Herangehensweise, die nicht jeder toll findet.
Und die Überraschung hat nix damit zu tun, daß man in Treppendorf toll Gitarren kaufen kann. Hab‘ ich schon gemacht und war sehr zufrieden – gerne wieder!
@moinho In der Schlagzeile steht: „E-Gitarre kaufen leicht gemacht“. Der Instrumentenkauf steht eigentlich für die meisten Einsteiger am Anfang. Und aus der Lehrersicht kann ich dir sagen, dass gerade in den ersten Wochen das Instrument und seine Bespielbarkeit darüber entscheiden, ob der Schüler weitermacht oder eben nicht.
Aber das hat sich für dich ja dann jetzt geklärt.
Hallo Jan, Danke für diesen schönen Workshop! Als einer der „Anstoßer“ dieser Idee finde ich es gut, was Du draus gemacht hast.
Tja, beim Thema „Wichtigkeit des Tonholzes“ kommen wir wohl nicht zusammen. Können wir uns zumindest auf Folgendes einigen? Wenn ich einen bestimmten Klang haben will, dann fällt das mit manchen Kombinationen aus Bauform + Holz + Brücke + Saite + Tonabnehmer + Effekte + Verstärker deutlich einfacher als mit anderen. (Und das andere Extrem: Mit genügend Zerre kann ich den Ton so „zerstören“, dass es nahezu egal ist, was aus der Gitarre rauskommt.)
Zum Thema Kabel: Ja, das Kabel hat – bei passiven Tonabnehmern und Schaltung – durchaus Einfluss auf den Klang, besonders die Länge des Kabels ist dabei wichtig. Idealerweise könnte in einem zukünftigen Workshop jemand die elektrische Seite von Tonabnehmern und Kabel etwas aufdröseln (Stichwort „Schwingkreis“, siehe auch Helmuth Lemme) und bei der Gelegenheit ein paar Worte verlieren zu Sinn und Unsinn von „True Bypass“ bei Effektpedalen.
Meine persönlichen Erfahrungswerte zum Thema „erste Gitarre“, die ich an heutige Anfänger weitergeben würde:
– Eine Gitarre mit weit verbreiterter Bauform (insbesondere Strat, Tele) hat den Vorteil, dass es jede Menge Austauschteile gibt, so dass ich später einfach was modifizieren kann für meine Bedürfnisse / Geschmack. Bei exotischeren Modellen gibt es dann eben weniger Auswahl.
– Wenn ich anfange mit einer Gitarre mit guter Holzgrundlage, dann kann ich sie später nach Bedarf aufrüsten (z.B. Tonabnehmer, Mechaniken) und weiter benutzen. Die Billig-Gitarre mit Pappel- oder Lindenkorpus (ohne Floyd Rose) wird bestenfalls auf Ebay landen.
– No vibrato, no cry. Fang an mit einer Gitarre ohne Vibratohebel (oder auf Fenderisch: „Tremolo“).
– Gib nicht mehr als 500 Euro für die erste Gitarre aus. Wenn Du Dich später besser auskennst und weißt, wo Du hinwillst, *dann* darf die zweite Gitarre auch mehr kosten, aber für die erste Gitarre wäre das eher Verschwendung.
– Ein Röhrenverstärker der 1- bis 5-Watt-Klasse erlaubt Üben zu Hause mit gutem Sound und kann daher durchaus eine langfristige Investition sein, besonders wenn noch keine Proben oder Auftritte anstehen.